Lesezeit ca. 6 Min.
arrow_back

TEST Babyflaschen: Hoch die Flaschen!


Logo von ÖKO-TEST Magazin
ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 25.03.2021

Beruhigende Nachrichten für Eltern: Die Babyfläschchen im Test schneiden „sehr gut“ und „gut“ ab. Auch die Sauger sind einwandfrei.


RATGEBER

1 14 „sehr gute“ Produkte: Günstig sind die Kunststoff- und Glasmodelle der Drogeriemarken. Für die teuren Edelstahlflaschen lohnen sich Verschlüsse für später.

2 Die Flaschen vor dem ersten Gebrauch sterilisieren, Kunststoffflaschen mit klarem Wasser drei Mal nachspülen.

3 Wer bei Mikroplastik auf Nummer sicher gehen will, wählt eine der Flaschen aus Glas oder Edelstahl.

Kunststoff, Glas oder Edelstahl? Eltern haben inzwischen eine echte Wahl, welches Material es für ...

Artikelbild für den Artikel "TEST Babyflaschen: Hoch die Flaschen!" aus der Ausgabe 4/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 4/2021

Weiterlesen
Artikel 2,50€
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2021 von GUT DURCH DEN ALLTAG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GUT DURCH DEN ALLTAG
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von ÖKO-TEST WIRKT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ÖKO-TEST WIRKT
Titelbild der Ausgabe 4/2021 von GEMEINSAM BESSER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GEMEINSAM BESSER
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Kurz & klar
Vorheriger Artikel
Kurz & klar
Geburt in der Pandemie: Maske Test Geburt
Nächster Artikel
Geburt in der Pandemie: Maske Test Geburt
Mehr Lesetipps

... die Babyfläschchen sein soll. Und das Gute: Im Vergleich zu früher haben sich die Flaschen verbessert.

Leichte Kunststofffläschchen

Die allermeisten Flaschen bestehen aus Kunststoff. Sie sind schön leicht und bruchfest. Drei im Test bekommen allerdings einen Punktabzug, denn sie müffelten leicht. Und das obwohl die Laborexperten die Flaschen vor dem Geruchstest ausgekocht hatten. Immerhin gaben sie keinen Geruch an eingefülltes Wasser ab, bestätigten uns die Tester. Somit stört die Kinder kein Plastikgeruch beim Trinken.

Wir haben alle Flaschen umfangreich auf Schadstoffe getestet. Das Ergebnis: keine Lösemittel oder Weichmacher im Material. Auch kein Bisphenol A.

Ohne Bisphenol A

Die Verwendung des hormonell wirksamen Stoffes Bisphenol A ist nicht mehr zur Herstellung von Babyflaschen erlaubt. Nachdem Länder wie Frankreich und Dänemark den Stoff verboten hatten, folgte 2011 EUweit das Aus. Zunächst für Trinkflaschen für Säuglinge. Seit 2018 umfasst das Verbot alle Trinkgefäße und Flaschen für Säuglinge und Kleinkinder. Bisphenol A ist ein Grundstein für den Kunststoff Polycarbonat, den die Anbieter früher oft für Babyflaschen verwendeten. Das hat sich durch das Verbot und die Debatte um Bisphenol A geändert. In diesem Test bestehen alle Kunststoffflaschen aus Polypropylen. Das hat sich in puncto Schadstoffe bewährt, wie unser Test zeigt.

Foto: antibydni/Shutterstock

Diskussion um Mikroplastik

Allerdings gibt es eine neue Debatte über Kunststofffläschchen. Der Grund: Mikroplastik. Als Mikroplastik bezeichnet man kleinste Kunststoffpartikel. Sie machen Schlagzeilen, weil sie als Zerfallsprodukte von Plastikmüll die Weltmeere verschmutzen, Fischen zusetzen und es bis in die Arktis geschafft haben. 2018 hat eine Studie Mikroplastikpartikel im menschlichen Stuhl nachgewiesen. Welche Auswirkungen Mikroplastik im menschlichen Körper hat, ist noch nicht klar.

