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Faktoren des Lebensglücks – die Fragilität des Rundum-Glücklichseins


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Die Mediation - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 30.06.2022

Glück

Glück zu erforschen ist ziemlich schwierig – und im Grunde kaum oder gar nicht möglich. Denn Glück ist kein Gegenstand, den man dem Forscher vorzeigen, kein klarer Gedanke, den man zu Papier bringen kann. Glück ist ein seelisches Phänomen und zugleich ein körperlich-geistiger Zustand, ein Gefühl eben oder eine Stimmung. Man kann Glück haben – und das genau wissen, und man kann überglücklich sein – für einen kurzen oder langen Moment –, ohne es vollständig rationalisieren oder gar in Worte kleiden zu können. Aber man kann erforschen, was Menschen glücklich macht und was Glück für ihr Leben bedeutet.

In meinem langen Forscherleben war ich immer auf der Suche nach dem Glück. Ich merkte bald, dass es eine Überfülle an Glück-Zusammenhängen gibt, dass viele Glück-Gemeinsamkeiten in den verschiedenen sozialen Gruppen vorhanden sind, aber eben auch Besonderheiten, so etwa wenn man das Lebensalter ...

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Bildquelle: Die Mediation, Ausgabe 3/2022

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... berücksichtigt. Davon soll hier berichtet werden.

Es geht zwar zunächst darum, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen und dann einen Arbeitsplatz, der möglichst eine interessante Arbeit verspricht (die berufliche Leistung selbst ist da etwas weniger im Blickfeld). Aber in erster Linie hoffen die jungen Leute auf einen Arbeitsplatz überhaupt, über ihr gesamtes arbeitsfähiges Alter hinweg. Mittels beruflicher Arbeit an der wichtigsten gesellschaftlichen Primärtätigkeit beteiligt zu sein ist für Jugendliche ganz entscheidend. Darin sehen sie Sinn und Glück ihres Lebens – in Verbindung mit dem privaten und familiären Bereich und einer interessanten Freizeitgestaltung.

Die Rangliste der Jungen unterscheidet sich von der der Mädchen nicht wesentlich. Bei einigen Werten fallen aber Unterschiede auf. So ist es für Mädchen noch wichtiger als für Jungen, eine feste Partnerbeziehung einzugehen (57 % zu 47 %), später Kinder zu haben (37 % zu 26 %) sowie Beruf und Familie vereinbaren zu können (45 % zu 33 %). Geld ist für Jungen etwas wichtiger (36 % zu 18 %) und – auch das Aussehen (24 % zu 17 %).

Partnerglück

Auf einen Lebenswert soll näher eingegangen werden: die Partnerbeziehung (Tab. 2).

Nur 2 Prozent der weiblichen wie der männlichen Jugendlichen haben die Antwortposition 5 „überhaupt nicht“ gewählt, weitere 4 Prozent Position 4. Die allermeisten Jugendlichen träumen nicht von einem freien Leben ohne Partner. Sie sind – das zeigen alle meine Untersuchungen – nicht aufs Alleinleben und ein Singledasein mit gelegentlichen Partnern orientiert, sondern auf die feste Beziehung , und zwar eine mit hoher Qualität. Nicht zufällig steht „sich mit dem Partner verstehen“ an der Spitze der Rangliste. Das bedeutet, dass es ihnen nicht in erster Linie darum geht, überhaupt einen Freund beziehungsweise eine Freundin zu haben – um mitreden zu können, um versorgt zu sein, aus sexuellen Gründen –, sondern sie wollen den „richtigen“ Partner fürs Leben finden, wollen einen, den sie wirklich lieben und der ihren Ansprüchen genügt. Dies ist zweifellos ein bedeutendes emanzipatorisches Signum der Jetztzeit. Es beinhaltet ein verändertes Geschlechterverhältnis, das nicht auf Macht versus Ohnmacht abhebt, sondern den Machtfaktor ideal aus der Liebe verbannt. Dieses Geschlechterverhältnis ist kein Geschlechterkampf. Nicht das pauschal abwertende Wider, sondern das anspruchsvolle Für ist charakteristisch.

Liebe

Historische Vergleiche sind in der empirischen Forschung problematisch. Die Methodik, der Kreis der Befragten, das persönliche und gesellschaftliche Umfeld stimmen nicht hundertprozentig überein. Dennoch soll hier ein solcher Vergleich unternommen werden. Er ist durch unsere Partnerstudien möglich (Starke 2020). 1990 sagten 80 Prozent der befragten Jugendlichen, ihr Lebensglück hänge sehr stark davon ab, „dass ich liebe und geliebt werde“. 2013 waren es 69 Prozent. Die Unterschiede nach Geschlecht sind geblieben. Weibliche Jugendliche betonen die Bedeutung der Liebe für ihr Lebensglück etwas stärker als männliche (Tab. 3). Aber für keinen von beiden ist die Liebe gänzlich ohne Bedeutung (Partnerstudien 2013: 14).

