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TEST ANTI-SCHUPPEN-SHAMPOOS: Klar auf dem Kopf


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 25.02.2021

Anti-Schuppen-Shampoos versprechen Hilfe, wenn die Kopfhaut juckt und schuppt. Viele Produkte sind einen Versuch wert.


RATGEBER

1 Die Naturkosmetik- Shampoos sind "sehr gut". Wer lieber auf eines mit einem konventionellen Wirkstoff setzt, findet auch hier empfehlenswerte Varianten.

2 Lassen die Schuppen nach, reicht es, das Anti-Schuppen- Shampoo nur ein bis drei Mal die Woche zu nutzen und dazwischen eine milde Haarpflege zu wählen.

3 Wenn keine Besserung eintritt, eine Dermatologin oder einen Dermatologen um Rat fragen. Schuppen können auch auf Krankheiten hinweisen, etwa Neurodermitis oder ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 3/2021

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... Schuppenflechte.

Foto: Roman Samborskyi/Shutterstock

Das Ziel ist klar: eine gesunde, Kopfhaut, ohne Schuppen, ohne Jucken. Anti-Schuppen- Shampoos versprechen Hilfe gegen Kopfschuppen. Wir haben die Inhaltsstoffe von 50 Shampoos unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Hälfte ist „sehr gut“ und „gut“. Zu den zehn Schlusslichtern zählen ausgerechnet zwei Shampoos der bekannten Marke Head & Shoulders.

Auf den Wirkstoff kommt es an

Häufig entstehen Schuppen, wenn sich Pilze auf der Kopfhaut zu stark vermehren. Hefepilze lieben Fett, und die Talgdrüsen in der Kopfhaut produzieren, je nach Veranlagung, viel davon.

So ist es ein plausibler Ansatz, dass Anti-Schuppen-Shampoos versuchen, die Pilze auf der Kopfhaut in Schach zu halten. Die konventionellen Anbieter verwenden dafür oft Piroctonolamin. Diesen Wirkstoff enthalten 31 Shampoos im Test. Aus unserer Sicht ist er die beste Wahl im konventionellen Bereich. Studien haben gezeigt, dass er das Pilzwachstum einschränkt. Zugleich ist er relativ mild und gut verträglich.

Die Regeln für Naturkosmetika erlauben Wirkstoffe wie synthetisches Piroctonolamin nicht. Stattdessen arbeiten die zertifizierten Naturkosmetikshampoos im Test mit Pflanzenextrakten und -ölen, etwa Rosmarin, Brennnessel und Wacholder. Das sind traditionelle Mittel gegen Schuppen, die leicht antimikrobiell wirken sollen. Brennnessel soll zudem die Talgproduktion reduzieren. Weizenkeimöl zum Beispiel wird für eine gesunde Kopfhaut eingesetzt.

Umstrittene Wirkstoffe

Die Wirkstoffe Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid kritisieren wir: Sie sind zwar wirksam, aber Climbazol gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und reichert sich in Gewässern und Sedimenten an. Zinkpyrithion und Selendisulfid gelten als hautirritierend. Und gehören aus unserer Sicht deshalb nicht auf eine gereizte Kopfhaut.

Formaldehyd/-abspalter

Seit Langem ist bekannt, dass Formaldehyd Schleimhäute reizen kann. Im Männershampoo von Head & Shoulders und im Dercos von Vichy hat das Labor geringe Mengen Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Woher sie stammen, wissen wir nicht. In beiden Produkten steckt laut Zutatenliste kein Stoff, der Formaldehyd freisetzen kann.


„Gerade von Spezialshampoos wie Anti-Schuppen- Produkten erwarte ich, dass sie ohne hautirritierende Stoffe auskommen. Unser Test zeigt: Das ist leider nicht immer der Fall.“
Svenja Markert ÖKO-TEST-Redakteurin


Aggressive Reiniger

Die Mehrzahl der konventionellen Shampoos enthält PEG/PEG-Derivate. Diese dienen oft als waschaktive Substanzen und sorgen für einen schönen Schaum. Aber PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Das Tensid Natriumlaurylsulfat ist vergleichsweise aggressiv, in Schuppenshampoos werten wir den Stoff ab.

Recycelte Kunststoffverpackungen

Wir haben die Hersteller gefragt, ob sie für ihre Kunststoffverpackungen recycelten Kunststoff verwenden. Ergebnis: Etliche Anbieter setzen nach eigener Aussage bereits wiederaufbereitete Kunststoffe – in der Fachsprache Rezyklate – ein. Weit verbreitet sind sie noch nicht. Aus Umweltgründen ist es erstrebenswert, die Recyclingquote zu steigern. Einige Anbieter gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran.

So haben wir getestet

Wir haben 50 Anti-Schuppen-Shampoos eingekauft: neun zertifizierte Naturkosmetikprodukte und 41 konventionelle Shampoos. Eigenmarken von Drogerien, (Bio-) Supermärkten und Discountern, Shampoos aus der Apotheke sind ebenso dabei wie Marken namhafter Kosmetikhersteller. Die Preise liegen zwischen 42 Cent und fast 25 Euro pro 250 Milliliter. Die Liste der Inhaltsstoffe haben wir auf umstrittene und bedenkliche Substanzen abgeklopft, zum Beispiel PEG/PEG-Derivate, umweltproblematische Kunststoffverbindungen, bedenkliche UV-Filter, das Antioxidans BHT und Natriumlaurylsulfat. Darüber hinaus haben wir verschiedene Labore damit beauftragt, die Anti-Schuppen-Shampoos auf Duftstoffe, kritische Konservierungsmittel wie halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd/-abspalter und gegebenenfalls auch Isothiazolinone zu untersuchen.

