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Immunfit durch den Winter


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Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 23.09.2022
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Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 5/2022

Von Christine Baumann, Heilpraktikerin und Buchautorin,

Aufgabe des Immunsystems ist es, Eindringlinge wie beispielsweise Viren oder Bakterien abzuwehren. Je kompetenter das Immunsystem ist, desto schneller erkennt es etwaige Gefahren, je wehrhafter es ist, desto besser können Krankheitserreger unschädlich gemacht werden.

Darum sollte man viel trinken

Die erste Barriere, die Erreger passieren müssen, ist unsere Haut bzw. Schleimhaut. Wir tun also gut daran, unsere Schleim- häute zu pflflegen. Damit ausreichend Sekrete gebildet werden können, die keimfeindliche Stoffffe enthalten, muss dem Körper ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung stehen. Außerdem erreichen wir durch regelmäßiges Trinken eine zuverlässige Durchspülung der „Eintrittttspforten“, über die sich Infekte anschleichen.

Tipp: Ein Glas Wasser pro Stunde erschwert Atemwegsinfekten, sich über den Rachen auszubreiten und auch die Harnwege werden so laufend gereinigt. Eine Trinkmenge von 30 bis 40 ...

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... ml pro kg Körpergewicht (das entspricht etwa 2 bis 3 l Wasser oder ungesüßtem Tee) ist also bereits eine Möglichkeit, die Gesundheit zu fördern.

Auch die Pflflege der durch die Heizungsluft ausgetrockneten Nasenschleimhäute zum Beispiel mit Hilfe von Nasensalben oder regelmäßiger Nasendusche hilft die Ansteckung mit Atemwegsinfekten zu reduzieren. Lutschtabletttten oder -pastillen mit einer Kombination aus Vitamin C und Zink helfen ebenso den Rachen von potenziellen Eindringlingen zu reinigen, wie auch Mundhygiene- Sprays oder 1- bis 2-mal täglich angewendete Gurgellösungen, wenn man zu Infekt- Hoch-Zeiten enge Räume und Menschenansammlungen nicht vermeiden kann.

Nix wie raus an die frische Luft

Spaziergänge im Freien befeuchten und belüften die Schleimhäute und stärken aufgrund der Bewegung das Herz-Kreislauf- System und die Abwehrkräfte. Außerdem helfen sie, Gute-Laune- Hormone auszuschütttten und wir wissen heute, dass eine gesunde Psyche eine wichtige Grundlage für ein starkes Immunsystem ist.

Eine ausgewogene Ernährung mit mindestens fünf Portionen Gemüse (und Obst) pro Tag, möglichst saisonal und regional, aus biologischem und schadstoffffarmem Anbau, die mit viel Abwechslung bunte Variationen auf den Teller liefern, versorgt den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffffen und sekundären Pflflanzenstoffffen, die das Immunsystem kompetenter und schlagkräftiger machen. Eine Portion ist dabei so groß wie das, was in Ihre eigene Hand passt. Wenn Sie zu Mittttag einen bunten Gemüseeintopf verspeist haben und als Nachspeise einen Apfel, dann haben Sie also schon drei Portionen geschafffft. Ideal ist es, wenn ab und zu fermentierte Speisen wie beispielsweise Sauerkraut auf dem Speiseplan stehen. Diese pflflegen unseren Verdauungstrakt, entlang dessen 80 % unserer Immunzellen sitztzen und sie liefern große Mengen an Vitamin C und anderen Mikronährstoffffen.

Vitamin C – mehr als eine Prophylaxe

Vitamin C wird zur Aktivierung von Fresszellen und zur Bildung von Abwehrzellen und Immunglobulinen benötigt. Das wasserlösliche Vitamin wirkt direkt bakterienfeindlich und hindert auch Viren an ihrer Ausbreitung. Außerdem ist es ein echter Jungbrunnen für alle Zellen des Körpers. Besonders während der Abwehr eines akuten Infektes und der anschließenden Regeneration wird jedoch sehr viel davon verbraucht. Die einzigen Zellen, die überhaupt nennenswerte Mengen an Vitamin C im Körper speichern, sind die weißen Blutkörperchen, die Schutztzpolizei unseres Körpers. Bereits in den ersten Stunden eines Infekts reduziert sich ihr Vitamin-C-Gehalt etwa um die Hälfte. Es ist also wichtig, diesen schon während der Erkrankung gezielt wieder aufzufüllen. Vita- min-C-reiche Nahrungsmittel wie Fenchel, Kohlrabi, Beerenfrüchte oder Sauerkraut sollten dann auf dem Speiseplan stehen. Da das hitzeempfindliche Vitamin bei der Nahrungszuberei- tung oftmals verloren geht und nur begrenzt über die Darm- schleimhaut aufgenommen werden kann, bieten einige Arzt- und Heilpraktikerpraxen Kuren mit hochdosiertem Vitamin C per Infusion an. Diese haben sich auch in der Nachbehandlung von viralen Erkrankungen als sehr hilfreich erwiesen. Insbesondere Langzeitfolgen von Infekten, die einen außergewöhnlich hohen oxidativen Stress verursachen, wie das beispielsweise bei Co- vid-19 der Fall zu sein scheint, lassen sich mit Vitamin C sehr gut begleiten. Infusionen können dabei den Start einer Kur einleiten. Eine Vitamin-C- und insgesamt Antioxidantien-reiche Ernährung mit vielen bunten sekundären Pflanzenstoffen verbessert die Aussichten auf vollstän- dige und rasche Regeneration. Diese Empfehlung gilt übrigens nicht ausschließlich für Er- krankungen mit Corona-Viren. Infekte verursachen generell eine vermehrte Entstehung freier Radikale, wenn auch in etwas geringerem Maße als im Rahmen einer Infektion mit Covid-19.

