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SCHATTEN-SPENDER


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Gärten - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 05.09.2022
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Bildquelle: Gärten, Ausgabe 3/2022

1 In Schirmform gezogene Linden (Tilia henryana) sorgen für einen viel angenehmeren Schatten als Sonnenschirme oder -segel.

An heißen Sommertagen braucht es in jedem Garten einen schattigen Sitzplatz, eine kühle Ecke, in der man sich auch über die Mittagsstunden zum Essen treffen oder zum Ausruhen zurückziehen kann.

In Mitteleuropa werden in wenigen Jahren südfranzösische Klimabedingungen herrschen. Da heißt es, auch im Garten rechtzeitig vorzusorgen und auf mehr Kühlung in Form von Schatten zu achten. Der schönste Schatten findet sich unter einer breiten Baumkrone oder dem Blätterdach einer begrünten Pergola. Durch die Verdunstung wird der Umgebung Energie entzogen. So kühlen die Blattmassen die Temperatur in ihrer Nähe je nach Baumart und Form der Blätter um mehrere Grad ab. Wichtig sind zwei Faktoren: große Blätter und ausreichend Wasser, damit die Transpiration nicht unterbrochen wird. Hitze- und trockenheitsverträgliche Gehölze mit kleinen, ledrigen oder behaarten, silber-graunen Blättern kommen zwar mit hohen ...

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... Temperaturen gut zurecht. Das Laub verdunstet jedoch bei Hitze kein Wasser und es tritt kein kühlender Effekt auf.

FORM, GRÖSSE, STANDORT: GESTALTUNG MIT BÄUMEN IM HAUSGARTEN

Auch wenn im Hausgarten der Platz oft begrenzt ist, der emotionale und gestalterische Wert eines Baumes ist unersetzlich. Die Verbindung zwischen Mensch und Baum ist uralt und tief in unserem kollektiven Gedächtnis verwurzelt. Mit seinem Ausdruck prägt ein Gehölz den Raum seiner Umgebung ganz charakteristisch.

Bei der angebotenen Auswahl an Sorten findet sich für jeden Geschmack ein Gehölz in der passenden Größe und Form. Reicht der Platz nur für einen Hausbaum, schafft eine breite, kugelige Wuchsform einen schönen Schirm über einem sommerlichen Sitzplatz.

Neben dem Schutz vor zu viel Sonne und dem lebendigen Spiel von Licht und Schatten auf dem Boden, ist der Blick in eine Baumkrone wohltuend. Die verschiedenen Grüntöne, alle Schattierungen von einem fast gelblichen Hellgrün bis zum lichtlosen Dunkelgrün, verbinden sich zu einem harmonischen Bild. Je nach Aufbau der Äste und Zweige blitzt an manchen Stellen das monochrome, knallige Himmelsblau durch die Blattstruktur. Im Vergleich mit einer Pergola aus Stahl und Glas oder Sonnensegeln und Schattierungsanlagen bekommt man für wesentlich weniger Geld passende Hochstämme in beachtlicher Qualität, die schnell und besser Schatten spenden.

KLEINE BLÄTTER, LICHTER SCHATTEN

So individuell die Wuchsformen der einzelnen Bäume sein können, so verschieden ist auch das Schattenspiel des Blätterdachs. Die Form der Blätter, ihre Größe, aber auch die Art der Verzweigung spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Ein lichteres Blätterdach, das durch kleines Laub entsteht, wirkt durch seinen reichen Kontrast an Hell und Dunkel heiter und verspielter. Die Lichtpunkte auf dem Boden und den Gartenmöbeln bewegen sich locker in der leichten Sommerbrise, hin und wieder möchte man den Stuhl ein wenig verrücken, um die gewünschte Menge an Sonne zu bekommen – oder zu vermeiden, je nach Geschmack.

