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BEWEGUNGS MELDER


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evolve - epaper ⋅ Ausgabe 33/2022 vom 24.01.2022

INITIATIVEN

Reallabor GutAlaune

Gemeinschaftliche Projekte erforschen

Artikelbild für den Artikel "BEWEGUNGS MELDER" aus der Ausgabe 33/2022 von evolve. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: evolve, Ausgabe 33/2022

Forschungswerkstätten und Mitmachbaustellen.

Bei Halle (Saale) betreibt die kleine Wohngemeinschaft GutAlaune e. V. offene Werkstätten, Gemeinschaftsgärten und veranstaltet Seminare. Dabei wurde deutlich, dass ähnliche Herausforderungen auftreten, wenn Menschen auf Augenhöhe zusammenkommen, um zu einer schöneren Welt beizutragen. Egal ob Wohnprojekt, gemeinsame Produktion in der SoLaWi oder politische Initiative – immer wieder stellen sich Fragen nach Entscheidungsprozessen, gemeinsamer Kultur, rechtlicher Form etc.

Daher hat sich GutAlaune vorgenommen, die eigene Gemeinschaft zu einem Reallabor zu machen. Um gemeinschaftsgetragene Projekte zu unterstützen, laden sie dazu ein, im Reallabor GutAlaune zusammen Muster des Gemeinsamen zu erforschen. Bis Ende 2023 werden in thematischen Forschungswerkstätten und Mitmachbaustellen typische Herausforderungen für ...

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... gemeinschaftsgetragene Projekte untersucht. Dafür werden Experimentier- und Lernräume in den Schwerpunkten Gemeinschaft, Zusammenarbeiten und Ort von den wissenschaftlichen Partnern Alanus Hochschule, Fachhochschule Potsdam und Next Economy Lab begleitet. Ziel ist eine Praxisforschung, die Macher und Macherinnen unterstützt. Dazu sind alle Menschen eingeladen, die sich dafür interessieren, wie wir schöner zusammenwirken können. Die Erfahrungen werden regelmäßig in sozialen Netzwerken sowie anschließend in einem Handbuch veröffentlicht. Die Idee wurde im Wettbewerb Gesellschaft der Ideen ausgezeichnet und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

(GS)

www.ReallaborGutAlaune.de

BibelnOnline

Biblische Texte tiefer verstehen

Zum Osterfest 2020, im ersten Corona- Lockdown, hatten Martin Bruders und Susanne Ahlendorf die Idee, ihre regelmäßige Auseinandersetzung mit biblischen Texten in den virtuellen Raum zu verlegen und für interessierte TeilnehmerInnen zu öffnen.

Entstanden ist »BibelnOnline«, ein virtuelles Treffen von 15 – 40 Menschen, die sich seit über eineinhalb Jahren jeden Sonntag für zwei Stunden treffen, um sich mit christlicher Mystik und dem Studieren von biblischen Texten auf eine zeitgemäße Art und Weise auseinanderzusetzen.

Der Kreis beginnt mit einer gemeinsamen Meditation, auf die ein christlicher Text, meist aus dem Alten oder Neuen Testament, folgt. Anschließend steht die Selbstbeobachtung im Fokus: Wie erlebe ich den Text? Wie trifft er heute auf mich?

Das lebendige Erleben der Texte ist Kern des Anliegens von Martin und Susanne. Sie nehmen die christliche Mystik als Zugangstor zu einem essenziellen Kern wahr, zu dem die Bibel ein Weg neben vielen ist. Ihr Wunsch ist es, das Mystische gemeinsam tiefer zu erforschen und dafür die Intelligenz der gesamten Gruppe zu nutzen. So entsteht ein neuer Zugang zu biblischen Texten, der auch dabei helfen kann, sich über negative Erfahrungen im privat- familiären Umfeld mit Kirche, Religion und Glaube hinweg der Bibel wieder anzunähern und sie von innen heraus neu zu erleben.

