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TEST Allergiemittel: Die sind ja reizend


ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit & Medikamente - epaper ⋅ Ausgabe 11/2009 vom 09.11.2009

Mit Allergiemitteln lassen sich zwar lästige Symptome wie laufende Nasen oder entzündete Augen mildern. Doch viele der untersuchten rezeptfreien Präparate können selbst Allergien auslösen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Allergiemittel: Die sind ja reizend" aus der Ausgabe 11/2009 von ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit & Medikamente. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: ccvision.de

Es klingt paradox: Allergiemittel können bei empfindlichen Menschen selbst Allergien auslösen. Schuld daran sind die verwendeten Konservierungsmittel. ÖKO-TEST hat insgesamt 68 nicht rezeptpflichtige Mittel zur Behandlung von Allergien testen lassen und bewertet – darunter 24 Augentropfen, 13 Nasensprays und 31 Mittel zum Einnehmen.

Das Testergebnis

■ Bei den antiallergischen Augentropfen und den ...
■ ...

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■ Bei den antiallergischen Augentropfen und den antiallergischen Nasensprays sind die Ergebnisse sehr gemischt.
■ Erfreulich ist das Bild bei den Medikamenten zum Einnehmen: 28 erzielen ein „sehr gut“.
■ Loratadin und Cetirizin, die Wirkstoffe in den „sehr guten“ Allergiemitteln zum Einnehmen, zählen zu den gut verträglichen Antihistaminika der zweiten Generation. Die anderen Produkte enthalten veraltete Wirkstoffe, die müde machen. Allerdings können auch die Antihistaminika der zweiten Generation müde machen, wenn auch nicht so stark wie die veralteten Wirkstoffe. Einige Augentropfen und Nasensprays enthalten als Wirkstoffe Azelastin und Levocabastin. Sie zählen wie Loratadin und Cetirizin zu den neueren Antihistaminika.
■ Die Mehrzahl der getesteten Augentropfen und Nasensprays enthält als Wirkstoff das Natriumsalz der Cromoglicinsäure (Natriumcromoglicat). Diese Mittel eignen sich eher zur Vorbeugung als zur Behandlung einer akuten allergischen Reaktion. Das gilt auch für Nedocromil. Der Wirkstoff Lodoxamid wirkt schneller; diese Mittel können daher auch im akuten Fall eingesetzt werden.
■ In fast allen Augentropfen und in allen Nasensprays steckt Natriumedetat. Es wirkt indirekt konservierend und beeinflusst möglicherweise die Zellmembran auf ungünstige Weise. Einige Nasensprays sind mit Benzalkoniumchlorid konserviert. Dieser Stoff wirkt nicht nur allergisierend, sondern kann auch die Nasenschleimhaut zum Teil irreversibel schädigen.

Anmerkungen: 1) Natriumedetat. 2) Benzalkoniumchlorid. 3) PEG/ PEG-Derivate. 4) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 5) Enthalt Alkohol. 6) Bei saisonal bedingten allergischen Beschwerden fur Kinder ab 4 Jahren, bei nicht saisonal (ganzjahrig) bedingten Beschwerden ab 12 Jahren geeignet. 7) Bei allergischem Schnupfen fur Kinder ab 6 Jahren geeignet, ansonsten ab 1 Jahr. 8) Fur Kinder ab 4 Jahren. 9) Fur Kinder ab 6 Jahren. 10) Wirkstoff Dimetinden. 11) Wirkstoff Clemastin. 12) Fur Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung fuhrt zur Abwertung um drei Noten: ein mude machendes Antihistaminikum, das gleichzeitig eine halogenorganische Verbindung ist (Clemastin). Zur Abwertung um zwei Noten fuhrt: ein mude machendes Antihistaminikum (Dimetinden). Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe fuhrt zur Abwertung um vier Noten: Benzalkoniumchlorid in Nasensprays. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) Benzalkoniumchlorid in Augentropfen; b) PEG/PEG-Derivate in Augentropfen und Nasensprays; c) Alkohol in Medikamenten, die fur Kinder bestimmt sind. Zur Abwertung um eine Note fuhrt: Natriumedetat, wenn nicht bereits wegen Benzalkoniumchlorid um vier Noten abgewertet wurde. Unter Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.
Testmethoden: Wirkstoffe/Beipackzettel: Pharmakologische Be gutachtung. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe/Rontgenfluoreszenzanalyse.
Preisberechnung basiert auf kleinstem Produktangebot.
Erstveröffentlichung: OKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 11:2009. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktanderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mangeln geandert oder OKO-TEST neue/zusatzliche Untersuchungen durchgefuhrt hat.

Unsere Empfehlungen

■ Tabletten mit dem Wirkstoff Loratadin und Cetirizin sind für die Behandlung allgemeiner allergischer Symptome am besten geeignet. Es sollte allerdings beachtet werden, dass auch die Antihistaminikader zweiten Generation müde machen können, wenn auch nicht so stark wie die veralteten Wirkstoffe.
■ Bei den Nasensprays sind Produkte mit Cromoglicinsäure zu bevorzugen, allerdings enthalten viele Produkte problematische Konservierungsstoffe. Eine Alternative sind Einzeldosisbehältnisse, die nach steriler Abfüllung nicht konserviert werden müssen. Sie sind geringfügig teurer. Auch bei Augentropfen sollte man am besten Einmalpräparate kaufen, die keine Konservierungsstoffe enthalten.
■ Um die Symptome zu lindern, sind „gute“ und „sehr gute“ Medikamente hilfreich. Doch sie ersetzen nicht den Arztbesuch: Er stellt nicht nur fest, auf welche Pollen man allergisch reagiert, sondern wird auch eine Hyposensibilisierung empfehlen. Denn ein unbehandelter Heuschnupfen führt oft zu Asthma.