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Leichte Blumenerden: Mangelerscheinungen


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2015 vom 08.05.2015

Mit Torf oder Kokos als Hauptbestandteil wird aus einer schweren eine leichte Blumenerde. Doch aufgrund des klimaschädlichen Torfabbaus sowie wegen Nährstoffmangel und Schadstoffen können wir keines der von uns getesteten Leichtgewichte empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "Leichte Blumenerden: Mangelerscheinungen" aus der Ausgabe 5/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: imago/blickwinkel

Blumenerde ist üblicherweise ziemlich schwer, und das Schleppen der großen Säcke aus Bau- und Gartenmärkten trotz Auto eine Herausforderung. Da wundert es nicht, dass nun auch „leichte“ Blumen erde angeboten wird, beispielsweise „mit 50 Prozent weniger Gewicht“. Doch wie schaffen es die Hersteller, das Gewicht von Erde zu reduzieren? Zum ...

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... Beispiel indem sie eine Blumenerde anbieten, die fast nur aus Torf besteht. Oder sie wählen die „extraleichte“ Variante mit getrockneten und gepressten Kokosfasern oder -mark.


Der Abbau von Torf ist in hohem Maße klimaschädlich


Dass der Abbau von Torf in hohem Maße klimaschädlich ist, davor warnen ÖKO-TEST, die Umwelt- und Naturschutzverbände und Moorexperten seit Jahren. Moore sind die größten Kohlenstoffspeicher pro Flächeneinheit. Sie binden etwa sechsmal so viel Kohlenstoff wie Wald. Da die abgestorbenen Pflanzen unter Luftabschluss nicht abgebaut werden, bleibt der Kohlenstoff gespeichert – so lange, bis die Moore trockengelegt und genutzt werden. Durch die Oxidation des im Boden gebundenen Kohlenstoffs entweicht dann das klimaschädliche Kohlendioxid.

Heute kann man in Deutschland je nach Sichtweise nur noch ein bis fünf Prozent der Moore als natürlich bezeichnen. Der Rest wurde bereits entwässert und wird überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt. Allein durch Oxidation auf landwirtschaftlichen Flächen geht mindestens ein Zentimeter Torf jährlich verloren. Auf intensiv genutzten Flächen ist jedoch nach neuesten Untersuchungen des Naturschutzbunds (Nabu) mit bis zu vier Zentimetern zu rechnen, mahnt Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des Nabu-Landesverbands Niedersachsen.

Was aber ist die Alternative? Gartenbauverbände und Substrathersteller argu mentieren, dass man Torf nicht gänzlich ersetzen könne, vor allem nicht im Profigartenbau. Dazu reichten die Mengen an alternativen Stoffen nicht aus, zumal Grünkomposte, Rindenhumus und Holzfasern heute auch gern für Wärmeenergie genutzt würden.

Viele Experten sehen kultivierte Torfmoose als vielversprechenden Ersatz für Torf an, das haben verschiedene Versuche gezeigt. Doch noch ist die Torfmooskultivierung Zukunftsmusik. Zumindest im Hobbygartenbau könnte Torf jedoch komplett ersetzt werden, vor allem durch Kompost und Humusmischungen. Zu den Ersatzstoffen von Torf zählen auch Kokosfasern und Kokosmark, jedoch sind die in Deutschland verwendeten Mengen – überwiegend aus Indien und Sri Lanka – noch sehr gering. Sie werden aus der dicken, faserigen Hülle, die sich um die Kokosnuss legt, gewonnen. Diese Abfälle werden bisher oft verbrannt oder ins Meer geworfen, deshalb ist eine Verwertung durchaus sinnvoll. Die langen Fasern der Hülle konnten zumindest zu Seilen und Garnen verarbeitet werden. Für den Rest gab es lange Zeit keine Verwendung. Doch die übrigen Fasern und der abgesiebte Fei-nanteil – das Kokosmark – eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften dazu, anstelle von Torf in Substraten eingesetzt zu werden, teilweise ebenso die zerhackten Schalen der Kokosnuss – die Kokoschips. Dieses Restmaterial wird von speziellen Betrieben für die Substratherstellung weiterverarbeitet. Da Kokos palmen verstärkt Kalium und Natrium aufnehmen, führt das zu hohen Salz-, Natrium- und Chloridgehalten, die ausgewaschen werden müssen – und zwar mit Süßwasser. Um den pH-Wert zu stabilisieren, wird das Material mit einer Calc iumlösung gepuffert, dann sterilisiert, getrocknet, gesiebt und unter hohem Druck zusammengepresst.