(JW)

www.makespaceforgrace.de

In Resonanz mit dem Lebendigen

Neuer Initiativraum des Erdfestes

»Mit der Erderhitzung teilt das lebende System Erde etwas mit. Es reagiert auf die massive Zerstörung elementarer Fließgleichgewichte und damit auf das Handeln des Menschen. Da der Mensch diesem System angehört, kommuniziert es mit sich selbst – nonverbal, aber deutlich. Wie geben wir dem angemessen Resonanz?«, so ERD-FEST-Mitbegründerin Hildegard Kurt. Ausgehend von derlei Erwägungen entwickelt die ERDFEST-Initiative (seit 2018) sich derzeit über das gemeinsame Feiern von Erdfesten hinaus zu einem »Initiativraum«, wo in diversen Kooperationen erkundet wird: Wie lernen wir, mit der lebendigen Mitwelt zu kommunizieren? Wie können wir in Resonanz mit dem Lebendigen jeweils vor Ort konkret, transformativ wirksam werden?

Als eine der Aktivitäten im neuen Initiativraum begann im Spätherbst gemeinsam mit dem Netzwerk Ökologie des Bewusstseins eine Lernreise zu natürlicher Wasserrückhaltung. Ziel ist, mithilfe vertieften Wahrnehmens und der Stärkung von Biodiversität jeweils vor Ort die Folgen sowohl von Dürre als auch von Starkregen abzumildern – ohne technischen und finanziellen Aufwand. Nach einer Reihe von Webinaren wird im Mai ein Workshop auf dem Hof von ERDFEST-Initiativträgern in Thüringen praktische Erfahrungen bieten. Interessierte sind auch jetzt noch willkommen.

Die diesjährigen Erdfeste finden vom 17. bis 19. Juni statt. Zur Mitwirkung eingeladen sind Organisationen jedweder Art sowie auch Einzelpersonen, die Wege hin zu einer lebensfördernden Gesellschaft suchen und ebnen.

(NR)

www.erdfest.org

Lighthouse Lab

Mensch & Organisationen in Krisenzeiten

Die knapp zwei Jahre andauernde Pandemie hat viele Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Doch wie ist es den Unternehmen ergangen, die schon zuvor Nachhaltigkeit und die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt haben? Welche Erkenntnisse konnten Organisationen gewinnen, die seit vielen Jahren außergewöhnliche Aktivitäten verfolgen, um ihre MitarbeiterInnen in ihren Potenzialen zu stärken und Kooperation zu fördern?

Die Neugier auf die Antworten hat Michael Knauf und Dirk Kracker dazu veranlasst, einen Online-Kongress, das LIGHT- HOUSE LAB vom 19. bis 27. März 2022 zu genau diesen Fragestellungen zu organisieren. Sie möchten herausfinden, wie es UnternehmerInnen, die neue Wege gehen, ergangen ist und ob ihre Ideen reine Sozialromantik waren oder ob sie sich wirklich bewährt haben. Als Speakerinnen eingeladen sind drei verschiedene Gruppen: UnternehmerInnen, die von ihrem Handeln und ihren Erkenntnissen berichten, GedankengeberInnen die erklären, welche Theorien dahinterstehen und sog. »Teilchenbeschleuniger«, also FacilitatorInnen und ModeratorInnen, die Prozesse hin zu nachhaltigeren und menschlicheren Organisationen begleiten.

Der Online-Kongress ist kostenlos und richtet sich an ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen und generell alle, die mehr über ein neues Miteinander in Organisationen anhand von praktischen Beispielen und »Leucht türmen des gesunden Menschenverstandes« erfahren möchten.

(JW)

www.lighthouselab.de

Freiwilliges Aktivistisches Jahr

Radikale Empathie & Kreative Irritation

Gemeinsam mit einem großen, bunten Netz werk aus verschiedenen Akteurinnen ruft die KARUNA Sozialgenossenschaft 2022 zum ersten Freiwilligen Aktivistischen Jahr auf. Das Programm wendet sich an junge Menschen unter 27 Jahren, die die Welt verändern und sich für den Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eigene Themen einsetzen möchten. KARUNA unterstützt die Teilnehmenden darin, ökologische und solidarische Projekte auf die Straße zu bringen. Das Angebot ist geeignet für Menschen, die neue Protestformen erfinden und sie mithilfe der Jahresgemeinschaft kreativ-künstlerisch und radikaldemokratisch umsetzen wollen. Und für Menschen, die zusammen mit Studierenden für soziale Innovation & nachhaltiges Unternehmertum ihre Ideen für eine sozial-ökologisch und ökonomisch bessere Welt konkret in Anwendung bringen wollen.

