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Erfolgsfaktor Mobilität


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Digital Manufacturing - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 07.10.2022

Das ERP bildet das digitale Rückgrat vieler Unternehmen – als Datenund Prozessintegrationsplattform unterstützt es sämtliche Prozesse und schafft eine einheitliche Datenbasis über alle Abteilungen hinweg. So optimiert es die Kommunikation und Interaktion auch zu Lieferanten und Kunden. Ohne ihr ERP in Verbindung mit Business-Intelligence-Tools wären in vielen Unternehmen weder schnelle Entscheidungen auf C-Level-Ebene noch ein intelligenter sowie effizienter Umgang mit Ressourcen möglich. Jedoch ist es mit der reinen Integration und Anwendung von ERP noch lange nicht getan. Unternehmen müssen sich permanent neuen Herausforderungen und disruptiven Veränderungen stellen.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass so viele Mitarbeiter wie nie statt aus dem Werksbüro aus, aus dem Home-Office agierten. Damit rückte der Faktor Mobilität ins Zentrum der Aufmerksamkeit der ERP-Anwender. Per se ...

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Bildquelle: Digital Manufacturing, Ausgabe 6/2022

Der Einsatz eines mobilen ERP-Systems eröffnet das Potenzial, die Produktivität zu erhöhen und eine Differenzierung im globalen Wettbewerb zu schaffen.
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... unterstützt die digitale Transformation den bestehenden Trend hin zum mobilen Arbeiten. Laut Bitkom e.V. greifen bereits knapp drei Viertel (73 Prozent) aller ERP-Anwendenden über das Notebook aufs ERP zu, rund die Hälfte (51 Prozent) über das Smartphone und ein gutes Drittel (36 Prozent) nutzt hierfür auch das Tablet [1]. In Zukunft wird mobiles und hybrides Arbeiten eine bedeutende Rolle spielen und vielerorts als Basisanforderung für Unternehmen gelten [2].

Daneben können moderne ERP-Systeme Pickaufträge für die Lagerentnahme auch mobil bereitstellen. Hierbei werden die Etiketten in Kommissionierzonen auf Behältern oder einzelnen Teilen erfasst und die Daten unmittelbar im Anschluss per Funk ins ERP-System übertragen. Die Ware kann so auch jederzeit online nachverfolgt werden, bis sie an ihrem Bestimmungsort eintrifft.

Die Produktion mobil überwachen

Neben den intralogistischen Vorteilen sorgen die mobile Erfassung und direkte Weiterverarbeitung von Betriebsdaten in gleicher Weise für fehlerfreie Produktionsabläufe: Viele Werkende sitzen selten an einem festen Arbeitsplatz, sondern sind viel in den Produktionshallen unterwegs. Mithilfe mobiler Geräte erhalten sie dennoch unkompliziert Zugang zu Informationen wie Materialbeständen, Produktionszeiten und -mengen, Fertigungsaufträgen und Projektabschlüssen. Sie können damit ihre nächsten Aktivitäten zu einem Produktionsauftrag überall in der Werkshalle abrufen und sich alle nötigen Details zu Aufträgen und Artikeln anzeigen lassen – nebst zugehörigen Teile- und Bestandsinformationen, Serien- und Chargendaten.

Eine Anwendung, die dabei benutzerfreundlich und für die entsprechenden Aufgaben konzipiert ist, vereinfacht die Orientierung und hilft, Fehler zu vermeiden. Nach Bedarf können Zeiten und Mengen – sowohl Gutmengen als auch Ausschuss – erfasst werden. Aktuelle ERP-Systeme sind zudem in der Lage, retrograde Buchungen zu definieren. Dies alles hilft bei der Präzisierung der Feinplanung sowie bei der Beschleunigung von Nachkalkulationen.