Einen besonders feinen Schatten zaubern die doppeltgefiederten Blättchen des Schlafoder Seidenbaums (Albizia julibrissin). Die filligranen Laubwedel falten sich über Nacht zusammen und dimmen tagsüber das Licht der Sonne zu einem fast milchigen Graugrün. Der schirmförmige, weit ausladende Wuchs mit dem padogenförmigen Aufbau und den zarten rosaroten Pinselblüten gibt dem kleinen Baum eine in unseren Breitengraden exotische Anmutung. Seine Herkunft aus dem Nahen Osten macht ihn in seiner Jugend etwas frostanfällig (dem man mit einem leichten Winterschutz in den ersten Lebensjahren beikommt), dafür ist er hitzetolerant und verträgt auch Trockenheit. Die Albizie passt gut in moderne Gärten, die das Ausgefallene mögen.

Noch ungewohnt im Hausgarten ist der Blasenbaum (Koelreuteria paniculata), der mit etwas breiter gefiederten Blättern einen sehr malerischen Schatten wirft. Der maximal 5m breite Baum mit einer flachgewölbten Krone mag es heiß und kommt auch an einem trockeneren Standort klar. Im Juli und August erscheinen über dem Laubdach hübsche gelbe Blüte an bis zu 30cm langen Rispen, eine wertvolle Bienenweide im eher blütenarmen Sommer. Mit ihren lampignonartigen Ballonfrüchten werden die interessanten Bäu- me im Herbst noch mal zum Hingucker, dazu kommt anschließend die orangerote Herbstfärbung. Ein Baum mit großem Zukunftspotenzial.

Ein weiterer attraktiver Sommerblüher ist der Japanische Schnurbaum (Styphnolobium japonicum Syn. Sophora japonica). Das ausladende, zarte Laubdach dieser bis zu 18m hohen Art erscheint mit seinen vielen hellen Grüntönen fast wie ein impressionistisches Gemälde. Im Herbst hängen die Früchte an langen Perlschnüren aus der Kuppel des Baums herab. Wer in seinem Garten nicht so viel Platz hat, begnügt sich mit der kleineren Sorte ‘Little Baby’. Zum „Überranken“ von Pergolen ist die Trauerform ‘Pendula’ prädestiniert.

Für kleinere Gärten mit einem ländlicheren Charakter wählt man aus den wilden Obstgehölzen aus. Neben den schönen Blüten, die auch Insekten und Bienen erfreuen, tragen diese Bäume später auch essbare Früchte. Den Zierapfel (Malus) mit seiner bäuerlichromantischen Blüte und den kleinen, lang anhaftenden Apfelfrüchten gibt es in unzähligen Blüte-Blatt-Varianten. Sie eignen sich als Alternative zu den echten Apfelbäumen in Cottagegärten im Landhausstil.

Die Kupferfelsenbirne (Amelanchier lamarckii) gehört zu den wertvollsten Ziergehöl- zen überhaupt. Wie ihre Art bezaubert die schirmförmig gezogene Variante mit dem kupferbraunen Austrieb und einer leuchtenden Herbstfärbung. Mit ihrem eleganten, wohl proportionierten Aufbau ist die Alleskönnerin im Winter selbst ohne Laub schön anzusehen.

Auch der bekannte Schwarze Holunder (Sambucus nigra), wie man ihn von Waldrändern und Heckengehölzen kennt, bildet mit seinen aufstrebenden, später überhängenden basalen Ästen ein ausreichend großes Laubdach. Die schwarzen, saftigen Früchte, auch als Fliederbeeren bekannt, können ab September über einem weißen Tischtuch etwas lästig werden. Dafür entschädigt im Juni der feine Duft der Hollerblüten. Immer beliebter werden die rotlaubigen, fast schwarzen Sorten wie ‘Black Lace’ und ‘Thundercloud’, die allerdings etwas höhere Ansprüche an den Standort stellen und weniger Trockenheit vertragen.

Eine weiterer kleinwüchsiger Baum mit dunklen, weinroten Blättern ist die Zwerg-Blutpflaume (Prunus cerasifera ‘Woodii’) mit umwerfendem zartrosa Blütenrausch im Frühling. Die eiförmige Krone wird im Alter breit ausladend und setzt einen interessanten Akzent in einem ansonsten vom Grün dominierten Garten.

