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SILBERLING


Divemaster - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 13.07.2021

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Im Detail: Hier kommt der Offset-Druck an seine Grenzen, nicht die Kamera, nicht der Port und noch lange nicht der Chip mit seinem 45 Megapixel Sensor.

TEXT & UW-FOTOS: IVO VAESSEN PRODUKTFOTOS : SEACAM & CANON

Es ist immer etwas Besonderes, wenn Seacam ein Unterwassergehäuse für einen der neuen Boliden der Fotobranche lanciert. Nicht anders verhält es sich mit dem Gehäuse für die noch frische Canon EOS R5, einer Kamera der besonderen Art. 45 Megapixel Sensor für Fotos, bis zu 20 Bilder pro Sekunde, kamerainterne Bildstabilisierung in Kombination mit optischer Stabilisierung der entsprechenden Objektive, Autofokus mit Augen- und Gesichtserkennung und vieles mehr. So viel mehr, dass wir an dieser Stelle auf den Kasten mit den technischen Daten verweisen. Und als Besonderhei noch technische Highlights, die das Herz jedes Filmers höherschlagen lassen. 8K RAW Videos ist hier das Zauberwort ebenso wie 4K Filmen mit 120 Bilder pro Sekunde. Das sind wirklich Daten, die Fotografen wie Filmer begeistern.

All das hat natürlich seinen Preis. Genau wie das ...

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... dazu erschienene Gehäuse von Seacam. Aber auch hier gelten ähnliche Superlative wie für den Kamerabody nebst Zubehör.

Wer sich für ein System dieser Größenordnung entscheidet, hat eh nicht nur den Kaufpreis im Fokus. Hier spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Das System in seiner Ganzheit und die damit verbundenen Möglichkeiten. Und diese spielen bei Seacam seit jeher in einer eigenen Liga. Oft wird auf Nachfrage, was man denn Unterwasser verwendet, vom Gehäuse gesprochen. Tatsächlich müsste der Begriff des Systems Verwendung finden. Mit dem Gehäuse alleine lässt sich kein Staat machen. Zu umfangreich sind die Komponenten, die ein einsatzfähiges Arbeitsgerät bilden – eben das System.

Gehäuse, Sucher, Ports und weiteres Zubehör bilden die Basis, mit der der Fotograf seine Aufgaben erst bewältigen kann.

Das Gehäuse bildet sicher die Basis und den Kern des Unterwassersystems, an dem alle weiteren Komponenten Anschluss finden. Die hochwertige Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Robustheit sind immer die Kernpunkte eines jeden Premiumproduktes. Sei es im Automobilbau, bei hochwertigen Chronographen oder, wie im Falle Seacam, bei Unterwasser-Kamera-Systemen.

Um den Ansprüchen eines Highend-Produktes gerecht zu werden, bedarf es jedoch mehr. Neben den genannten Punkten gelingt es auch dem neuen Seacam Gehäuse für die Canon EOS R5 einmal mehr, das Handling zu perfektionieren.

So gestaltet sich neben dem Einbau der Kamera in das Gehäuse auch die Ergonomie äußerst intuitiv. Hier ergeben sich keine Fragen. Alles findet seinen Platz, ohne dass es irgendeiner Fingerakrobatik bedarf. Alle Funktionen der Kamera werden passgenau auf das Gehäuse übertragen und sind auch mit Handschuhen problemlos zu bedienen. Die ausgewogene Tarierung unter Wasser macht die Bedienung des Systems für den erfahrenen Taucher zur Selbstverständlichkeit. Die beste Voraussetzung sich seinem Vorhaben zu widmen.

Das EOS R5 Gehäuse ist im Vergleich zu den Seacam silver für beispielsweise die Canon EOS 5DMKIV deutlich kleiner und vor allem leichter. Der Gewichtsunterschied beträgt über 450 g. Ein Argument, das bei den immer

schwierigeren werdenden Bedingungen bei Flugreisen nicht unwichtig ist. Dabei wurde bei dem Gehäuse der EOS R5 keinesfalls die Funktionen abgespeckt. Ganz im Gegenteil.

