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Budapest


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Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 04.01.2022

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Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 1/2022

Das Parlament ist das drittgrößte Regierungsgebäude der Welt und eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Budapest

Die Sonne strahlt vom klaren türkisblauen Himmel und taucht die Straßen Budapests in ein warmes Licht. Ich überquere die Donau und lasse das imposante Bild auf mich wirken. Zu meiner Rechten, auf der Pest- Seite, thront in weiter Ferne das ungarische Parlamentsgebäude. Seine strahlend weiße Fassade im neugotischen Stil mit ihren endlosen Türmen und Giebeln wird mittig von einem rötlichen Kuppeldach gekrönt. Innen nicht weniger eindrucksvoll als außen, erzählen seine Räumlichkeiten Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit.

Zu meiner Linken, auf der Buda-Seite, überblickt die Budapester Burg, von einer Anhöhe aus, den Fluss. Die vielen prachtvollen Gebäude und weiten Straßenzüge erinnern den ein oder anderen vielleicht an Wien und doch ist Budapest anders. Auch, wenn beide Städte mit ihren prunkvollen Gebäuden glänzen und durch die Donau und eine gemeinsame Vergangenheit verbunden sind, wirkt ...

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... Budapest weniger herausgeputzt und gleichzeitig extravaganter. Eine Stadt, der es egal zu sein scheint, was andere von ihr denken.

Die Risse in Häuserfassaden gleichen einem alternden Gesicht, gezeichnet von Lach- und Sorgenfalten. Budapest ist eine Stadt die atmet und ständig im Wandel ist. In den letzten 10 Jahren wurden viele der heruntergekommenen und baufälligen Gebäude aufwändig im Stil des 19. oder 20. Jahrhunderts renoviert. Gleichzeitig bekommt Budapest genau dadurch seinen Charme, durch all jene baufälligen Gebäude mit Charakter, die noch eine Geschichte zu erzählen haben. Nicht ohne Grund ist die Stadt für ihre Ruinenbars in baufälligen Gebäuden bekannt.

Ich erreiche das andere Flussufer direkt am Fuß des Gellértbergs. Von hier windet sich ein etwa 20 Minuten langer Weg den Berg hinauf zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, an dessen Spitze einen die Freiheitsstatue begrüßt. Diese wurde zu Ehren jener Soldaten errichtet, die die Ungarn im Zweiten Weltkrieg befreiten. Nach dem morgendlichen Spaziergang, wieder unten angekommen, passiere ich das

Gellért Bad, eines der vielen Thermalbäder Budapests. Als ich das Bad zum ersten Mal besuche, fallen mir vor allem zwei Dinge ins Auge, die Architektur und die vielen Menschen. Das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Gellért Bad und Hotel lockt nach einem langen Sightseeing-Tag damit, im stilvollen Art Nouveau Ambiente, den winterlichen Temperaturen zu entfliehen und in die angenehm warmen Fluten abzutauchen. Dennoch bin ich überrascht wie voll es ist, dabei ist das Gellért nicht einmal das bekannteste und größte Bad der Stadt, diesen Titel nimmt das Széchenyi-Heilbad für sich in Anspruch. Wer es lieber ruhiger mag, der sollte eines der zahlreichen kleineren Bäder, wie zum Beispiel das Rudas, ausprobieren.

Ich bin im Kelet Kávézó mit Orsi zum Frühstücken verabredet, einer guten Freundin und gebürtigen Budapesterin. Ich komme gerne her, denn die endlosen Reihen an Bücherregalen verleihen dem Café Gemütlichkeit und ein Gefühl von zu Hause. Es liegt auf der Buda-Seite unweit des Gellértbergs, entlang der Bartók Béla Avenue. Die Nachbarschaft rundherum mausert sich mehr und mehr zur IN-Adresse, doch von Touristen wird sie immer wieder gerne übersehen. Denn diese haben auf der Buda-Seite oft nur Augen für die Hauptsehenswürdigkeiten, das Burgenviertel und die Fischerbastei. Orsi erzählt mir, dass sie diese Nachbarschaft besonders mag, weil man hier alles auf kleinstem Raum findet. Shopping, Galerien, Concept Stores und außergewöhnliche Bars, Cafés und Restaurants. Eines davon ist gleich um die Ecke. Das Béla scheint Bar, Café und Restaurant in einem zu sein. Die unzähligen Grünpflanzen, die zusammengewürfelten Möbel und großflächige Wandbemalung geben ihm dabei einen ganz besonderen, leicht tropischen Look. Ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt liegt der Concept Store Repertory. Internationale Modegeschäfte gibt es im Allee-Shoppingcenter.

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Nach dem Frühstück schlendern wir entlang der Donau Richtung Burgenviertel. Die Budapester Burg ist nicht nur das größte Gebäude Ungarns, sondern gleichzeitig das höchstgelegene Gebäude der Stadt. Heute beherbergt die einstige Residenz der ungarischen Könige mehrere Museen ebenso wie die Széchényi Nationalbibliothek. Besonders interessant ist das Historische Museum, welches die mehr als 2000-jährige Geschichte der Stadt oder besser der Städte beleuchtet, denn erst 1873 wurden die Städte Buda, Óbuda und Pest zusammengelegt und zum heutigen Budapest.

