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Es bleibt ein Wunder


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 10/2008 vom 01.08.2008

Trotz aller Fortschritte in der Medizin, trotz Ultraschall und vorgeburtlicher Diagnostik: Ein neues Menschenkind entstehen und wachsen zu sehen, bleibt ein faszinierendes und sehr bewegendes Erlebnis – egal ob ein Paar nun das erste oder bereits das vierte Kind erwartet.


Artikelbild für den Artikel "Es bleibt ein Wunder" aus der Ausgabe 10/2008 von ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern, Ausgabe 10/2008

Als sich im Schwangerschaftstest der zweite Strich kräftig färbte, da wurde Andrea Gruppe erst einmal richtig flau im Magen. Vor Aufregung, nicht weil die Hormone zuschlugen. Viermal habe sie hingeschaut, eindeutig positiv. Dass ihre Periode ausgeblieben war, hatte die damals 35-jährige Lehrerin auf den Zeugnisstress geschoben. ...

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Als sich im Schwangerschaftstest der zweite Strich kräftig färbte, da wurde Andrea Gruppe erst einmal richtig flau im Magen. Vor Aufregung, nicht weil die Hormone zuschlugen. Viermal habe sie hingeschaut, eindeutig positiv. Dass ihre Periode ausgeblieben war, hatte die damals 35-jährige Lehrerin auf den Zeugnisstress geschoben. Schwanger, das konnte sie kaum glauben, auch wenn der kleine Junge, der inzwischen längst geboren ist, ein Wunschkind war, ein mit der Temperaturmethode zielgenau herbeigeführtes Baby.

„Ich bin ein strategisch denkender Mensch“, erklärt Andrea Gruppe. Dem Zufall überlässt sie ungern etwas. Doch manchmal überrumpelt er sie dann doch. Gleichzeitig mit dem positiven Test bekam die Lehrerin nämlich eine zweite ersehnte Nachricht: ihre Versetzung in den hessischen Schuldienst. Mit Baby im Bauch in der neuen Schule im Wetteraukreis anzufangen, mit dem Wissen, die neue Klasse in einem halben Jahr verlassen zu müssen, das widersprach eigentlich ihrer Gewissenhaftigkeit. Ihrer Rektorin habe sie sofort reinen Wein eingeschenkt, den Eltern ihrer Erstklässler auch sehr bald. Zu ihrer Überraschung stieß sie auf großes Verständnis und freundliches Entgegenkommen.

Mitten im Leben

Sich mit Mitte 30 für das erste, oder mit Ende 30 für noch ein weiteres Kind zu entscheiden, ist völlig normal geworden. Die Ausbildungszeiten sind lang und es ist sinnvoll, einige Jahre an der Karriere zu arbeiten, bis die eigene Qualifikation so hoch ist, dass der Betrieb nicht leichtfertig auf die bewährte Kraft verzichten will und gerne auch in Teilzeit beschäftigt. Und dann muss oft erst der richtige Vater fürs Kind gefunden werden. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsfragen in Wiesbaden zeigte in einer Studie: Jeder vierte Mann will keine Kinder haben und generell kommt Männern der Gedanke an Familiengründung später als Frauen.

Reife Mütter haben viele Vorteile, zum Beispiel meist eine gefestigte Partnerschaft und eine ebensolche Persönlichkeit. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben, lassen keine Vorsorgeuntersuchung aus und können ihre eigenen Bedürfnisse auch mal eine Weile zurückstellen. Allerdings macht eine spätere Schwangerschaft auch häufiger medizinische Probleme.

Andrea Gruppe und ihr Mann hatten Glück, nach nur einem halben Jahr „Probieren“ hat es geklappt. „Für uns war es der ideale Zeitpunkt“, sagt Andrea, zehn Jahre früher wäre Muttersein für sie kein Thema gewesen.

Auch Olivera Gligoric-Fürer freut sich. Sie strahlen förmlich, die Sommerbräune noch im Gesicht. Wie ein praller Medizinball sitzt der Babybauch vor ihrem Körper, das braune T-Shirt geht gerade noch so drüber, die Jeansjacke schon lange nicht mehr zu. In ein paar Tagen wird die studierte Anglistin 38, zwei Wochen später bekommt sie ihr drittes Kind, ein Mädchen, wie gewünscht. Sohn Aleksandar ist elfeinhalb, Tochter Louisa wird zwei Tage nach dem errechneten Geburtstermin der kleinen Schwester fünf und Mutter Olivera ist durch nichts mehr aus der Ruhe zu bringen.