ERGONOMIE WIRD BEI SEACAM GROSS GESCHRIEBEN

Dass die wichtigsten Bedienelemente wie Zeit, Blende, Auslöser direkt bedient werden können, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Seacam geht jedoch noch weiter und legt die Knöpfe und Hebel dorthin, wo sie ergonomisch am besten sind. So wird zum Beispiel das hintere Einstellrad, hauptsächlich zuständig für die Einstellung der Blende, nicht auf der Gehäuserückseite belassen. An der Stelle wäre ein Rad nur mit sehr langen Fingern zu bedienen. Nein, Seacam verlegt das Rad an die rechte, obere Seite des Gehäuses. Dadurch ist es möglich, die Blende zu verändern, ohne die Kamera absetzen zu müssen. Somit kann man neben dem Auslöser die Einstellungen von Zeit, Blende und die AF-ON Taste bedienen, während man weiterhin durch den Sucher schaut. Es gewährleistet dadurch ein schnelles und perfektes Arbeiten, gerade in Situationen, wo man nicht die Zeit hat, die Einstellungen zu verändern. Beim Gehäuse für die EOS R5 geht Seacam sogar noch einen Schritt weiter. Zusätzlich zum vorderen und hinteren Einstellrad wird auch die Drehung des Mode-Rades ermöglicht. Man kann dieses Mode-Rad umprogrammieren, und zum Beispiel die ISO-Einstellung darüber vornehmen. Dann hat man sogar noch die ISO-Einstellung als Direktzugriff. Ein absoluter Traum für jeden Unterwasserfotografen. Kehren wir zurück zum Begriff des Systems.

Bauartbedingt ist es bei keinem Gehäuse möglich, durch eine einfache Scheibe auf den Sucher der Kamera zu blicken. Aber nur ein möglichst ungetrübter Blick auf Motiv und Kameradaten ermöglicht problemloses, kreatives Arbeiten. Ein externer Sucher muss her, der im Idealfall das Sucherbild der Kamera wiedergibt, wie man es bei der Landfotografie gewohnt ist.

» Das EOS R5 Gehäuse ist im Vergleich zu den Seacam silver für Canon EOS 5DMKIV deutlich kleiner und vor allem leichter. «beispielsweise die

Im Falle Seacam hat man dann die Qual der Wahl. Ein fast gerader Sucher mit zehn Grad (S10) Neigung konkurriert mit dem geraden Sucher (S180). Ein Luxus, der durch den 45 Grad geneigten Sucher (S45) auf die Spitze getrieben wird. Alle drei in einer optischen und haptischen Qualität, dass man sich kaum entscheiden möchte. Wer über die finanziellen Mittel verfügt – ich möchte niemanden davon abhalten, sich für ein „sowohl als auch“ statt für das „entweder oder“ zu entscheiden.

Allen Sportsuchern ist gemein, dass sie das Sucherbild der Kamera in nahezu voller Größe und makelloser Brillanz wiedergeben. Und auch der Wechsel vom Quer- in das Hochformat ist durch Drehung der dann fein einrastenden Sucher nur eine Fingerübung. Besser geht es derzeit einfach nicht. Wer jedoch gerne mit dem hinteren Display der Kamera arbeiten möchte, für den bietet Seacam mit dem Sucher Pro G auch noch eine preisgünstige Alternative. Die beste Kamera ist funktionslos ohne passende Objektive, die je nach Aufgabenstellung als Spezialisten das einfangen, was der Kreative am anderen Ende des Systems auf den Chip bannen möchte.

Eine Kamera wie die EOS R5 mit einem Auflösungsvermögen von 45 Megapixel verlangt nach Objektiven, die höchste Anforderungen erfüllen.

Wie bei anderen Herstellern auch, fehlt bei Canon ein Fisheyeobjektiv, welches direkt an die Kamera angeschlossen werden kann. Aber das Fehlen kann man bei Canon durch den Objektivadapter EF-R kompensieren. Dazu bietet Canon mit dem „8-15 mm“ ein Traumobjektiv an, das exzellente Bildqualität abliefert. Das Objektiv funktioniert an der Canon EOS R5 inklusive Autofokus einwandfrei und steht den nativen Canon R Objektiven in nichts nach.

