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DAS ABC DES NACHHALTIGEN GÄRTNERNS


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Landidee Natürlich Gärtnern - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 02.02.2022

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Bildquelle: Landidee Natürlich Gärtnern, Ausgabe 1/2022

A wie Abfall Es gibt eigentlich immer etwas zu schnippeln und zu schneiden im Garten, von abgestorbenen Stauden bis zu Obstgehölzen, von welken Gemüseblättern bis zum Rasenschnitt.

Und wohin mit den Gartenabfällen? Denken Sie nachhaltig und in natürlichen Kreisläufen. Das meiste organische Material kann auf dem Kompost entsorgt werden. Ernteabfälle, wie unschöne Salatblätter, verteilen Sie einfach auf der Erde zwischen den Beeten. Sie sind Futter für Bodenlebewesen und schützen den Boden vor dem Austrocknen.

B wie Benjeshecke So eine Benjeshecke ist die schönste Art, Gartenabfall zu vermeiden, die man sich vorstellen kann. Denn sie ist zugleich Unterschlupf für Säuger, Reptilien und Insekten, Selbstbedienungsrestaurant für Tiere mit allerlei Lieblingsspeisen und Nistplatz für Vögel. Mindestens vier stabile Holzpfähle – je zwei stehen sich im Abstand von ca. 0,5 m gegenüber – werden in einiger ...

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... Entfernung voneinander in den Boden geschlagen. Dazwischen wird geschnittenes Astmaterial und überhaupt der ganze Grünschnitt eingeschichtet.

C wie Chloroplasten Nachhaltig gärtnern heißt zu allererst, sich bewusst zu machen, wie wichtig Pflanzen für unser Leben, ja für unsere Welt sind. Sie nehmen Wasser aus dem Boden und Kohlendioxid aus der Luft auf und wandeln sie mithilfe von Sonnenenergie in den so wichtigen Sauerstoff und in Glucose um. Auf diese Weise bauen sie Biomasse auf – die Grundlage für die Ernährung aller Lebewesen. Photosynthese nennt man diesen komplexen Vorgang, der in den Blättern abläuft. Zuständig dafür sind die Chloroplasten in den Pflanzenzellen.

D wie drei Schwestern Mais, Bohnen und Kürbis – die drei Schwestern – bilden das perfekte Mischkultur-Trio . Bei der alten indianischen Pflanztechnik kommen ab Mitte Mai vorgezogene Maissetzlinge aufs Beet, drumherum werden Bohnen gesteckt. Weil der Mais tief wurzelt und stabile Stängel bildet, können die Bohnen, die mithilfe der Knöllchenbakterien Stickstoff für die Pflanzpartner produzieren, problemlos daran hochklettern. Zwei Wochen später wird der Kürbis gepflanzt. Seine großen Blätter bedecken und schützen den Boden.

E wie Eisenia fetida Damit Bioabfälle aus der Küche und organische Abfälle aus dem Garten zu guter Komposterde umgewandelt werden, braucht es zahlreiche tierische Helfer. Einer davon ist der überaus nützliche Kompostwurm, wie z. B. die Art Eisenia fetida, ein Regenwurm, der in Europa häufig vorkommt. Er ist sehr gefräßig, frisst die von anderen Tieren schon vorzerkleinerten Abfälle sowie mineralische Bodenbestandteile und scheidet Wurmkot aus, der von Bakterien und Pilzen zu Humuskrümeln verarbeitet wird – aus Abfall wird Humus.

F wie Fruchtfolge Für eine gute Ernte sollte das Gemüse sorgfältig ausgewählt werden, damit der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird.

Am besten wachsen im ersten Jahr Starkzehrer, z. B. Weißkohl oder Tomaten, die mit ein bis zwei ordentlichen Portionen Dünger versorgt werden. Als Nächstes kommen Möhren oder Zwiebeln auf das Beet.

Sie sind nicht so hungrig und können die noch im Boden befindlichen Nährstoffe gut nutzen. Darauf folgen Salate oder Erbsen, die mit wenig Futter auskommen. Ergebnis: viel Gemüse mit weniger Düngereinsatz.

