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STOCKBROT, STERNE UND EIN Zelt IM WALD


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Draußen! - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 31.08.2022
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Bildquelle: Draußen!, Ausgabe 2/2022

Ich stehe schwer bepackt mit Zelt, Isomatte, Schlafsack und Essen im Rucksack auf der hölzernen Aussichtsplattform Ellbachseeblick bei Baiersbronn im Nordschwarzwald. Hier zeigt sich die Landschaft dunkelgrün – bis zum Horizont. Echter Schwarzwald eben, mit Tannenzapfen, auf die wir von oben blicken. Im Tal schimmert klein und schwarz der Ellbachsee, in der Form einer dreifingrigen Hand. Zu dem wollen wir absteigen und in der Nähe unsere Zelte zwischen den Bäumen aufschlagen. Weg von der Zivilisation und vom Handyempfang, rein in die Freiheit und Natur: Der Schwarzwald zeigt Herz für Naturfreunde und hat das Projekt „Trekking Schwarzwald“ mit den Naturparken Schwarzwald Mitte/Nord und Südschwarzwald sowie dem Nationalpark Schwarzwald und ForstBW initiiert.

In zwölf Trekking-Camps zwischen Baden-Baden, Baiersbronn und Freudenstadt ist das Übernachten an ausgewiesenen Camps im Wald ausdrücklich ...

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... erlaubt. Meinen Wanderfreunden und mir soll eine Nacht im Gutellbach-Camp in einem Seitental südlich vom Mitteltal eine kleine Auszeit vom Alltag geben – Wildnisfeeling inklusive. Als wir uns von unserem Schwarzwaldblick lösen, folgen wir den Seensteig steil bergab. Der Pfad ist gespickt mit losen Steinen, rutschigen Wurzeln und treppenartigen Absätzen. Hier heißt es Augen auf. Vogelgezwitscher und der erdige Geruch von feuchtem Moos betören die Sinne, die wir für die Schönheit der Natur öffnen.

Hellgrün leuchtende Farne rollen ihre frischen Triebe aus, die unsere Waden streicheln. Heidelbeerbüsche prahlen mit ihren vitaminreichen Früchten. Doch diese lieben nicht nur die Menschen. Auch das Auerhuhn schätzt das Heidekrautgewächs, sogar nicht nur die süßen Beeren, auch Knospen, Blätter und Blüten genießen sie. Darum heißt es in einigen Naturschutzgebieten im Schwarzwald „Finger weg von Heidelbeeren“. Doch wenn’s im Gestrüpp raschelt, lohnt es sich, genauer hinzugucken. Vielleicht wandert ja gerade eine Auerhuhn-Familie durchs Unterholz, die ihre Küken zwischen den Büschen aufzieht. Immerhin beheimatet der Schwarzwald dank spezieller Schutz- und Arterhaltungsmaßnahmen die größte Auerhuhn-Population. Zentraleuropas außerhalb des Alpenraums. Tiefgrün begrüßt uns der Ellbachsee auf 770 Meter Höhe im Gletscherkarkessel unterhalb der 150 Meter höheren Karwand. Ummantelt mit dem frischen Grün der Moorbirken und dem moosigen Schwingrasen im Kontrast zum dunklen Grün der Tannen, liegt der Karsee vor uns. In der Oase der Ruhe wollen wir verweilen, bevor sie irgendwann verschwinden wird. 88 von einstmals mehr als 100 Karseen sind seit der letzten Eiszeit schon verschwunden und teilweise noch als Moore vorhanden. Geschaffen wurden sie einst von Gletschern, die mit ihren talwärts rutschenden Gesteinsbrocken den Hang abschliffen. Später füllte sich die so geschaffene Karmulde mit dem Schmelzwasser und Wasser aus Quellen und Bächen. Es braucht nicht viel Fantasie, um in die geheimnisvollen Sagen von Wassergeistern und Elfen sowie ertrunkenen Räubern einzutauchen, die diesem Naturdenkmal den Namen gaben. Aus dem Elfenbachsee wurde später der Ellbachsee. An diesem mystischen Platz könnte ich noch lange bleiben und warten, ob eine Nymphe aus dem Wasser steigt. Tut sie aber nicht. Außerdem wollen wir weiter zu unserem Wildnis-Camp und folgen dem Seensteig bis zum Abzweig „Abenteuerpfad“.