Für welches Objektiv auch immer man sich entscheidet, es bedarf des reibungslosen Zusammenspiels mit einem Port, der das Unterwassergehäuse zum umgebenden Wasser verschließt. Optisch-physikalische Grundsätze flankieren die Gestaltung der im Port eingefassten Gläser die zur Anwendung kommen. Flache Gläser, die bei Makroobjektiven Verwendung finden, werden ergänzt durch gewölbte Scheiben, sogenannten Domegläsern, die sich für den Einsatz von Weitwinkel- oder gar Fisheyeobjektiven empfehlen, gar unerlässlich sind.

Die abbildenden Eigenschaften des Objektives entscheiden über Krümmung und/oder Größe der benötigten Domegläser. Wer hier nicht auf ein vorhandenes, abgestimmtes Sortiment zurückgreifen kann, wird in seiner Kreativität deutlich eingeschränkt bleiben. Die hervorragende Qualität der eigenen Portgläser unterstreicht Seacam durch eine zusätzliche optische Vergütung, die es im Unterwasserbereich nur bei Seacam gibt.

Das Gehäuse: Fast alles ist so, wie man es von Seacam gewohnt ist, nur kleiner und leichter. Zu dem perfekten Bedienkonzept gehört auch, dass alle wichtigen Funktionen bedient werden können, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen. Dazu gehört neben Auslöser, Zeit, Blende, ISO natürlich auch der AF-On Knopf, alles in Reichweite der Finger. Eine Besonderheit ist die Übertragung des Mode-Rads, das dritte Drehrad bei der R5, mit dem die ISO direkt eingestellt werden kann. Selbst der kleine Multikontroller der R5 wird übertragen, wobei die Bedienelemente am Gehäuse so weit voneinander entfernt sind, dass die Bedienung auch mit dicken Handschuhen einfach erfolgen kann.

Aufgeräumt: Hier zeigt sich die langjährige Erfahrung von Seacam. Das Prinzip „Gestalte ein Gehäuse so simpel wie möglich, ohne auf die Funktionen zu verzichten“, bewährt sich im harten Einsatz unter Wasser seit Jahrzehnten, weshalb nicht nur Profis Seacam bevorzugen.

Tabelle 1: TECHNISCHE DATEN SEACAM SILVER CANON-R5

Material: seewasserbeständige Aluminiumlegierung

Funktionen: alle

Kontrollfenster: 1

Verschlüsse: 2 Safety-Lock-Schnellverschlüsse

Ports: Plan- u. Domeports mit vergüteten Mineralglasscheiben Sucher: Standardsucher, Winkelsucher optional

Zubehöranschlüsse: 2 T-Stücke für Blitzarme, M8-Gewinde oben,3/8-Zoll-Gewinde im Boden

Blitzanschlüsse: 2 x S6

Leckwarner: Serie (Vacuum Test optional)

Abmessungen: 250 x 170 x 150 mm (BxHxT) ohne Griffe, Port und Sucher

Gewicht: 2,3 kg ohne Kamera und Port

Tarierung: -0,02 kg inklusive Kamera und Port

Einsatztiefe: 80 m; Offshore 200 m

Preis: ab 4750,– Euro (einschl. MwSt.)

Weitere Infos: wwww.seacam.com

BLACK BOX

Ohne die schwarze kleine Kiste im Inneren, macht auch ein Secam Gehäuse keine Fotos. Was die gehypte Canon R5 kann und was nicht, aus der Sicht von Ivo Vaessen:

Im Bereich der Planports für Nah- und Makroaufnahmen können diese mit optischen Vorsätzen ergänzt werden, die ein Vordringen in ungeahnte Makrowelten ermöglichen. Insbesondere die Seacam Achromaten, die speziell für den Einsatz unter Wasser berechnet wurden, sind optische Meisterwerke, die exzellente, randscharfe Makroaufnahmen ermöglichen. Ergänzt wird das System noch mit allem, was man sich als Unterwasserfotograf so wünscht. Dazu gehören auch die fast schon legendären „Seaflash“ Unterwasserblitze, deren Eigenschaften nur ein eigener Bericht gerecht werden kann. Perfekte Blitzarme runden diesen Bereich dann noch ab.

