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TEST Apfelmus und Apfelmark


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ÖKO-TEST Spezial Vegetarisch und Vegan - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 12.11.2020

TEST Apfelmus und Apfelmark

APFELMUS UND APFELMARK

TEST: JOHANNA MICHL 

Artikelbild für den Artikel "TEST Apfelmus und Apfelmark" aus der Ausgabe 11/2020 von ÖKO-TEST Spezial Vegetarisch und Vegan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

ÖKO TEST

RATGEBER 

1 Apfel pur? Dann besser Apfelmark. Keinem Mark im Test ist Zucker zugesetzt – die Süße stammt aus den Früchten. In allen Apfelmusen finden sich Zucker-und Säurezusätze. 

2 Bio ist besser: Apfelmus und Apfelmark aus Bio-Anbau sind in unserem Test frei von synthetischen Pestiziden. 

3 Apfelmark in Bio-Qualität eignet sich auch als Babybrei und ist häufig günstiger.

Ä pfel sind von Natur aus wunderbar süß – sie enthalten um die elf Prozent Zucker. Mehr müsste es eigentlich auch in einem Apfelmus nicht sein. Doch die ...

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... offiziellen Vorgaben in den Leitsätzen für Obst erzeugnisse schreiben etwas anderes vor. Die Zuckerkonzentration in Apfelmus muss danach mindestens stolze 16,5 Prozent betragen. „Zu viel“ – sagt ÖKO-TEST.

Dabei können Hersteller diese ungesunde veraltete Vorschrift leicht umgehen, indem sie ihre Produkte einfach Apfelmark nennen. Für Apfelmark gibt es keinen Mindestzuckergehalt. Im Geschäft stehen Apfelmus und Apfelmark ohnehin nebeneinander und sehen – abgesehen von der Bezeichnung – völlig gleich aus. Und nicht nur das: Sie schmecken auch ähnlich gut – dank der natürlichen Süße der Äpfel.

Egal ob Mark oder Mus: Apfelbrei kann viel. Kartoffelpuffer und Pfannkuchen zu einem kompletten Gericht abrunden, Joghurts und Müslis aufpeppen, kräftigen Apfelgeschmack in Kuchen und Des- serts bringen. Allergiker, die keine frischen Äpfel vertragen, können den pasteurisierten Brei meist problemlos genießen. Beim veganen Backen kann er sogar als feuchtigkeitsspendender Ei-Ersatz funktionieren. Wir wollten wissen, welche Apfelbreie frei von Schadstoffen wie Pestiziden sind und gleichzeitig gut schmecken. Dafür haben wir elfmal Apfel mus und siebenmal Apfelmark in die Labore geschickt.

Große Auswahl 

Das Ergebnis ist überwiegend erfreulich. Beim Apfelmark vergeben wir in allen sieben Fällen ein „sehr gut“. In allen Apfel musen kritisieren wir den Zuckerzusatz. Insgesamt drei konventionelle Produkte bekommen Punktabzug für Pestizidbelastungen.

Gesetzlicher Grenzwert überschritten 

Spuren des aus unserer Sicht bedenklichen, da bienengiftigen Pestizids Acetamiprid stecken im Tegut Apfelmus aus Golden Delicious. Im Odenwald Apfelmus fand das Labor Spuren des Antipilzmittels Carbendazim, das im Verdacht steht, die Fortpflanzung zu schädigen und krebserregend zu sein. Außerdem ist in dem Mus der Gehalt des Insektizids Flonicamid erhöht. Während das Labor in allen konventionellen Produkten jeweils Spuren von mindestens einem Pestizid gefunden hat, waren alle Bio-Produkte im Test frei von Pestiziden.

Unnötiger Zuckerzusatz 

Obwohl Äpfel schon von Natur aus schön süß sind, enthalten alle Apfelmuse zusätz- lich zugesetzten Zucker – der skurrilen Leitsatz-Vorgabe sei dank (siehe Kommentar). Im Schnitt liegt der deklarierte Gesamtzuckergehalt beim Apfelmark im Test bei knapp elf Prozent. Das entspricht dem natürlichen Zuckergehalt vieler Äpfel. Im Apfelmus liegt der Zuckeranteil im Durchschnitt bei den für die Produktbezeichnung vorgegebenen 16,5 Prozent. Angesichts der gesundheitlichen Nachteile von hohem Zuckerkonsum halten wir Apfelbreie ohne Zuckerzusatz für die bessere Variante.

Von süß bis leicht bitter 

In der Sensorikprüfung schnitten alle Apfelmuse und fast alle Apfelmarke tadellos ab. Das heißt, Aussehen, Konsistenz und Geruch waren in Ordnung. Die Breie schmeckten nach Apfel, süß und säuerlich.

Ob man leicht oder deutlich süß beziehungsweise säuerlich bevorzugt, ist Geschmackssache. Nur im Dennree Apfelmark pur und dem Rewe Bio Apfelmark kritisierten die Experten eine leicht bittere Geschmacksnote.