G wie Gleichgewicht Vielfalt heißt das Zauberwort, das für ein Gleichgewicht zwischen schädlichen und nützlichen Gartenbewohnern G sorgt. Unterschiedliche Pflanzen, Lebensräume und Strukturen im Garten bieten verschiedensten Lebewesen – von Schmetterlingen bis Schnecken, von Laufkäfern bis Regenwürmern – Unterschlupf und Nahrung. Ein Beispiel: Wird der Rosenstrauch von Blattläusen malträtiert, können Marienkäfer und deren Larven, Florfliegen & Co. sich daran laben und die Rose vor größerem Schaden bewahren.

H wie Hügelbeet Ein Hügelbeet ist in Schichten aufgebaut und ebenso praktisch wie nachhaltig. Es besteht aus organischem Material, das im Garten anfällt. Obst und Gemüse gedeihen prächtig, ohne dass gedüngt werden muss, denn das organische Material verrottet langsam und gibt Nährstoffe ab. Als unterste Schicht kommt Holz in das Beet, darüber Rasensoden, dann Laub oder Stroh, anschließend Kompost und zum Schluss feine Gartenerde. Je nach Lichtbedarf wachsen Gemüse oder Obst auf dem Hügel oder an den Seiten.

I wie Insekten Wie wichtig Insekten für die Natur sind, wurde in den letzten Jahren immer deutlicher – vor allem, weil ihre Lebensräume schwinden und zahlreiche Arten in Gefahr sind. In unseren Gärten können wir ihnen Nahrung und Unterschlupf bieten und einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Ganz nebenbei können Marienkäfer & Co. den einen oder anderen Schädling in Schach halten. Wilde Ecken mit Brennnesseln, bunte Blumenwiesen, Totholzhaufen und Insektenhotels sind genau richtig für Insekten.

J wie jäten Mit dem Beikraut ist es so eine Sache: Wann muss gejätet werden und wann darf es einfach mal stehen bleiben? Die Natur hat ein anderes Verständnis von Ordnung als wir Menschen, das ist auch im Garten so. Deshalb sollten Beikräuter dort wachsen, wo sie nicht stören, weil sie oft wichtige Funktionen im Ökosystem haben. Wenn sie im Gemüsebeet Zwiebeln und Salat die Nährstoffe wegnehmen, ist jedoch Jäten angesagt. Nicht blühende Beikräuter dann einfach als Mulchschicht auf dem Beet liegen lassen.

K wie Kompost Kompostieren ist die perfekte Abfallverwertung. Organisches Material wie klein geschnittene Äste, etwas Rasenschnitt, Laub und anderes Pflanzenmaterial, das im Garten und in der Küche anfällt, wird in speziellen Behältern oder Holzboxen aufgeschichtet. Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Asseln, Würmer und andere Bodenlebewesen zersetzen das Ganze und wandeln es in gute Komposterde um. So werden nährstoffhaltige Pflanzenreste wieder dem Kreislauf zugeführt.

L wie langfristig denken Ein Garten ist nicht auf Knopfdruck perfekt, die Pflanzen müssen sorgfältig ausgewählt werden. Langfristig zu denken, ist deshalb wichtig: Wie viel Platz benötigen die ausgewachsenen Sträucher? Welche Bedürfnisse haben sie bezüglich der Lichteinstrahlung und Temperatur? Kommen die Gewächse mit dem Klimawandel zurecht? Für gutes Gedeihen und eine bunte Vielfalt sollte das alles z. B. mithilfe seriöser Gartenliteratur überprüft werden. Denn nur Pflanzen, die sich an ihrem Platz wohlfühlen, entwickeln sich gut.

