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Die 12 heilsamen Tugenden


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Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 04.08.2022

FRIEDEN finden

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Dankbarkeit ist eine Tugend: Wir sehen das Gute in allem. Wir sind uns der Fülle bewusst und ziehen mehr davon an

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

FRANCIS BACON

Was können wir heute eigentlich noch mit Tugenden anfangen? Tugendhaft zu leben klingt verstaubt und lange überholt. Denn Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit scheinen Werten wie Coolness, Cleverness, Abgebrühtheit und dem unbedingten Willen zum Erfolg gewichen zu sein. Die Frage ist nur, was davon macht uns wirklich glücklich? Wer wirklich glücklich sein will, kommt nicht daran vorbei, sich mit den natürlichen Lebensgesetzen und den daraus resultierenden Tugenden zu beschäftigen. Denn Tugenden fördern unsere eigene Größe sowie inneren und materiellen Reichtum. Sie helfen uns, unsere Talente zu leben, Einheitsbewusstsein zu entwickeln und erfüllte Beziehungen zu führen.

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Die meisten Helden sind Vorbilder aufgrund wichtiger Tugenden, wie zum ...

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... Beispiel die des Mutes. Heilsame Tugenden führen uns auf wundervollen Wegen zu unseren schönsten, besten und lichtesten Seiten. Sie sind außerdem zeitlos und immer gültig. „Durch die Rückbesinnung auf 12 Tugenden wie Fleiß, Tapferkeit, Weisheit, Besonnenheit, Gerechtigkeit, Glaube, Liebe oder Hoffnung können wir zu einem heilsamen und gesünderen Leben finden,“ meint auch Dr. Ruediger Dahlke, der den 12 wichtigsten Tugenden ein ganzes Buch gewidmet hat. Dahlke macht klar, dass ein tugendhaftes Leben nicht nur die Entwicklung unserer Seele, sondern auch die Gesundheit unseres Körpers besonders positiv beeinflusst. Die Beschäftigung mit heilsamen Tugenden liegt schon in den Ursprüngen der Menschheit. Der griechische Philosoph Aristoteles sah Tugenden als das rechte Maß zwischen zwei Extremen an, als die Mitte zwischen Übermaß und Mangel. So nannte er zum Beispiel Großzügigkeit, als das rechte Maß zwischen Verschwendung und Geiz. Dabei kann, was für den einen das richtige Maß ist, für den anderen das Falsche sein. Aber auch Buddha betrachtete den mittleren Weg als den tugendhaftesten. Sowohl Buddha als auch Aristoteles glaubten also, dass Tugendhaftigkeit durch das rechte Maß, durch das Leben der Mitte verwirklicht wird.

Auch Platon beschäftigte sich ausführlich mit der Kraft der Tugenden. Seine vier klassischen – Tapferkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit und Weisheit – galten jahrhundertelang als richtungsweisend. Diese Grundtugenden wurden später um die drei christlichen Glaube, Liebe und Hoffnung erweitert. Angelehnt an einen Text des Dichters Prudentius aus dem 4. Jahrhundert entstanden dann im Mittelalter die sieben himmlischen Tugenden: Demut, Mildtätigkeit, Keuschheit, Geduld, Mäßigung, Wohlwollen und Fleiß. In der griechischen Antike war ein glückliches Leben ein geglücktes Leben, das nur durch einen ethischen Lebenswandel erreicht werden konnte. Es musste sinnerfüllt für sich selbst und andere sein. Wenn auch unterschiedliche Tugenden im Laufe der Zeit im Vordergrund standen: Immer geht es darum, uns mit unseren Werten zu beschäftigen und die natürlichen Gesetzmäßigkeiten anzuerkennen.

DAS UNIVERSUM EINLADEN

Denn ein glückliches Leben zu führen scheint nur möglich, wenn wir in Einklang mit der Schöpfung leben und ihre Lebensgesetze anerkennen. So geht es bei dem Leben von Tugenden weniger um strenge Richtlinien als um die Anerkennung größerer Gesetzmäßigkeiten, denen wir, wenn wir nicht leiden wollen, folgen sollten. Tugenden sind keine Erfindung des Geistes, sondern aus der genauen Beobachtung des Lebens entstanden. Sie wollen uns nicht maßregeln, sondern uns in unsere wahre Größe verhelfen, sodass wir harmonische Beziehungen führen und die Unterstützung des Universums erfahren. Wundervoll, dass wir Tugenden einfach als Wegweiser zu einem sinnerfüllten Leben nutzen können.