Die Canon EOS R5 wird auch von Videografen verwendet werden. Für diese bietet Seacam ein Gehäuse für den Atomos Ninja V Monitor an. Dieser Monitor ermöglicht das perfekte Arbeiten für Filmer, da er das aufgezeichnete Bild auf einem großen, brillanten Bildschirm zeigt. Auch das Monitorgehäuse ist in der typischen Seacam Qualität gefertigt. High End, wie alles andere bei Seacam auch. Es kommt der Tag, an dem sich ein wenig mehr als die übliche Pflege durch den Nutzer empfiehlt. Der Inspektion beim PKW oder Motorrad ähnlich, empfiehlt sich eine Revision des Unterwassersystems nach entsprechend langer Einsatzdauer.

Highend – Produkte, wie die von Seacam, zeichnen sich auch dadurch aus, dass der Besitzer auf fachmännische Unterstützung seitens des Herstellers setzten kann. In Deutschland ist es die Firma GeNies GmbH, vertreten durch Dr. Georg Nies, die sich um alle Belange der Seacam Produkte kümmert. Beratung, Verkauf, Service, Schulung bis hin zum Leihservice, decken die ganze Palette rund um Seacam ab.

» Dazu bietet Canon mit dem 8-15mm-Fisheyezoom ein Traumobjektiv an, das exzellente Bildqualität abliefert. «

Game Changer, „Spielveränderer“, ist ein gerne benutzter Begriff in unserer Zeit. Damit sind unter anderem Produkte gemeint, die einen starken Einfluss auf eine Branche oder einen Markt haben. Nicht immer zu Recht, da das moderne Marketing meist zu Superlativen neigt. Und vor allem, da nicht jedes Produkt revolutionär sein kann. Aber ab und zu gibt es sie, diese Game Changer Kameras, die mit neuen Technologien aufwarteten oder aber solche massentauglich machten. Betrachtet man die Vergangenheit, so fallen einem gewisse Kameras ein. Um ein paar aus den letzten 35 Jahren zu nennen, die Minolta 7000 mit im Gehäuse integriertem Autofokusmotor, die Nikon F100 als kompletteste analoge Spiegelreflexkamera ihrer Zeit, die Nikon D200 als erste gute und weitverbreitete digitale SLR oder die Canon 5D MKII, die erste DSLR, mit der man auch sehr gut filmen konnte. Sie alle eint nicht unbedingt die ersten ihrer Art zu sein. Aber sie waren in ihrer Zeit einfach herausragende Produkte, warum wir sie gerne als „die“ herausragende Kamera ihrer Generation bezeichnen.

EIN MARKT IM UMBRUCH

Aktuell findet auf dem Kameramarkt ein Umbruch statt. Die Zeit der Spiegelreflexkameras scheint vorbei zu sein. Spiegellose Systemkameras haben Vorteile bei Gewicht und Größe, können sie doch auf den Spiegelkasten verzichten. Dazu kommen noch etliche moderne Errungenschaften, die diese Kameras mittlerweile zwar nicht mehr exklusiv haben, sie aber attraktiv machen. Raffinierte Autofokusarten mit Motivverfolgung, Augen-und Gesichtserkennung, elektronischer Verschluss, Touch Display, Mehrachsen-Stabilisierung, um an dieser Stelle nur ein paar Punkte zu nennen.

Bisher haben sich die etablierten Kameramarken, insbesondere Canon und Nikon, mit den spiegellosen Systemkameras sehr schwer getan. Olympus und Panasonic nutzten die Zeit und optimierten ihr Micro- Fourthird (MFT) Kamerasystem. Ebenso Sony, die mit einem wahren Feuerwerk von Kameras und Objektiven in den letzten Jahren den Markt verändert haben. Vor allem brachte Sony mit der Alpha A7 Serie Vollformatsensoren in den Systemkamerabereich und verband damit die Vorteile des großen Sensors mit denen der spiegellosen Systemkameras. Und Canon? Nun, die bisherigen Versuche im Bereich Systemkameras waren mehr halbherzig, die Kameras nicht auf dem aktuellen Stand der Technik und vor allem gab es nur eine sehr geringe Objektivauswahl. Die Einführung des R-Systems sollte dies ändern, jedoch wussten die einwandfrei und die Bildqualität ist schon immer exzellent gewesen. Weitere empfehlenswerte Optiken finden Sie in unserer Tabelle auf der vorherigen Seite.