Torf wird hierzulande auf degenerierten Moorflächen abgebaut, die bereits entwässert sind und überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt werden.


Foto: imago/blickwinkel

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Kokos gilt als Abfallprodukt, aber die Transportwege sind weit


Aber ist Kokos wirklich eine gute Alternative? Schließlich muss es über große Strecken transportiert werden und die Arbeitsbedingungen in Indien und Sri Lanka sind sicher nicht mit unseren Standards zu vergleichen. Hinzu kommt der Wasserverbrauch beim Auswaschen. Doch Abfälle, oder besser gesagt Reststoffe, zu verwerten, findet allgemein Zustimmung. Zumal das Ver-brennen der Kokoshülle den Menschen in der Umgebung schadet und zu weiteren CO2 -Emissionen führt. Aufgrund dieser Vorteile wurde Kokos vor einigen Jahren auf breiter Front als gute Alternative angesehen. Doch dann äußerte sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auch kritisch: „Durch den langen Transportweg werden unnötige Emissionen freigesetzt.“ Die BUND-Expertin für Moorschutz, Nicola Uhde, betrachtet Kokos zwar als mög liche gute Alternative, weist gleichzeitig aber daraufhin, dass es innerhalb des BUND noch keine einheitliche und abgeschlossene Meinung dazu gebe. Es lägen zu wenig Daten und Öko-Bilanzen vor.

Der Naturschutzbund (Nabu) ist Kokos gegenüber aufgeschlossen. „Der Transportweg ist wohl weit, aber eine Regenwaldrodung zur Landnutzung kann für Kokosfaser ausgeschlossen werden. Keiner rodet Urwald wegen Kokos“, so resümiert Felix Grützmacher, der Nabu-Experte für Moorschutz. Kokos in Substraten sei ein Abfall- oder Nebenprodukt, das sonst oft ins Meer geworfen werde. Er sieht Kokosfasern als Zuschlagprodukt für eine Blumenerdemischung, um den Torfgehalt zu reduzieren. Wünschenswert seien aber regionale Ersatzstoffe, doch im Moment könne man nicht auf Kokos verzichten.

Die Fairtrade-Gesellschaft Gepa, die schon seit Jahren ein Kokosprodukt zertifiziert hat, betrachtet den Transport differenziert. Das leichte gepresste Kokosmaterial werde mit Hochseeschiffen mit vergleichsweise niedrigen Emissionen überführt: auf 10.000 Kilometern (km) ist die CO2 -Bilanz wie 300 km mit dem Lkw. Die Arbeitsbedingungen für das Fairtrade-Produkt seien „überdurchschnittlich gut“, so die Pressereferentin Brigitte Frommeyer. Aber: „Einen tieferen Einblick in die allgemeinen Arbeitsbedingungen der Kokosblockherstellung hat die Gepa jedoch nicht.“

ÖKO-TEST hat neun leichte Blumenerden eingekauft – sechs Torf- und drei gepresste Kokosprodukte – und deren Qualität im Labor intensiv prüfen lassen, sowohl im Hinblick auf Nährstoffe als auch auf unerwünschte Inhaltsstoffe. Kann sich der Gartenfreund auf die Deklaration der Nährstoffe verlassen?

