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Malta & Gozo


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 06.07.2021

EUROPA

Artikelbild für den Artikel "Malta & Gozo" aus der Ausgabe 3/2021 von Clever reisen!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 3/2021

Msida: Das schöne Hafenstädtchen zwischen Sliema und Valetta ist gut mit dem Bus erreichbar. Mittelpunkt ist die sehenswerte St. Joseph?s Kirche und der fjordartige Yacht Hafen, der sich bis zum noblen Villenvorort Ta? Xbiex zieht

Malta ist eigentlich eine kleine Inselgruppe, bestehend aus den drei bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino. Besucher, die mit dem Flugzeug anreisen, landen auf Malta, dessen internationaler Flughafen außerhalb der Hauptstadt Valletta liegt. Die Inseln locken mit einer Fülle an Sehenswürdigkeiten, die man auf eigene Faust oder mit gebuchten Halb- und Ganztagestouren entdecken kann.

Nach einer erholsamen ersten Nacht starte ich ein Ausflugsprogramm, das im Wechsel aus Besichtigungen von Festungen, Tempeln und Palästen und Faulenzertagen an Stränden besteht.

Das erste Ziel und definitiv schon einer der Malta-Höhepunkte ist die Hauptstadt Valletta, die den ehrwürdigen Titel „UNESCO- Weltkulturerbe“ tragen darf. Warum, erklärt schon die allererste Ansicht - eine charaktervolle Altstadt, die auf gigantischen mittelalterlichen Bastionen und Mauern thront. Abgerundet wird das stimmungsvolle Panorama ...

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... von den beeindruckenden Befestigungsanlagen der Three Cities auf der anderen Seite der Türkis schimmernden Bucht des Grand Harbour. Ein Anblick, so spektakulär, dass er seit Jahrzehnten immer wieder als Kulisse für Filmproduktionen dient.

Beim Streifzug durch die stimmungsvollen Straßen und Gassen der Kernstadt sollte man unbedingt in der St. John‘s Kathedrale einen Stopp einlegen. Das lohnt sich selbst, wenn man sich ansonsten nicht für Kunst, Architektur und dergleichen begeistert. Versprochen. Es wird immer berichtet, wie man, von der äußeren Schlichtheit des Baus in die Irre geführt wird und dann beim Betreten der Kathedrale absolut überwältigt ist vom goldgleißenden, ja blendenden Prunk im Inneren. Und es stimmt – in der Tat schwindelerregender Prunk. Auf den Geschmack gekommen, bestimmen nur das eigene Interesse und wieviel Zeit man hat, welche Punkte man noch ansteuert. Alleine in Valletta könnte man spielend mehrere Tage mit Besichtigungen verbringen. Unbedingt empfehlenswert sind neben der Kathedrale allerdings noch der Großmeisterpalast, das Manoel-Theater aus dem 17. Jahrhundert oder die Festung St. Angelo im Zentrum des Grand Harbour.

Der Johanniterorden hat Valletta über Jahrhunderte zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Was für ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk die Hauptstadt und ihre direkte Umgebung darstellt, habe ich erst am nächsten Tag so richtig erfasst. Um zwei beeindruckend schöne Naturhäfen haben die Johanniter eine ganze Reihe von befestigten Ortschaften und Städtchen

mit kaskadenartig gestaffelten Mauern und Bastionen geschaffen. Von Birgu, einer der Three Cities am gegenüberliegenden Ufer, genauer gesagt von den Upper Baracke Gardens, genießt man wohl den spektakulärsten Blick auf die weit in den Grand Harbour ragende Halbinsel, die gleichsam von Valletta gekrönt ist und deren Spitze komplett von der alles beherrschenden Festung St. Angelo eingenommen wird.

Motive der Extraklasse

In Anbetracht der geringen Größe von Malta - es ist in etwa so groß wie München - ist die Vielfalt der Sehenswürdigkeiten wirklich spektakulär. Allen voran natürlich die Zeugnisse der Johanniter, wie der St. Pauls Tower, ein Sonnenuntergangsmotiv der Extraklasse. Oder die Wignacourt Aquädukte aus dem 17. Jahrhundert, mit denen das Quellwasser aus Dingli und Rabat in die Festungen geleitet wurde.

Noch beeindruckender sind wohl nur die Zeugnisse aus Prähistorischer Zeit. Es gibt eine große Zahl an Mauerresten und Ruinen aus der Zeit zwischen 3500 und 2500 vor unserer Zeitrechnung. Die Ruinen von Hagar Qim, Mnajdra und Tarxien lassen eine für diese Zeit wohl ganz unerwartete, erstaunlich entwickelte Zivilisation erahnen.

