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Granatapfel – stärkt Herz, Gefäße und Immunsystem


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Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 18.11.2022
Artikelbild für den Artikel "Granatapfel – stärkt Herz, Gefäße und Immunsystem" aus der Ausgabe 6/2022 von Deine Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 6/2022

Thomas Dunkenberger ist Heilpraktiker und arbeitet seit Mitte der 1980er mit energetischer Medizin, insbesondere östlicher Prägung. Während dieser Zeit lernte er während langer Aufenthalte in Indien und Nepal die Tibetische Medizin in theoretischer und praktischer Weise kennen. Er vertiefte seine Studien unter anderem am Kloster Samye Ling sowie durch langjährige Studien und praktische Zusammenarbeit mit tibetischen Ärzten/innen. Seine bedeutendsten Lehrer der spirituellen Philosophie und Medizin sind Dilgo Khyentse Rinpoche, Thulku Urgyen Rinpoche und Dr. Trogawa Rinpoche. Thomas Dunkenberger übersetzte und bearbeitete die beiden grundlegenden Werke der Tibetischen Medizin „Materia Medica tibetischer Heilmittel“ von Dr. Pasang Yonten und die „Quintessenz-Tantras der Tibetischen Medizin“ von Dr. Clark ins Deutsche und steht in ständiger Verbindung mit tibetischen Ärzten. Er ist Autor von „Das ...

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... tibetische Heilbuch“ (Windpferd-Verlag), „Tibetische Heilmassage und Moxabustion – Energetisch wirksame Punkte der Traditionellen Tibetischen Medizin für Massage, Moxa, Aderlass und Akupunktur“ (Bacopa-Verlag) und „Heilsubstanzen und Rezepturen der Tibetischen Medizin“ (Windpferd-Verlag).

Für mehr Infos bitte Mail an: th.dunkenberger@web.de

Der Granatapfel (Punica granatum) wächst als sommergrüner Baum mit einer Wuchshöhe von etwa zwei bis fünf Metern und wird auch als Busch kultiviert. Der Baum kann einige hundert Jahre alt werden. Die Pflanze stammt wahrscheinlich aus der Gegend des heutigen Iran bzw. aus West- und Mittelasien (Türkei, Iran, Afghanistan, Nordindien bis China) und wird seit der Antike auch im Mittelmeerraum und im Nahen Osten kultiviert. Heutzutage ist der Granatapfel weltweit verbreitet. Granatapfelbäume wachsen am besten auf sandigen, fruchtbaren Böden in bis zu 2 700 Meter Höhe und vertragen sogar kurze Frostphasen. Die kultivierten Granatapfelsträucher sind bei weitem nicht so widerstandsfähig.

Der Granatapfel ist eigentlich kein Apfel, sondern eine Beere. Er gilt als Symbol für Leben, Auferstehung und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht und Tod. Dies geht u. a. auf seine vitali- sierende („aphrodisierende“) Wirkung sowie auf die rote Farbe seines Saftes zurück. Der Granat- apfel wird sowohl im Koran, in der Bibel als auch im Talmud erwähnt. Er galt im europäischen Mittelalter als Sinnbild der ge- bärenden Jungfrau Maria, aber auch als Evas Apfel und Sinnbild des Lebens.

Von Wurzel bis Kern

Verwendung finden vor allem die Fruchtkerne aus den bis zu zwanzig Zentimeter großen und bis zu einem Kilo schwe- ren roten Früchten sowie das Fruchtfleisch und der gepress- te Fruchtsaft. Üblicherweise wachsen die Früchte aber eher in der Größe von Äpfeln. Gra- natapfelsaft ist heutzutage auf der ganzen Welt sehr beliebt. Das Fruchtfleisch wird in der Küche des Nahen Ostens gerne zur Verfeinerung von Wild- und Geflügelgerichten sowie zum Obstsalat verwendet, aber auch zum Färben von Wolle. Im Westen ist er auch als „Grena- dine“ bekannt, und findet bei der Zubereitung von Cocktails Ein- satz. Die Rinden der Früchte, des Baumes sowie der Wurzeln, aber auch Blüten und Blätter werden ausschließlich zu medizinischen Zwecken verarbeitet.