Ein Forscherteam am Trinity College in Dublin zeigte nun 2020 in einer Studie, dass Babyflaschen aus Polypropylen unter Hitze große Mengen Mikroplastik abgeben; etwa nach dem Sterilisieren, durch Erhitzen in der Mikrowelle oder durch Einfüllen von heißem Wasser. Dadurch könnten Säuglinge über eine Million winzigste Partikelteilchen pro Tag zu sich nehmen – so die Studie.


„Schön, dass es inzwischen wieder mehr Alternativen zu Kunststoffflaschen gibt und Eltern die Wahl haben.“


Svenja Markert ÖKO-TEST-Redakteurin

ÖKO-TEST hat in diesem Test nicht auf Mikroplastik untersucht. Wir können also nicht sagen, ob und wie viel Mikroplastik sich aus den Fläschchen im Test löst. Auch eine vergleichende Bewertung wäre bei bestehender Datenlage nicht ganz einfach. Wenn man auf Mikroplastik untersucht, bestehen immer noch Fragen zur Methode – genauso wie zur Auswirkung der gefundenen Partikel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht aktuell nicht davon aus, dass Plastikpartikel in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken bergen. Das Institut sagt aber auch, dass eine abschließende Risikobewertung derzeit noch nicht erfolgen könne.

Dennoch meinen wir, dass es sich aus Vorsorgegründen lohnt, die Menge der möglichen Partikel gering zu halten. Das geht, indem Eltern die sterilisierten Flaschen gründlich mit kaltem Wasser abspülen und abgekochtes Wasser abkühlen lassen – wir empfehlen auf eine Temperatur von 40 Grad.

Glas ist besonders hygienisch

Glasfläschchen geben kein Mikroplastik ab. Weitere Pluspunkte: Glas ist weniger anfällig für Kratzer, deshalb können sich keine Keime in Rissen ansammeln. Und Glas nimmt keine Gerüche an, außerdem ist es umweltfreundlich. Nachteil: Das Gewicht ist schwerer und Glasflaschen können zerbrechen.

Blei in der Farbe

Drei Glasflaschen kritisieren wir aufgrund von Blei. Es steckt in der Farbe des Dekors, etwa der Skalierung. Der Stoff gilt als Nervengift. Immerhin kommt das Dekor nicht mit dem Inhalt der Flasche in Kontakt. Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass sich nennenswerte Gehalte von Blei lösen, wenn man die Flasche hält oder Babys mit ihr in Kontakt kommen. Und trotzdem: Das Gift Blei hat aus unserer Sicht nichts in Kinderprodukten zu suchen. Wie der Test zeigt, ist es durchaus machbar, Glasflaschen mit bleifreien Dekorfarben zu bedrucken.

Edelstahlflaschen sind treue Begleiter

Bisher gibt es wenige Babyflaschen aus Edelstahl. Ob sie sich angesichts des hohen Preises durchsetzen, muss sich zeigen. Die Qualität der Flaschen im Test jedenfalls stimmt: Die zwei Flaschen gehören zu den 14 „sehr guten“ Produkten.

Edelstahl ist deutlich leichter als Glas und besonders robust. Auch wenn die Flaschen bei Stürzen verbeulen können, halten sie im Normalfall länger als die typische Babyphase.

Besonders nachhaltig: Für die getesteten Varianten haben die Anbieter weitere Verschlüsse im Sortiment, sodass man sie weiter einsetzen kann. Die Flasche von Kid Kanteen lässt sich mit einem Deckel zum Snackbehälter umwandeln und die von Pura wird mit den passenden Trinkaufsätzen erst zur Trinklern- und später zur Sportflasche.