Am meisten beeindruckt haben mich die Ruinen von Gagantija auf der Nachbarinsel Gozo. Sie gelten als die ältesten, freistehenden Monumente der Welt - das bedeutet, sie wurden nicht aus Ruinenteilen in der Neuzeit wieder aufeinandergeschichtet. Als man in Ägypten mit dem Bau der Pyramiden begann oder in Südengland die ersten Monolithe zur Stelle von Stonehenge schleppte, standen die Tempel von Gagantija bereits seit rund 1000 Jahren. Und Hal Saflieni Hypogeum in Paola, ein über mehrere Jahrhunderte in den Fels gehauenes Labyrinth aus Gängen und Kammern, ist der weltweit einzige unterirdische Tempel, der zugleich als Begräbnisstätte diente.

Nicht nur weil Gozo flächenmäßig so klein ist, ist das (Leih-)Rad das Verkehrsmittel der ersten Wahl auf der Insel. Mit ihm lassen sich auch einige Küstenabschnitte des kleinen Eilandes befahren, die motorisierten Vehikeln versperrt bleiben. Dabei gelangt man an traumhafte Aussichtspunkte, die einen Raum und Zeit vergessen lassen. Sich auf Gozo mit den Gezeiten treiben zu lassen - das ist für sich genommen schon der beste Grund, um der kleinen Schwester von Malta einen Besuch abzustatten.

Auf Gozo und Malta lässt sich natürlich auch an schönen Stränden faulenzen. Allen voran am Strand in der Ramla Bay auf Gozo, der völlig zu Recht als der schönste Strand des Archipels gehandelt wird. Und auf der Hauptinsel hat mir besonders der Strand in der Mellieha Bay gefallen. Er besticht durch sein kristallklares Wasser. Der Sand funkelt hier rotgelb und das Wasser türkisblau.

Unabhängig davon, ob man sich auf Malta oder Gozo aufhält, man stellt schnell fest, dass der Tourismus hier eng mit der einstigen Kolonialmacht Großbritannien verbunden ist. Als Malta 1964 unabhängig wurde, war der Tourismus noch ein sehr zartes Pflänzchen. In den folgenden Jahrzehnten sah man im Tourismus jedoch die Chance, wirtschaftlich voranzukommen, weshalb stark in die Infrastruktur investiert wurde. Die weitaus meisten Touristen kommen auch noch immer aus Großbritannien. Kein Wunder, gilt in Malta Englisch als Amtssprache und auf den Straßen herrscht Linksverkehr. Spätestens nach dem Beitritt zur EU im Jahr 2004 interessierten sich zunehmend auch deutsche oder italienische Urlauber für die Mittelmeerinsel. Malta wurde internationaler und dies spiegelt sich auch in seiner Auswahl an namhaften Hotelketten wie zum Beispiel Hilton, Intercontinental, Kempinski und die auf der Insel gegründete Corinthia Hotels wider.

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EXTRATOUREN

KUNST GENIESSEN: Ein Besuch der im barocken Stil erbauten St. John‘s Kathedrale in Valletta ist Pflicht. Im faszinierenden Inneren kann auch das Ölgemälde „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ von Caravaggio besichtigt werden. Infos: www.stjohnscocathedral.com

ATMOSPHÄRE SCHNUPPERN: Die schmalen Gassen von Mdina sind sehr beeindruckend und laden zu einem Bummel ein. Mdina ist Maltas alte mittelalterliche Hauptstadt. Hier finden sich aus dem maltatypischen sandfarbenen Kalkstein errichtete Paläste und Kirchen.

HOLLYWOOD NACHSPÜREN: Malta war Drehort für Filme wie Monte Christo von Key Reynolds, Troja von Wolfgang Petersen oder dem Fantasy-Epos Game of Thrones. Touren kosten zwischen 60 und 70 Euro und sind bei Tripadviser oder Malta Film Tours buchbar (www.maltafilmtours.com).

SPORTLICHE ACTION: Malta bietet nicht nur schöne Tauchreviere an, es ist auch ein wunderbares Revier für Kletterer. Wer zudem Zipline-Action sucht, etwa von Klippe zu Klippe, findet dies ebenfalls auf Malta. Kletterund Zipline-Touren sind beispielsweise bei MC Adventure buchbar (www.mcadventure.com). Es können auch Privattouren gebucht werden.

WELTERBE ENTDECKEN: Nicht nur Valetta hat den Welterbestatus. Auf Malta gibt es auch die UNESCO-Welterbestätte „Megalithische Tempel von Malta“.

Dazu zählt unter anderem der Tempel von Tarxien, der zwischen 3250 bis 2500 v. Chr. errichtet wurde. Hier lässt sich wunderbar in die Geschichte Maltas eintauchen.