Kinder

Ein weiterer Faktor des persönlichen Lebensglücks sind – vielleicht überraschend – Kinder: 1980 sagten 55 Prozent der weiblichen und 26 Prozent der männlichen Jugendlichen, ihr Lebensglück wäre sehr gefährdet, „wenn ich keine Kinder haben könnte“. 1990 waren es 61 Prozent beziehungsweise 39 Prozent und 2013 45 Prozent beziehungsweise 30 Prozent. Bei der jüngsten Partnerstudie 2021 gaben 15 Prozent der weiblichen wie auch 15 Prozent der männlichen Jugendlichen an, keine Kinder haben zu wollen, weitere 15 Prozent beziehungsweise ebenfalls 15 Prozent hatten noch keine Vorstellungen (PARTNER 5 2021a: 262). Eigene Kinder sind also für einen ganzen Teil der heutigen Jugendlichen kein Faktor des Lebensglücks mehr, ganz im Unterschied zu den Jugendlichen der 1970er- und 80er-Jahre, von denen so gut wie alle befragten einen festen Kinderwunsch hatten (Starke 2007a).

Rundum glücklich

Gibt es wirklich Menschen, die sich als rundum glücklich einschätzen, und wenn ja, wie viele sind es? In meiner deutschlandweiten Studie „Sex & Sinnlichkeit“ unter 2 259 Frauen im Alter von 17 bis 72 Jahren war ein Selbstbenotungstest enthalten, der auch den Indikator „Ich bin rundum glücklich“ enthielt (Starke 2003). Die Noten reichten von „1 = sehr“ bis „6 = überhaupt nicht“. 16 Prozent gaben sich die Note 1, bezeichneten sich also als sehr glücklich, 37 Prozent gaben sich die Note 2, 29 Prozent die Note 3, 10 Prozent die Note 4, 4 Prozent die Note 5 und ebenfalls 4 Prozent die Note 6. Das ergibt eine Durchschnittsnote von 2,6 – das Rundum-Glücklichsein liegt also im positiven Bereich. Unterschiede nach Bundesland zeigten sich nicht, auch nicht nach Ortsgröße. Eine lineare Abhängigkeit vom Alter ließ sich genauso wenig wie nach Bildung und Vermögen erkennen – interessanterweise schätzen sich die Reichen durchaus nicht glücklicher ein als die weniger Begüterten.

Schon gewusst?

Frauen sind seit der Corona-Pandemie so unglücklich wie nie zuvor

Dass Frauen es oftmals schwerer haben als Männer, dürfte inzwischen in den Köpfen der Menschen angekommen sein: Sie verdienen durchschnittlich weniger, bekommen im Alter eine geringere Rente und übernehmen mehr unbezahlte Care-Arbeit. Gleichwohl waren deutsche Frauen unter 65 Jahren bis 2020 ein kleines bisschen glücklicher als die Männer (0,04 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10) – doch dann begann die Corona-Pandemie. Laut dem SKL-Glücksatlas 2022 liegt die Zufriedenheit der weiblichen Bevölkerung hierzulande aktuell 0,19 Punkte hinter dem Wert der Männer, während des Lockdowns im Mai 2021 erreichte die „Happiness Gap“ sogar eine Lücke von 0,4 Punkten. Vor allem erwerbstätige Mütter leiden unter der erhöhten Belastung infolge von Covid-19: Zwischen Homeoffice, Hausarbeit, Kinderbetreuung und Homeschooling sank ihre Zufriedenheit um einen ganzen Punkt. Bei arbeitenden Vätern lag der Verlust auf der Glücksskala lediglich bei 0,4 Punkten. Ebenfalls zu den Verlierern zählen junge Frauen unter 25 Jahren (−0,6 Punkte), Studentinnen (−0,8 Punkte) und selbstständige Frauen (ebenfalls −0,8 Punkte).

Quelle: GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder (2022): SKL Glücksatlas 2022: Corona macht Frauen unglücklicher als Männer. Online abrufbar unter: https://www.skl-gluecksatlas.de/artikel/corona-macht-frauen-ungluecklicher-als-maenner.html.