Ein glückliches Team. Andrea Gruppe und ihr Sohnemann Leonard strahlen um die Wette.


Foto: A. Jakuscheit (2)

Die Zeit genießen

„Ich genieße das“, lacht die werdende Mama, „noch eins werde ich aber nicht bekommen.“ Die Nachzüglerin war geplant, „aber dass unsere Pläne so schnell aufgehen, hat mich überrascht“. Schwanger wurde sie mitten im Hausbau- und Umzugsstress. Sie hat geschleppt und gewerkelt, bevor sie überhaupt wusste, dass da noch was anderes im Werden ist. Im Nachhinein gibt ihr das eine große Sicherheit: „Dieses Kind will offensichtlich leben“, ist sich die Mutter sicher. Es habe den ganzen Stress gut überstanden, die Schwangerschaft läuft problemlos. Olivera weiß, „es ist so weit alles gesund“. Das beruhigende Ergebnis einer Fruchtwasseruntersuchung. „Ich horche nicht in mich hinein und überlege auch nicht bei jedem Zwicken, woher es wohl kommt.“ In der Schwangerschaft mit Louisa war das anders, da hatte sie zuvor eine Fehlgeburt, „das verunsichert sehr“.

Andrea Gruppe hat die Zeit ihrer komplikationslos verlaufenden Schwangerschaft gewissenhaft genutzt. „Es ist gut, dass es so viele Monate sind“, sagt sie, „man muss in die Verantwortung für das neue Leben, das da jetzt kommt, langsam hineinwachsen, es allmählich begreifen.“ Die ersten „Klopfzeichen“ ihres Sohnes in der 20. Woche hat sie intensiv wahrgenommen. Als sich ihre Brust veränderte, dachte sie „wow, jetzt geht’s los“. Jedes neue Ultraschallbild von ihrem Kleinen fand sie „echt erhebend“, ein wirkliches Wunder.

Natürlich hat Andrea einen Vorbereitungskurs besucht, aber ihr treuster Freund war das Internet. Dazu konsumierte sie jede Menge Beratungsbücher und hatte bald einen Service im Netz gebucht, der ihr Woche für Woche die wichtigsten Fakten lieferte, „da wusste ich immer, was los ist“. Andrea hatte viele, viele Fragen, sie brauchte Antworten, die ihr Sicherheit gaben. Die Besuche beim Arzt gerade zu Beginn der Schwangerschaft stillten ihren Wissensdurst nicht. Um mögliche Risiken auszuschließen, ließ Andrea zudem eine Fruchtwasserpunktion machen.

Zeit für den Nachwuchs. Olivera Gligoric-Fürer bleibt auch in der Schwangerschaft aktiv.


Foto: privat

Drei Wochen vor dem Geburtstermin ist Olivera Gligoric-Fürer noch viel unterwegs, der Familienalltag geht weiter, auch wenn der Bauch immer dicker wird. Mit großem Spaß sortiert und kauft sie Babyklamotten und räumt im neuen Kinderzimmer umher. Nur der Schlaf wird zunehmend unruhig. Grund ist das kleine Mädchen im Bauch, das mehr herumzappelt. als ihre Geschwister dies je getan hätten. Wann sie dieses Gezappel zum ersten Mal registriert hat, weiß die bald 38- Jährige nicht mehr. „Früh wohl, aber das merke man sich beim Dritten nicht mehr so genau.“ Die Anfangswochen waren sowieso nicht einfach. Olivera litt unter ihrer eigenen Übellaunigkeit, war reizbar, nervös und wenig kompromissbereit: „Mein armer Mann.“

Die fünfjährige Louisa freut sich zusammen mit Mama Olivera auf das neue Schwesterchen.