GROSSBLÄTTRIGE ARTEN FÜR TIEFEN SCHATTEN

Wer mehr unter der Hitze leidet oder einen Garten in südlichen Gefilden besitzt, freut sich über einen tieferen Schatten. Liegt der Rest des Gartens in gleißendem Sonnenlicht, kann man unter einer großblättrigen Baumart gut geschützt auch über die Mittagszeit an der frischen Luft verbringen.

Große Blätter bedeuten in der Regel größere Bäume. Von den meisten Arten gibt es aber auch kleinere, oft kugelförmig wachsende Sorten, die auch für den kleineren Garten geeignet ist.

Zu einer runden Krone mit einem Durchmesser bis 3m wächst die Kugellinde (Tilia cordata ‘Green Globe’) heran. Ihre herzförmigen, handtellergroßen Blätter bilden durch die dichte Verzweigung ein fast undurchlässiges Dach. Mehr eiförmig ist die Krone der Sorte ‘Rancho’, die dafür etwas breiter wird. Beide verströmen im Juni den unvergleichlich betörenden Duft der Linden. Die Früchte sind eher unscheinbar.

Gibt es vom gewünschten Baum keine kleine Sorte, kann die Krone mit einem regelmäßigen Formschnitt zu einem geeigneten Schirm erzogen werden. Dafür werden wie bei einer geschnittenen Hecke die Äste jährlich zu einer bestimmten Form zurückgeschnitten. An den Schnittstellen treibt der Baum verstärkt aus, sodass sich mit der Zeit eine starke Verästelung ergibt, die auch im Winter als Struktur dekorativ ist.

In architektonisch gestalteten Gärten werden immer wieder Platanen (Platanus × acerifolia) als eckige Kastenform gepflanzt. So geschnitten haben die grünen Kuben einen sehr formalen Ausdruck, sind eher Dekoration als Vegetation. Konsequenterweise bietet sich über einem Sitzplatz ein Carée aus vier Bäumen an, als Solitär wirken zu Würfeln geschnittene Bäume schnell unnatürlich und befremdlich. Der akkurate Schnitt bedarf zumindest am Anfang einer formgebenden Konstruktion und wird besser von Fachleuten durchgeführt.

Dasselbe Verfahren wird auch von alters her bei Linden angewandt.

Wer es natürlicher mag, kann auch bei Obstbäumen durch den richtigen Schnitt eine flache Krone erreichen. Gut geeignet sind dafür Apfel- und Birnenbäume. Wer sich für die Erhaltung der Biodiversität interessiert, nimmt eine der alten Obstsorten, die nicht mehr im Handel erhältlich sind und langsam aussterben. Als Lageräpfel gibt es zum Beispiel die duftende ‘Goldparmäne’ oder den robusten ‘Roter Bellefleur’. Der Schnitt erfolgt wie beim üblichen Erziehungsschnitt im Spätwinter, kurz vor dem Austrieb. Für einen Schirm nimmt man die nach oben wachsenden Triebe heraus, geschnitten wird so nah wie möglich am Ast. Thematisch passt ein Obstbaum als Schattenspender für eine sommerliche Kaffeetafel ideal. Und im Herbst erntet man dann die Früchte für den Obstkuchen im nächsten Sommer.

Weitere Arten mit großem Laub sind der Trompetenbaum (Catalpa bignonioides), von dem es auch eine Variante mit rotem Austrieb gibt – Catalpa erubescens ‘Purpurea’.

Die Paulownie (Paulownia tomentosa) wird wegen der im Frühjahr vor dem Laubaustrieb erscheinenden blauen Blüten auch Blauglockenbaum genannt. Die riesigen, bis 40cm breiten Blätter spenden kühlen Schatten. Sie wächst extrem schnell und kann in wenigen Jahren 8 bis 10m hoch werden. Gut schnittverträglich und für Schirmformen oder als schwebende Hecke geeignet sind auch Hainbuchen (Carpinus betulus), Rot-Buchen (Fagus sylvatica) und die Maulbeere (Morus).