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Keine CHANCE für Diabetes


Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 12.11.2021

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Bildquelle: Hörzu Gesundheit, Ausgabe 4/2021

KRANKMACHER Viel zu viel Zucker im Essen kann unsere Insulinproduktion überfordern

Der genussvolle Biss in ein leckeres Stück Sahnetorte. Das Abschlecken eines Marmeladenlöffels – klingt lecker, doch Millionen Menschen können das nicht bedenkenlos genießen. Sie sind zuckerkrank, leiden unter dem sogenannten Typ-2-Diabetes. Ihr Körper produziert zwar das lebenswichtige Insulin – aber das von der Bauchspeicheldrüse freigesetzte Hormon wirkt nicht mehr so, wie es soll: So wird der Zuckertransport in die Körperzellen stark behindert. Die Folge: Infektionen, Krämpfe, schlechte Wundheilung, Nierenleiden, Netzhauterkrankungen – und die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Verhindern können Betroffene die Auswirkungen nur, wenn sie ihre Blutzuckerwerte genau kennen und im Griff behalten. Was bisher eine mühevolle Aufgabe war, wird heute durch die moderne Technik immer leichter: Innovative Zuckerkontrollsysteme und digitale Gesundheitsanwendungen (DIGA) unterstützen Betroffene im ...

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... Alltag. Und die neuen blutzuckersenkenden Medikamente schützen sogar vor den Folgeerkrankungen und führen dazu, dass Diabetiker länger leben.

Es hapert noch bei der Aufklärung

Acht Millionen Deutsche leiden laut Statistik unter Diabetes Typ 2. Und sogar die Dunkelziffer liegt in Millionenhöhe – etwa zwei Millionen Deutsche wissen noch gar nichts von ihrer Stoffwechselerkrankung. Viele Experten schlagen Alarm, so auch Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe: „Die Zahl der Betroffenen steigt unverändert dramatisch an. Für das Jahr 2040 prognostiziert das Robert Koch-Institut über zwölf Millionen Diabetiker in Deutschland.“ Er fordert von der Politik mehr Engagement für Aufklärung und Prävention bei Diabetes mellitus. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sei zwar bereits seit fünf Jahren beauftragt, eine Aufklärungskampagne zum Diabetes zu starten. „Passiert ist jedoch überhaupt nichts“, klagt der Arzt.

Eigenverantwortung - oft nur ein Wort

Diabetes gehört zu den fünf größten Volkskrankheiten, doch ist sie kein Schicksal, dem jeder ausgeliefert ist. „Die Menschen sind auch selbst schuld“, erklärt der Diabetologe. „Viele nehmen die Vorsorgeuntersuchungen nicht wahr oder ignorieren die ersten Symptome.“ Hier ist Eigenverantwortung gefordert. Denn Diabetes ist tückisch: Er kommt schleichend. Oft vergehen von den Anfängen einer Insulinresistenz bis zum Diabetes Jahrzehnte. Weil die Warnzeichen wie Schwitzen, Durst, Abgeschlagenheit, Verdauungsbeschwerden so unspezifisch sind, wird die Krankheit meist viel zu spät erkannt. Nur mithilfe regelmäßiger Check-ups beim Haus- oder Facharzt lässt sich dem Prä-Diabetes auf die Spur kommen, die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit verzögern oder diese womöglich ganz verhindern.

Oft sind falsche Ernährung und fehlende Bewegung die Ursachen. Wegen der Corona- Pandemie droht sich derzeit das Problem zu verschärfen. Und die Patienten werden immer jünger, da es in der Krise vielen jungen Menschen an sozialer Struktur und geregeltem Tagesablauf fehlt. Das könnte wiederum zu einer Vernachlässigung von Ernährung und Bewegung führen – ein weiterer Treiber der Krankheit.

Therapie auf den Patienten zugeschnitten

Da viele Typ-2-Diabetiker übergewichtig sind, beginnt ihre Therapie zunächst mit einer Ernährungsumstellung, die eine Gewichtsabnahme ermöglicht, einer Intensivierung der Bewegung und Fitness und der Einnahme blutzuckersenkender Medikamente. „Eine Diabeteserkrankung muss bei jedem Betroffenen individuell behandelt werden“, erklärt Dr. Kröger. Nicht bei allen Patienten wirken Lebensmittel gleich. So kann etwa das Essen einer Banane bei Patient A einen starken Blutzuckeranstieg bewirken, während es bei Patient B kaum zu Buche schlägt. Auch wirken die Medikamente nicht bei jedem gleich, und nicht jeder Stoffwechsel kann trotz guter Therapietreue dauerhaft ohne Schwankungen eingestellt werden.

Weiterer Vorteil einer mit dem Patienten abgestimmten Therapie: Er fühlt sich in seiner Person wahrgenommen und zudem weniger eingeschränkt in seinem Alltagsverhalten. Sind die Vorschriften für sie stimmig, fällt es den meisten Diabetikern leicht, diszipliniert und dauerhaft ihre Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen.

8 MILLIONEN Deutsche leiden unter Diabetes Typ 2. Dazu kommen etwa 2 Millionen, die noch nicht diagnostiziert sind.

Digitalisierung und neue Medikamente

Wertvolle Unterstützung in der Therapie liefern heutzutage digitale Gesundheitsanwendungen. Die Applikationen für Smartphones und Tablets (kurz: Apps) umfassen etwa Tagebücher oder Medikamentenerinnerungen. Sind sie vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen, kann sie der Arzt sogar verordnen. Mittels einer App lassen sich auch die Zuckerwerte in Verbindung mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät überwachen. Dabei misst ein Sensor unter der Haut in Zeitabständen von nur wenigen Minuten den Zucker im Gewebe und übermittelt die Ergebnisse an das Smartphone. So können sogar Angehörige wie Eltern die Glukosewerte ihrer Kinder, während diese etwa in der Schule sind, im Auge behalten.

Einen Fortschritt gibt es auch in der medikamentösen Therapie: Arzneien mit neuartigen Wirkmechanismen wie die GLP-1-Analoga oder SGLT-2-Blocker haben nicht nur einen blutzuckersenkenden Effekt, sondern verhindern auch bei herz- und nierenerkrankten Menschen das weitere Fortschreiten. Sie können die Lebenserwartung von Diabetikern erhöhen.

CLAUDIA BROCK

@lifeline.de/diabetes Hier finden Sie weitere Informationen über die Stoffwechselerkrankung