Unter den weniger oder gar nicht Glücklichen sind besonders häufig jene Befragten, die sich angstvoll, traurig , einsam oder überflüssig fühlen und pessimistisch in die Zukunft schauen.Frauen, die ihre persönliche Zukunft eher optimistisch beurteilen, haben sich zu 61 Prozent die Note 1 oder 2 gegeben, die eher pessimistischen nur zu 17 Prozent. Das ist eigentlich ein trivialer Zusammenhang. Aber er zeigt nicht nur, wie wichtig eine positive Lebenshaltung ist, sondern auch wie sehr eine unklare oder unsichere Zukunft alles überschattet und unglücklich machen kann.

Die statistische Auswertung ergibt eine Fülle weiterer, auf den ersten Blick vielleicht nebensächlicher Zusammenhänge. Untergewichtige Frauen fühlen sich insgesamt weniger häufig glücklich als normal- und noch weniger als übergewichtige. Die Frauen, die mit ihrer Figur zufrieden sind, fühlen sich ebenfalls weitaus glücklicher als die unzufriedenen, genauso die mit ihrem Aussehen insgesamt völlig Zufriedenen im Vergleich zu den weniger Zufriedenen. Die Frauen, die sich nicht für schön und begehrenswert halten und ihre Figur und ihr Aussehen bemängeln, können nach ihrem eigenen Urteil nicht rundum glücklich sein, jedenfalls in den allermeisten Fällen. Das alles sind statistische Aussagen, im Einzelfall kann es anders aussehen. Aber es ist schon beeindruckend, wie eng die Bewertung des eigenen Aussehens mit der Bewertung des Sich-glücklich-Fühlens zusammenhängt. Dabei ist immer in zwei Richtungen zu denken, vom Aussehen auf das Sich-glücklich-Fühlen und vom Sich-glücklich-Fühlen auf das Aussehen: Menschen, die sich zufrieden, froh und glücklich fühlen, schauen anders in den Spiegel als die unfrohen.

Über alle Maßen

Es gibt einen Faktor fürs Glücklichsein, der alle anderen überragt. Das ist – auch in dieser Untersuchung – die Partnerbeziehung. Frauen mit einem festen Partner bezeichnen sich weit häufiger als rundum glücklich als Partnerlose. Die Unterschiede verstärken sich noch, wenn man nicht nur die bloße Existenz einer Beziehung , sondern auch ihre Qualität berücksichtigt. Von denjenigen, die ihre Partner „über alle Maßen“ lieben, bezeichnen sich 81 Prozent mit Note 1 oder 2 als rundum glücklich, von denen, die ihren Partner nicht lieben, nur 31 Prozent (siehe Abb. 1). Das bedeutet, dass unter jenen, die ihren Partner nicht lieben, glückliche Frauen zu finden sind, aber nur wenige. Insgesamt entspricht das Glücksniveau der Frauen, die zwar einen Partner haben, ihn aber nicht lieben, dem der Frauen ohne Partner. Sie haben ja auch eine Gemeinsamkeit, sie lieben derzeit nicht.

Nimmt man nun die Liebenden, die sexuell aktiv sind, dann werden die Unterschiede noch weiter profiliert. Die sexuell Aktiven sind insgesamt weit glücklicher als die weniger Aktiven.

Ähnlich fühlen sich Frauen mit Kindern im statistischen Durchschnitt glücklicher als Frauen ohne Kinder. Verallgemeinert: Je größer das Familienglück, desto größer das Lebensglück. Diese beiden Glücksfaktoren, also Partnerschaft und Familie, korrelieren mit qualitativen Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstbewusstsein und Lebenszugewandtheit in wechselseitiger Stärkung , einfacher gesagt: Wer in der glücklichen Familie lebt, wird selbstbewusster und lebenszugewandter, und wer selbstbewusst und lebenszugewandt ist, stärkt das Familienglück.

Glück 50+

Meine Studie „Postmenopause und Sexualität“, eine deutschlandrepräsentative Befragung von 1 040 Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren, bestätigt die eben getroffenen Aussagen für diese spezielle Altersgruppe. Es sind vor allem die selbstbewussten, geistig regen, humorvollen, genussfähigen, sinnlichen, zärtlichen, sexuell aktiven und optimistischen Frauen, die sich als rundum glücklich einschätzen. Herausragende Faktoren des Lebensglücks sind auch in diesem Alter Liebe, Partnerbeziehung und Familie.