Barbara Vödisch

EXPERTEN-INTERVIEW

DR. RUEDIGER DAHLKE

Dr. med. Ruediger Dahlke, Bestsellerautor von Millionen verkaufter Bücher, die in 28 Sprachen übersetzt wurden. Gründer des Seminar- und Gäste-Zentrums TamanGa in Südösterreich, leitet Fastenseminare und Ausbildungen. Mehr Infos unter: www.dahlke.at und www.tamanga.at

Welche Rolle spielen Tugenden in deinem Leben? Über welche Tugenden verfügst du selbst besonders und mit welchen tust du dich schwer?

Mit der 1. Tugend der Tapferkeit, tue ich mich leicht. Ich spüre auch mit 70 noch viel Mut, Neues zu wagen. Die 2. Tugend der Verwurzelung fällt mir hingegen schwer. Als Flüchtlingskind habe ich mich nie richtig verwurzelt gefühlt. Ich lebe ein gutes halbes Jahr in Zypern, gebe meine Seminare in unserem Zentrum TamanGa in der Südsteiermark und reise viel herum. Die Tugend der Kreativität kann ich gut durch meine über 70 Büchern leben. Bei der 6. Tugend, der Dankbarkeit, muss ich mich ständig daran erinnern, wie viel Grund ich dazu habe. Meine Bestseller sind nur durch die vielen Fragen meiner Leser*innen entstanden. Es gibt vieles in meinem Leben, für das ich dankbar bin. Die 7. Tugend der Beziehungsfähigkeit habe ich als Hippie auf vielen Ebenen kennen- und schätzen gelernt. In Beziehungsfähigkeit übe ich mich aber immer noch. 10. Die Reduktion aufs Wesentliche fällt mir leicht, ich lebe sie beim Fasten und gebe sie gern in Fasten-Seminaren weiter. Die 11. Tugend der Unabhängigkeit ist mir in die Wiege gelegt. Ich war zum Beispiel noch nie angestellt. Der 12. Tugend der Allverbundenheit bin ich seit dem 11. Lebensjahr mit Meditation auf der Spur und warte weiter auf Erleuchtung…

Zu den wichtigen Tugenden zählen normalerweise Fleiß, Disziplin und Ehrlichkeit. Warum benennst du sie nicht explizit bei deinen 12 Tugenden?

Das sind die klassischen alten deutschen Tugenden, für die man sich heute schon fast entschuldigen muss. Ich lebe allerdings bestens mit ihnen und bin mit ihnen bereits als Kind in unserer großen Familie aufgewachsen. Pünktlichkeit und Bescheidenheit, diese Werte leben viele sehr erfolgreiche Menschen immer noch, ohne jedoch darüber zu sprechen. Ihre Besinnung auf diese so unpopulären Tugenden macht sie erfolgreich.

Gibt es Tugenden, die in manchen Ländern stärker ausgeprägt sind als in anderen?

Offensichtlich sind Lebensgenuss und Lebensfreude in den deutschsprachigen Ländern weniger populär als in Italien oder Frankreich, wo „La Dolce Vita” oder das „Savoir vivre” einen hohen Stellenwert haben. In Deutschland haben hingegen Pünktlichkeit und Fleiß eine größere Bedeutung.

Deine 12 besten Tipps, wie wir ein tugendhaftes Leben führen.

Wenn wir nach den 12 grundlegenden Lebensprinzipien leben, führen wir glückliche Beziehungen und ein erfülltes und erfolgreiches Leben.