Foto: Andrea Herzig

Planung für das neue Leben

Grundschullehrerin Andrea will sich zwei Jahre Elternzeit gönnen und dann wieder mit acht Stunden in der Woche einsteigen. Dass dies im öffentlichen Dienst problemlos möglich ist, empfindet sie als Privileg. Dem Vater einen Teil der Elternzeit zu überlassen, stand für das Paar nicht zur Debatte. „Ich wollte beim Kind bleiben“, sagt Andrea Gruppe ganz klar, „ich kann nichts halbherzig machen.“ Auch deshalb ist ein weiteres Kind derzeit nicht geplant, ein Zweites laufe eben nicht einfach so mit.

Oliveras ältere Kinder haben sich auf den Neuzugang eingestellt. Louisa denkt sich hübsche Namen aus und streichelt den Babybauch. Aleks, der Große, war anfangs entsetzt. „Nicht schon wieder“, maulte der Junge und wollte auf keinen Fall noch eine kleine Schwester. Natürlich wird das neue Baby den Alltag kräftig umkrempeln, aber inzwischen ist das Haus fertig, die Geschwister im neuen Kindergarten- und Schulumfeld integriert und Omas und Opas nicht weit weg. Olivera plant drei Jahre Babypause, sie ist Übersetzerin bei einer Firma in Bad Homburg.

Andrea hat die Zeit der Familienbildung nach der Geburt sehr bewusst wahrgenommen, „die Beziehung zum Kind war ja erst im Entstehen“. Als sie aus dem Krankenhaus kam, war ihr Mann drei Wochen zu Hause. Eine Oma als freiwillige Hilfe lehnte Andrea ab, sie wollte in der Kleinfamilie für sich sein, die sollte erst einmal zusammenwachsen. Der kleine Junge hatte in den ersten Lebenstagen einige Probleme, die Zeit auf der Wochenstation war deshalb schlimm für Andrea Gruppe. Nach vier Wochen waren aber alle Anlaufschwierigkeiten überwunden. Leonard ist ein unproblematisches Kind, das nachts durchschläft, viel lacht und brabbelt.

Zeitlich flexibel. Grundschullehrerin Andrea Gruppe gönnt Leonard und sich zwei Jahre Elternzeit.


Foto: A. Jakuscheit

Mama Andrea war mit ihm in der Babymassage, besucht ein Bewegungsprogramm für Kleinkinder, hat sich zur Musikstunde angemeldet und denkt über Babyschwimmen nach. „Wir sind auf der Sonnenseite“, strahlt die zufriedene Mutter jetzt nach einem halben Jahr.

Olivera Gligoric-Fürer hat die Geburt noch vor sich, aber sie weiß, was auf sie zukommt. „Da muss ich durch“, sagt sie ganz nüchtern. Das verklärende Gerede mancher Frauen über die Geburt als einem einmaligen und immer nur tollem Erlebnis kann sie nicht ganz nachvollziehen. Olivera hat einen Kaiserschnitt und eine spontane Geburt hinter sich, Letztere würde sie auch bei ihrem dritten Kind vorziehen. Mal sehen, wie es sich ergibt. Kommende Woche lässt sie sich in einem Schnellkurs die wichtigsten Fakten von einem Geburtshelfer zusammenfassen, das muss reichen. Dann wäre sie auch auf diesem Gebiet bestens vorbereitet. Nur den Klinikkoffer, den sollte sie jetzt vielleicht doch endlich mal packen.

Wann kommt das Baby?

Eine Schwangerschaft dauert etwa 280 Tage, also 40 Wochen. Man berechnet die Schwangerschaft ab dem Tag der letzten stattgefundenen Menstruation. Mit dieser Formel kann man den voraussichtlichen Geburtstermin herausfinden: Erster Tag der letzten Menstruation plus sieben Tage, plus ein Jahr, minus drei Monate.
Ein Beispiel: Erster Tag der letzten Menstruation war der 30. 8. 2007 plus 7 Tage = 6. 9. 2007 + ein Jahr – drei Monate = 6. 6. 2008 Geburtstermin.
Studien haben allerdings ergeben, dass man meist etwa zehn Tage plus/minus danebenliegt. Die Gründe: Nicht jeder Monatszyklus umfasst die idealtypischen 28 Tage. Außerdem, sagt eine alte Hebammenweisheit, gibt es Frauen, die immer ein wenig länger tragen, andere dagegen gebären etwas früher. Unter folgender Internetadresse kann man den Termin online berechnen: www.decampos.de/dc_hebamme/gravidarium