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DSP PC-Tool 5


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Car & Hifi - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 01.06.2022

Software

Brax/Helix/Match DSP PC-Tool 5

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Bildquelle: Car & Hifi, Ausgabe 4/2022

Die Programmiersoftware ist das Herzstück eines DSPs, ohne sie geht nichts und ihre Qualität entscheidet über Scheitern oder Gelingen einer projektierten Audioanlage. Das DSP PC-Tool ist seit jeher die mächtigste und umfangreichste Software auf dem Markt und wurde jetzt mit Version 5 nochmals erweitert. Überhaupt veröffentlicht Audiotec Fischer ständig Updates, die neue Funktionen bringen, so dass die Nutzer quasi in Echtzeit in den Genuss neuer Features kommen. Das PC-Tool 5 bedient dabei alle DSPs und DSP-Endstufen von Brax, Helix und Match, die mit der ACO-Plattform ausgerüstet sind, und das sind alle seit Einführung des Helix DSP Mini im Jahr 2018. Das ist toll, weil so auch die Besitzer von vor Jahren gekaufter Hardware alle Updates kostenfrei zum Download bekommen – ein vorbildlicher Service. Für den Fachhändler und Einbauer hat es den Vorteil, dass ein ...

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... Programm für eine Vielzahl von Installationen taugt. Hat man sich einmal eingewöhnt, geht die Bedienung quasi von selbst von der Hand. Die Bedienoberfläche ist immer gleich, je nach Gerät werden Kanalanzahl und die unterstützten Features automatisch angepasst.

Integration

Bevor wir anfangen können, den Sound zu tunen, muss erst einmal ein Ton aus der Anlage kommen, und da machen es manche Fahrzeuge dem Installer nicht leicht. Einiges hängt von der DSP-Hardware ab, beispielsweise wie viel Volt Eingangsspannung die Eingänge verarbeiten können. Hier entscheidet sich, ob ein DSP auch mit leistungsverstärkten Werksausstattungen klar kommt oder ob er nur an einem Autoradio funktioniert. Auch das hauseigene ADEP ist Hardwaresache, hier wird durch eine niedrige Eingangsimpedanz ein Lautsprecher simuliert, das braucht man bei Fahrzeugen, die eine Lautsprecherdiagnose beim Hochfahren ausführen. Manche VWs verwenden darüber hinaus Class SB Verstärker, deren verschiedene Leistungsmodi Verzerrungen verursachen können und daher ausgetrickst werden müs- sen. Bei diversen Fahrzeugen schaltet sich das Werkssystem nicht sofort vollständig aus, gegen dieses „Nachlaufen“ gibt es im DSP PC-Tool den Power Save Mode, der verhindert, dass die Nachrüstanlage so lange an bleibt, dass die Batterie leer wird. Vollkommen unabdingbar sind die weitreichenden Funktionen des Quellenmanagements. Im PC-Tool kann der Benutzer entscheiden, welche seinen Hauptquelle ist (typischerweise das Autoradio). Für alle Zusatzquellen wie Aux, digitale Eingänge, Bluetooth oder diverse Extension Cards lassen sich die Prioritäten einstellen und auch die Umschaltschwellen. So wird immer automatisch auf die Wunschquelle umgeschaltet und Fahrzeugtöne, Navi-Ansagen oder Telefonate kommen dennoch durch. Nettigkeiten wie Ein- und Ausschaltverzögerungen samt Einbindung der Fernbedienung helfen zuverlässig, Umschaltknacksen oder unerwünschte Geräusche fernzuhalten. All das wird im PC-Tool eingestellt und ausgewählt, Software und Hardware sind tief ineinander verzahnt und dadurch variabel in einer Vielzahl moderner Fahrzeuge einsetzbar.