1. MUTIG DAS LEBEN WAGEN

2. WERTE ENTWICKELN UND SEINEN PLATZ IM LEBEN FINDEN

3. KOMMUNIKATION LERNEN

4. FÜRSORGE FÜR SICH UND ANDERE LEBEN

5. DER KREATIVITÄT ZEIT UND RAUM GEBEN

6. DANKBAR SEIN FÜR DAS ERREICHTE UND DIE GESCHENKE DES LEBENS

7. BEZIEHUNG LERNEN 8. WANDLUNGEN AKZEPTIEREN UND BEGRÜSSEN

9. SINN FINDEN UND IN SEINEN BEGABUNGEN DIE GABEN ENTDECKEN. UNSERE BEGABUNGEN MIT DER WELT TEILEN

10. DIE GROSSE ORDNUNG ANERKENNEN UND DASS WENIGER MEIST MEHR IST.

11. FREIHEIT L(I)EBEN

12. ALLVERBUNDENHEIT MIT DER MENSCH-HEITSFAMILIE VERWIRKLICHEN

Wie du die 12 Tugenden spielerisch in dein Leben integrierst

Beginne mit der Tugend, bei der du sofort Begeisterung fühlst, die dir leichtfällt und guttut. Und dann gehe Schritt für Schritt mit Leichtigkeit und Freude zur nächsten Tugend über. Wähle deine eigene Reihenfolge. Jede integrierte Tugend wird dich beflügeln. Zu jeder Tugend gibt es Fragen. Wenn du dir die Fragen ehrlich beantwortest, kannst du sehen, wie nah oder fern du der einzelnen Tugend bist

UR-ODER LEBENSPRINZIPIEN – DIE 12 TUGENDEN

1 DIE TUGEND DER TAPFERKEIT

Die Tugend der Tapferkeit stellte schon Platon an die erste Stelle. Dazu gehören Mut, Zivilcourage, der Einsatz für Werte, Entscheidungsbereitschaft und Entschlossenheit. Tapferkeit umfasst auch den Mut, zu sich selbst zu stehen, seine Begabungen zu leben, seiner Berufung zu folgen und seine Partnerwahl entgegen den Bedenken anderer durchzusetzen. Kurz gesagt: Seinen ureigenen Weg zu verfolgen. Tapferkeit bedeutet auch, etwas zu wagen, das Leben als Abenteuer zu verstehen und uns auf Neues, Unbekanntes einzulassen. Bei der Tugend der Tapferkeit dreht sich alles um unsere Lebensenergie, um Krankheiten, bei denen es an Energie mangelt, um Burn-out, Depressionen, chronisches Müdigkeitssyndrom, Lebensmüdigkeit, Erschöpfungszustände und Kraftlosigkeit. Tapferkeit stärkt unser Immunsystem und lässt uns Herausforderungen mutig meistern.

Fragen, die dir helfen, die Tugend der Tapferkeit zu ergründen:

• Hast du gute Abwehrkräfte und verfügst über viel Energie?

• Bist du mutig oder eher ängstlich? Gehst du Herausforderungen direkt an?

• Neigst du zu Depression und Traurigkeit?

Anregungen:

• Mutiger sein und mehr wagen.

• Herausforderungen freudig annehmen.

• Zu dir stehen und deinen ureigenen Weg gehen.

Film-Tipps zur Tugend der Tapferkeit: „Last Samurai”, „In Sachen Henry”, „Fearless”

2 DIE TUGEND DER VERWURZELUNG

Die Tugend der Verwurzelung ist mit dem Erdelement und der Materie verbunden. Ihre Schattenseite liegt in der Gier nach Materie und Besitz. Auch Eifersucht ist eine Schattenseite der Verwurzelung. Denn das Gefühl von Eifersucht ist der Versuch, die Seele eines anderen zu besitzen. Die Tugend der Verwurzelung umfasst sowohl unser inneres Zuhause als auch unser physisches Zuhause, wo wir hingehören und Rückhalt finden, um uns zu entfalten und zu entwickeln. Es gilt also, unseren Platz im Leben zu finden, uns tief zu verwurzeln und unsere Bestimmung, unsere Berufung zu verwirklichen. Verwurzelung gilt es vor allem auf der inneren, der geistigseelischen Ebene zu finden.

Fragen zur Tugend der Verwurzelung:

• Lebst du mit Menschen, die du liebst, und tust du die Arbeit, die du liebst?