Frucht der Aphrodite und Symbol für Fruchtbarkeit

Im Granatpafel sind sehr viele bioaktive Stoffe, wie Polyphenole, Flavonoide, Gallotanni- ne, Anthocyane und weitere Antioxidantien enthalten. Diese Stoffe dienen u. a. dazu freie Radikale an der Oxidation im Körper zu hindern und diese zu binden. Hierdurch werden sowohl oxidativer Stress als auch Entzündungsreaktionen reduziert. Zudem lassen sich die Mineralien Kalium, Kalzium, Magnesium, komplexe Polysac- charide sowie sehr viele weitere bioaktive Stoffe nachweisen. Israelische Studien belegen, dass Lutschpastillen mit Granatapfel, Ingwer, Kurkuma und Süßholz die Virusbelastung des Speichels um 90 Prozent reduziert haben; interessant wäre eventu- ell auch eine weitere Kom- bination mit dem ebenfalls antiviralen Cystus inca- nus (Zistrose). Gerade in der viralen Belas- tungszeit des Herbstes und des Winters sind Lutschpastillen eine sehr gute Möglichkeit der Vorbeugung. In der persischen Medizin wird eine traditionelle Mundspülung und Gurgellösung („Golnaar“) aus dem Extrakt der Granatapfelblüten in Kombination mit Essig gegen Halsentzündungen verwendet und in neu- eren Untersuchungen wird auch explizit darauf verwiesen, diese Gurgellösung als Alternative zu Chlorhexidin gegen alle Formen von Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich erfolgreich einsetzbar ist. Die antioxidative Wirkung scheint zudem sehr positive Effekte bei Entzündun- gen des Gefäßsystems sowie bei bestimmten Krebserkrankungen (z. B. Prostatakrebs) zu entfalten.

Arzneimittel, Nahrungsmittel, Genussmittel

Die medizinische Wirksamkeit des Granatapfels ist bereits in der alten persischen Medizin- tradition beschrieben. Diese Tradition wird heute u. a. im indischen Ableger Unani weiter gepflegt. Auch im alten Rom wurden durch Plinius verschiedene Wirkungen des Granatapfels aufgezeigt. In der euro- päischen Naturheilkunde finden sich Beschreibungen der Pflanze, aber es wird vor allem eine Ab- kochung der getrockneten Rinde (evtl. in Kombination mit der getrockneten Wurzelrinde, den jungen Früchten und den Blättern) gegen Bandwürmer angewendet. Prinzi- piell wirken verschiedene Anteile des Granatapfels generell als wurmtreibendes Mittel. Im indischen Ayurveda werden viele In- dikationen für die Anwendung der unterschiedlichen Anteile dieser Pflanze aufge- zählt.

Indikationsbeispiele im Ayurveda:

Die Frucht wird sowohl als Nah- rungsmittel als auch als Arznei zur Rekonvaleszenz nach einem starken Durchfall angewendet. Den Sirup der Frucht verschreibt man als fiebersenkendes Mit- tel zur Kühlung bei saisonalen Fiebererkrankungen sowie bei Malaria. Unreife, getrocknete Früchte werden in pulverisierter Form als adstringierendes (zusammenziehendes) Schnupfpul- ver bei Nasenbluten eingesetzt. Die Paste aus den grünen Blättern wird bei Bindehautentzündung aufgetragen. Ein halber Liter der Abkochung der Kombination aus den frischen Blüten kombiniert mit Hundszahngras (Cynodon dactylon), Zimt und/oder Nelken und ca. 2 bis 3 Gramm Alaun (ein Mineralsalz) findet als Gurgelmit- tel bei Halsentzündungen sowie als vaginaler Einlauf bei Schei- denausfluss (Fluor), Geschwüren der Gebärmutter und als analer Einlauf bei Geschwüren im Be- reich des Rektums Einsatz.