Audiofunktionen

Jeder DSP hat Audiofunktionen – logisch, dafür ist er ja da. Doch auch hier liegt das PC-Tool weit vorn. Das fängt mit Selbstverständlichkeiten wie sauber programmierten Filtern an. Wo Linkwitz drauf steht, ist auch Linkwitz drin. Sogar ein User Define Filter mit einstellbarer Güte ist vorhanden, es wird beispielsweise genutzt, um Mini-Subwoofern auf die Sprünge zu helfen, indem ein Subsonicfilter mit Überschwinger gesetzt wird. Die Bandpassweichen reichen bis 48 dB/Oktave, was großzügig ist, außerdem gibt es jede Menge Equalizer, typischerweise 5 an den Eingängen und 30 an jedem Ausgang. Außer als parametrische EQ lassen sich einzelne Bänder auch als Shelf-EQ schalten für breitbandige Frequenzgangkorrekturen, und schließlich gibt es noch Allpassfilter, was bei einigen Fahrzeugen zur Bereinigung des Eingangssignals nötig ist. Eine Laufzeitkorrektur gibt‘s gleich dreimal, ihre Schrittweite und Reichweite ist wieder von der Hardware abhängig. Egal ob Millisekunden, Zentimeter, Zoll das PC-Tool ist international. Zur einzigartigen Selbsteinmessung später mehr.

Das Routing ist natürlich frei, alle Eingänge können beliebig und prozentgenau auf die Ausgänge gemixt werden – inklusive Zusatzquellen wie Digitaleingang, Bluetooth, etc. Zusätzlich zu diesem Standardrouting unterstützen eine Reihe Produkte das VCP (Virtual Channel Processing). Hier lässt sich zwischen Ein- und Ausgänge eine virtuelle Kanalebene einfügen, was tolle Möglichkeiten eröffnet. Bei Vollaktivsystemen werden so die einzelnen Lautsprecher wie z.B. Hochtöner links/rechts, Mitteltöner, Center, Subwoofer, etc. im Ausgangsbereich so eingestellt, dass sie in ihren Einbauumgebungen perfekt funktionieren. Laufzeit, Widrigkeiten im Frequenzgang werden korrigiert und die Frequenzweichen eingestellt. In der virtuellen Kanalebene lassen sich jetzt mehrere Ausgänge zusammenfassen, beispielsweise Hochtöner, Mitteltöner, Tieftöner links wird zu virtuelle Front links. In der virtuellen Kanalebene stehen jetzt noch einmal eine Gesamtlaufzeit für Front links und 30 EQ-Bänder zur Verfügung. So lässt sich der Sound der Anlage auch über alle Trennfrequenzen hinweg tunen, ohne dass an den Einzellautsprechern gedreht werden muss. Das funktioniert auch bei Mehrwegecentern und allen anderen im VCP vorhandenen Gruppen. Eine weitere Besonderheit des PC-Tools ist die Rubrik FX, worunter vollständig im Haus programmierte Effekte zu verstehen sind. Es gibt die Rubriken Bass, Center und Front, die durch schlaue Algorithmen dem Klang helfen. Das Augmented Bass Processing hilft kleinen Subwoofern oder Werkssystemen (BMW und Mercedes) auf die Sprünge, es besteht aus einem Subsonicfilter, Bassboost und einem Limiter und funktioniert dynamisch, also lautstärkeabhängig. So lässt sich aus dem vorhandenen Material das Maximum herausholen, ohne Überlastung der Lautsprecher. Das Frontprocessing stellt einen „Bühnenregler“ bereit und es gibt „Clarity“ für die Stimmwiedergabe. Das Center Processing erzeugt ein Centersignal aus vorhandenem Stereo, eine extrem nützliche Funktion, die hier dank schlauer Programmierung wirklich funktioniert. Wie im PC-Tool üblich kann der User diverse Features einschalten oder bedienen, oder alles der Automatik überlassen. Gibt es die virtuelle Kanalebene, so wirken die FX-Effekte hier, das heißt die gesamte Front oder der gesamte Center werden bei Mehrwegsetups berücksichtigt.