Das Testergebnis

Das wiegt schwer. Die Produkte sind bestenfalls „befriedigend“, zwei Erden fallen mit „mangelhaft“ durch. Diese beiden Produkte von Obi und Toom sind zudem so schwer, dass man nicht von einer leichten Blumenerde sprechen kann. Die Obi Living Garden wurde wahrscheinlich falsch gelagert, die Toom Leichte Blumenerde ist auch trocken zu schwer.
Klimaschädlicher Torf: Sechs Blumenerden bestehen zu mindestens 70 Prozent, drei davon fast ausschließlich, aus Torf, dessen Abbau in hohem Maße CO2 freisetzt. Deshalb werten wir Torf ab, Kokos als nachwachsenden Rohstoff jedoch nicht.
Schwermetalle, Schimmel und andere Schadstoffe: Insgesamt sind die Blumenerden kaum mit Schwermetallen belastet, lediglich die Dehner-Blumenerde fällt durch einen im Vergleich hohen Uran gehalt auf. In den Produkten von Neudorff und Romberg steckt jedoch Perchlorat – eine chemische Verbindung, die wie Uran ins Obst und Gemüse übergehen und gesundheitliche Probleme verursachen kann. Auch wenn die nachgewiesenen Gehalte in den Erden nicht sehr hoch sind, hat Perchlorat in einer Blumenerde nichts zu suchen. Das Gleiche gilt für E.-coli-Bakterien, die ebenfalls zweimal gefunden wurden. Die Toom Leichte Blumenerde wies außerdem Schimmel auf. Vor allem in Innenräumen hat schimmelige Blumenerde nichts zu suchen – und die Blumen erden sind auch für Zimmerpflanzen gedacht. Einatmen sollte man die Schimmelsporen schon gar nicht.
Tote Masse: Die Romberg Bollerbloom Feinste Pop Up Blumen-Erde ist mit ihrem niedrigen pH-Wert relativ sauer und enthält zudem zu viel Natrium. Da kann nichts mehr drauf wachsen, lautet das vernichtende Urteil des von uns beauftragten Fachinstituts, was durch einen Wachstumstest bestätigt wurde.
Häufig Nährstoffmangel: Blumen erde soll die Pflanzen für einige Wochen mit Nährstoffen versorgen, bevor nachgedüngt werden muss. Leider wurden die Richtwerte für Blumener-de der Güte gemeinschaft Substrate für Pflanzen, die als Mindestanforderungen zu sehen sind, für die Hauptnährstoffe Stickstoff und Phosphat in vielen Produkten unterschritten. In fast allen Erden stecken zu wenig Spurenelemente; die Richtwerte für Industrieerde (VDLUFA) werden deutlich nicht erreicht. Besonders nährstoffarm sind die Kokos erden von Ikea und Neudorff.
Deklaration überzeugt nicht. Lediglich die Compo-Blumenerde ist ordentlich deklariert. Die anderen Produkte weisen mehr oder weniger große Mängel auf. Die Hersteller Neudorff und Romberg geben für ihre Kokoserden zu viel Wasser zum Aufquellen an. Damit liefern diese wohl den gern beworbenen Pop-up-Effekt und sind nach wenigen Minuten aufgequollen – aber sie sind dann viel zu nass und Pflanzen können darauf kaum ge-deihen. Gutes will Weile haben: Das erzielt man mit weniger Wasser und einer längeren Aufquellzeit. Die Angabe von Ikea ist besser, wenn auch immer noch grenzwertig. Am häufigsten bemängeln wir jedoch fehlende oder abweichende Nährstoffangaben.

Experte

Kokos versus Torf

„Bei Kokos und den anderen Alternativstoffen handelt es sich um nachwachsende Rohstoffe, während bei der Torfnutzung langfristig wesentlich stärkere Umweltschäden auftreten. Aus Gründen der Klimarelevanz – Moore sind die raumeffektivsten Kohlenstoffspeicher – sind Alternativprodukte vorzuziehen. Wir raten daher von der Verwendung torfhaltiger Produkte ab.“

Dr. Frank Glante ist Fachgebietsleiter für Bodenzustand und -monitoring beim Umweltbundesamt.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben in Bau- und Gartenmärkten neun leichte Gartenerden eingekauft; sechs bestehen im Wesentlichen aus Torf, drei weitere aus gepressten Kokosfasern/Kokosmark. Diese Produkte werden erst zu Hause mit Wasser „aufgepoppt“.