Die Schadstoffe bewerten wir unter dem Teilergebnis Inhaltsstoffe, das maßgeblich für das Gesamturteil ist. Wenn Hersteller Silikone oder andere synthetische Polymere einsetzen, ist das in erster Linie ein Umweltproblem, das wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel abwerten.

Wir haben uns angesehen, welche speziellen Stoffe gegen Schuppen die Shampoos enthalten und welche Vorund Nachteile diese haben. Zudem haben wir recherchiert, ob ausgewiesene Anti-Schuppen-Wirkstoffe wie Piroctonalamin, Climbazol und Zinkpyrithion Probleme bergen können.

*) Rezyklatanteil laut Anbieter an den Kunststoffteilen der Verpackung.
Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: BHT = Butylhydroxytoluol, DEP = Diethylphthalat, k.A. = keine Angabe
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Silikone und/ oder andere synthetische Polymere. 3) Der Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. Laut Anbieter ist das Produktdesign seit November 2020 verändert. 4) Laut Anbieter ist das Produkt mittlerweile mit einem neuen Verpackungsdesign erhältlich (zu erkennen an der neuen GTIN 4058172449376). 5) Laut Anbieter ist das Produkt seit November 2020 mit neuer Rezeptur ohne synthetische Polymere erhältlich. Zu erkennen ist das neue Produkt am Störer „ohne Mikroplastik und wasserlösliche rein synthetische Polymere“ (GTIN 4058172636875). 6) Laut Anbieter wird das enthaltene DEP als Vergällungsmittel in einem Rohstoff eingesetzt. 7) Laut Hersteller ist das Produkt ab Mai 2021 mit neuer Rezeptur ohne Polyquaternium-10 und ohne Silikone erhältlich.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/- abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Climbazol und/oder andere halogenorganische Verbindungen (hier unter anderem: Iodopropynyl Butylcarbamate, Chlormethylisothiazolinon); b) Butylphenyl Methylpropional (in Tabelle: Lilial); c) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindun gen (in Tabelle: künstlicher Moschusduft); d) der bedenkliche UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/PEG-Derivate; b) BHT; c) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat (in Tabelle: DEP); d) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal); e) Natriumlaurylsulfat; f) Zinkpyrithion; g) Selendisulfid. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Silikone (hier: Dimethicone, Dimethicone Propyl PG-Betaine, Dimethiconol) und/oder weitere synthetische Polymere (hier: Acrylates/Beheneth-25 Me thacrylate Copolymer, Carbomer, Polyquaternium-7, Polyquaternium-10, Polyquaternium-16, Polyquaternium- 39, Sodium Acrylates Copolymer). Zur Abwertung um eine Note führt: Umkarton, der kein Glas schützt. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2103.
Einkauf der Testprodukte: Oktober – Dezember 2020. Preise können aufgrund der bis Ende 2020 befristeten Mehrwertsteuersenkung geringfügig abweichen. Dieser Test löst die Tests Anti-Schuppen-Shampoos aus dem ÖKO-TEST Magazin 10/2012 und dessen Neuveröffentlichungen im Jahrbuch Kosmetik 2013, Jahrbuch 2014 und Ratgeber Kosmetik 2014 ab.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/ oder verbreitet werden.

TIPPS gegen Schuppen

• Shampoo gründlich einmassieren, vor allem auf der Kopfhaut.

• Föhnen ja, aber nicht zu heiß, die Kopfhaut dankt.

• Bei trockenen Schuppen grundsätzlich eine milde Pflege wählen und nicht zu häufig Haare waschen.

• Weniger ist mehr: Am besten zunächst auf Haarspülungen verzichten.

• Fettige oder alkoholhaltige Haarprodukte belasten die Haut zusätzlich.

INTERVIEW: MÄNNER NEIGEN ZU MEHR SCHUPPEN

Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Wie entstehen Schuppen?

Es gibt drei Arten, wie Schuppen entstehen: bei fettiger Haut, bei trockener Haut oder im Rahmen von Hauterkrankungen. In feuchtem und schwitzigem Milieu, unter Mützen zum Beispiel, bleiben die oberen Hautschichten feucht und quellen. Das Resultat sind festhaftende fettige Schuppen. Ist die Haut aber zu trocken, bilden sich trockene Schuppen. Bei einigen Erkrankungen bilden sich zehn Mal so viele Zellen wie normal. Das ist der Fall bei der Schuppenflechte.

Wie helfen Shampoos?

Shampoos, die Anti-Pilz-wirksame Inhaltsstoffe enthalten, helfen bei fettigen Schuppen. Gegen eine zu ausgeprägte Pilzflora dürfen Dermatologen zudem bei Hauterkrankungen den Inhaltsstoff Ketoconazol verschreiben. Bei trockenen Schuppen geht es darum, weniger reinigende Inhaltsstoffe zu verwenden.

Neigen Männer zu Schuppen?

Ja, da ihre Talgdrüsen größer sind. Das mögen die an sich harmlosen Pilze in unserer Hautflora und vermehren sich dann überproportional.


Fotos: Anja Wägele; privat Illustrationen: noun project