Dazu ist unter anderem mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde ein Reallabor zur Transformation der Gesellschaften geplant. Dieses Labor geht aufs Land und in die Städte, um mit Menschen gemeinsam zu handeln, die gesellschaftliche Ausgrenzung erfahren mussten/ haben. Das aktivistische Jahr ist flexibel organisiert. Mit viel Raum zur Entfaltung und Gestaltung eigener Ideen und Utopien, zum Erhalt der Welt und einem besseren Leben, gerecht und sozial.

Gefördert wird das Freiwillige Aktivistische Jahr vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogrammes »Demokratie leben!«.

(GS)

www.karuna.family

1000 Orte der Stille

Eine Kulturtechnik neu wertschätzen

In Zeiten, in denen sich das Leben laut, stressig und chaotisch anfühlt, ist es oft schwer, genau das zu finden, was man gerade am dringendsten bräuchte: einen einfachen Ort der Stille. Diesem Bedürfnis gehen Lars und Angelika Segelke nach und möchten mit ihrem neu gegründeten Online-Netzwerk eine Übersicht über bestehende Orte und Angebote schaffen, die sich dem Thema der Stille widmen. Ihr Anliegen ist es, einen Raum zu kreieren, in dem die Stille als heiliges Element über alle religiösen Traditionen hinweg ihre verbindende und versöhnende Kraft entfalten kann.

Menschen, die eine Auszeit brauchen und Angebote suchen, die ihnen dabei helfen, nach einer stressigen Zeit wieder innerlich zur Ruhe zu kommen, sollen durch die Plattform bei ihrer Suche unterstützt werden. Neben Meditationszentren und Klosterhotels findet man auf der Seite auch Lehrerinnen und Lehrer, sowie verschiedene Veranstaltungen, die sich der Stille widmen. Ein weiteres übergreifendes Ziel der Gründer des Projekts ist es, eine Kultur der Stille zu fördern und die Bedeutung von Stille für die Gesundheit und das Wohlergehen des Menschen für eine breitere Schicht der Bevölkerung sichtbar und zugänglich zu machen. Denn Räume der Stille gibt es fast überall: in Schulen, Universitäten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Kulturdenkmälern, auf Flughäfen, Bahnhöfen und sogar in manchen Einkaufszentren.

(JW)

www.1000-orte-der-stille.de

IM WEB

Consilience Project

Das Consilience Project ist ein Zusammenschluss von Denkern unterschiedlicher Disziplinen, in dem neue Ideen, soziale Innovationen und Governance-Ansätze erforscht, kommuniziert und in den Dialog gebracht werden. Der Kontext für diese Forschungsarbeit ist die Notwendigkeit, in Zeiten der globalen Krise neue transdisziplinäre Antworten auf die dringenden Fragen der Gegenwart zu finden. Dabei ist man sich dessen bewusst, dass Antworten auf die »Metakrise« die Verbundenheit und Komplexität unserer Gesellschaften und der Wirkungen unseres Handelns in Betracht ziehen müssen. Auf der Webseite erscheinen regelmäßig Texte und Analysen aus der Forschungsarbeit des weit gefächerten Teams und Beratungskreises, in dem auch zahlreiche evolve-Autoren aktiv sind wie Zak Stein, Jordan Hall, Tomas Björkman und Nora Bateson. Einer der Impulsgeber des Projekts ist der Sozialphilosoph Daniel Schmachtenberger, der durch tiefgründige Analysen der Wirkung digitaler Medien und eines »Informationskrieges« auf die Demokratie bekannt geworden ist. Die Herausforderung für Demokratie und globale Entscheidungsfindung in Zeiten digitaler Verbundenheit ist eines der Kernthemen des Consilience Project. www.consilienceproject.org

