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Omas Apotheke


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2009 vom 03.04.2009

Hausmittel sind eine Alternative zu Medikamenten. Sie lindern etwa die Symptome einer Erkältung und stärken die Selbstheilungskräfte der Patienten. Wir haben unter Großmutters Heilmitteln die wichtigsten herausgesucht, erklären, warum sie wirken, und zeigen, wie sie gemacht werden.


Artikelbild für den Artikel "Omas Apotheke" aus der Ausgabe 3/2009 von ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: MEV

Zu Omas Zeiten war der Doktor für Notfälle und ernsthafte Krankheiten da. Für kleine Wehwehchen, Erkältungen und leichte Erkrankungen gab es Hausmittel. Die waren preiswert, einfach anzuwenden und wirkten meistens gut. Schließlich steckte darin die Erfahrung von Generationen. Heute kommt Omas Wissen wieder in Mode. ...

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Zu Omas Zeiten war der Doktor für Notfälle und ernsthafte Krankheiten da. Für kleine Wehwehchen, Erkältungen und leichte Erkrankungen gab es Hausmittel. Die waren preiswert, einfach anzuwenden und wirkten meistens gut. Schließlich steckte darin die Erfahrung von Generationen. Heute kommt Omas Wissen wieder in Mode. Denn die alten Mittel entsprechen dem Trend, mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Außerdem helfen sie (fast immer) ohne Nebenwirkungen: durch Kälte, Wärme und die Heilkräfte der Natur.

Essigsocke

Eine Alternative zum Wadenwickel.So geht’s: Ein Paar Baumwollsocken mit Wasser tränken, dem zwei Esslöffel Obstessig oder Zitronensaft zugesetzt sind. Dann ausdrücken und anziehen. Darüber kommt ein etwas größeres Paar trockene Socken. Möglichst wiederholen.

Foto: Mudu Abudee/sxc.hu

Quarkwickel

Bewährt bei Bronchitis oder Halsschmerzen. Die feuchte Wärme fördert die Durchblutung, wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.
So geht’s: Auf das mittlere Drittel eines Tuchs zimmerwarmen Quark einen Zentimeter dick auftragen. Ränder umschlagen, sodass ein Pa ket entsteht. Bei einem Brustwickel sollte es Brust und Rücken umschließen. Bei einer Brustauflage kommt der Quark nur auf die Brust. In beiden Fällen wickelt man darüber ein großes Handtuch um Brust und Rücken. Nach einer Stunde ist der Quark trocken, der Wickel kann abgenommen werden. Eine Alternative zu Quark sind gekochte, zerdrückte Kar toffeln. Aufpassen, dass die Schicht nicht zu heiß ist.

Foto: A. Jakuscheit/M. Wägele

Brustwickel

Foto: stockbyte

Sorgen bei Husten für eine bessere Durchblutung im Brustraum, wirken schleimlösend und lindern Husten.
So geht’s: Ein feuchtes, handwarmes Tuch um Brust und Rücken legen und mit einem Frotteehandtuch abdecken. Wichtig: Der Oberkörper muss vor und während der Anwendung warm sein, deshalb am besten ins Bett legen und gut zudecken. Die Brustwickel sollten ein- bis zweimal täglich angelegt werden, der Patient darf kein Fieber über 39 Grad Celsius haben.

Halswickel

Helfen bei Heiserkeit und Halsschmerzen.
So geht’s: Mit einem feuchten Tuch Hals und Lymphknoten bedecken, die Wirbelsäule freilassen. Ein trockenes Tuch darüber legen, mit einem Wollschal fixieren. Bei beginnender Halsentzündung ist ein Wärme abführender Wickel notwendig. Kaltes Wasser verwenden, das Tuch nur leicht auswringen und den Wickel nach zehn bis 20 Minuten abnehmen, das Ganze nach 20 Minuten bis einer Stunde wiederholen. Etwas Essig oder Zitronensaft steigern die Wirkung. Kalte Wickel sind nicht für frierende Patienten geeignet. Bei andauernden Beschwerden ist ein Wärme erzeugender Wickel angesagt. Das Tuch gut ausdrücken und den Wickel mindestens eine halbe Stunde lang einsetzen.