Kritik an Deckeldichtungen 

In sechs der Schraubdeckel bemängeln wir PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten. Die anderen kommen ohne aus. Beim Odenwald Apfelmus verschlechtert sich das Testergebnis Weitere Mängel noch weiter, weil es auf der Verpackung mit „Laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe“ wirbt. Das ist aber eine Selbstverständlichkeit bei Apfelmus und Apfelmark.

Woher kommen die Äpfel?

Woher die Äpfel im fertigen Apfelmus und Apfelmark stammen, steht nur selten auf dem Etikett. Wir haben deshalb von allen Herstellern die Herkunft der Äpfel und die verarbeiteten Sorten erfragt. In vier Produkten waren demnach nur Äpfel aus Deutschland enthalten. In fünf weiteren stecken Äpfel aus Deutschland plus mindestens einem weiteren Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Auch die anderen Hersteller, die uns geantwortet haben, gaben EU-Länder als Herkunft an. 

Bei der Wahl der Sorten setzen die Hersteller mit Blick auf die typische Apfelmusfarbe auf nur wenig rote Äpfel. Einige konventionelle Marken bewerben die gelb-grüne Sorte Golden Delicious. Auch das GutBio Apfelmus von Aldi Nord besteht nur aus dieser einen Sorte, das Bio Apfelmus von Aldi Süd komplett aus Gala-Äpfeln. Die meisten Bio-Hersteller im Test verwenden jedoch jeweils mehrere verschiedene Sorten, darunter auch alte heimische Sorten mit so schönen Namen wie Seestermüher Zitronenapfel (Ener Bio, Basic), Finkenwerder Herbstprinz und Horneburger Pfannkuchen (beide Basic).

Die Angaben zur Herkunft der Äpfel und zum Apfelgehalt beruhen auf Angaben der Hersteller. 

Fett gedruckt sind Mängel. 

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128. 

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Die Auslobung „Laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe“ bei einer Produktgruppe, bei der dies selbstverständlich ist. 3) Bioland-zertifiziert. 4) Laut Anbieter ist eine Umstellung auf einen komplett PVC-freien Deckel in Planung. 5) Laut Anbieter kam es zwischenzeitlich zu Veränderungen, und das Naturland-Siegel auf dem Etikett sei entfernt worden. Aufgrund einer gesteigerten Nachfrage im Zuge der Coronapandemie hätte nicht mehr auf ausreichend Naturland-Äpfel zurückgegriffen werden können. Daher sei kurzfristig auf Bio-Qualität, die nicht zusätzlich vom Verband Naturland zertifiziert ist, zurückgegriffen worden. Die hier eingesetzten Äpfel in Bio-Qualität stammen aus Italien. Der Anbieter sei jedoch bemüht, schnellstmöglich auf verbandzertifizierte Ware zurückzustellen. 6) Laut Anbieter sind in der hier untersuchten Charge hauptsächlich Äpfel aus Deutschland und zu einem geringen Anteil aus Polen verwendet worden. 7) Laut Hersteller wird mit dem Produkt Freshona Bio Organic Fruchtmus Apfel auch eine ungesüßte Alternative im Lidl-Markt angeboten. 8) Laut Anbieter kam es aufgrund erhöhter Nachfrage zu einem Rohwarenengpass von deutschen Äpfeln in Bioland-Qualität. Von circa Juli 2020 bis voraussichtlich November 2020 weist das Produkt die EU-Bio-, jedoch nicht die Bioland-Qualität auf. Die Äpfel würden in der Zeit aus EU-Landwirtschaft und nicht, wie sonst üblich, ausschließlich aus Deutschland stammen. Zudem sei die Form des Glases in diesem Zeitraum leicht verändert. 9) Laut Anbieter sind in der untersuchten Charge Äpfel aus Deutschland, Italien und den Niederlanden verwendet worden. 10) Naturland-zertifiziert.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. 

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) der Zusatz von Zucker (nach Deklaration); b) ein bis zwei besonders bedenkliche Pestizide in Gehalten von jeweils mehr als 0,01 mg/kg (hier: Carbendazim, Acetamiprid); c) ein Gehalt eines Pestizids, der (unter Berücksichtigung von Verarbeitungsfaktoren, sofern nach BfR-oder Efsa-Liste verfügbar) die gesetzliche Rückstandshöchstmenge von ≥ 0,1 mg/kg zu mehr als 10 bis 50 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „erhöht“). Steht bei konkret benannten Analysenergebnissen „nein“, bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode. 

Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um eine Note: eine mit „leicht bitter“ gekennzeichnete Abweichung im Geschmack. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung; b) die Auslobung „Laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe“ bei einer Produktgruppe, bei der dies selbstverständlich ist. 

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik bzw. ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ausfällt, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/T2011 

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 8/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. 

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.