• Wie sicher stehst du im Leben, auf eigenen Beinen?

• Hast du deinen Platz im Leben gefunden, örtlich und innerlich?

Übungen:

• Mehr Trinkgeld geben als gewohnt. Großzügig sein.

• Geduld üben und Stärke entwickeln.

• Entscheidungen überschlafen und nicht voreilig und überhastet handeln.

Film-Tipps: „Das ultimative Geschenk”, „Im Zweifel glücklich”

„Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten.“

CHINESISCHE WEISHEIT

3 DIE TUGEND DES AUSTAUSCHES UND DER KOMMUNIKATION

Gute Kommunikation ist existenziell für gelungene Beziehungen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext. Sie schafft die Basis für Verbindung und Nähe. Bei der Tugend der Kommunikation geht es auch darum, wie wir uns anderen verständlich machen und ob wir uns verstanden fühlen. Die Tugend der Kommunikation bedeutet auch, unser Wissen zu teilen und die Sichtweise des anderen verstehen zu lernen. Für glückliche Beziehungen ist entscheidend, dass beide Partner sich mitteilen und den anderen an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben lassen.

Fragen zur Tugend der Kommunikation:

• Wie viel Zeit verbringe ich im Internet? Habe ich vor lauter Social Media keine Zeit mehr, mit den Menschen, die mir am Herzen liegen, zu kommunizieren? Bin ich viel allein?

• Kann ich offen mit den Menschen, die mir nahestehen, kommunizieren oder halte ich Gedanken und Gefühle zurück?

• Fühle ich mich verstanden oder oft unverstanden?

Übungen:

• Frei sprechen üben.

• Mit deinem Partner oder anderen Menschen über das sprechen, was dich bewegt.

• Deine Gefühle ausdrücken.

Film-Tipps: „Catch me if you can”, „Ein Brief für dich”, „Man lernt nie aus”

4 DIE TUGEND DER FÜRSORGE

Durch die Tugend der Fürsorge berühren uns die Bedürfnisse anderer. Wir spüren, was sie brauchen, und geben es ihnen selbstlos. Die vielen kleinen Liebesdienste einer Mutter, die sie leistet, damit es ihren Lieben gut geht, ist eine Geste echter Fürsorge. Die Tugend der Fürsorge bezieht sich auf alles Nährende, Versorgende, Mütterliche. Der Schatten der Fürsorge zeigt sich in der Überfürsorge, die Menschen hindert, selbstständig zu werden und eigene Wege zu gehen. Ersatz für gesunde Fürsorge suchen wir in Süßigkeiten, im Fernsehen und Internet. Fürsorge drückt sich auch darin aus, dass wir mitfühlen und anderen bei Problemen helfen.

Fragen zur Tugend der Fürsorge:

• Was empfinde ich, wenn Menschen Probleme haben und in Not sind? Bin ich hilfsbereit und kümmere mich?

• Engagiere ich mich ehrenamtlich?

• Trage ich Fürsorge für mich und meinen Körper, für meine Partnerschaft, meine Kinder, für meine Familie?

Übungen:

• Unsere Mutter besuchen und uns Zeit für sie nehmen.

• Fürsorge für Mutter Natur und Mutter Erde zeigen, in Form von Mülltrennung und ökologischem Engagement.

• Überlege, wer deine Hilfe, deine Unterstützung gebrauchen könnte. Wem kannst du außerdem mit liebevollen Geste im Alltag eine Freude bereiten?

Film-Tipps: „The Kid – Image ist alles”, „Lion”, „Vergiss mein nicht”, „Ich bin Sam”

5 DIE TUGEND DER KREATIVITÄT

Bei der Tugend der Kreativität geht es darum, unsere Fähigkeiten und Talente zum Ausdruck zu bringen. Sie will unseren Gaben eine Bühne bieten. Basis dafür ist, dass wir um unsere Gaben wissen und sie fördern. Begabungen als Geschenke zu erkennen und sie ins Leben zu geben ist zutiefst beglückend. Bei der Tugend der Kreativität geht es darum, das Ureigene aus uns herauszuholen und uns selbst zu verwirklichen. Kreativität ist nicht auf künstlerische Aktivitäten beschränkt. Es geht vor allem um neue Ideen, um Abwechslung, ungewohnte Lösungen, um Herzensprojekte und darum, das eigene Licht anzuzünden. Wer seine Kreativität lebt, hat eine besondere Ausstrahlung, ein besonderes Charisma.