evolve Blog

www.evolve-magazin.de/blog

Das Unsichtbare sichtbar machen Ein Interview mit dem Künstler Vitor Schietti

www.evolve-magazin.de/blog/schietti

Wie können wir die Spaltung überwinden? Ein Interview mit Charles Eisenstein Geseko von Lüpke

www.evolve-magazin.de/blog/eisenstein

FILME

The Other Side Of The River

No Women No Revolution

Antonia Kilian

Dieser Dokumentarfilm porträtiert die 19-jährige Hala, die vor einer Zwangsehe flieht, die sie eingehen soll, nachdem ihre syrische Heimatstadt vom sogenannten Islamischen Staat eingenommen wurde. Sie flieht über den Euphrat nach Kurdistan und schließt sich einer kurdischen Frauenverteidigungseinheit an. Sie wird militärisch ausgebildet und lernt die feministischen Ideale der kurdischen Frauenbewegung kennen. Hala träumt davon, auch ihre Schwestern und alle Frauen aus den Zwängen patriarchaler Gewalt zu befreien. Schon bald nach ihrem Eintritt in diesen Kampf konnten die kurdischen Truppen ihre Heimatstadt befreien. Aber was ist der Preis für diesen Einsatz für die Freiheit der Frauen, wenn nötig mit Waffengewalt? Der Film bietet einen intimen Einblick in diesen Freiheitskampf und das Leben unter der kurdischen Autonomieverwaltung »Rojava«, wo mit Basisdemokratie, feministischer Politik und unter einer großen Beteiligung von Kämpferinnen ein kulturelles Experiment stattfindet.

Aufschrei der Jugend

Fridays for Future Inside

Kathrin Pitterling

Diese Doku begleitet die junge Protestbewegung Fridays for Future von den Erfolgen mit weltweiten Großdemos, über die Enttäuschung angesichts der weiterhin nicht umgesetzten Forderungen bis hin zu den Angriffen und Morddrohungen gegen wichtige Stimmen der Bewegung in Deutschland wie Luisa Neubauer oder Clara Mayer. Sie und viele andere Aktivistinnen und Aktivisten sprechen auch über die Herausforderung, in Zeiten der Pandemie mit eingeschränkter Versammlungsmöglichkeit eine Bewegung lebendig zu halten, die vor allem auch auf der Straße, im öffentlichen Raum ihre Forderungen vertritt. Und sie stellen sich auch der Frage, wie es nun weitergehen kann.

Vom Sinn des Ganzen

Das Netz des Physikers Hans-Peter Dürr

Claus Biegert

Der Dokumentarfilm »Das Netz des Physikers« portraitiert den Quantenphysiker Hans-Peter Dürr, der sich Zeit seines Lebens über sein Wissensgebiet der Physik hinaus mit übergreifenden Zusammenhängen des Lebens beschäftigte, sich gesellschaftlich einmischte und kein Problem damit hatte, unbequem zu sein.

In einem liebevoll und aufmerksam geführten Dialog mit Dürrs Ehefrau Sue Durham verwebt der Journalist und Filmproduzent Claus Biegert das Porträt Hans-Peter Dürrs mit der Geschichte der Physik im 20. Jahrhundert und lässt so ein globales Netz entstehen: von Stuttgart über Berkeley, Göttingen, Pugwash, Moskau, New York, San Francisco und zurück nach Deutschland.

Hans-Peter Dürr wurde zu einer Zeit geboren, als die Physik ihre Unschuld verlor. Sein Doktorvater war Edward Teller, der Erfinder der Wasserstoffbombe, gegen die sich Dürr in einem Bündnis von Wissenschaftlern positionierte. Er war jemand, der sich einmischte, war mehrfach geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München und setzte sich für Friedenspolitik ein, wofür er später den Alternativen Nobelpreis erhielt.