Wadenwickel

Das klassische Mittel gegen hohes Fieber über 39 Grad Celsius. Hände und Beine sollten warm sein. Wer friert, muss zuerst für Wärme sorgen. Fieber unter 39 Grad Celsius muss man nicht bekämpfen. Denn die erhöhte Temperatur regt den Stoffwechsel des Körpers an und ist ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem mit den Erkältungserregern auseinandersetzt. Geeignet sind Wadenwickel für Kinder ab sechs Monaten.
So geht’s: Zwei Leinen- oder Baumwolltücher in zimmerwarmes Wasser mit 20 bis 30 Grad Celsius tauchen, leicht auswringen. Beide Beine vom Fußgelenk bis zum Knie einwickeln. Nicht nötig ist es, zusätzlich trockene Tücher darüber zu wickeln. Wenn der Wickel angewärmt ist, sollte er rasch gewechselt werden. Wichtig: Die Wickel sollten nicht zu kalt sein, damit das Blut seine gespeicherte Wärme in den Wickel abgeben kann, sodass die Körpertemperatur sinkt. Sind die Wickel zu kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen.

Foto: A. Jakuscheit/M. Wägele

Hustensirup

Foto: irisblende.de

Hustensirup kann man aus Zwiebeln oder Rettich zubereiten. Kleine schwarze Rettiche sind besser geeignet als weiße.
So geht’s: Deckel abschneiden, Rettich aushöhlen und die Spitze mit einer Stricknadel durchstechen. Mit Honig oder Zucker und geraspeltem Rettich füllen, mit dem Deckel verschließen und den Rettich über Nacht auf eine Tasse setzen. Darin sammelt sich eine Flüssigkeit, die man löffelweise wie Hustensaft einnimmt. Für Zwiebelsirup eine große Zwiebel fein hacken und mit zwei Esslöffeln Zucker und einem Achtelliter Wasser aufkochen. Zehn Minuten köcheln und dann abkühlen lassen, abseihen und den Saft löffelweise wie Hustensaft einnehmen.

Zwiebelwickel

Haben sich bei Ohrenschmerzen bestens bewährt. Die ätherischen Öle lindern die Schmerzen und fördern die Durchblutung. Eine frisch aufgeschnittene halbe Zwiebel neben dem Bett hilft auch bei Schnupfen.
So geht’s: Eine klein gehackte Zwiebel auf ein Taschentuch legen, zu einem Päckchen zusammenfalten und etwas pressen, damit Saft frei wird. Das Päckchen auf das schmerzende Ohr legen und es mit Tuch, Mütze oder Stirnband befestigen. Erwärmt wirkt die Zwiebel meistens etwas besser.

Kochsalztropfen

Bei Schnupfen beruhigt das Salzwasser die Schleimhäute und löst den Schleim.
So geht’s: In der Apotheke ein Fläschchen mit Tropfpipette besorgen. Eine Messerspitze Salz in einem Viertelliter abgekochtem Wasser auflösen und in das Fläschchen füllen. Drei- bis viermal täglich einige Tropfen in die Nasenlöcher träufeln. Die Pipette anschließend unter fließendem Wasser säubern. Die Lösung nach zwei Tagen er neuern, damit sich keine Keime darin vermehren. Effektiver ist eine Nasenspülung.