Fragen zur Tugend der Kreativität:

• Welche Herzens- und Kindheitsträume hast du? Was wolltest du schon immer gern tun?

• Strahlen deine Augen? Wofür willst du mit Begeisterung deine Lebensenergie einsetzen?

• Was hast du der Welt zu geben und wie kannst du deine Talente noch besser nutzen?

Übungen:

• Setze deine Gaben hilfreich ein. Bereichere tagtäglich das Leben anderer.

• Überlege, wie du deine Herzenswünsche und Projekte umsetzen kannst. Beginne mit den ersten Schritten.

Film-Tipps: „Australia”, „Ray”, „Der Chor”, „Walk the line”

6 DIE TUGEND DER DANKBARKEIT

Dankbarkeit kann zur wahren Glücksquelle werden. Denn Dankbarkeit öffnet den Blick für den Reichtum des Lebens, für den Zauber der kleinen Dinge, drückt Wertschätzung aus und führt vom Mangel in die Fülle. Anstatt zu glauben, wir wären dann glücklich, wenn wir alles bekommen würden, gilt es innezuhalten und den Reichtum unseres Lebens zu erkennen. Denn Undankbarkeit und Unzufriedenheit, der Konsum-Wahnsinn und dessen Versprechungen führen uns nicht zu wirklichem Glück. Bewusst kultivierte Dankbarkeit löst negative Emotionen auf und öffnet das Herz für Freundlichkeit, Respekt und viele Tugenden.

Fragen zur Tugend der Dankbarkeit:

• Weiß ich die Menschen, die mir am Herzen liegen, zu schätzen und drücke ich ihnen meine Dankbarkeit aus?

• Bin ich dankbar für die Geschenke meines Lebens? Erkenne ich sie?

• Erlebe ich Fülle oder bin ich im Mangeldenken gefangen?

Übungen:

• Jeden Abend danken für den Tag, für die schönen Dinge, die uns der Tag geschenkt hat.

• Das Geschenk unseres Partner, unserer Kinder, der Menschen, die unser Leben bereichern, anerkennen und ihnen unsere Dankbarkeit ausdrücken.

• Ein Dankbarkeitstagebuch führen.

Film-Tipps: „Patch Adams”, „Angsthasen”, „Semmelweis Ignaz – Arzt der Frauen”

7 DIE TUGEND DER BEZIEHUNGSFÄHIGKEIT

Die Tugend der Beziehungsfähigkeit lässt uns das Gute in anderen Menschen sehen, anstatt den Fokus auf die negativen Anteile zu richten. Sie beinhaltet die Fähigkeit zur Versöhnung, zur Liebe und zu einer friedvollen Haltung. Die Tugend der Beziehungsfähigkeit bezieht sich auch darauf, mit unserem wahren Wesen in Beziehung zu treten. Sie basiert auf zwei Gesetzen: 1. Auf dem Resonanzgesetz: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 2. Auf dem Polaritätsgesetz: Liebe auch die Menschen, die du ablehnst.

Fragen zur Tugend der Beziehungsfähigkeit:

• Bringst du anderen Menschen Achtung entgegen und siehst das Positive in deinem Partner, in allen Menschen?

• Erkennst du deinen eigenen Anteil bei Konflikten oder bist du geneigt, dem anderen die Schuld zuzuweisen?

• Kannst du verzeihen und suchst das Vereinende?

Übungen:

• Bevor es Abend wird, verzeihe. Söhne dich mit dir und anderen aus.

• Mache dir bewusst, was gut und schön am anderen ist. Gehe zurück in die Zeit, wo du alles wundervoll fandest. Nimm Menschen, der dir am Herzen liegt, wieder neu wahr.