Bei den Frauen ab 50 spielt die Beziehungsdauer eine besondere Rolle. Je länger die Frauen in ihrer aktuellen Beziehung leben, desto glücklicher sind sie (Starke 2007: 98b). Zugleich besteht ein positiver Zusammenhang zwischen Langzeitbeziehung , Orgasmusrate und Sich-glücklich-Fühlen. Frauen in Langzeitbeziehungen kommen im Allgemeinen besser zum Orgasmus. Das bedeutet nicht, dass nicht auch Kurzkontakte leidenschaftlich sein können, vielleicht leidenschaftlicher als der normale Langzeitsex. Aber aufs Ganze gesehen ist der feste Partner die größere Orgasmusgarantie, vor allem dann, wenn er sehr geliebt wird.

Trotz des Schlimmen in dieser Welt, trotz allen Leidens im Lebensverlauf, die Menschen haben die Gabe, einander glücklich zu machen.

Altersglück

Wie aber verhält es sich, wenn die Partnerbeziehung endet, weil einer der beiden verstirbt? Ein Schicksal, dass insbesondere Frauen trifft. Sie leben dann oft lange Jahre allein. Eine unserer Forschungen führte in ein Seniorenheim. Wir wollten herausfinden, was alte Menschen glücklich macht und ihnen Freude bereitet.

Die Antworten der Seniorinnen sind vielfältig (Starke 2017; siehe Abb. 2). Sie zeigen zunächst, dass sich die Glücksfaktoren auf den unmittelbaren Alltag beziehen, das physische und psychische Wohlbefinden eingeschlossen. Geäußert werden aber auch Träume, in Erinnerung an das Erlebte und Nichterlebte.

Nicht selten werden die großen Weltfragen angesprochen. Die meisten der Befragten haben Krieg und Nachkriegszeit, Hunger und Kälte erlebt und halten es für ein großes Glück, dass sie gut versorgt sind und sie sowie ihre Kinder und Kindeskinder in Frieden leben können. Froh sind die Heimbewohner, wenn sie sich irgendwie beschäftigen oder gar helfen können. Das ist für das Selbstwertgefühl von erheblicher Bedeutung. Ersehnt werden Kontakte. Die verbale und nonverbale Kommunikation ist wichtig für das eigene Wohlbefinden – der andere Mensch als Glücksfaktor. Über allem aber steht das Interesse an den Enkeln, die Sorge um sie und die Freude an ihrem Gedeihen. Die Großmütter haben Glück, weil sie Enkel haben – die Enkel und dann vielleicht noch die Urenkel sind ihr größtes Glück im Alter.

Und die Männer, die sehr alten? Sie sterben im Durchschnitt eher als Frauen, und das bedeutet, dass sie statistisch häufiger bis an ihr Lebensende in ihrer Partnerbeziehung leben. Das ist ihr Glück – sofern die Liebe noch lebt. Und das ist der Fall. Nach der Untersuchung PARTNER 5 sagt keiner der über 65-Jährigen, dass er seine Frau nicht mehr liebt. 10 Prozent lieben sie wenigstens noch etwas, 60 Prozent sehr und 30 Prozent sogar „über alle Maßen“ (2021: 8). Und sie haben das Glück, in gleichem Maße, mindestens, zurückgeliebt zu werden (Abb. 3).

Literatur

PARTNER 5 (2021a): Jugendsexualität 2021. Tabellenband. Merseburg: Institut für angewandte Sexualwissenschaft.

PARTNER 5 (2021b): Erwachsenensexualität 2021. Tabellenband und Datensatz. Merseburg: Institut für angewandte Sexualwissenschaft.

Partnerstudien (2013): Tabellenband P4-3-2 (15.03.2013).

Starke, Kurt (2001): Fit for SexPower? Frankfurt am Main: Peter Lang.

Starke, Kurt (2003): Sex & Sinnlichkeit. Forschungsbericht.

Starke, Kurt (2007a): Kinderwagen im Seminargebäude. In: Cornelißen, Waltraud/Fox, Katrin (Hrsg.): Studieren mit Kind. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 79–91.

Starke, Kurt (2007b): Postmenopause und Sexualität. Forschungsbericht.

Starke, Kurt (2017): Lebensglück Seniorinnen. Datensatz.

Starke, Kurt (2020). Die Partnerstudien. In: Voß, Heinz-Jürgen (Hrsg.): Die deutschsprachige Sexualwissenschaft. Gießen: Psychosozial-Verlag, S. 55–97.

Prof. Dr. habil. Kurt Starke

Soziologe, Sexualwissenschaftler und Partnerschaftsforscher. Er war Forschungsleiter am Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig und hat in großen empirischen Untersuchungen an die 70.000 Personen befragt.