Ivo Vaessen

Seit 20 Jahren ist seine Leidenschaft die Unterwasserfotografie. An der Canon EOS R5 begeistert ihn vor allem das neue 100 mm Makro - und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten der Bokeh-Fotografie.

Tabelle 2: TECHNISCHE DATEN CANON EOS R5

Effektive Auflösung: 45 Megapixel

Sensor Typ, Format): Dual Pixel CMOS, 36 x 24 mm (Vollformat)

Sucher, Auflsng., Bildfeld: elektronisch (OLED), 5,76 MP, 100 %

Belichtungsmessung: Mehrfeld, Selektiv, Mittenbetont, Spot

Belichtungsfunktionen: Voll-, Programm-, Zeit-, Blendenauto., manuell

Belichtungszeit: 1/8000−30 s,

Blitzsynchronzeit: 1/200 s + Kurzzeitsynchronisation

Bildstabilisator: 5 Achsen (Sensor)

Bildrate max: 20 Bilder/s /

Blitzsteuerung: TTL

Empfindlichkeit: ISO 50−102 400

Fokussierung: AF (5940 Messfelder), MF

Wechselspeicher: CFexpress Typ B , SD-Speicherkarte

Bilddateiformate: HEIF, JPG, RAW

Video: 8K

Monitor. 3,2 Zoll, 2,1 M-Punkte

Datentransfer: USB-C, HDMI, Audio 3,5 mm, Wi-Fi, Bluetooth Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku

Abmessungen Body: ca. 139 x 98 x 88 mm (BxHxT)

Gewicht (betriebsbereit): 738 g (ohne Objektiv)

Preis: ab 4498,– Euro (einschl. MwSt.)

Weitere Infos: wwww.canon.de

DIE HIGHLIGHTS DER KAMERA

Alles, was man von einer modernen Kamera erwartet in einer kompakten Form. Vollformat-Chip mit 45 Megapixel, Videoaufnahmen in 8K RAW, 5-Achsen Bildstabilisator und vieles mehr. In Sachen Ausstattung stellt die Canon R5 derzeit das Nonplusultra im Kamerabereich dar.

Die Rückansicht der Kamera zeigt das große hintere Display. Im Aufnahmemodus werden dort alle wichtigen Aufnahmeparameter wie Zeit, Blende, ISO und vieles mehr angezeigt. Dies erleichtert die Einstellungen unter Wasser. Und natürlich kann man damit die gemachten Bilder sehr gut überprüfen.

DIE WICHTI GSTEN UNTERWASSE R-OPTIKEN:

Unter Wasser benötigt man drei unterschiedliche Objektivarten: Makro, Weitwinkel und Fisheye. Mit dem RF 100 mm IS USM steht seit Neuestem ein sehr interessantes Makroobjektiv zur Verfügung. Das RF 15-35 mm ist ein exzellentes Super-Weitwin- kel, dass insbesondere für Filmer sehr interessant ist. Über den RF-EF Adapter lassen sich noch viele weitere Canon EF Objektive nutzen. Insbesondere das EF 8-15-mm-Fisheye ist hier für Unterwas- serfotografen wichtig.

Tabelle 3: OBJEKTIVE FÜR DIE UW-FOTOGRAFIE Objektive mit RF

RF 15-35 mm F2.8L IS USM

RF 100 mm Makro

Bajonettadapter EF (EF-Optiken an R Kameras) Objektive mit EF-Bajonett

Canon EF 8-15 mm 1:4 L Fisheye USM

Canon EF 16-35 mm 1:2,8 L III

Canon EF 100mm 1:2,8 L Macro IS USM

Weitere Infos: wwww.canon.de

Vorgänger auch nicht hundertprozentig zu überzeugen. Erst mit der Einführung der R5 bringt Canon eine Kamera auf den Markt, die den Bedürfnissen der Fotografen gerecht wird.

Markenübergreifend muss man bei den Vollformat-System Kameras leider feststellen, dass entscheidende Objektive für die Unterwasserfotografie fehlen. Welche Objektive ich für die UW-Fotografie wichtig halte, sind im Kasten auf der vorherigen Seite aufgelistet. Dort haben wir auch die Anforderungen an die Objektive zusammengestellt.