Messfunktionen

Die Messfertigkeiten des PC-Tools sind mittlerweile sehr fortgeschritten. Es fängt an mit einer Selbstdiagnose namens Device Monitor, wo interne Temperatur und Betriebsspannung über die Zeit verfolgt werden können. Weitreichende Hilfe bei der Empfindlichkeitseinstellung der Eingänge bietet das softwaremäßige Gain Setup, bei manchen Modellen als Advanced Gain Setup vertreten. Hier lassen sich die Empfindlichkeitsgrenzen für alle Eingangskanalpaare unabhängig voneinander setzen, inklusive Aussteuerungsanzeige und Clipping- Warnung. Ebenfalls für die Eingänge gibt es den ISA (Input Signal Analyzer), ein Messtool, das nicht nur ermittelt, ob ein Signal anliegt, sondern auch gleich dessen Frequenzgang messen kann. Wie im Eingangsmixer lassen sich verschiedene Eingänge summieren, so kommt man auch werksseitigen Allpassfiltern auf die Spur, die sonst unentdeckt bleiben. Und als Dreingabe gibt es im ISA auch gleich die Korrekturelemente in Form einer Laufzeitkorrektur der Eingänge und EQ-Bänder, die auch Shelf oder Allpass können. Durch eine abschließende Messung hat man gleich die Erfolgskontrolle. Die weiteren Messfunktionen sind akustische Messungen mit einem Mikrofon, hier lässt sich entweder das hauseigene Mikrofonset verwenden, es geht jedoch auch mit jedem anderem USB-Mikrofon. Sogar eine Kalibrierkurve passend zum Mikro lässt sich hochladen – für die Perfektionisten. Die erste akustische Messung ist die automatische Messung der Laufzeiten mit ATM. Hier wird ein Referenzlautsprecher (idealerweise der dem Mikro am nächsten eingebaute, z.B. Hochtöner vorne links) festgelegt, der jedesmal mit dem zu bestimmenden Lautsprecher mitgemessen wird. Das ATM misst dann die Zeitdifferenz zwischen den beiden und das Spiel wird mit allen verbauten Lautsprechern weitergeführt. Wieder kommt ein im Haus programmierter Algorithmus zum Einsatz, mitsamt einem selbst erstellten Doppelimpuls als Messsignal. Dieser Doppelimpuls ist sehr energiereich, so dass er auch in der störungsreichen Autoumgebung funktioniert und sogar für Subwoofer geeignet ist. Dadurch, dass dieses Messsignal über die Headunit abgespielt wird, werden automatisch alle eventuellen Verzögerungen des Originalsystems mitberücksichtigt, was am Ende zu korrekten DSP-Einstellungen führt. Die letzte Messfunktion ist die RTA (Real Time Analysis), also eine Dauer-Frequenzgangmessung mit rosa Rauschen, bei der der Installer die Ergebnisse mitverfolgen kann. Hier bringt die neue 5er-Version des PC-Tools großartige Neuerungen. Wie gehabt gibt es ein umfangreiches Einstellmenü im dem sich Mess- und Darstellungsgenauigkeit oder auch die Zielkurve festlegen lassen. Der User hat hier weitreichende Möglichkeiten, das System auf seine Bedürfnisse anzupassen, als Standard fungieren eine Auflösung von 1/6 Oktave und eine Messzeit von 20 Sekunden. Gemessen werden können das ganze System, Einzellautsprecher oder beliebige Kombinationen von Lautsprechern, beispielsweise zur Optimierung von Frequenzweichen bzw. der Übergänge zwischen den Lautsprechern eines aktiven Systems. Nach wie vor legt der User die gewünschte Trennfrequenz und Flankensteilheit fest, um dann bei der Messung festzustellen, dass die ideale Flanke in der Praxis niemals erreicht wird. Hier kommt die neue Funktion TuneEQ ins Spiel, die nicht nur automatisch per Equalizer den Frequenzgang an die Zielkurve anpasst. Neu ist, dass die Weicheneinstellung in die Zielkurve einberechnet wird, so dass die Einmessautomatik die gewünschte Filterflanke mit einbezieht. Beispielsweise misst man nur den einzustellenden Hochtöner mit dem Hochpass 2,5 kHz/24 dB und das System stellt dessen Frequenzkurve dann präzise inklusive dem 24-dB-Abfall zu tiefen Frequenzen ein. Genial dabei ist, dass alle EQ-Parameter Frequenz, Gain und Güte in Abhängigkeit von einer vorgegebenen Abweichung (z.B. 0,5 dB) berechnet werden. Dies ist ein ungeheurer Rechenaufwand, da die Bänder sich überlappen und daher gegenseitig beeinflussen. Das Gleiche macht man dann analog mit dem zugehörigen Mitteltöner und man erhält nahezu perfekt symmetrische Filterflanken, die sich dann auch optimal addieren für einen perfekten Übergang. Der Clou ist, dass man die TuneEQ Funktion wieder passend einstellen kann. Man kann von den vorhandenen 30 EQ-Bändern eine beliebige Anzahl für TuneEQ freigeben, und mit dem Rest lässt sich dann evtl. manuell nacharbeiten oder per Shelf die Frequenzantwort formen. Durch die Automatik hat man die Trennung jedes Einzelllautsprecher binnen Minuten im Griff – eine riesige Erleichterung für den Installer. Und das Ganze funktioniert auch in der virtuellen Kanalebene des VCP, hier kann man z.B. mit einer selbst erstellten Zielkurve ganz wunderbar am Sound arbeiten. Insgesamt ersetzt das PC-Tool noch kein professionelles Messsystem, es kommt dem jedoch stetig näher. Mittlerweile lässt sich eine komplette Car-Audio-Installation auch nur mit dem PC-Tool durchführen, und zwar besser und komfortabler denn je.

