Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

Spotlight ANDRÉ GERLICH


Logo von Monster Skateboard Mag
Monster Skateboard Mag - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 13.05.2022
Artikelbild für den Artikel "Spotlight ANDRÉ GERLICH" aus der Ausgabe 1/2022 von Monster Skateboard Mag. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Monster Skateboard Mag, Ausgabe 1/2022

André Gerlich ist wahrscheinlich der ruhigste Skater, der je aus Braunschweig kam. „Er lässt sein Skaten für sich sprechen“, klingt wie ein furchtbares Klischee, aber so sieht es nun mal aus. Und Andrés Skaten ist laut.

Sehr laut. Der sieht Trickmöglichkeiten an Spots, die man kaum als Spots wahrnehmen möchte, und sticht seit Jahren auf jedem Contest aus der Masse heraus, wie Benni Dannel hinein. So weit, so gut, so wenig Info, also muss jemand her, der sich Andrés Werdegang mehr aus der Nähe angucken konnte. Als Pate der Boardjunkies und Kaiser von

Braunschweig und Wolfenbüttel unsere Quelle: Marc Hausen.

Als David Luther mich anrief und fragte, ob ich ein Intro für das André-Gerlich-Interview im neuen MSM schreiben wolle, willigte ich natürlich sofort ein. Immerhin ist André einer unserer langjährigen Teamfahrer vom Boardjunkies Shop.

Erst jetzt, da ich hier sitze und etwas schreiben soll, wird mir ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Monster Skateboard Mag. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2022 von LIEBE LESER*INNEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LIEBE LESER*INNEN
Titelbild der Ausgabe 1/2022 von AM START ANTON WESSELY. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AM START ANTON WESSELY
Titelbild der Ausgabe 1/2022 von NESTOR JUDKINS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NESTOR JUDKINS
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
AM START ANTON WESSELY
Vorheriger Artikel
AM START ANTON WESSELY
NESTOR JUDKINS
Nächster Artikel
NESTOR JUDKINS
Mehr Lesetipps

... klar, dass es gar nicht so einfach ist, noch ein paar Infos für euch zu finden, die euch nicht bekannt sind. André ist den meisten aufmerksamen Lesern ja nun schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Über ihn gab es in den letzten Jahren viel zu sehen und auch viel zu lesen. Ich versuche trotzdem mein Bestes, euch noch etwas Interessantes über ihn anbieten zu können.

André kenne ich schon ziemlich lange. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht so genau, wie lange überhaupt. Auf jeden Fall war er damals noch ein kleiner Junge, der mir dadurch auffiel, dass er durch die Skatehalle Walhalla flowte wie sonst kaum einer. Er war schon immer jemand, der anders war.

Sein Style, seine Tricks, sein Aussehen. Alles war irgendwie besonders. Auf eine Art und Weise, die man gar nicht so richtig in Worte kleiden kann. André bringt mich und wahrscheinlich auch viele andere durch seine Art zu skaten immer wieder zum Staunen und Grinsen. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen, weil so viel Kreativität in ihm steckt. Man weiß nie, was als Nächstes kommt.

Oft saßen wir mittwochs in der Halle und haben uns die Gerlich Show reingezogen. Da war es meist schon spät in der Nacht. Einige waren bereits damit beschäftigt, beim Geradeaus-Gehen nicht ins Wanken zu geraten. Das war sein Moment, um die Streetfläche alleine auseinanderzunehmen. Wir saßen dann auf der Tribüne und schauten ihm zu. Er hinterließ dabei meist offene Münder und wunde Hände vom Klatschen, weil er auf einmal, wie aus dem Nichts, Tricks auspackte, die man vorher noch nie von ihm gesehen hatte.

Das Verrückte an ihm sind aber nicht die einzelnen Tricks, sondern die Lines, in denen er sie verpackte. Jedes Obstacle, das sich ihm in den Weg stellte, wurde dann zerstört. Teilweise hätte man eine Stecknadel fallen hören können, wenn er sich auf der Quarter positionierte, mit den Händen und im Geiste die Bewegungen durchging, die seine Füße gleich durchführen würden, um dann mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks genau so vorzugehen, wie man es nicht zu hoffen gewagt hätte.

Das Schönste an der Sache war aber, dass es eben nicht so aussah wie bei dieser Art Skateboard-Roboter, sondern es mit einer Leichtigkeit vonstattenging, die ihresgleichen suchte.

Warum ich das hier in der Vergangenheit schreibe? Nun, leider sind mir diese Abende in der letzten Zeit aufgrund von Zeitmangel nicht mehr allzu oft untergekommen. Das Schöne an der Sache ist allerdings, dass ich weiß, dass das gar keine Rolle spielt, denn André hat Bock! Er hat so viel Bock und so unfassbar viel Energie, wenn es um Skateboarding geht, dass ich auch in ein paar Jahren noch das Glück haben werde, jederzeit zurückzukommen und mir die Gerlich Show reinzuziehen. André lebt Skateboarding wie kaum ein anderer, den ich kenne, und wir werden noch viel von ihm sehen. Versprochen!

