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Diversität tut der Wirtschaft gut!


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SHE works Sonderausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 21.09.2022

10 Jahre Feminess

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Bildquelle: SHE works Sonderausgabe, Ausgabe 1/2022

Aber am auffälligsten ist: Frauen gründen generell seltener. Dabei muss allerdings auch immer wieder unterschieden werden, ob von Start-up-Gründungen, also Gründungen mit einer innovativen Idee, oder von klassischen Gründungen gesprochen wird. Je nachdem von welcher Gründungsform gesprochen wird, sind die Zahlen mal mehr und mal weniger niedrig.

So liegt der Anteil von weiblichen Start-up-Gründerinnen 2021 laut Deutschem Startup Monitor bei 17,7 Prozent. Der KfW Gründungsmonitor spricht im selben Jahr von 42 Prozent, wobei darin bei der neu aufgenommenen Selbstständigkeit keine Unterscheidung zwischen Neugründung und Übernahme von oder Beteiligung an bereits bestehenden Unternehmen gemacht wird.

Der Female Founders Report 2021 zeichnet mit seinem Umfrageergebnis ein ähnliches Bild wie der Deutsche Startup Monitor: Demnach seien im Jahr 2021 nur 17,9 Prozent aller Gründenden weiblich ...

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... gewesen, der Frauenanteil unter den Start-up-Gründungen läge bei nur 11,9 Prozent. In den Umfrageergebnissen wird auch ein genauerer Blick in die einzelnen Branchen geworfen.

Dadurch zeigt sich deutlich, in welchen Bereichen Gründerinnen gut vertreten sind und welche immer noch von Männern dominiert werden.

Der Finanz- und Versicherungsbereich ist immer noch eine männliche Domäne; nur 7,2 Prozent der Gründenden sind Frauen, im ITK-Bereich sind es 6 Prozent. Noch deutlicher wird es im Sicherheitssektor. Dort liegt der Frauenanteil bei lediglich 1,7 Prozent. Dagegen punkten Frauen im Textilbereich mit 26,7 Prozent.

Diversität auch in Gründer*innenteams gefragt

Diversität spielt aber nicht nur innerhalb der verschiedenen Wirtschaftssektoren eine Rolle, sondern auch innerhalb der Gründungsteams. In über 50 Prozent der Fälle schließen sich Gründerinnen mit mindestens einem Mann zusammen. Umgekehrt entschließt sich nur jeder 15. Mann eine Frau ins Team zu holen. Am zweithäufigsten gründen Frauen alleine, noch seltener gründen Frauen in reinen Frauenteams.

Es ist inzwischen durch Studien umfassend belegt: Diversität tut unserer Wirtschaft gut. Teams sind dadurch kreativer und erfolgreicher. In der Gründerszene spiegelt sich dieses schon länger bekannte theoretische Wissen in der Praxis aber kaum wider. Der Anteil von weiblichen Start-up-Gründerinnen hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. 2013, also vor fast zehn Jahren, lag er laut Deutschem Startup Monitor bei 13 Prozent und damit nur 3,7 Prozentpunkte unter 2021. Der KfW-Gründungsmonitor verzeichnet bei allen neuen selbstständigen Tätigkeiten Ähnliches. Zwar lag der Wert 2013 dort bei 43 Prozent, doch sank die Zahl von Frauen an allen Gründungen bis auf 36 Prozent im Jahr 2019 und erholt sich inzwischen lediglich leicht. Eine positive Entwicklung von Female Entrepreneurs sieht definitiv anders aus.

Um daran etwas zu ändern, hat sich in den vergangenen Jahren deswegen schon einiges getan. Es gibt immer mehr Initiativen, Beratungen, Wettbewerbe und Förderprogramme, die sich explizit an Gründerinnen und Unternehmerinnen richten. Das Angebot zur Fort- und Weiterbildungen ist vielfältig. Auch die Bundesregierung hat in den vergangenen zehn Jahren diverse Programme aufgelegt, teils zwar nur mit einer befristeten Laufzeit, aber es schien, als ob das Problem erkannt worden wäre. Doch all die Bemühungen scheinen, wenn man sich die Zahlen anschaut, nicht wirklich zu fruchten.