Foto: redster/sxc.hu

Inhalieren

Foto: DAK/Bause

Eignet sich bei Erkältungen, Schnupfen, Bronchitis, Rachenentzündungen oder verstopften Nebenhöhlen.
So geht’s: Zwei Liter Wasser zum Kochen bringen und in eine Schüssel gießen. Zwei bis drei Tropfen (bei Kindern weniger) des gewünschten ätherischen Öls hinzugeben. Oder zwei Esslöffel Kamille, Thymian oder Salbei mit heißem Wasser übergießen – je nach Symptom. Pfefferminze löst Schleim, Kamille oder Salbei wirken entzündungshemmend. Das heiße Wasser mit den Zusätzen auf einen Tisch stellen und den Kopf über den Dampf beugen. Kopf, Schultern und Schüssel mit einem Tuch abdecken. Zehn Minuten lang tief durch Nase und Mund atmen. Augen geschlossen halten, weil die Dämpfe die Bindehaut reizen könnten. Danach das Gesicht abwaschen und eine Stunde lang ausruhen. In dieser Zeit möglichst nicht an die frische Luft gehen. Wegen der Verbrühungsgefahr ist ein solches Kopfdampfbad für kleine Kinder nicht und für ältere nur unter Aufsicht geeignet.

Ingwertee

Kälte und Nässe stecken in den Knochen, man fröstelt und möchte sich am liebsten unter drei Bettdecken verkriechen. In diesem Fall hilft Ingwer, weil seine Schärfe den Stoffwechsel ankurbelt und warm macht.
So geht’s: Zwei Zentimeter einer Ingwerwurzel in dünne Scheiben schneiden und mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen. Abdecken, zehn Minuten ziehen lassen, nach Bedarf süßen.

Foto: irisblende.de

Salbeitee

Salbeitee ist hilfreich, wenn sich eine Erkältung ankündigt, es im Hals kratzt oder beim Schlucken wehtut. Er eignet sich auch zum Gurgeln bei Entzündungen in Mund und Rachen.
So geht’s: Einen Teelöffel Sal bei mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen, abdecken, zehn Minuten ziehen lassen und abgießen. Nach Geschmack mit Honig süßen.

Schwitztee

Empfehlenswert, wenn sich eine fiebrige Erkältung ankündigt. Das Schwitzen über Nacht hilft dem Körper in seinem Abwehrkampf.
So geht’s: Je einen Teelöffel Lindenblüten und Holunderblüten nehmen, mit einer Tasse kochendem Wasser aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Möglichst heiß trinken und danach gleich ins Bett, am besten mit einem großen Handtuch als Unterlage.

Thymiantee

Bei krampfhaftem Husten und festsitzendem Schleim.
So geht’s: Zwei Teelöffel Thymiankraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser über gießen. Zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abgießen.

Heiße Milch mit Honig

Foto: itstock

Der Schlummertrunk löst Schleim, stillt den Hustenreiz und wirkt entzündungshemmend. Zudem lässt er einen schnell einschlafen. Genau erklären lässt sich die Wirkung nicht. Honig enthält antibiotisch wirksame Enzyme, die sogenannten Inhibine, und hat sich in Versuchen sogar als wirkungsvoll gegen mehrfach resistente Keime erwiesen. Die Milch regt vermutlich die Schleimbildung an. Dies würde dafür sprechen, heiße Milch vor allem am Anfang einer Erkältung zu trinken, solange der Husten noch hart und trocken ist.
So geht’s: Etwa einen Löffel Honig auf eine Tasse Milch. Den Honig erst zugeben, wenn die Milch trinkwarm ist. Denn Temperaturen über 40 Grad Celsius schädigen die Enzyme im Honig.

Eis essen

Foto: becco/sxc.hu

Es klingt paradox, aber ein großes Eis hilft bei Husten und Heiserkeit tatsächlich. Die Kälte lässt entzündete Schleimhäute abschwellen und betäubt sie leicht. Milch und Sahne im Eis fördern die Schleimproduktion. Damit ist Eis auch ein Hausmittel bei Reizhusten.