Je nachdem, um welche Pflanzenanteile es sich handelt, wir- ken diese sehr unterschiedlich. Die Rinden der Wurzeln und des Stammes, die Blüten und die Blätter wirken kühlend und zusammenziehend; der Geschmack ist bitter. DieGranatapfelsamen und (in deutlich geringerem Maße) auch das Fruchtflfleisch wirken wärmend. Hier ist der Geschmack sauer und etwas süß. Hierdurch ergeben sich völlig unterschiedliche medizinische Einsatztzmöglichkeiten. Die weiter oben beschriebenen Rezepturen aus dem Ayurveda und der Unani-Medizin enthalten vor allem die kühlenden Pflflanzenanteile, das heißt die Indikationen beziehen sich auf entztzündliche Erkrankungen.

Granatapfelsamen – Aphrodisiakum der Tibetischen Medizin

In der Tibetischen Medizin werden vorrangig die getrockneten Samen und eventuell das getrocknete Fruchtflfleisch verwendet. In dieser Heiltradition gibt es eine eigene Klasse an Rezepturen, die auf der Basis des Granatapfels aufgebaut ist. Granatapfelsamen gelten als außerordentliche Substanz zur Vermehrung der Verdauungshitztze und zur Regeneration der Nierenwärme (= aphrodisierende Wirkung). Beim Granatapfel wird auch eine blutbildende Eigenschaft beschrieben, was durch die verbesserte Bildung der Nahrungsessenz (Chylus) und der darauf folgenden Blutbildung in der Leber sowie über die Erwärmung der Milz begründet ist. Durch die wärmende Wirkung und den sauren und süßen Geschmack kann man die möglichen Anwendungen leicht erkennen, das heißt alle „kalten“ Erkrankungen (= im Sinne der Tibetischen Medizin insbesondere eine Erhöhung vor allem der Körperenergie Peken/Schleim), insbesondere des Magen-Darm-Traktes und der Nieren bzw. des Urogenital- Traktes, Dyspepsie, Appetitlosigkeit, Blähungen, allgemeine Verdauungsstörungen, Aufstoßen, Neigung zur Verstopfung, Mikroorganismen im Dünndarm und Dickdarm, Nierenschwäche, Lympheinlagerungen, Beschwerden und Schwäche im Lumbalbereich und/oder den Hüften und/ oder im Beinbereich, Fluor albus (weißer Scheidenausflfluss), Dysregulationen der Menstruation sowie Probleme der Nebennieren bis hin zu eventuellen Schwierigkeiten bei der Empfängnis sind klassische Indikationen. Auch bei Kälte in den Lungen mit Schleimbildung sowie bei übermäßigem Druck in den Lungen lassen sich Granatapfelsamen anwenden.

Neben der einfachen Möglichkeit die Granatapfelsamen direkt zu essen kann man bei entsprechenden Störungen auch Granatapfelsaft bzw. -Ursaft (mit Wasser verdünnt) trinken. Die Kerne haben, wie oben beschrieben, eine wärmere Wirkung. Die Bioverfügbarkeit ist nach heutiger Studienlage deutlich besser gegeben, wenn eine mindestens halbstündige Pause zu den Mahlzeiten erfolgt. Dies gilt auch für folgende tibetische Rezeptur „Sedru-5“ (Granatapfel- 5). Sie kann von einer kompetenten Apotheke direkt vermischt oder einfacher als Fertigpräparat Diges-Tib Padma bezogen werden. Die Mischung: Punica granatum (Granatapfel; Samen) = 24 g; Alpinia offifficinarum (Galgant; Wurzel) = 13 g; Piper longum (Langer Pfeffffer; Früchte/Samen) = 3 g; Elettttaria cardamomum (grüner Kardamom; Früchte/Samen) = 1,5 g; Cinnamomum cassia (Zimtkassie; Stängel/Rinde) = 1,5 g.