Beispielrezept: Buntes Gemüse

¼ Sellerieknolle, 3 bis 4 Karotten, ½ Hokkaidokürbis, ½ Fenchelknolle, 1 Kohlrabi in Würfelchen schneiden. Mit Kräutersalz, Pfeffer, Paprikapulver, Kräutern der Provence, etwas Majoran und einer Mischung aus Muskat, Kreuzkümmel und Koriander würzen. Etwas Olivenöl zugeben und alles gut vermengen.

Nach Geschmack können auch stückige Tomaten aus dem Glas zugegeben werden. Als kleine Superfood- Ergänzung eignen sich Pinienkerne oder Sonnen- blumenkerne, die eine gute Portion Zink liefern, was unser Immunsystem vor allem im Hinblick auf Viren kompetent macht.

Eine klein geschnittene Mozzarellakugel und ein bisschen Parmesan drüber verteilen. Für 30 bis 40 Minuten bei 180 Grad in den Ofen schieben.

Radikalfänger und Co.

Sekundäre Pflanzenstoffe wirken immunstimulierend und teilweise antimikrobiell. Außerdem sind sie hervorragende Radikalfän- ger. Sie sollten also reichlich und vielfältig in unserem Menüplan vorkommen, wenn wir unsere Abwehrkräfte über die Ernährung stärken wollen. Sulforaphan aus Brokkoli beispielsweise wirkt ab- wehrsteigernd und beschleunigt Entgiftungsprozesse im Körper. Beta-Carotin aus Karotten, Kür- bis oder Rote Beete ist ein echter Superheld unter den Radikalfängern. Kurkumin wirkt Entzündun- gen entgegen, reduziert oxidativen Stress und stärkt die Schleim- häute. Anthozyane aus Beeren helfen dem Immunsystem bei der Abwehr von Eindringlingen und oxidativem Stress.

Abwehrsteigerung durch richtige Ernährung

Das Spurenelement Zink wirkt direkt antiviral. Im Rahmen der Infektabwehr wird es für die Produktion von Abwehrenzymen

verbraucht. Fehlt Zink, arbeitet unsere zelluläre Abwehr nicht optimal. Eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine verminderte Impfantwort und ein größeres Risiko für Langzeitfolgen, wie beispielsweise nach Covid-19 oder EBV bekannt, werden von Zink-Mangel- Zuständen begünstigt. Zu den abwehrsteigernden Zinklieferanten gehören Erbsen, Nüsse, Hirse, Hafer oder Sesam. Die Aminosäure L-Lysin regeneriert unsere Schleimhäute und ihre Abwehrfähigkeiten und wirkt außerdem allgemein antiviral. In pflflanzlichen Lebensmitttteln ist sie nicht sehr weit verbreitet. Quinoa, Erbsen oder Linsen bilden hier die Ausnahmen, die uns mit der Aminosäure versorgen können. Käse oder Ei liefern den begehrten Vitalstoffff ebenfalls. Die Stabilität und die intakte Funktion unserer Schleimhäute sind abhängig von einer ausreichenden Versorgung mit dem fettttlöslichen Vitamin A. Mit seiner Hilfe werden Immunglobuline produziert und verschiedene Abwehrzellen aktiviert. Fehlt es, steigt die Infektanfälligkeit und insbesondere virale Angriffffe können schlechter abgewehrt werden. Niedrige Vitamin-A-Spiegel führen dazu, dass sowohl bei einem Infekt als auch nach einer Impfung weniger Antikörper gebildet werden können.

Vitamin A erhalten wir überwiegend aus tierischen Lebensmitttteln wie Käse oder Eiern, aber auch aus hochwertigem Olivenöl. Im Rahmen einer veganen Ernährung kann eine Ergänzung mit Vitamin-A-Tropfen in Erkältungszeiten sinnvoll sein.

Auch das fettttlösliche Vitamin D ist essentiell für die Stärke unseres Immunsystems. Da wir es über die Ernährung schlecht aufnehmen können und wir in der Zeit von Oktober bis März aufgrund des Sonneneinfallswinkels Sonneneinfallswinkels in unseren Breiten kein Vitamin D über die Haut produzieren können, kommen wir um eine Ergänzung mit dem Mikronährstoffff kaum herum. Ein 70 kg schwerer Erwachsener sollte dabei nach aktuellen Erkenntnissen zwischen 4000 und 6000 IE täglich in Form einer öligen Lösung zu einer fetttthaltigen Mahlzeit einnehmen.