Leinsamenkompressen

Lösen Schleim in den Nebenhöhlen.
So geht’s: 100 Gramm Leinsamen schroten und mit 200 Milliliter Wasser in fünf Minuten zu einem dicken Brei verkochen. Diesen fingerdick in die Mitte einiger Tücher aus Verbandmull streichen. Ränder zusammenschlagen. Kompresse warm über die Nasenwurzel legen. Die anderen warmhalten und nach jeweils fünf Minuten die erkaltete Kompresse ersetzen. Insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde anwenden, danach ein bis zwei Stunden Pause machen.

Ansteigendes Fußbad

Foto: irisblende.de

Das Standardheilmittel bei kalten Füßen und heranziehenden Erkältungen.
So geht’s: Füße in einen Eimer stellen, mit etwa 33 Grad Celsius warmem Wasser bis über die Knöchel auffüllen. Dann heißes Wasser nachfüllen, bis es zu den Waden reicht und etwa 40 Grad hat. Nach gut zehn Minuten Füße abtrocknen und Socken anziehen. Das Fußbad fördert die Durchblutung der Nasen-Rachen-Schleimhäute und regt den Stoffwechsel an. Ingwer oder Senfmehl in einem Säckchen ins Wasser gehängt, verstärken die Wirkung.

Abkühlungsbad

Kann hohes Fieber senken.
So geht’s: Wasser in die Wanne füllen. Die Wassertempera tur sollte ein Grad Celsius unter der des Körpers liegen. Nach zwei Minuten langsam kühles Wasser zulaufen lassen, sodass in fünf bis zehn Minuten die Wassertemperatur 30 Grad Celsius erreicht. Nach 15 Minuten abfrottieren und Fieber messen. Wenn es nicht gefallen ist, das Bad sofort oder nach einer Stunde wiederholen. Wer friert, sollte sofort raus aus der Wanne und ins warme Bett.

Ansteigendes Thymianbad

Foto: corbis RF

Diese Wasseranwendung gilt als bewährtes Hausmittel, vor allem bei Husten. Dabei steigt die Wassermenge ebenso wie die Wassertemperatur langsam an.
So geht’s: 50 Gramm Thymian mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen und abgießen. Den Thymiansud in 36 Grad warmes Badewasser geben und sich in die Wanne setzen. Innerhalb von zehn Minuten wird durch Zugabe von heißem Wasser das Bad langsam auf 38,5 Grad und dann auf 40 Grad Celsius erhitzt. Insgesamt dauert die Anwendung 20 bis 30 Minuten. Während des Bades mit einer weichen Körperbürste abbürsten, anschließend unabgetrocknet in ein großes Handtuch hüllen und gut zugedeckt ins warme Bett legen.

Erkältungsbäder

Bei diesen heißen Vollbädern spielen ätherische Öle die Hauptrolle. Sie lösen sich im Dampf und werden eingeatmet. Nicht geeignet bei Fieber, für Kleinkinder, Asthmatiker und Duftstoffallergiker. Schwangere, Menschen mit Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck sollten vorher ihren Arzt fragen.
So geht’s: Wanne mit 35 bis 38 Grad warmem Wasser füllen und die Zusätze reingeben – Thymian oder Kamille als Teeaufguss, von ätherischen Ölen wenige Tropfen. Zehn bis 20 Minuten baden, danach ohne Abtrocknen ins Bett oder unter die warme Decke.

Kaltabwaschungen

Foto: CCVision.de

Können bei fieberhaften Erkrankungen mehrmals täglich gemacht werden, am besten aber vor dem Schlafen.
So geht’s: Kaltem Wasser einen Schuss Essig, einen Esslöffel Salz oder etwas Kamillentee zusetzen. Ein grobes Frotteetuch hineintauchen und damit Hände und Arme, Füße und Beine, schließlich Brust, Bauch und Rücken – immer in Richtung Herzen – rasch abreiben. Anschließend ohne Abtrocknen ins warme Bett.