Buchtipps:

Thomas Dunkenberger: „Das tibetische Heilbuch“, Windpferd-Verlag, 2020, Taschenbuch, ISBN 978-3-86410- 230-1, 17 Euro

Thomas Dunkenberger: „Tibetische Heilmassage und Moxabustion“, Bacopa-Verlag, 2014, Taschenbuch, ISBN 978-3-902735-30-0, 29 Euro

Thomas Dunkenberger: „Heilsubstanzen und Rezepturen der Tibetischen Medizin: Naturheilkunde vom Dach der Welt“, Windpferd Verlag 2019, Taschenbuch, ISBN 978-3-86410- 230-1, 17 Euro.

Die Einnahme erfolgt am bes- ten morgens und mittags circa 30 Minuten vor dem Essen mit noch sehr warmem (am besten abgekochtem) Wasser. Bei ent- sprechender Indikation (siehe unten) eventuell auch abends. Die Einnahmemenge beträgt 500 mg bis 1 Gramm bzw. 1 bis 2 Kapseln des Fertigpräparates.

Punicas großes Wirkspektrum

Der Granatapfel lässt sich sehr vielfältig einsetzen und in dieser Kombination ist die Indikations- breite dieser relativ einfachen und effektiven Rezeptur enorm:

• alle digestiven Schwächen (Ver- dauungsschwäche allgemein)

• zur Stärkung des sogenannten Verdauungsfeuers Übermaß von Kälte im Körper allgemein

• Magenschwäche (Dyspepsie)/ Magenkälte prinzipiell zur Steigerung des allgemeinen Energieniveaus (Tonikum) Entgiftung des Stoffwechsels

• Kälte der Hände und der Füße (Durchblutung) zur Steigerung der Nierenwärme

• Schmerzen im Nierenbereich und in der Lumbalregion, die aufgrund der verminderten Verdauungshitze durch Nie- renkälte entstehen

• Schmerzen in den Knien (auf- grund von Nierenkälte)

• Schmerzen in der Hüftregion

• Schwäche der Beine

• generell zur Steigerung der Deine Körperkraft

• inneres und/oder äußeres Kältegefühl

• karminativ (bei Blähungen)

Der Granatapfel hilft bei der Entgiftung des Stoffwechsels

• Roemheld-Syndrom = Blä- hungen die auf die Herzachse drücken und hierdurch zu Herzbeschwerden führen

• bei Verlust des Geschmacks- sinnes aufgrund von erhöhter Kälte (hier ist an Long-Covid-Symptomatik zu denken!) In diesem Fall abends ca. 30 Minuten nach dem Essen ein- nehmen)

• erhöhtes Körpergewicht, Fettleibigkeit – prinzipiell zur Gewichtsreduktion

• Meteorismus (Blähbauch)

• übermäßige Ansammlung von Lymphflüssigkeit aufgrund mangelnder Verdauungsleistung

• Anregung des Kreislaufsystems

• begleitend bei unerfülltem Kinderwunsch aufgrund von Nierenkälte (Nebennieren!)

• begleitend bei schwacher Menstruation aufgrund von Kälte (insbesondere der Nieren)

• begleitend bei Vaginalausfluss infolge von Kälte (insbesonde- re der Nieren)

• begleitend bei sexueller Dys- funktion des Mannes

Bitte beachten: Diese Rezeptur bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich nicht anwenden! Bei allen anderen entzündlichen Erkrankungen sollte man Vorsicht walten lassen, und auch die blutdrucksteigernde Wirkung ist bei Blut- hochdruck (insbesondere bei älteren Menschen) zu bedenken. Empfehlung: In all diese Fällen immer zuerst eine sehr kleine Dosierung einnehmen (also maximal 1 Kapsel versuchswei- se) und dann eventuell die Dosis individuell steigern und individuell anpassen.