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Können die Wunden der Kolonialisierung heilen?


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evolve - epaper ⋅ Ausgabe 32/2021 vom 02.11.2021

FRÜH AUFSTEHER

evolve: In deinen Ahnenreihen treffen sich verschiedene Traditionen. Wie hat das dein Leben und dein Engagement beeinflusst?

Lyla June: Traditionell stellen wir uns selbst zuerst mit dem Namen des Familienclans vor, von dem wir abstammen. In meiner Muttersprache ist das Diné Bizaas. Man kennt uns fälschlicherweise auch unter dem Namen Navajo. Ein Teil des Kolonialisierungsprogramms ist nicht nur die Umbenennung des Landes, sondern auch der Menschen. Wir sind die Ureinwohner der Region, die als New Mexico, Colorado, Utah und Arizona bekannt ist. Aber wir nennen es Diné Bizaas. Mein zweiter Stamm ist Tsétsêhéstâhese (Cheyenne), durch die Mutter meines Vaters. Der Vater meines Vaters ist ein europäischer Nachkomme, und soweit ich weiß, gibt es auch noch schottische Gene in mir, was ich gerade noch entdecke.

Mit diesem Hintergrund möchte ich der Welt von meinen Leuten berichten, denn wir ...

Artikelbild für den Artikel "Können die Wunden der Kolonialisierung heilen?" aus der Ausgabe 32/2021 von evolve. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: evolve, Ausgabe 32/2021

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... sind so unsichtbar. Viele Amerikaner wissen nicht einmal, dass es uns in unserem eigenen Heimatland gibt. Aber es geht nicht nur darum, zu zeigen, wer wir sind und warum wir wichtig sind, sondern auch darum, der Welt Fähigkeiten, Prinzipien und Denkweisen zu geben, um unsere drängendsten Herausforderungen zu lösen.

¬ VERGEBUNG UND VEREINIGUNG SIND DIE SCHNELLSTEN WEGE ZUR HEILUNG. ¬

e: Du bist eine Fürsprecherin deines Volkes. Wurdest du von den Stammesältesten dazu beauftragt?

LJ: Ja und nein. Mir wurde von den Ältesten zu verstehen gegeben, dass ich hier bin, um meine Gemeinschaft zu unterstützen und ihr zu dienen. Auf der anderen Seite wurde meine Führungskraft zu einem großen Teil nicht unbedingt durch eine noble Haltung inspiriert, sondern durch Unsicherheit. Ich glaubte, dass ich etwas sein musste, und begriff nicht, dass ich bereits jemand war.

Als Indigene wurden wir so abgewertet, dass wir oft die Notwendigkeit gespürt haben, den anderen das Gegenteil zu beweisen. Mein Großvater ging also auf eine der besten Unis der USA, die Stanford University. Ich bin seinen Fußstapfen gefolgt. Aber heute verstehe ich, dass ich nichts beweisen muss. Was zählt, ist, anderen zu helfen und meiner Gemeinschaft Kraft zu geben. Und wenn das durch meine Stimme gelingt: großartig. Ich möchte die Menschen meines Stammes und ihre Weisheit vertreten.

e: Du promovierst derzeit an der University of Alaska, Fairbanks, in Indigenous Studies mit dem Schwerpunkt Revitalisierung indigener Lebensmittelsysteme. Kannst du uns etwas über die Absicht dieser akademischen Arbeit erzählen?

LJ: Meine Absicht ist es, den Mythos der »primitiven Indianer« zu widerlegen und richtig zu stellen, dass die Ernährungssysteme der Ureinwohner in vielerlei Hinsicht weitaus fortschrittlicher waren als die heutigen Systeme. Die größere Absicht ist jedoch, Prinzipien und Praktiken zu erforschen und zu vermitteln, die wir nutzen können, um Lösungen für die Krisen zu entwickeln, in denen wir uns heute in Bezug auf Ernährung, Klima, Ökologie und Wirtschaft befinden.

Das Gespräch führte Gerriet Schwen.

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Video von »All Nations Rise«: https://t1p.de/uw0r