INSELHOPPING: Ab Malta kann man nicht nur bequem die Nachbarinsel Gozo und die Insel Comino erkunden, sondern auch nach Sizilien hüpfen. Die Reederei Virtu Fernes verbindet mittels Schnellfähren Malta mit Pozzalo (Fahrzeit 95 Minuten). Eine Hin-und Rückfahrt kostet am selben Tag 91 Euro, ansonsten 119 Euro.

GUT ZU WISSEN: MALTA & GOZO

URLAUB & CORONA: Malta ist seit Juni wieder vollständig für den Tourismus geöffnet. Neben Hotels, Restaurants und Cafés betrifft das auch Kinos und Theater. Corona-Schutzmaßnahmen: Sowohl für den Hin-, als auch für den Rückflug muss jeweils ein negativer Covid- 19-PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden ist. Nach der neuen Coronavirus-Einreise-Verordnung für Deutschland gelten zusätzliche Test- und Quarantänepflichten für Rückkehrer aus bestimmten Ländern. Zum Redaktionsschluß gehört Malta zwar nicht zu diesen Gebieten, doch die Liste wird laufend der aktuellen Lage angepasst. Es ist daher dringend angeraten, sich noch vor der Abreise auf www.rki.de/ Risikogebiete zu informieren.

ANREISE

Lufthansa und Air Malta fliegen ab Frankfurt und München nach Malta. Zudem haben Ryanair (Karlsruhe, Köln) und Easyjet (Berlin) die Insel im Flugplan. Tickets ab 170 Euro.

UNTERKUNFTSTIPPS

Labranda Riviera Hotel & Spa (4-Sterne), Malta Das moderne Hotel liegt im Norden in der Nähe der Fähranleger nach Comino (Blaue Lagune) und Gozo. Die Verkehrsanbindung ist bestens: Bushaltestelle zum Flughafen und nach Valetta ist nur 1 Gehminute vom Hotel entfernt. Die Zimmer mit Meerblick bieten eine fantastische Sicht auf die Nachbarinseln Comino und Gozo. Deutschsprachige Tauchschule im Hotel, großer Spa-Bereich und weitläufige Poolanlage mit Blick auf das Meer. Für Hotelgäste mit Bello gibt es sogar ein eigenes Hunde-Menü für den vierbeinigen Liebling.Preis: 1 Woche mit Frühstück, inkl. Flug Ende Juli, ab München und Transfer ab 539 Euro pro Person im Doppelzimmer. Buchbar bei FTI Touristik. Bewertung: Hat bei Holidaycheck die Note 4,7 von 6 und eine Weiterempfehlungsrate von 84 Prozent.

Corinthia Palace Hotel (5-Sterne), Malta Traditionsreiches Grandhotel mit 147 Zimmern und Suiten in einem herrschaftlichen Palast. Preis: 1 Nacht ab 91 Euro p.P./DZ inklusive Frühstück. Zuschlag für Halbpension 49 Euro pro Person. Buchbar bei TUI. Bewertung: Hat bei Holidaycheck die Note 5,0 von 6 und eine Weiterempfehlungsrate von 86 Prozent.

Grand Hotel Gozo (4-Sterne), Gozo Das Hotel verfügt über 100 Zimmer und einen Innenund Außenpool. Perfektes Hotel für Inselhopping. Preis: 1 Nacht ab 46 Euro p.P./DZ in der Hauptsaison, ab 38 Euro p.P./DZ in der Nebensaison (Oktober), Preise verstehen sich inklusive Frühstück. Buchbar bei Dertour.Bewertung: Hat bei Holidaycheck die Note 5,0 von 6 und eine Weiterempfehlungsrate von 94 Prozent.

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EXTRATIPPS

MIT KINDERN

Der Marine Park ist in den Sommermonaten ein Muss auf der Insel und kostet 16 Euro Eintritt für Erwachsene, für Kinder 11 Euro pro Nase.

FÜR SINGLES

Auf einer Kneipentour durch Paceville lässt sich schnell und einfach Kontakte knüpfen. Die Tour kostet 16 Euro, startet um 21 Uhr und dauert rund 4 Stunden (www.getyourguide.de).

FÜR PAARE

Per Segelboot zur abgeschiedenen Santa Maria Bucht und zur Blauen Lagune. Dort lässt sich wunderbar schnorcheln und entspannen. Die Tour startet um 10:30 Uhr, kostet 20 Euro pro Person und dauert zirka 7 Stunden.

REISEFÜHRER: MARCO POLO Malta von Klaus Bötig, 152 Seiten, 14 Euro

INFOS: www.malta.reise, www.visitgozo.com