Woran liegt es, dass Frauen sich immer noch so viel seltener selbstständig machen als Männer? Als Gründe werden immer wieder genannt, dass Frauen zurückhaltender seien und sich deswegen häufig nicht gut vermarkten oder sie zwar eine Idee haben, aber selbst nicht denken, dass sie andere Menschen davon überzeugen können. Und schlussendlich fehlt es an sichtbaren Rolemodels: Steve Jobs, Bill Gates oder Elon Musk, die weltweit bekanntesten Gründer, sind männlich. Wo sind die erfolgreichen weiblichen Gründerinnen? Gibt es sie etwa nicht? Oder sind sie einfach nur wieder nicht präsent? Wer hat zum Beispiel schon von Sara Blakely gehört, der milliardenschweren Gründerin des Unterwäscheherstellers Spanx? Oder kennt irgendjemand den Namen der Mitbegründerin der Internetzeitung Huffington Post? Arianna Huffington tritt kaum in Erscheinung.

Es gibt sie, die Rolemodels!

Auch in Deutschland haben wir viele Frauen, die sich mit einer Idee selbstständig gemacht haben und damit erfolgreich sind. Denken wir nur an Lea-Sophie Cramer mit Amorelie oder Julia Bösch und Anna Alex mit Outfittery. Marina Henze mit Feminess. Doch sie sind immer noch zu wenig sichtbar.

Das ist wohl eins der größten Hemmnisse für Frauen: Sie „sehen“ nicht, dass andere Frauen erfolgreich mit ihrer Selbstständigkeit sind. In den Medien werden, wenn von Gründern gesprochen wird, hauptsächlich Männer präsentiert. Das ist definitiv eine der Stellschrauben, an denen zukünftig gedreht werden muss.

Female Entrepreneurs müssen noch viel präsenter und sichtbarer gemacht werden, um anderen Frauen den Mut zu geben, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Es fehlt der Mut, die Überzeugung von der eigenen Idee?

Das Angebot für Frauen, genau hier stärker und selbstbewusster zu werden, ist in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Academys oder Schools wie das Angebot von Feminess setzen genau an diesem Punkt an.

Ob Gründerin oder Unternehmerin, ob vor Publikum sprechen, das eigene Marketing aufbauen und trotzdem noch ausreichend Zeit für die Familie haben. Diesen Weg zu finden, das wird hier vermittelt.

Doch es gibt noch mehr, das sich ändern muss, wenn wir den Anteil an weiblichen Unternehmerinnen erhöhen wollen. Und das beginnt schon früh, nämlich in der Schule. Bei berufsorientierten Infoveranstaltungen wird die Möglichkeit der Selbstständigkeit bisher kaum hervorgehoben. Besonders Schülerinnen sind sich gar nicht bewusst, dass dies ebenfalls ein Berufsweg wäre.

Ein oft genannter Grund ist die Finanzierung eines eigenen Unternehmens. Female Founders verfügen in der Regel über weniger Startkapital als ihre männlichen Kollegen. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass Frauen vielfach immer noch deutlich weniger verdienen als Männer, also auch weniger Eigenkapital ansparen können. Auch ist eine leidvolle Beobachtung, dass männliche Investoren lieber in die Ideen von männlichen Gründern investieren. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. So lange wir diese sozialen Denkmuster nicht durchbrechen können, werden es Frauen – trotz aller Bemühungen – weiterhin schwer haben sich selbstständig zu machen und ihre Ideen zu verwirklichen. Wir müssen aufhören, immer nur davon zu reden, dass Diversität gut für unsere Wirtschaft ist und es schön wäre, wenn mehr Frauen gründen würden. Es muss ein wirkliches Umdenken stattfinden, damit mehr weibliche Gründerinnen ihren Weg zum Erfolg beschreiten können.

Das fängt damit an, dass wir Rolemodels mehr ins Scheinwerferlicht rücken und es für Frauen einfacher wird, an Startkapital für ihr Unternehmen zu kommen.

Bis dahin bleibt nur zu sagen: Frauen, traut euch zu gründen und mit eurer Idee zu überzeugen!