PASSENDE UW-OBJEKTIVEAUSWAHL? ES WIRD! Wie bei anderen Herstellern auch, fehlten für das Canon R System anfangs wichtige Objektive. Mittlerweile hat Canon das RF-Objektivsystem kontinuierlich ausgebaut. Neben dem exzellenten RF15-35mm ist seit neuestem das Canon RF 100 mm IS USM Makro verfügbar. Das Objektiv ermöglicht Aufnahmen bis zu dem extremen Abbildungsmaßstab von 1,4:1. Darüber hinaus verfügt das Objektiv über einen Steuerungsring zur Kontrolle der sphärischen Aberration. Mit diesem lässt sich das Bokeh zusammen mit einem Weichzeichnungseffekt variieren. Eine derzeit einmalige Möglichkeit in der Fotowelt, die sehr interessante Bildergebnisse ermöglicht.

Das Fehlen eines Fisheyes muss man aktuell mit dem EF 8-15 mm Fisheyezoom mit dem EF-R Adapter kompensieren. Das funktioniert schnellsten CFexpress Karten, die es auf dem Markt gibt. Das größte Manko ist dabei die Erhitzung der Kamera. Das Schreiben der Datenmengen auf die Speicherkarten kann schon nach wenigen Minuten zur Überhitzung der Kamera führen, sodass diese sich aus Sicherheitsgründen ausschaltet – und dann abkühlen muss, bis sie wieder nutzbar ist. Dies kann durchaus ärgerlich sein, wenn genau in diesem Moment der Manta an einem vorbei gleitet. Abhilfe soll hier eine Firmware-Aktualisierung schaffen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die erzeugte Datenmenge. Bei bis zu 2.600Mbps im RAW bei maximaler Auflösung ist einen 64GB Speicherkarte nach wenigen Minuten voll. Eine ein Terabit Karte reicht nicht für eine Stunde aus. Für einen Tauchurlaub mit mehreren Stunden Tauchen und Filmen empfehlen wir eine Flatrate für Festplatten. Erfinderische Anbieter dafür wird es vielleicht bald geben. Aber im Ernst. Für ein solches Szenario sollte man durchaus die Anschaffung von mehreren Festplatten zum Mitnehmen in Betracht ziehen. Und die Folgekosten sollte man auch nicht unterschätzen, denn so mancher Computer, von dem man glaubte, er sei gut, geht bei diesen Datenmengen in die Knie.

Mein Fazit: Es war schon immer etwas teurer, das Beste zu haben -und zu nutzen. Dafür bekommt der engagierte Fotograf und Filmer ein Werkzeug an die Hand, das seines Gleichen sucht. Ein Game Changer, wie es ihn in der Fotoszene schon lange nicht mehr gegeben hat und im Zusammenspiel mit dem Seacam-System – mal wieder – das Non-Plus-Ultra.

SCHÖNE BLAUTÖNE

Die differenzierte Wiedergabe von Blautönen war von jeher eine Stärke der Canon Kameras. Das hat sich mit der EOS R5 nicht geändert, höchstens verbessert.

GEGENLICHT IM GRIFF:

Durch den hohen Dynamikumfang lassen sich Gegenlichtsituationen noch besser meistern, was natürlich für Film und Fotografie nützlich ist.

EXAKTER AUTOFOKUS

Bei Aufnahmen durch eine beschichtete Röhre ist der Punkt-Autofokus der R5 perfekt für die Scharfstellung auf das eigentliche Motiv.

LICHT & SCHATTEN

Aber, wie immer im Leben, gibt es auch Schattenseiten. Im Falle der Canon hängen diese ursächlich mit der Datenmenge zusammen. Insbesondere beim Filmen hat die Kamera Probleme, die großen Datenmengen auf die Speicherkarten zu schreiben. Notwendig sind daher die

NATUR l EXPEDITION l WISSENSCHAFT l MEDIZIN l AUSBILDUNG l TECHNIK l FOTO l HISTORIE

Bokeh Kontrolle: Mit dem neuen Canon RF 100 mm IS USM lässt sich über die Kontrolle der sphärischen Aberration das Bokeh verändern. Damit sind Bilder wie dieses in Zukunft einfacher zu erzeugen. Und es ergeben sich noch viele weitere Möglichkeiten, die Bilder entstehen lassen, die bisher undenkbar waren.