Mobile Lösungen erlauben den Mitarbeitenden, geplante wie ungeplante Fertigungsaufträge zu verfolgen. Mithilfe eines Realtime-Tracking-Systems können sie zum Beispiel Werkstücke oder Werkstückträger bis auf zehn Zentimeter genau in einer Werkshalle orten und aus der jeweiligen Position den Produktionsstand ableiten. Damit können Mitarbeitende feststellen, ob sich ein Auftrag bereits in der Endmontage befindet. Wenn der Status laufend zurückgemeldet wird, ist auch der Vertrieb stets auf dem aktuellen Stand und kann Kunden gegenüber jederzeit Auskunft geben – ohne in der Produktion nachfragen zu müssen.

Das richtige Endgerät

Damit das mobile ERP in der Lage ist, die gewünschten Produktionsfortschritte und -vorteile zu erbringen, sind bestimmte Voraussetzungen vom Betrieb zu erfüllen. Bei der Wahl der passenden Endgeräte sollte zum Beispiel das Einsatzszenario berücksichtigt und die Funktionen der Geräte nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip abgewogen werden. Robuste, stoßunempfindliche Geräte zur mobilen Datenerfassung, teilweise auch mit Hardwaretastatur, sind insbesondere in der Fertigung und Logistik sinnvoll, während Vertriebsmitarbeitende oft ein handelsübliches Tablet ausreicht. Zum anderen ist auch – mit wenigen Ausnahmen wie in Kühlhäusern – auf eine laufende Netzabdeckung mit WLAN oder Mobilfunk auf dem gesamten Firmengelände zu achten: So lassen sich Daten stets in Echtzeit an das ERP-System übertragen und Mitarbeitende können jederzeit darauf zurückgreifen.

Auf Sicherheit achten

Wo betriebsrelevante Daten im Umlauf sind und gespeichert werden, ist Sicherheit unabdingbar. Eine zertifikatbasierte Verschlüsselung der Speicherorte und der Übertragungswege via SSL/TLS stellt eine Grundvoraussetzung dar und ist dringend einzuhalten. Auch sollten sich Mitarbeitende am System mit ihrem individuellen Login authentifizieren und nur auf Daten zugreifen können, die für ihren Tätigkeitsbereich relevant sind.  

Daneben muss auch die Durchgängigkeit gewährleistet sein: Mobile Lösungen sind nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern sollten unbedingt miteinander agieren können. Neue Abläufe müssen sich nahtlos in bestehende Prozesse und Systeme integrieren. Denn nur so lassen sich Waren- und Werteflüsse korrekt sowie zeitnah mitprotokollieren und auswerten, woraus schließlich Erkenntnisse für die weitere Planung gewonnen werden.

MOBILE ERP-PROZESSE SIND NICHT WEGZUDENKEN, WENN ES UM DIE OP-TIMIERUNG ALLER PROZESSE ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE – VON DER LOGISTIK, PRODUKTION, ÜBER VERTRIEB UND SERVICE BIS HIN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG – GEHT.

Fazit

Während das klassische ERP-System als digitales Rückgrat erhalten bleibt, kann die Mobilität als Zusatzleistung verstanden werden, dank der sowohl die Informationsströme als auch die Datenqualität optimiert werden. Damit wird zugleich eine verbesserte Grundlage für abgeleitete Aktionen sowie strategische Entscheidungen geschaffen. Der Erfolg mobiler Lösungen hängt jedoch stark von der Orchestrierung der Prozesse und der Technologieausstattung ab.

Entgegen häufigen Annahmen ist die Cloud für ein mobiles ERP keine Voraussetzung, erleichtert aber den mobilen Zugriff auf Daten und ist ein sehr gut skalierbares Vehikel. Unternehmen machen damit einen weiteren Schritt in Richtung Industrie-4.0-gerechte Produktion und ebnen damit den Weg in die digitale Transformation.

JBI

DANIEL SCHÜLLNER

ist Product Manager Usability and Mobile bei ProAlpha.

[1] https://www.bitkom.org/sites/main/ files/2021-04/bitkom_erp_trend-check_2021.pdf [2] https://www.pressebox.de/inaktiv/softselect- gmbh/SoftSelect-ERP-Software-Studie-2022-Anwender-werden-mobiler/boxid/1113650