* 31.12.1989

Braunschweig born and raised, immer noch dort andregerlich

Intro Marc Hausen, Boardjunkies

Interview David Luther

Porträt Robert Christ

Wallride Backside Grab

MSM:Wie geht’s dir heute? Wo bist du gerade?

André: Mir geht’s ganz prima! Bin gerade mit den Jungs von Irregular in Kapstadt auf Tour.

MSM: Grüß bitte schön. Und generell? Ich gehe mal davon aus, dass die Laufbahn des gesponserten Skaters – oder gar Profis – nicht von Anfang an Plan gewesen ist.Wenn du dir deinen Lebensweg bis hierhin anguckst, wie geht es dir damit? Und wo geht’s hin?

André: Nein, das war natürlich nicht der Plan. Zu meinen Großeltern habe ich als Kind immer gesagt, wenn ich groß bin, dann wäre ich gerne Rentner. Ich bin happy damit, nicht jeden Tag pünktlich zur selben Zeit irgendwo am Band stehen zu müssen, sondern mir das einigermaßen einteilen zu können.

MSM:Wie bist du zum Skaten gekommen, oder wie kam Skaten zu dir? Flucht nach vorne oder Love at First Sight?

André: Ich habe 2001 angefangen. Da war eh gerade ein Hype wegen „THPS“, Tonys 900° etc. Als ich dann ein paar Leute bei mir im Dorf gesehen habe, die abgingen, hat’s mich geweckt – und da brauchte ich dann auch eins. Seitdem habe ich nicht mehr aufgehört und ich war eigentlich immer und jeden Tag skaten.

MSM:Wie hat sich eure Beziehung dann entwickelt, und was bedeutet Skateboarding dir heute?

André: It’s a lifetime deal.

MSM:Vertragt ihr euch denn so gut? Was hält dein Körper von der Sache, und wie besänftigst du ihn?

André: Ja, ich denke, wir haben uns über die Jahre gut aneinander gewöhnt. Ich muss mittlerweile schon immer ein paar Dehnungen und Yoga-Übungen machen, damit alles rund läuft, aber das macht ja auch Spaß.

MSM: Dass du talentiert bist und deine Lernkurve fast eine Vertikale ist, hat man ja schon früh auf Contests gesehen.War dir das zu wenig, dass du dann draußen zu so einem Kombi-Monster geworden bist?

André: Wir sind schon immer hauptsächlich Straße gefahren und haben versucht, das zu bedienen, was wir finden.

MSM:Wie läuft der Spot-Trickfindungsprozess ab?

Was passiert da in deinem Kopf?

André: Puhh... Ich denke jetzt nicht wirklich, dass es da einen festen Prozess gibt. Tricks müssen zum Spot passen. Also, der Spot entscheidet eher, was gut zu ihm passt.

MSM:Welche Kombi war bislang das härteste Stück Arbeit, und gibt es noch offene Rechnungen?

André: Offene Rechnungen gibt es doch immer.

MSM:Wie viel warst du 2021 auf Tour, und wo?

André: Wir waren auf einer Frankreich-Tour mit Antiz, dann war ich mit den Jungs auf Zypern und jetzt Südafrika mit Gotti und den Jungs. Das waren so die größeren Sachen dieses Jahr. Aber wir sind eigentlich jedes Wochenende irgendwie unterwegs in Sachen Skaten.

MSM:Wie ist das auf Touren für deine Teamkollegen, wenn du einen Spot siehst, den sonst keiner fahren kann/möchte? Gibt es solche Situationen?

André: Ja, das gibt’s regelmäßig, natürlich. Aber dass man mal alleine am Spot schuften muss, das kennt ja auch jeder Handrail-Skater.

MSM: Geilste Tour bis jetzt?

André: Immer die, auf der man gerade ist.

MSM: Go-to Food auf Tour?

André: Gerne etwas Lokales. Und immer was Neues probieren!

MSM: Kurz noch mal Contests:What about them? Like?

Dislike? Ich habe das Gefühl, dass die Begeisterung darüber, ein Contest-Wochenende zu erleben, generell abgenommen hat – woran könnte das liegen? Und was braucht ein guter Contest?

André: Ein guter Contest braucht ’ne gute Session, und nicht nur Leute, die Runs üben. Alles andere passiert dann von allein.

MSM: Ist Skateboarding eigentlich so offen und tolerant, wie gerne behauptet wird?

André: Da muss wohl jeder bei sich selbst anfangen.

Andrés Smoothness steht im reziproken Verhältnis zur Smoothness seiner Spots

Frontside 180° Switch Krooks

#bildungscaption #halbwahrheiten

Frontside Noseslide Pop-over

Der Brunnen hatte zum Glück gerade Mittagspause

Eine Doppelseite, gewidmet ausschließlich Andrés Fähigkeit, mindestens das Doppelte aus einem Spot herauszuholen

Frei nach Kinderzimmer Productions: „Zwei Klappen, eine Fliege -Overkill“