Im Film kommen Wissenschaftler und Journalisten zu Wort, die durch ihn inspiriert und geprägt wurden. Hans-Peter Dürr sah es als seine Verantwortung, sich als Mensch und Wissenschaftler zu zentralen Fragen der Menschheit zu äußern. Seine radikale Erkenntnis nach 50 Jahren Forschung lautete:

Es gibt keine Materie, es gibt nur den Geist. Der Geist ist das Eine hinter dem Vielen, und Materie ist geronnener Geist. Sein Hauptinteresse richtete sich auf die lebendigen Beziehungen des Dazwischen: zwischen Teilchen, Bäumen, Menschen und Weltmächten.

Denn, so Dürr, »im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. … Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können.«

BÜCHER

Klimawandel – Bewusstseinswandel

Eine Einladung

Stefanie Spessart-Evers

Die Klimakrise ist eine der dringlichsten Herausforderungen der Menschheit. Warum fällt es uns trotzdem so schwer, unser individuelles und kollektives Handeln, unsere Lebensweise und Gesellschaftsstrukturen so zu transformieren, dass wir wirkungsvoll auf diese ökologische Katastrophe antworten können? Eine Antwort darauf ist, dass es tiefere Ursachen für den destruktiven Umgang mit unseren Lebensgrundlagen gibt, die nicht allein durch politische oder technische Lösungen zu verändern sind. Es ist ein Bewusstseinswandel nötig. Dazu will dieses Buch der Psychologin Stefanie Spessart-Evers einladen. Sie gibt dazu viele Anregungen zur Transformation des eigenen In-der-Welt-Seins aus Psychologie, Achtsamkeit, Spiritualität, Tiefenökologie und vermittelt Übungen, die den inneren Bezug zur Natur vertiefen können und Hinweise für eine Veränderung der eigenen Lebensweise und den Einsatz für eine nachhaltige Kultur geben. Im ersten Teil werden wir zu den nährenden Quellen des Lebens wie Achtsamkeit, Dankbarkeit und Verbundenheit geführt, erkunden im zweiten Teil angesichts des Schmerzes über die Zerstörung tiefere Quellen der Resilienz, um im dritten Teil gangbare Wege des Handelns auszuloten. Getragen wird das Buch von einer tiefen Liebe zum Lebendigen, welche die Autorin bewegt, und die sie auch im Leser anregen und wachrufen möchte.

Ohne festen Boden

Wie wir mit Ungewissheit besser umgehen und warum wir sie brauchen

Rike Pätzold

Drei Jahre lang war Rike Pätzold mit ihrer Familie auf einem Segelboot auf dem Atlantik unterwegs und dabei mit Ungewissheit, Überraschungen, Risiken, schnellen Kurswechseln, Wetterumschwüngen und inneren Wandlungen konfrontiert. Aus diesen Erfahrungen und ihrer Arbeit mit Emergenz und dem Entstehen neuer Lösungsansätze in Organisationen und Gemeinden schöpft sie in ihrem Buch. Damit möchte sie einen kreativen Umgang mit dem Ungewissen, den Unsicherheiten, den nicht berechenbaren komplexen Verflechtungen, den Grenzen des Wissens und tieferen Quellen des Vertrauens anregen. Umso mehr in einer Welt, die immer unüberschaubarer und unvorhersehbarer wird. In kurzen Episoden berichtet sie von ihren Erlebnissen auf See und bezieht wissenschaftliche, philosophische und spirituelle Impulse mit ein, um konkret und praxisnah eine Lebenshaltung anzuregen, die das Ungewisse aushalten und sogar willkommen heißen kann. Denn in diesem offenen Raum können sich auch umfassendere Möglichkeiten eröffnen und Kreativität und neue Lösungsansätze zugänglich werden. Wenn wir nicht die Lösung wissen, kann das Leben sie uns zeigen.