Ebenfalls im ersten Bezirk, quasi direkt nebenan, an der ehemaligen Stelle des mittelalterlichen Fischmarktes, liegt eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, die Fischerbastei. Einst als Monument für eine Fischergilde errichtet, wirkt es mehr, als hätte man es direkt aus einem Märchenfilm entwendet. Türme, Treppen und Brüstungen in strahlendem Weiß thronen ausladend über der Donau und bestechen zudem auch noch mit einem Postkartenpanoramablick über die Stadt am Pest Ufer.

Aber es ist nicht die Fischerbastei alleine, die einen gewissen Zauber ausübt. Vielmehr ist es die kunstvolle Komposition aus Bastei, Matthias Kirche und der Statue von König Stephan I., die als verbindendes Element in der Mitte zwischen beiden steht. Die Kirche von innen zu besichtigen ist ein Muss! Denn hier geht die märchenhafte Reise weiter. Die Säulen, Wände und die Decke der Kirche sind aufwändig ornamental bemalt. Von zartem Blau, bis Rot und Gold, die unzähligen Muster und Farben verleihen der Kirche eine ganz besondere Magie.

In-Viertel 7. Bezirk Ruinenbars & Restaurants

Nach dem mittäglichen Ausflug in die Märchenwelt geht es zurück in die Realität und zu Fuß über die berühmte Kettenbrücke, zurück auf die andere Seite der Stadt in den 7. Bezirk, der auch als jüdisches Viertel bekannt ist. Falafel, Hummus oder Schawarma gibt es hier fast an jeder Ecke oder Israeli Fusion Kitchen, wie im Restaurant Mazel Tov (Akácfa u. 47). Der 7. Bezirk ist ein beliebtes Ausgehviertel. Bevor ich mich in das Nachtleben der Hauptstadt stürze, muss aber auch ich noch etwas essen. Ich entscheide mich für den Karaván Outdoor Streetfood Markt (Kazinczy u. 18). Das Essen ist hier sehr lecker.

Direkt nebenan liegt außerdem die Szimpla Kert, eine der ältesten und beliebtesten Ruinenbars der Stadt. Wie der Name schon sagt, hat sie ihre Heimat in einem alten, sehr baufälligen Gebäude. Auf zwei Etagen finden sich mehrere Bars, bunt zusammengewürfeltes Inventar, beklebte und bekritzelte Wände, skurril, kreativ, einzigartig, chaotisch. Ein Ort, wie direkt aus einer Fantasie entsprungen. Essen kann man hier im Übrigen auch und wer Glück hat, kann dabei Live-Musik lauschen.

Wem mehr danach ist das Tanzbein zu schwingen, der ist in der Ruinenbar Instant & Fogas Ház besser aufgehoben. Diese ist im Grunde mehr ein Club. Hier reihen sich unzählige Räume aneinander, beinahe wie ein nie enden wollendes Tunnelsystem. Mein persönlicher Geheimtipp ist das Csendes Létterem im 5. Bezirk. Im Gegensatz zu den meisten Ruinenbars besteht diese nur aus einem Raum und kommt mit einem etwas gemütlicheren, intimeren Flair daher. Hier kommt man außerdem nicht nur abends zum Trinken her. Wer es lieber ruhiger mag, kann hier auch Frühstücken und Mittagessen und dabei die skurrilen Artefakte an den Wänden bewundern. Ruinenbars sind zuweilen Geschmackssache, aber in jedem Fall ein Gesamtkunstwerk für sich.

Der nächste Morgen beginnt dort, wo die letzte Nacht geendet hat, im Jüdischen Viertel. Ich besuche die Große Synagoge. Diese ist im wahrsten Sinne des Wortes groß. Um genau zu sein ist sie mit fast 3000 Plätzen die größte in ganz Europa und die zweitgrößte der Welt. Von außen fällt mir als allererstes der maurische Stil ins Auge. Die rote Backsteinfassade bezaubert mit orientalischem Flair. Innen ringen tonnenschwere Leuchter und elegante Balkone um die Aufmerksamkeit der Besucher, während Führungen in verschiedenen Sprachen von der Geschichte des Viertels und der Synagoge erzählen.

Nach meinem Besuch schlendere ich weiter zur Gozsdu Udvar, einer Art Passage, die mehrere Hinterhöfe miteinander verbindet. Hier tummeln sich Restaurants aus aller Welt und laden zum Verweilen ein. Besonders gern komme ich am Wochenende her, denn dann findet hier der Gozdu Weekend Market statt, eine Art Flohmarkt, auf dem sowohl Krimskrams, als auch neue Waren, wie handgefertigter Schmuck, angeboten werden.