Problematische Inhaltsstoff e
Wie üblich interessierte uns in erster Linie, inwieweit schädliche oder umstrittene Inhaltsstoffe vorhanden sind, die da nichts zu suchen haben und die möglicherweise auf Gemüse und Obst übergehen können. Wir schickten die Blumenerden daher ins Labor, um sie auf eine Vielzahl von Stoff en untersuchen zu lassen: auf gesundheitsschädliche Schwermetalle, Pestizide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), E.-coli-Bakterien und Perchlorat. Hohe Salzgehalte beeinträchtigen das Pflanzenwachstum, daher wurde der Natriumgehalt gemessen. Auch Unkraut ist für den Hobbygärtner kein Segen.

Nährstoff gehalt
Manche Stoffe schaden, andere nützen. Blumenerde sollte einen ausgewogenen Nährstoff gehalt haben, der die Pflanzen für einige Wochen mit Nahrung versorgt. Zu den Hauptnährstoff en gehören Stickstoff und Phosphat, aber auch Kalium und lösliches Magnesium, nicht zu vergessen die Spurenelemente. Die enthaltenen Mengen ließen wir untersuchen und von Experten bewerten. Grundlage waren die Mindestanforderungen für Blumenerde der Gütegemeinschaft Substrate (GGS) und die Richtwerte des Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA).

Weitere Mängel
Unser Untersuchungsprogramm klärte auch folgende Fragen: Ist die Blumenerde wirklich leicht? Stimmt die empfohlene Wassermenge zum Aufquellen der getrockneten Kokosprodukte? Sind die Nährstoffe auf den Substraten richtig deklariert? Das wiederum ist in der Düngemittelverordnung geregelt.

Die Bewertung
Auch Blumenerden sollen nicht mit problematischen Inhaltsstoff en belastet sein, diese Anforderung hat für ÖKO-TEST höchste Priorität. Etwas weniger stark gewichten wir den Nährstoff gehalt, da dieser nur eine Momentaufnahme ist und die Erde später ohnehin gedüngt werden muss. Schwere oder mehrere weitere Mängel können sich über das Testergebnis Nährstoff gehalt auf das Gesamturteil auswirken.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glosssar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 242.
Anmerkungen: 1) Weitere Mängel/Deklarationsmängel: Zink nicht deklariert (bei bodenunabhängiger Anwendung), Magnesiumangabe zu niedrig. 2) Weiterer Mangel/Deklarationsmangel: Stickstoff angabe zu hoch. 3) Weitere Mängel/Deklarationsmängel: Stickstoff angabe deutlich zu hoch, Kaliumangabe deutlich zu gering, Magnesium nicht deklariert, zu viel organische Substanz deklariert. 4) Weitere Mängel/Deklarationsmängel im Produkt für bodenunabhängige Anwendung: Stickstoff- und Phosphatangabe deutlich zu hoch, Kupfer und Zink nicht deklariert. 5) Weiterer Mangel/Deklarationsmangel: Kupfer ist entgegen der Deklaration nicht „in pflanzlich relevanten Mengen“ enthalten. 6) Weiterer Mangel/Deklarationsmangel: Angabe pH-Wert zu hoch. 7) Der genaue Gehalt an organischer Substanz ist nicht angegeben; ab Juli 2015 (Ende der Übergangsregelung der Düngemittelverordnung) ist dies erforderlich. 8) Produkt wurde in den Niederlanden in Verkehr gebracht; die Deklaration ist rein rechtlich in Ordnung. 9) Laut Anbieter wurde die Deklaration mittlerweile an die aktuelle Düngemittelverordnung angepasst; die Rezeptur hat sich nicht geändert.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Problematische Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Torf; b) Schimmelbildung. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) zu viel Natrium, mehr als 100 mg/kg; b) ein auff ällig niedriger pH-Wert von 4,6; c) Perchlorat; d) E.-coli-Bakterien, falls nicht schon wegen Schimmelbildung um zwei Noten abgewertet wurde; e) leicht verunkrautet, mehr als 1 Samen/Liter; f) ein auff ällig hoher Urangehalt von 1,4 mg/kg. Unter dem Testergebnis Nährstoff gehalt führt zur Abwertung um zweiNoten: deutlich zu wenig Stickstoff, weniger als 50 mg/l. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) zu wenig Stickstoff, 50 bis weniger als 100 mg/l; b) zu wenig Phosphat, weniger als 100 mg/l; c) zu viel Kalium, mehr als 1.000 mg/l; d) zu geringe Gehalte von einem oder mehreren Spurenelementen, d. h. weniger als 7,5 mg/l Eisen, weniger als 0,15 mg/l Bor, weniger als 0,75 mg/l Zink, weniger als 0,3 mg/l Kupfer, weniger als 1,5 mg/l Mangan (= mehr als 75 Prozent unter der Untergrenze des Richtwerts VDLUFA). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: keine Angabe von Nährstoff gehalten. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) keine leichte Blumenerde (beim Einkauf), d. h. Volumengewicht feucht mehr als 300 g/l bei torfhaltiger Blumen erde; b) Wasserangabe zum Aufquellen der Kokos-Blumenerde zu hoch / Blumenerde zu feucht; c) eine deutliche Abweichung in der Deklaration einer der Hauptnährstoffe (hier: Stickstoff, Phosphat oder Kaliumoxid) außerhalb der Toleranzen der Düngemittelverordnung und größer 100 Prozent. Zur Abweichung um jeweils eine Note führen: a) eine Abweichung in der Deklaration einer der Hauptnährstoffe (hier: Stickstoff oder Magnesium löslich) außerhalb der Toleranzen der Düngemittelverordnung, jedoch weniger als 100 Prozent; b) eine Abweichung in der Deklaration des pH-Werts außerhalb der Toleranzen der Düngemittelverordnung, jedoch weniger als 100 Prozent; c) eine Abweichung in der Deklaration der organischen Substanz von weniger als 100 Prozent; c) fehlende Angabe eines oder mehrerer Spurenelemente (hier: Kupfer, Zink) bzw. eine deutliche Abweichung von der Deklaration (hier: Kupfer). In der Tabelle bedeuten „leichte Mängel“ der Deklaration (Nährstoff-kennzeichnung) eine Abwertung um eine Note, „mittlere Mängel“ eine Abwertung um zwei Noten, ein „ungenügend“, dass sich die Mängel auf eine Abwertung um fünf Noten addieren. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Problematische Inhaltsstoffe zu 70 Prozent und das Testergebnis Nährstoff gehalt zu 30 Prozent ein. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Nährstoff gehalt um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Nährstoff gehalt um zwei Noten. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Problematische Inhaltsstoff e. Ein Produkt mit einem „ungenügenden“ Testergebnis Nährstoff gehalt kann im Gesamturteil nicht besser sein als „ausreichend“.