Orientierung finden

Schlüsselworte für ein erfülltes Leben

David Steindl-Rast

Im Alter von 95 Jahren beleuchtet der Benediktinerpater David Steindl-Rast, der sich zeitlebens um den interreligiösen Dialog und eine lebendige mystische Spiritualität bemühte, zentrale Orientierungspunkte für ein sinnvolles, erfülltes Leben. In kurzen Betrachtungen vertieft er Kernerfahrungen des Menschseins wie Ich, Selbst, Ego, Du und Es, das Geheimnis, Vertrauen, Gott, Religiosität, Verinnerlichung, Entscheidung, das Jetzt. Die Praxis der Dankbarkeit, deren Bedeutung Steindl-Rast immer wieder hervorhebt, durchdringt dieses Buch. Darin wird das poetische Bild des Tanzes zum Sinnbild für Wandel und den lebendigen Einklang mit dem Kosmos, für den Weg durch das Leben im Austausch, im Gespräch mit der Fülle des Seins. Der zweite Teil des Buches enthält ein ABC der Schlüsselworte, die für Steindl-Rast eine besondere Kraft enthalten, um zur Orientierung im Leben zu finden.

Wie kann ich was bewegen?

Die Kraft des konstruktiven Aktivismus

Raul Krauthausen & Benjamin Schwarz

»Ein konstruktiver Aktivismus bringt Lösungsvorschläge für die Probleme, die er benennt. Er sucht den Dialog, nicht nur die Konfrontation. Er handelt dort, wo er kann, und fordert andere zu konkreten Handlungen auf. Er erklärt, statt zu verurteilen …« In ihrem Buch erkunden der Inklusionsaktivist Raúl Aguayo-Krauthausen und der Politikwissenschaftler Benjamin Schwarz, was ein Aktivismus sein und bewegen kann, der nicht nur in Proteste gegen wahrgenommene Missstände mündet, sondern auch in kreative, künstlerische, dialogische, provozierende, aber dabei immer konstruktive Aktionen. Das Buch zeigt verschiedene Aspekte eines solchen politischen Handelns anhand von vielen inspirierenden Beispielen. Shai Hoffmann, der als Demokratie-Aktivist mit einem Bus durch Deutschland fährt, um Menschen die Kraft des wertschätzenden Diskurses erfahrbar zu machen. Ali Can mit seiner »Hotline für besorgte Bürger«, mit der er AfD-Wählern das Gespräch über ihre Fragen und Sorgen anbietet. Oder Klima-Aktivistinnen wie Greta Thunberg, Carola Rakete oder Luisa Neubauer. Aber auch Herausforderungen wie die aktivistische Erschöpfung im Burnout und Strategien der inneren Resilienz kommen zur Sprache. Das alles wird so vermittelt, dass jeder und jede darin unterstützt wird, selbst ins Handeln zu kommen.

Verwildert

Die Wiederherstellung unserer Ökosysteme und die Zukunft der Natur

George Monbiot

Was wir als Natur erleben, ist meist jahrhundertelang durch Menschen geformte Kulturlandschaft. Nur selten gibt es Landstriche, die an eine Wildnis erinnern. Das ist ein schwerwiegender Verlust, den George Monbiot, einer der bekanntesten Umweltschützer Großbritanniens, rückgängig machen möchte. Sein neues Buch ist eine »Kampfschrift für unkontrollierte Rückverwilderung«. Monbiot plädiert dafür, mitten in Europa wieder unberührte Lebensräume zu schaffen und sie der Natur zu überlassen. Diese radikale Forderung und ebenso gewagte Vision von Büffeln und Elefanten, die durch die heimischen Landschaften streifen könnten, untermauert er mit virtuos erzählten Erlebnissen aus der Wildnis. Zudem spricht er mit Bauern, Förstern, Öko-Aktivisten und Waldbesitzern und bezieht ökologische Erkenntnisse und umweltpolitische Fragen mit ein. Sein Anliegen ist hierbei auch eine »Rückverwilderung des menschlichen Lebens«, denn wir würden uns durch die häufige Begegnung mit wilder Natur und ihren Tieren wieder tiefer mit der natürlichen Welt verbinden, darüber unsere Lebensqualität verbessern und unsere Gesellschaft im Einklang mit den Ökosystemen weiter entwickeln.