M wie Mulchen Die Vorteile einer Mulchschicht auf Gemüsebeeten, zwischen Obstkulturen und Blumenrabatten sind nicht von der Hand zu weisen. Mulchmaterial, z. B. Grasschnitt, Blätter, Laub, Gemüseabfälle, das auf dem offenen Boden ausgebreitet wird, schützt vor Austrocknung des Bodens, sorgt für ausgeglichene Temperaturen, regt die Tätigkeit von Mikroorganismen an und unterdrückt Unkräuter. In Zeiten steigender Temperaturen, von Starkniederschlägen und Stürmen werden Mulchdecken immer wichtiger.

N Johannis-, Brom- und Himbeeren, Haselnuss, Holunder, wie Naschhecke Wildrosen: In einer Nasch- oder Wildsträucherhecke wachsen verschiedene Gehölze. Sie kann aus wenigen Arten bestehen und kleine Gärten bereichern oder – durchsetzt mit Hochstamm- Obstbäumen – vielfältiger angelegt werden. Naschhecken sind nicht nur für Menschen attraktiv, auch Tiere können sich hier gütlich tun. Vögel, Mäuse und Marder verspeisen die Früchte, Igel und Eidechsen finden Unterschlupf, Insekten erfreuen sich an Nektar und Pollen.

O wie ökologisch gärtnern Ökologisch zu gärtnern, heißt vor allem, auf umweltbelastende Dünger und schädliche Pflanzenschutzmittel zu verzichten – das kommt der Umwelt zugute und ist überaus nachhaltig. Altes Gartenwissen kann dabei nützlich sein, z. B. dass Kartoffelwasser gegen Blattläuse an Rosen eingesetzt werden kann. Außerdem wird beim ökologischen Gärtnern sehr stark auf Vorbeugung und Schutz der Pflanzen gesetzt. Mit Brühen und Jauchen aus Kräutern können die Pflanzen ökologisch gedüngt und auch gestärkt werden.

P wie Permaveggies Hinter dem Begriff Permaveggies verbirgt sich nichts anderes als dauerhaftes Gemüse, das für lange Zeit auf einem Beet bleibt. Rhabarber und Spargel zählen dazu, aber auch unbekanntere Arten wie Ewiger Kohl, Topinambur, Knollenziest und Wilder Heinrich. Bei den überwiegend alten Sorten wird nicht nur das Blatt oder die Wurzel geerntet, meist sind verschiedene Pflanzenteile essbar. Außerdem wird nie alles geerntet, es bleibt immer etwas stehen, damit sich die Pflanze erholen kann. Ein sehr nachhaltiger Gedanke.

Q wie Quecke Die Natur kann so nützlich sein – selbst im unscheinbars - ten Kraut und im vermeintlich unnützen Gras stecken erstaunliche Informationen. Das gilt auch für die sogenannten Zeigerpflanzen. Eine davon ist die Quecke. Im Garten ist sie ein unliebsames, Ausläufer bildendes Gras. Wo die Quecke wächst, ist aber auch ein nährstoffreicher Boden. Wer das weiß, kann dorthin Pflanzen setzen, die sehr hungrig sind, oder einfach weniger düngen. Quendel und Hornklee zeigen dagegen magere und trockene Standorte an.

R wie Recycling Töpfe, Blechdosen und Behälter, die nicht mehr zu gebrauchen sind, wandern meist in den Müll – die Umwelt ächzt unter den Abfallbergen. Warum nicht einfach aus dem Alten etwas Neues schaffen, alte Kleiderbügel zu Rankspiralen biegen, Dosen mit Löchern versehen und als Pflanztöpfe verwenden oder aus nicht mehr gebrauchten Fenstern ein Gewächshaus bauen? Das sieht schick aus, es wird nichts weggeworfen und es muss nichts gekauft werden. Viele Gegenstände bekommen so eine neue Aufgabe.

S wie Schlüssellochbeet Ein Schlüsselloch-Beet gibt es in verschiedenen Varianten, der Aufbau ist ähnlich wie bei einem Hochbeet. In der Mitte wird aber zusätzlich noch Kompost gesammelt, sodass die Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Zuerst wird die Umrandung gebaut, ein Kompostbehälter hineingestellt und anschließend das Beet mit Ästen und Holzresten, Laub, Schnittgut und Kompost bestückt und bepflanzt. In den Kompostbehälter kommen Kieselsteine, dann Holz oder Holzasche sowie anfallende Garten- und Küchenabfälle.