Sturm Lothar baut den Dschungelpfad

Den zu finden, entpuppt sich schon als erstes Abenteuer. Kaum sichtbar verbirgt sich der Trail nach wenigen Gehminuten auf der linken Seite des Pfades. Sturm Lothar, der 1999 besonders in Süddeutschland wütete und die flachwurzeligen Fichten aus dem Boden riss, ist der Architekt dieses Dschungelpfades. Seither bleibt die Natur sich selbst überlassen, um zu beobachten, wie sie sich entwickelt, wenn der Mensch nicht eingreift. Entstanden ist ein Bannwald, der vielen Kleinlebewesen, Flechten, Moosen und Pilzen neuen Lebensraum bietet. Lediglich ein 500 Meter langer Trial führt durch diese Wildnis.

Über morsche Baumstämme, kantige Felstreppen und dicke Wurzeln schlängelt sich der schmale Weg zwischen hochgewachsenen Fichten und dichtem Farn. Urwaldfeeling light – ohne Schlangen und andere giftige Tiere. Die letzten Meter zum Camp müssen wir per GPS suchen. Bei der Übernachtungsbuchung wurden uns lediglich die Koordinaten mitgeteilt. Doch trotz Elektronik verlaufen wir uns zunächst.

Jetzt sind Pfadfinder-Qualitäten angesagt und nach wenigen hundert Metern Sucherei liegt das Gutellbach-Camp völlig unverhofft in einer kleinen Senke vor uns, umgeben von den Bachläufen Guter Ellbach, der dem Camp seinen Namen gab, und Kienbächle. Eine Feuerstelle mit einer Kiste für Holzscheite sticht sofort ins Auge, etwas entfernt ein ökologisches Toilettenhäuschen aus Holz mit Plumpsklo und Herzchentür, drumherum etwas freie Fläche, wo wir unsere Zelte zwischen Farnen, Heidelbeerbüschen und Kiefern auf bauen können. Sonst nichts.

Allein im Wald und ohne Handyempfang

Eine gefasste Quelle als Sandstein-Brunnen liegt etwa 300 Meter entfernt vom Camp. Das Wasser daraus muss jedoch vor dem Genuss abgekocht werden. Maximal drei Zelte mit bis zu drei Personen pro Zelt dürfen sich dieses Naturidyll für eine Nacht teilen. So ähnlich ist jedes der zwölf Trekking-Camps im Schwarzwald eingerichtet. Wir sind auf uns gestellt und haben nicht einmal Handyempfang. Dafür jede Menge Vogelgezwitscher in der Abendstunde und ganz viel Vorfreude im Bauch – auf Lagerfeuer, gute Gespräche und eine Nacht unterm Sternenhimmel. Mit ein paar tiefen Atemzügen, bei denen wir die kraftspendende Waldluft einsaugen, sind wir angekommen. Angekommen in unserer ganz privaten Auszeit, nicht weit entfernt von der Zivilisation und doch so tief in der Natur, die uns mit tiefer Entspannung umarmt. So nah war ich der Natur lange nicht mehr. Mit den letzten Sonnenstrahlen bauen wir unsere Zelte auf. Jeder hilft jedem, das ist selbstverständlich, ganz ohne Absprache. Flugs die Isomatten aufgeblasen und die Schlafsäcke ausgerollt. Bianca schwelgt in Kindheitserinnerungen, ausgelöst durch den Geruch ihres Zeltes, in dem sie schon als kleines Mädchen genächtigt hat. Regina wählt den Logenplatz: Sie spannt ihre Hängematte direkt neben der Feuerstelle zwischen zwei starken Buchen. Das Zelt stellt sie nur für den Notfall auf: Für heute Nacht um vier Uhr ist Regen angesagt. Auch Axel, der Vierte im Bunde, scheint in sein Pfadfinderleben zurückversetzt. Er ist besessen vom Ehrgeiz, das Feuer ohne Streichholz anzuzünden, und schnitzt unentwegt Kienspäne. Das kann dauern.

Bärwurzkraut und ein Frosch in der Hose

So lange gehen wir Frauen auf Bärwurzsuche an der nahen Lichtung – mit Erfolg, dank Regina, die sich bestens in der Natur auskennt. Seiner stärkenden Wirkung verdankt der Doldenblütler seinen Namen, der an die Stärke des Bärs angelehnt ist. Auch frische Fichtenspitzen stehen auf dem Speiseplan. Regina ruft: „Aber nur die zarten hellgrünen Spitzen sammeln.“ Äste fürs Stockbrot lesen wir nebenbei auf. Plötzlich gellt ein Schrei durch die Stille. Bianca ist ein Frosch ins Hosenbein gekrabbelt. Zurück in unserem Basecamp kämpft Axel noch immer mit dem feuchten Holz. Also schnippeln wir die weichen Fichtenspitzen sowie Bärwurz und mischen die Kraft des Schwarzwalds in unseren mitgebrachten Schmand. Wie köstlich, naschen gehört dazu. Und obendrein stärken wir mit unserem Naturfund unser Immunsystem, völlig gratis. Mehl und Trockenhefe fürs Stockbrot haben wir auch eingepackt und Kartoffeln geschleppt. Doch unser auserkorenes Outdoor-Menü lässt auf sich warten. Wir sind zwar hungrig, aber irgendwie stört es auch keinen, wir sind schon nach den wenigen Stunden im Wald tiefenentspannt und haben Zeit. Bald signalisiert eine Qualmsäule: endlich Feuer.