Für jeden Geschmack gibt es den passenden Bezirk

Jeder Bezirk hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Stil und seine Eigenheiten. Der 8. Bezirk zum Beispiel kommt künstlerisch daher. Hier geht es auch etwas

weniger touristisch zu. Locals trifft man zum Beispiel in der Gegend um den Mikszáth Kálmán tér Platz, wie im Café Lumen. Auch einige angesagte Second-hand Vintage Stores, wie der Typo Showroom, sind hier zu finden. Zahlreiche Kunstgalerien tummeln sich rund um das National-Museum auf der Grenze zwischen dem 8. und 5. Bezirk. Der 5. Bezirk zählt zu den reichsten Nachbarschaften im Zentrum von Budapest, nobel, aber mit Seele. Er erstreckt sich weit entlang der Donau. Von einem Ende zum anderen ist man zu Fuß gerne mal 40 Minuten unterwegs und der lange Spaziergang lohnt. Breite Straßenzüge mit prächtigen alten Gebäuden; auch das Parlamentsgebäude und die St. Stephans Basilika befinden sich hier. Beide sind bei einem Besuch in Budapest ein absolutes Muss.

Budapest kann man wunderbar zu Fuß erkunden, deshalb ist es heute Abend Zeit, den müden Füßen bei einem Kinobesuch ein wenig Ruhe zu gönnen. Als ich jedoch das Puskin betrete, wird der Film für einen Augenblick zur Nebensache. Das in den goldenen 20ern eröffnete Kino versprüht einen exklusiven Charme aus vergangenen Tagen, wie ich ihn so noch in keinem Kino gesehen habe. Ich lasse mich in die roten Samtsessel sinken und blicke hinauf zur goldfarbenen aufwändig verzierten Saaldecke. Kein Wunder, dass das Timeout Magazin das Pushkin auf seine Liste der schönsten Kinos der Welt auf Platz 10 gesetzt hat. Das Kino zeigt ebenfalls Filme in Originalsprache, meist auf Englisch. Ein weiteres Kino, das mit einer ganz besonderen Atmosphäre bezaubert, ist das Uriana, dessen Einrichtung durch maurische Elemente ins Auge sticht.

Budapest ist eine Stadt voller Gegensätze und Überraschungen, in der es nie langweilig wird. Eine Stadt, an die man schnell sein Herz verliert, selbst mitten im kalten Winter.

Text: Claudia Brüggen

GUT ZU WISSEN BUDAPEST

Anreise Direktflüge nach Budapest starten in vielen deutschen Großstädten, wie Düsseldorf, Frankfurt oder München. Return-Flüge, zum Beispiel ab Düsseldorf mit Eurowings, starten etwa bei 155 Euro inkl. ein Gepäckstück. Preisvergleiche: www.discountflieger.de

Unterkunft Hotel Collect: Das äußerst stilvoll eingerichtete 4 Sterne Boutique Hotel liegt im Stadtzentrum, direkt am Károlyi-kert Park. Eine Nacht im Doppelzimmer für zwei Personen ab 125 Euro. Frühstück ab 15 Euro p.P. Hotelpreisvergleiche: www.McHotel.de

Für Singles Erkunden Sie gemeinsam mit anderen Reisenden bei einer Food Tour die Stadt und die ungarische Küche. Zum Beispiel: https://tastehungary.com/tour/culinary-walk/. Beinhaltet den Besuch der bekannten großen Markthalle, die Verkostung mehrerer Speisen und Weine. Oder greifen Sie gleich selbst zum Kochlöffel, z.B. bei Kochkursen von https://budapestcookingclass.com/

Für Familien Morgens: Eisenbahnmuseum -Bahnhistorischer Park Budapest. Mittags: Im Winter Schlittschuh fahren und im Sommer Boot fahren kann man im Stadtpark Városliget. Hier gibt es auch einige Spielplätze. Abends: Vorführung im Capital Circus of Budapest besuchen https://fnc.hu/en/

Für Paare Viele der großen Thermalbäder der Stadt bieten Spa-Pakete für Paare. Kein historisches Thermalbad, aber dennoch sehr empfehlenswert, das Mandala Day Spa Budapest.

Restaurants Wenn es um Essen und Trinken geht, hat Budapest einiges zu bieten. Hervorragende Küche, oft zu durchaus günstigen Preisen, in einer Vielzahl besonderer Locations. Um nur einige zu nennen: Abendessen: Dobrumba (Dob u. 5), die Gerichte sind inspiriert vom Nahen Osten, dem Mittelmeerraum und dem Kaukasus. Abendessen und Drinks: Púder (Ráday u. 8), die bemalten Wände und die gesamte Einrichtung sind im Grunde ein Kunstwerk für sich. Hier gibt es ungarische ebenso wie internationale Gerichte. GoodSpirit Whisky & Cocktail Bar (Veres Pálné u. 7). Hier können Sie aus mehr als 500 alkoholischen Getränken wählen.

Währung und Trinkgelder Die nationale Währung ist der ungarische Forint (HUF). Ein Euro ist etwa 368 HUF wert. In Restaurants beträgt das Trinkgeld in der Regel 10 %. Einige Restaurants erheben automatisch eine Servicegebühr, die jedoch in den Speisekarten angegeben werden muss.

Infos: www. visithungary.com www.spiceofeurope.de