T wie Terra Preta Als fruchtbare Erde wurde Terra Preta, die „Schwarze Erde“, bekannt, die in manchen Regionen im Amazonasbecken vorkommt. Die Ureinwohner hatten den Boden mit Kompostmaterialien sowie Pflanzen- und Holzkohle angereichert und verwandelten so die kargen, nährstoffarmen Böden in fruchtbare Gebiete. Vor allem die enthaltene Holzkohle macht Terra Preta so besonders, denn aufgrund der porösen Struktur kann sie Wasser und Mineralstoffe sehr gut speichern. Für Gärten gibt es verschiedene Produkte zu kaufen.

U wie überwintern Wenn die Temperaturen sinken und sich kalte Tage ankündigen, heißt es, den Garten winterfest zu machen. Dazu gehört unter anderem, wärmeliebende Kübelpflanzen frostfrei zu überwintern und weniger kälteempfindliche mit Jutesäcken, ausgedienter Noppenfolie oder Reisig zu umhüllen. Im Garten hilft jetzt auch eine Mulchschicht, die Bodenlebewesen und Pflanzen vor Kälte schützt. Jetzt werden auch Gartengeräte gesäubert, wenn nötig geschmiert und eventuell auch repariert. Sie halten dann viel länger.

V wie Vliese und Folien Vliese und Folien werden im Garten immer wieder mal benötigt. Wirkungsvoll sind schwarze Abdeckungen, die sich und den Boden im Frühjahr besonders schnell erwärmen – ideal für wärmeliebendes Gemüse. Pflanzenschutzvliese halten Schädlinge vom Gemüse ab. Achten Sie beim Kauf auf abbaubare Materialien, die meisten von ihnen sind nämlich aus dem Kunststoff Polyethylen, einem Erdölprodukt, und nicht sehr nachhaltig. Biologisch abbaubare Vliese und Folien bestehen aus Maisstärke, Milchsäure oder Zellulose.

W wie Wasser Wasser ist ein lebensnotwendiges und weltweit betrachtet auch ein knappes Gut. Gerade deshalb ist es im Garten so wichtig, alle Maßnahmen zu fördern, die Wasser sparen können. An den Standort angepasste, trockenheitstolerante Pflanzen kommen auch durch Trockenphasen. Mit Mulch bedeckter Boden bewahrt Wasser – es muss weniger gegossen werden. Und das beste Wasser zum Gießen ist Regenwasser. Es ist kostenlos und nicht aufwendig aufbereitet.

Y wie Ysop Stellvertretend für die vielen Kräuter, die unbedingt in einem Garten wachsen sollen, steht hier der Ysop, ein mehrjähriges mediterranes Kraut, das sich auf trockenen, mageren Plätzen wohlfühlt, wo andere Pflanzen nicht so gerne stehen. Kräuter bereichern den Garten ungemein, streicht man mit der Hand darüber, entfalten die meisten ganz himmlische Aromen, die sich z. B. auch in Salaten sehr gut machen. Die Blüten von Ysop, Thymian, Lavendel, Quendel, Rosmarin & Co. sind aber auch wahre Bienenweidepflanzen.

Z wie Zonen planen Sehr nachhaltige Gärten basieren auf den Prinzipien der Permakultur. Natürliche Kreisläufe werden unterstützt, nichts wird weggeworfen, alles wiederverwendet. In Permakulturgärten werden fünf Zonen mit unterschiedlicher Nutzung geplant. Wege zu den Beeten, dem Kompost zählen dazu, Gemüse sowie eine Zone, wo Obst und Nüsse wachsen. In Zone 4 kann sich eine Wildsträucherhecke ausbreiten oder eine Blumenwiese. In der äußersten Zone 5 hat die Wildnis Vorrang – hier wird der Natur freien Lauf gelassen.