Saubere Sauger

Vollauf zufrieden sind wir mit den Saugern. Sie alle bestehen aus Silikon. Wir haben überprüft, ob noch kritische Rückstände in ihnen stecken. Entwarnung – alles sauber.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Babyflaschen mit Silikonsaugern, die Eltern ab der Geburt einsetzen können, in Drogerien, Supermärkten und Fachgeschäften eingekauft. Darunter elf Fläschchen aus dem Kunststoff Polypropylen, sieben aus Glas und zwei aus Edelstahl. Im Labor analysierten die Prüfer alle Babyflaschen in einem umfangreichen Materialscreening auf Substanzen wie Phthalat- und Ersatzweichmacher, phosphororganische Verbindungen und Bisphenol A. Bei den Edelstahlflaschen prüften sie auch, ob die Flaschen problematische Elemente wie Blei oder Cadmium an eingefülltes Wasser abgeben. Lösen sich aus den Saugern flüchtige Verbindungen? Enthalten sie problematische polyzyklische aromatische Verbindungen oder Siloxane wie bedenkliches D4?
Da Babys einen sehr empfindlichen Geruchs- und Geschmackssinn haben, erfolgte auch eine Sensorikprüfung. Die Tester kochten die Fläschchen aus Kunststoff und Edelstahl aus und prüften, ob die Flaschen nach Kunststoff oder Metall riechen. Um festzustellen, ob Geruch und Geschmack auf eingefülltes Wasser übergehen, füllten sie die Flaschen mit heißem Wasser, ließen es abkühlen und machten zwei Stunden später die Probe: Riecht das Wasser nach Plastik oder nach Metall? Zudem haben wir die Verpackungen und Beipackzettel mit
Zudem haben wir die Verpackungen und Beipackzettel mit den Warnhinweisen abgeglichen, die die Babyflaschen-Norm 14350 vorschreibt. Auch prüften die Labore die Verpackungen auf chlorierte Verbindungen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter ist das Produkt nicht mehr im Programm und nicht länger in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich, eventuell werden noch Restbestände abverkauft. Seit Sommer 2020 gebe es die „Glass Baby Bottle Heat Sensing Healthy +“. 2) Weiterer Mangel: Warnhinweise nach DIN EN 14350 unvollständig (hier: Alle nicht verwendeten Einzelteile müssen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden). Laut Anbieter werden die Warnhinweise bei einer Neuauflage des Beipackzettels angepasst.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Babyflasche führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Bleigehalte von mehr als 500 mg/kg im Dekor (wie farbige Aufdrucke und Skalierungen); b) Flasche riecht etwas nach dem Auskochen (Median in der Sensorikprüfung bei 2,5). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: Warnhinweise nach DIN EN 14350 unvollständig (hier: Alle nicht verwendeten Einzelteile müssen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Flasche und dem Testergebnis Sauger, es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2104.
Einkauf der Testprodukte: November – Dezember 2020. Dieser Test löst den Test Babyflaschen aus ÖKO-TEST Magazin 1/2011 und dessen Neuveröffentlichungen im Jahrbuch Kleinkinder für 2013 und im Ratgeber Kleinkinder 2011 ab.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Passend und sauber

Saugergröße und -loch

Mit der kleinsten Saugergröße beginnen und ein Saugerloch mit einem geringen Durchfluss wählen, oftmals als S bezeichnet oder mit einem Tropfen bebildert. Wenn das Trinken gut klappt und man Ersatzmilch gibt, kann man die nächste Lochgröße M / zwei Tropfen ausprobieren.

Sterilisieren

Vor dem ersten Gebrauch die Flasche sterilisieren. Danach reicht im Normalfall eine gründliche Reinigung.

Reinigen der Flaschen

Die Reste wegschütten und die Flasche gleich nach Gebrauch reinigen. Am besten von Hand mit Spülmittel und einer Bürste, die nur für die Flaschen zum Einsatz kommt. Alles in seine Einzelteile zerlegen. Auf einem Handtuch mit Öffnung nach unten trocknen lassen. Dann trocken und sauber lagern, etwa eingeschlagen in ein frisches Küchenhandtuch.

Sauger wechseln

Anbieter empfehlen einen Austausch nach ein bis drei Monaten. Wechseln Sie die Sauger auch, wenn Sie Risse oder Gebrauchsspuren erkennen.


Fotos: Anja Wägele; Vadi Fuoco/Shutterstock Illustration: noun project