So reagierten die Hersteller

Obi: Da unsere Messergebnisse für Phosphat und Stickstoff von den Werten des Herstellers abweichen, wird der Anbieter eine erneute unabhängige Prüfung durchführen. Er erläutert zudem, dass es sich um ein Naturprodukt handele, dessen Rohstoffe im Freien gelagert werden, womit sich das E.-coli-Ergebnis erklären ließe.
Zeus/Hagebau weist darauf hin, dass sich pH-Wert, Salzgehalt und Nährstoffgehalte von Blumenerden nach der Produktion während der Lagerung im Handel und beim Kunden durch natürliche chemische und mikrobielle Prozesse verändern können. Die Kalkzufuhr und Düngung intensiviere mikrobielle Ab- und Umbauprozesse. Selbst bei optimalen Lagerungsbedingungen seien daher nachträgliche Veränderungen der Erdeigenschaften leider nicht immer auszuschließen. Das ist richtig, aber genau deshalb lässt die Düngemittelverordnung bei den Nährstoffgehalten große Toleranzen zu. ÖKO-TEST bewertet nur deutliche Abweichungen.

Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1505“ eingeben.
Bereits veröff entlicht undStand der Ergebnisse: ÖKO-TEST-Magazin 3/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Torffreie Blumenerden, die meist aus mehreren nachwachsenden Rohstoffen gemischt werden, sind ganz klar die beste Lösung. Der BUND hat einen Einkaufsführer für torffreie Erden erstellt, der unter www.bund.net → Publikationen heruntergeladen werden kann. Im ÖKO-TEST-Magazin 4/2012 finden Sie getestete Produkte.
■ Wenn die Säcke zu schwer sind, kann man sie sich liefern lassen: Blumenerde ist zum Beispiel über die Onlineshops der Baumärkte erhältlich.