Film-Tipps: „Don Juan de Marco”, „Die Braut, die sich nicht traut”, „Malen und Lieben”, „Gefährliche Schönheit”, „Die Brücken am Fluss”

8 DIE TUGEND DER WANDLUNGSBEREITSCHAFT

Das ganze Leben unterliegt der Wandlung. Wir haben keine Wahl: Wir wandeln uns freiwillig oder werden gewandelt. Anders gesagt: Wir können unserem Schicksal freiwillig folgen oder uns von ihm zerren lassen. Besonders in der Pubertät oder in den Wechseljahren, bei jedem Lebensübergang, wenn wir unseren Job wechseln, die Kinder aus dem Haus gehen, wir eine neue Stelle antreten, durchleben wir Wandlung. Je freudiger wir Veränderung annehmen, desto leichter fällt sie uns. Wie die Schlange müssen wir immer wieder einmal unsere alte Haut opfern. Die letzte und größte Verwandlung ist die des Egos zum Selbst, unsere größte Aufgabe.

Fragen zur Tugend der Wandlungsbereitschaft:

• Wie sieht es mit deiner Verwandlungs- und Entwicklungsbereitschaft aus?

• Wo hast du Schritte der Wandlung verweigert? Wie kannst du sie jetzt nachholen?

• Hast du dich in deinem Leben öfter einmal neu erfunden?

Übungen:

• Probiere Neues aus. Experimentiere mit deinem Kleidungsstil, fang ein neues Hobby an oder verreise allein.

• Prüfe, wo du aus deinem Ego heraus handelst. Verändere dein Verhalten. Praktiziere Güte und Großzügigkeit.

• Sei mutig. Entdecke unterdrückte Anteile deines Wesens.

Film-Tipps: „Black Swan”, „The Green Mile”, „St. Vincent”, „Phänomen”

9 DIE TUGEND DER SINNFINDUNG

Vielen Menschen scheint der Sinn verloren gegangen zu sein, was sich zunehmend in Krankheiten wie Burn-out und Depressionen ausdrückt. Die Ursache eines Burn-outs liegt nicht primär in einem zu hohen Arbeitspensum, sondern in einer Tätigkeit, die der Seele sinnlos erscheint. Ein Burn-out kann auch als eine Art Seeleninfarkt verstanden werden. Wenn wir keinen Lebenssinn finden, hängen wir herum, sitzen vor dem Computer, uns fehlt die Lebensfreude und der Antrieb. Bei der Tugend der Sinnfindung geht es darum, den Sinn deines Lebens zu kennen und ihm zu folgen. Bei manchen Menschen ist der Sinn religiöser oder spiritueller Natur, bei anderen liegt er mehr in einer Lebensaufgabe, von der sie spüren, dass sie sie zu erfüllen haben.

Fragen zur Tugend der Sinnsuche:

• Gab es in meinem Leben Zeiten, die ich der Sinnsuche gewidmet habe, oder ist die Zeit jetzt?

• Was ist der tiefste Sinn meines Lebens?

• Ist mein Leben auf diesen größeren Sinn ausgerichtet?

Übung:

• Verbinde dich mit dem Göttlichen, der Quelle. Versuche, von oben auf dich und dein Leben zu blicken. Was ist der größere Sinn darin? Was konkret kannst du tun und was solltest du lassen, um deiner Lebensaufgabe bestmöglich zu folgen?

Film-Tipps: „Das brandneue Testament”, „Der Ja-Sager”, „Die Päpstin”, „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück”

10 DIE TUGEND DER BESCHRÄNKUNG

Die Tugend der Beschränkung beinhaltet den Verzicht auf Unwesentliches. Bewusster Verzicht ist freiwillig und wird nicht als Zwang oder Mangel erlebt. Er kann sich in der Praxis durch Fasten, Schweigen oder Meditieren äußern. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit nach innen richten, können wir dem Wesentlichen, unserer Seele, begegnen und unser Leben klar ausrichten. Wer Unnötiges, Unwesentliches unterlässt, gewinnt außerdem Zeit und Raum für die entscheidenden Dinge des Lebens. Die Tugend der Beschränkung gibt uns den Fokus, das zu verfolgen, was wir wirklich wollen, und unsere Energien nicht zu verschwenden. Das gilt in der Arbeitswelt genauso wie in unseren Beziehungen. Diese Tugend ist auch hilfreich, um unsere Lebenszeit zu nutzen und nicht sinnlos zu vergeuden.

