Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 2 Min.

TEST Acrylfugenmassen: UnFug


ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen & Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 12/2009 vom 09.11.2009

In trockenen Bereichen werden Fugen üblicherweise mit Acryldichtmassen geschlossen. Leider sind diese Produkte oft schadstoffbelastet und manche auch wenig praxistauglich. Immerhin drei überzeugen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Acrylfugenmassen: UnFug" aus der Ausgabe 12/2009 von ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen & Wohnen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: irisblende.de

Über die Kunst der Fuge kommt so mancher Baufachmann ins Philosophieren. Denn er muss bedenken, wie stark sie beansprucht wird und wie sehr sich Materialien und Bauteile durch die Einwirkung von Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit bewegen. Hinzu kommen äußere Erschütterungen, Setzungen des Gebäudes und statische Belastungen. In trockenen Bereichen werden Fugen üblicherweise mit Dichtmassen ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 7,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen & Wohnen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST DECT-Telefone: Ruf nich an. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST DECT-Telefone: Ruf nich an
Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST Duschvorhänge: Vorhang auf!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Duschvorhänge: Vorhang auf!
Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST Wickelkommoden: Sicherheitsrisiko. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Wickelkommoden: Sicherheitsrisiko
Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST Badeteppiche: Da stehn wir drauf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Badeteppiche: Da stehn wir drauf
Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST Allzweckreiniger: Alles im Eimer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Allzweckreiniger: Alles im Eimer
Titelbild der Ausgabe 12/2009 von TEST Mikrowellengeräte: Nobody is perfect. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Mikrowellengeräte: Nobody is perfect
Vorheriger Artikel
TEST Abgetönte Wandfarben: Schön bunt
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Lacke und Lasuren: Richtige Lösung für den Anstrich
aus dieser Ausgabe

Über die Kunst der Fuge kommt so mancher Baufachmann ins Philosophieren. Denn er muss bedenken, wie stark sie beansprucht wird und wie sehr sich Materialien und Bauteile durch die Einwirkung von Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit bewegen. Hinzu kommen äußere Erschütterungen, Setzungen des Gebäudes und statische Belastungen. In trockenen Bereichen werden Fugen üblicherweise mit Dichtmassen auf Acrylbasis geschlossen. Für feuchtebeanspruchten Bereiche wie Badezimmer sind Acrylfugenmassen nicht geeignet, weil sie empfindlich auf Wasser reagieren. Anders als Silikon kann Acryl überstrichen werden, allerdings gibt es damit in der Praxis häufig Probleme. So werden in etlichen Internetforen Risse in Anstrichen auf Acrylfugenmassen heftig diskutiert. Dabei ist die Sache ziemlich klar: Die Acrylmasse kann sich deutlich mehr dehnen als ein Anstrich und so sind die Risse quasi programmiert. Der Normalverbraucher sollte im Zweifelsfall lieber darauf verzichten, und, wenn überhaupt, mit dem Überstreichen warten, bis die Massen gut ausgehärtet sind.

ÖKO-Test wollte wissen, ob die Acryldichtstoffe mit Schadstoffen belastet sind. Wir schickten zehn Acrylfugenmassen in verschiedene Fachlabore. Die Farbe Weiß wurde gewählt, weil sie in der Praxis die größte Rolle spielt. Daneben unterzogen wir die Fugenmassen einem ausführlichen Praxistest.

Das Testergebnis

■ Drei Dichtstoffe können auf ganzer Linie überzeugen, zwei weitere gehen mit einem „gut“ aus dem Rennen. Zwei Produkte landen am Ende der Notenskala, weil sie hochgradig mit Schadstoffen belastet sind. Auch im Praxistest hinterließen nicht alle Produkte einen guten Eindruck.

■ In zwei Produkten stecken große Mengen an Phthalaten, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. In den anderen Fugenmassen wählten die Hersteller teilweise alternative Weichmacher, zum Beispiel DEHT aus der Gruppe der Terephthalate. So lange der Stoff nicht hinreichend untersucht und bewertet wurde, gibt es für DEHT einen Minuspunkt.
■ Da die Acrylfugenmassen wasserbasiert sind, werden Konservierungsmittel eingesetzt. In derProbau Acryl Dichtmasse wurden Formaldehyd/ -abspalter nachgewiesen. Formaldehyd reizt die Schleimhäute, kann Allergien auslösen und ist krebsverdächtig.
■ Den Praxistest bestanden fünf Produkte mit „sehr gut“, zwei mit „gut“. Sie ließen sich gut verarbeiten, waren dehnfähig und wiesen eine gute Haftung auf.

■ Ein weiteres Qualitätskriterium ist der Volumenverlust der Acrylfugenmassen. Eine Anforderungsnorm für Baudichtstoffe sieht vor, dass die Schrumpfung nach einer definierten Trockenzeit maximal 25 Prozent betragen darf. Immerhin sechs Materialien erfüllen diesen Wert.
■ Für die Praxis interessant ist vor allem die Frage, inwieweit die Materialien in der Lage sind, eine gewisse Dehnung der Fuge über einen längeren Zeitraum – im Test 24 Stunden – zu bewältigen. DasFaust Acryl zeigte dabei nicht einmal eine zehnprozentige Dehnfähigkeit. Auch wenn Acrylfugenmassen als nicht sehr dehnfähig gelten, geht man doch davon aus, dass sie zumindest diesen Wert schaffen. Dagegen machten die Dichtstoffe von Hornbach, Lugato, Knauf und Otto Chemie sogar 60 Prozent Fugendehnung über 24 Stunden mit und können als elastisch eingestuft werden.

Unsere Empfehlungen

■ Grundsätzlich prüfen, ob durch konstruktive Maßnahmen auf Dichtstoffe verzichtet werden kann.
■ Vor der Verarbeitung eine Farbprobe nehmen, da sich gezeigt hat, dass Weiß nicht gleich Reinweiß ist. In manchen Fällen sind cremige Töne besser geeignet.
■ Auch wenn die meisten Hersteller die Überstreichbarkeit der Acrylfugenmassen herausstellen: Die Farbe ist nicht immer in der Lage, die Bewegung einer Fuge mitzumachen. Sie reißt dann zwangsläufig. Kaum ein Hersteller weist auf diese Problematik hin.