Ein weiteres wichtiges Spurenelement für das Immunsystem ist Selen. Es stimuliert die Antikörperproduktion und aktiviert natürliche Killerzellen. Als unverzichtbarer Bestandteil diverser Enzyme und starker Radikalfänger ist das Halbmetall ein wichtiger Verbündeter in der schlagkräftigen Abwehr viraler und anderer Erkrankungen. Da wir von dem Spurenelement nur sehr wenig aufnehmen müssen, reichen zwei Paranüsse pro Tag, um unseren Bedarf zu decken. Größere Mengen dieser Nüsse sollte man nicht verzehren, da sie die Neigung haben, radio- aktives Radium anzureichern, so dass außerdem auf die Herkunft der Nüsse zu achten ist. Pilze, Hülsenfrüchte, Zwiebel, Zucchini und alle Kohlgewächse reichern gerne Selen an, sofern es im Boden vorhanden ist. In Deutschland ist es jedoch in vielen Ge- genden Mangelware.

Selen stimuliert die Antikörperfunktiom und aktiviert natürliche Killerzellen.

Immunfit Teerezept

25 g Odermennig

25 g Schafgarbe 25 g

Cistuskraut 25 g

Alles mischen, von dieser Mischung 1 TL pro Tasse mit heißem Wasser überbrühen, ca. 10 Min. ziehen lassen, 1 bis 2 Tassen täglich trinken.

So sorgen Sie für Darm-Gesundheit

Da der Darm eine große Rolle für unsere Gesundheit und insbe- sondere für unser Immunsystem spielt, lohnt es sich, ihn durch ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu pflegen. In naturheilkundlich orientierten Praxen kann mit- tels einer Stuhlanalyse geprüft werden, wie fit Schleimhaut und Verdauungsleistung sind und ggf. ein Konzept zu deren Unter- stützung erstellt werden. Ein Kraut, das hilft die Darm- gesundheit zu erhalten, ist der Odermennig. Das Rosengewächs ist aufgrund seines rekordver- dächtigen Gerbstoffgehaltes ein Durchfallmittel erster Güte. Die wertvollen Katechine des Oder- mennigs werden außerdem mit denen des japanischen grünen Tees verglichen, für dessen be- kannte krebsfeindliche Wirkung sie verantwortlich sind. Der Odermennig wirkt antimikrobiell und wundheilend und pflegt so die Darmschleimhaut und hält Eindringlinge fern. Er ist ange- nehm im Geschmack und sehr bekömmlich, was ihn alleine oder beispielsweise in Kombination mit Schafgarbe zu einem guten Teekraut zur Pflege des Verdau- ungstraktes macht.

Christine Baumann, geboren 1978, ist Heilpraktikerin in eigener Praxis im bayerischen Mittenwald. Ihr therapeutisches Spektrum verbindet Pflanzenheilkunde, Spagyrik, Homöopathie, manuelle Therapien und andere Verfahren aus der Traditionellen Abendländischen Medizin mit modernen Ansätzen aus anthroposophischer und orthomolekularer Medizin sowie Ernährungstherapie. Infusionskonzepte, Ohrakupunktur und Blutegeltherapie runden das Praxis-Portfolio ab. Praxisschwerpunkte sind Frauengesundheit, Darmgesundheit, Stoffwechsel und Immunsystem. Sie lebt auf einem Selbstversorgerhof in einem Hochtal in Tirol. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie als Referentin für verschiedene Anbieter tätig und buchbar für Vorträge und Seminare.

Buchtipps

Christine Baumann, „Darm-natürlich gesund“, AT Verlag, ISBN: 3038008941, 23 Euro

Christine Baumann, „Gesund mit Vitalstoffen“, AT Verlag, ISBN: 3039020684, 24 Euro

Erste-Hilfe-Kräuter bei einem akuten Infekt

Hat uns ein Infekt akut erwischt, können wir pflanzliche Helfer zur Unterstützung rufen. Kapuzi- nerkresse pflegt die Schleimhäute und wirkt als pflanzliches Breit- band-Antibiotikum. Thymian und Salbei vertreiben Eindring- linge, beruhigen den Hustenreiz und regulieren die Schleimbildung. Lindenblüten oder Holun- der unterstützen Fieberprozesse und helfen, über den Schweiß auszuleiten.

Mädesüß und Weidenrinde lindern Kopf- und Gliederschmer- zen und senken die Temperatur. Storchschnabel, Melisse und Ein- jähriger Beifuß liefern Wirkstoffe, denen antivirale Eigenschaften nachgewiesen werden konnten. Erschöpfungszustände kann man mit Taigawurzel, Meisterwurz oder Wermut begegnen sowohl während als auch nach einer Er- krankung. Die Natur bietet uns einen großen Blumenstrauß an freundlichen Helfern an – wir müssen uns nur an sie erinnern. Wir können unseren Körper also mit einfachen Mitteln und vor allem grundlegend mit unserer Ernährung in seiner Abwehrkraft unterstützen.

Lassen Sie es sich also schmecken und bleiben Sie gesund!