Fragen zur Tugend der Beschränkung:

• Kann ich mich aufs Wesentliche beschränken?

• Was in meinem Leben ist wirklich wesentlich?

• Was lenkt mich ab und wäre gut zu unterlassen?

Übungen:

• Schreibe alle wesentlichen Träume für dein Leben auf, um sie umzusetzen und dich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Führe Schweige-, Fasten- oder Meditationszeiten ein. Verzichte bewusst eine Zeit lang, etwa eine Woche, auf alles, was du nicht wirklich unbedingt brauchst.

Film-Tipp: „Das Beste kommt zum Schluss”

11 DIE TUGEND DER UNABHÄNGIGKEIT

Die Tugend der Unabhängigkeit meint die Freiheit, unseren eigenen individuellen Weg zu gehen und unserer Einzigartigkeit Ausdruck zu verleihen. Dabei ist allerdings nicht Rücksichtslosigkeit in Bezug auf andere, sondern die gleichzeitige Wertschätzung des Gemeinsamen gemeint. Falsch verstandene Unabhängigkeit und „Freiheit von allem” kann in mangelndem Miteinander und in Egozentrik münden. In der Tugend der Unabhängigkeit ist auch die Tugend der Solidarität zu Hause, nämlich freiwillig sein Ego etwas Größerem hinzugeben. Die Tugend der Unabhängigkeit muss, um ihr volles Entwicklungspotenzial zu entfalten, auch echte Freundschaft beinhalten und das Mitgefühl mit anderen Menschen.

Fragen zur Tugend der Unabhängigkeit:

• Kann ich mit jemandem über alles sprechen, was mich beschäftigt? Fühle ich mich oft einsam und allein?

• Welche Rolle spielt Unabhängigkeit in meinem Leben?

• Wie viel Freiheit nehme ich mir? Wie viel Verantwortung übernehme ich?

Übung:

• Prüfe, wo du dich von der Liebe und Anerkennung anderer abhängig machst. Schenke dir selbst alle Wertschätzung, die du dir von anderen wünschst.

Film-Tipps: „Jenseits von Afrika”, „Ziemlich beste Freunde”, „Der Engel mit den dunklen Flügeln”, „Willkommen bei den Hartmanns”

12 DIE TUGEND DES URVERTRAUENS UND DER ALLVERBUNDENHEIT

Die Tugend des Urvertrauens und der Allverbundenheit setzt die Verwirklichung aller 11 anderen Tugenden voraus. Allverbundenheit erfahren viele Menschen in Meditationen, Gebeten oder in Achtsamkeitsritualen. Meister Eckhart sagte: „Ich sitze auf einem Stein, schweige und horche, was Gott in mir spreche.” Schweigen hilft, in Stille zu versinken und nach innen zu horchen. Viele Menschen erleben Einheit auch ganz ohne Meditation, wenn sie sich in der Natur bewegen, Mitgefühl empfinden, wenn sie das tun, was sie lieben, Dankbarkeit empfinden oder sich einfach dem Größeren anvertrauen. Die Allverbundenheit lässt uns geliebt und eins mit allem fühlen.

Fragen zur Tugend der Allverbundenheit:

• Kenne ich die Erfahrung der Einheit mit allem?

• Fühle ich mich schnell mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und Orten verbunden?

• Vertraue ich dem Schicksal, der göttlichen Führung?

Übung:

• Beruhige deinen Geist, gehe in die Stille. Spüre, dass du mehr bist als deine Person, als dein Körper, dass du mit allen Wesen und der Natur verbunden bist, dass du Bestandteil der Quelle, bist. Verbinde dich mit der göttlichen Quelle.

Film-Tipps: „Ondine – Das Mädchen vom Meer”, „Flatliners”, „The Good Night – Träum weiter”, „Frantz”, „Sieben Leben”