Langsam legt sich die Dämmerung wie eine rote Decke über die Baumwipfel und das Vogelgezwitscher verstummt schlagartig. Wir beobachten das Himmelsschauspiel und genießen den Luxus, hier draußen im Schutze des Waldes Teil der Natur sein zu dürfen, auch über Nacht. Bald sitzen wir um das knisternde Feuer auf großen Baumstämmen und hängen die gespitzten Stecken mit den Stockbrotrollen und Würstl über das Feuer, bis es knusprig gebacken ist. Weit nach 22 Uhr genießen wir schlussendlich die Kartoffeln, die in der roten Glut gegart sind, mit unserem Schwarzwald-Schmand.

Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind, die nach Freiheit und Abenteuer schmecken. Ein Gourmet-Dinner, so simpel – so köstlich. Ohne Axel hätten wir die Kartoffeln wahrscheinlich roh gegessen und das Stockbrot-Mehl am nächsten Tag wieder in unserem Rucksack geschleppt. Zwischendurch schweift der Blick immer wieder zum Himmel. Die Sterne schauen von oben zu, aus zig Lichtjahren Entfernung. Das Handy hat Funkstille und keinen Empfang. In solch einer Umgebung wird selbst der Gang zum Herzchentür-Häuschen zum Erlebnis. Und in Momenten, in denen alle nur gebannt ins flackernde Lagerfeuer wie in einen Fernseher starren, lauschen wir dem Knistern des Holzes, das sich mit dem Rauschen des Gutellbachs mischt. Trotz Trapper-Feeling, das eigentlich gar nicht enden soll, kriecht klamme Kälte unter unsere Fleecejacken, und wir huschen bald mit verrauchten Klamotten in unsere Wildnis-Hotels.

Vier-Sterne-Luxus? Nein, Millionen superior. Doch so leicht sind sie gar nicht zu finden in der inzwischen stockdunklen Nacht. Und überall versuchen wandelnde Baumschatten der Stirnlampe, uns weiche Knie zu verpassen. Eine Nacht im kanadischen Wald könnte nicht gruseliger sein, nur die Bären fehlen. Ein bisschen Mut erfordert die Nacht in der abgeschiedenen Einsamkeit doch. Ich ziehe fast alles an, was ich dabei habe, zippe mein Zelt fest zu und rolle mich in meinem kuscheligen Schlafsack auf die Seite. Das sanfte Rauschen des Gutellbachs wiegt mich mit einem Wohlgefühl in den Schlaf, umgeben von den Elementen Erde, Luft, Wasser und vorher auch Feuer. Na dann, gute Nacht.

Schlemmen & schlafen

Im Trekking-Camp übernachten Das Trekking-Camp wird von Camp-Wärtern gepflegt und kontrolliert. Eine Übernachtung ist nur nach Voranmeldung möglich. Die mögliche Auslastung mit drei Zelten zu je maximal drei Personen darf zum Schutz der Natur und zum Erhalt des Individualcamp-Charakters nicht überschritten werden. Nach Anmeldung bekommt man die genauen GPS-Daten des Camps zugesandt. Pro Zelt und Nacht fallen 12 Euro an. Buchung von Mai bis Oktober. Anmeldung unter www.trekking-schwarzwald.de.

Das Natur-Camp Tannenfels in Baiersbronn bietet komfortable Stellplätze, www.naturcamp-tannenfels.de, Tel.: 0163-1923224

Die Kniebishütte lockt mit herrlichem Panoramablick auf den Schwarzwald und typisch Schwarzwälder Küche, www.kniebishuette.de

Leckeren Heidelbeerkuchen gibt es in der Darmstädter Hütte, die am Drei-Seen-Weg liegt, www.darmstaedter-huette.de

Erste Sonnenstrahlen dringen durch die dünne Zeltwand. Ich zippe mein Castle wieder auf und werde mit einem Morgenkonzert der Vögel begrüßt. Mein erster Blick aus dem Zelt fällt wieder auf den saftig grünen Farn vor meinem Eingang. Und spätestens als ich die herrliche Waldluft einatme, zieht es mich wieder raus aus dem Schlafsack. Ich spüre, wie kraftvoll das Leben im Rhythmus der Natur ist. Trotz des leichten Schlafs fühle ich mich frisch und tatkräftig für den kommenden Tag. Bald sitzen wir mit einer Butterbrezel aus dem Rucksack auf den Bänken um die Asche des lang erloschenen Feuers. Dazu genießen wir Wildblütentee, den wir zuvor auf den Tau verhangenen Wiesen gesammelt haben und wärmen uns die klammen Finger an den heißen Teetassen. So simpel – so köstlich.