Benutzeroberfläche

Zu zuallererst muss man die gesamte Darstellung des PC-Tools loben, es ist übersichtlich und logisch aufgebaut, optisch nett gemacht und bietet eine Menge Werkzeuge an. Zweitens gefällt die weitgehende Konfigurierbarkeit, der User kann so ziemlich alles anpassen, wie er es gerne hätte. Angefangen mit der Fenstergröße oder der Einbindung der RTA-Messung ins Ausgangs- oder VCP-Fenster bis hin zur Einstellung von Gainregler- und EQ-Schrittweiten. Verschiedene Darstellungen lassen sich hin und herschalten, die EQs kann man auch per Drag&drop bedienen oder relativ oder absolut verlinken. Dazu gibt es einen umfangreichen Satz Tastaturshortcuts. Die Fernbedienungen lassen sich konfigurieren, egal ob Kabelfernbedienung URC, Conductor, Director oder das WIFI Control. Drahtlos programmiert werden kann jetzt auch mit dem hochauflösenden Bluetooth-Modul BT HD. Und Nettigkeiten wie der (auch teilweise) Export und Import von DSP-Einstellungen von einem Gerät auf das andere nimmt der professionelle Installer gern. Das gilt auch für die Time Machine zum Rückgängigmachen von Einstellungen.

Fazit

Das DSP PC-Tool 5 ist mehr als eine Ansammlung von DSP-Features. Im Audiobereich besitzt es eine extrem konkurrenzfähige Funktionsvielfalt und mit den Messfunktionen macht es dem Installer das Leben leichter. Noch einmal lobend erwähnen müssen wir, dass bereits gekaufte DSP-Produkte wenn möglich alle in den Genuss neuer Funktionen kommen, laufende Updates sind selbstverständlich kostenlos. Mit dem Gesamtpaket DSP PC-Tool 5 haben wir ein Werkzeug vor uns, das mit einer ganzen Palette einzigartiger Features glänzt und das von der Fahrzeugintegration bis zum maßgeschneiderten Klang auf eine führende Weise sorgt.

Elmar Michels