Unsere einfachen Zelte sind flugs abgebaut und nun könnten wir wie die Nomaden mit unseren wenigen Habseligkeiten weiterziehen zum nächsten Lager. Alle Trekking-Camps sind nämlich kommod in Tagesetappen erreichbar und zu einer Mehrtagestour kombinierbar. Wem der Fußweg zu weit ist, der steigt zwischendurch in den Bus. Wir wandern stattdessen nach Mitteltal und fahren von dort ins Murgtal. Nach so viel Erde wollen wir jetzt dem Element Wasser frönen. Ein schöner Kontrast zum Wandern bietet das Soft-Rafting auf der Murg. Dieser Fluss, gespeist vom Guten und vom Bösen Ellbach und zahlreichen weiteren Bächen mit frischem Quellwasser, sucht sich seinen Weg durch steile Schluchten, über riesige Felsbrocken, Wiesen und Wälder, bis er nach 72 Kilometern in den Rhein mündet. Einst war die Murg ein wichtiger Verkehrsweg nach Holland zum Transport der Tanne, die Ende des 18. Jahrhunderts zum Schiffsbau genutzt wurde. Seitdem besteht der Schwarzwald nur noch zu etwa 15 Prozent aus Tannen, dafür zu 68 Prozent aus Fichten und ein wenig Laubwald.

Anstatt mit einem Floß suchen wir uns jetzt mit dem Gummiboot den Weg zwischen Felsen und Steinen das Flussbett hinab, das mit seinen unzähligen Steinen jedes Frühjahr ein anderes Bild zeigt. Ich übe mich als Kapitänin ganz hinten im Boot mit dem Steuerpaddel in der Hand. Unser Guide Kevin ruft vom Ufer aus: „Hier kann man nicht kentern“, als hätte er meine Gedanken gelesen. Ich betreibe Gehirnjogging bei jedem Stein, der sich vor unseren Raft als Hindernis in den Weg stellt. Schließlich muss ich bei jedem Manöver das Paddel entgegen der gewünschten Fahrtrichtung rückwärts einstechen und mich blitzschnell für die richtige Seite entscheiden, um die Achterbahnfahrt durch das Steinlabyrinth zu meistern.

Immer wieder kratzen wir mit unserer Gummihaut an den glitschigen Felsen entlang, bis wir feststecken und nur mit Kevins Sprung ins Wasser wieder freikommen. Schon 250 Meter nach dem Start ist der Ausstieg. Im Team schleppen wir das Schlauchboot über einen verwunschenen Steinpfad wieder flussaufwärts zur Einsatzstelle und stechen erneut ins Wasser. So lange, bis wir uns elegant um jeden Felsen herumschlängen, der neugierig aus dem Wasser lugt. Am Ende des Tages nach unserem Mikro-Abenteuer spüren wir: Ein Wochenende komplett in der Natur gibt uns Bärenkräfte, entspannt und erholt uns. Bekommen haben wir viel, obwohl wir auf die Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten der Zivilisation verzichtet haben. Wie schön, dass es noch elf weitere Trekking-Camps im Schwarzwald zu entdecken gibt.

IM RUCKSACK:

Kleidung: Regenjacke, Regenhose, Fleece und festes Schuhwerk

Schlafen: Zelt, Isomatte, Schlafsack

Waschen: Zahnbürste, Zahnpasta, Handtuch

Verpflegung: Wasser, Trinkflasche, Besteck, Topf, Taschenmesser

Bei Bedarf: Campingkocher, Dosenöffner, Taschenlampe, Wanderkarten, GPS-Gerät

Gesundheit: Erste-Hilfe-Set, persönliche Medikamente, Sonnencreme, Mückenschutz

✓ Toilettenpapier, Müllbeutel, Handy, Personalausweis

Draußen unterwegs

Als freie Outdoor-Journalistin und Fotografin verbringt Monika Neiheisser ihre Zeit am liebsten in der Natur und scheut keine Anstrengung für ein Foto im perfekten Licht und außergewöhnlicher Perspektive. Dabei hat sie eine Vorliebe für Landschaften mit weiten Blicken wie Wüsten, Meer und Berge. Ein Schlafplatz unter freiem Himmel ist die Krönung des Natur-Genusses.