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TEST Badezusätze: Schöner baden


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 26.11.2020

Ein heißes Vollbad kann auch die Seele wärmen. Zusätze fürs Badewasser duften, knistern und schäumen dafür um die Wette. Im Test waren die meisten in Ordnung.


TEST: VICTORIA PFISTERER

RATGEBER

1 18 „sehr gute” Badezusätze – das reicht für einen ganzen Winter. Mit dabei sind alle zehn Naturkosmetik- Produkte.

2 Je früher das Schaumbad zum einlaufenden Wasser kommt, desto mehr schäumt es. Wer trockene Haut hat, cremt gut nach oder wählt ein Ölbad .

3 Zwei Mal die Woche Baden ist genug – sonst trocknet die Haut zu sehr aus.

Artikelbild für den Artikel "TEST Badezusätze: Schöner baden" aus der Ausgabe 12/2020 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Alena Ozerova/Shutterstock

Wasser einlaufen lassen. Eintauchen. Entspannen. Dass ...

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... dieses Baderitual gut tut, hat viele Gründe: Das warme Wasser öffnet die Poren, entspannt durch den Auftrieb die Muskulatur, stimuliert die Blutgefäße und den Zellstoffwechsel. Ein Badezusatz macht die Auszeit vom grauen Winteralltag perfekt. Sagen zumindest die Hersteller von Schaumbädern und Badekugeln. Wir haben 50 ganz unterschiedliche Badezusätze getestet – vom klassischen Schaumbad bis zum Badetrüffel.

Das Ergebnis liegt überwiegend im grünen Bereich. Wärmstens empfehlen können wir 18 „sehr gute“ Zusätze fürs Badewasser. Unter ihnen alle zehn getesteten Naturkosmetik-Artikel. 23 Produkte gehen immerhin noch mit der Note „gut“ aus dem Rennen. Kritikpunkt: Sie alle enthalten Polyethylenglycole (PEG) oder deren Abkömmlinge. Sie sorgen in Badzusätzen für den Schaum und reinigen zudem. Aber sie können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. In fast allen konventionellen Flüssigbädern – ob Schaumbad, Cremebad oder Kräuterbad – machen sie mengenmäßig, nach dem Wasser, den größten Anteil aus.

Sanfter Duft?

Zugegeben: Ein schöner Duft gehört zum entspannenden Wannenbad. Denn Gerüche erreichen die für Emotionen zuständigen Teile unseres Gehirns ohne Umwege. Tatsächlich sind auch nahezu alle Badezusätze im Test parfümiert. Häufig mit Duftmischungen, an denen wir nichts auszusetzen haben. Einige Duftstoffe, zum Beispiel Coumarin oder Citral, werten wir zwar nicht ab, wir nennen sie aber in der Tabelle. Sie haben ein relativ geringes allergenes Potenzial.


„Schaumberge und knallbuntes Wasser machen Spaß – zur Hautpflege tragen sie allerdings nichts bei.“


Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin


Foto: thomas w.cheney

Drei Badezusätze werten wir wegen der enthaltenen Duftstoffe ab. Die untersuchten Cremebäder Dove Pflegendes Cremebad, Palmolive Naturals Cremebad Olive & Milch und das Tesori dʼOriente Ayurveda Aromatisches Cremebad enthielten den synthetisch hergestellten Duftstoff Lilial. Diesen kritisieren wir seit Jahren, denn er hat sich im Tierversuch als fortpflanzungsschädigend erwiesen. In den beiden Bädern der Marken Palmolive und Tesori d’Oriente steckt zusätzlich noch Galaxolid, eine synthetisch hergestellte Moschusverbindung, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichert. Galaxolid verbreitet sich stark in der Umwelt und ist in vielen Gewässern und Wasserlebewesen nachweisbar.

WISSEN für die Wanne

Illustration: noun project

Fetträuber

Zu langes und vor allem zu heißes Baden trocknen die Haut aus. Als optimal gelten 32 bis 35 Grad, maximal sollten es bei einem Entspannungsbad 36 bis 38 Grad sein. Spätestens nach 15 Minuten heißt es: raus aus der Wanne und gut eincremen.

Viren-Stopp

Ein warmes Vollbad kann gegen eine beginnende Erkältung helfen. Denn durch die Wärme werden die Schleimhäute besser durchblutet und dadurch die Virenvermehrung gedrosselt. Zusätze aus Heilkräutern wie Lindenblüten, Thymian oder Eukalyptus unterstützen den Effekt. Aber Achtung: Danach gut warm halten. Und bei Fieber ist die Wanne tabu!

Wasserschlucker

Einen Wertmutstropfen gibt es beim Bad in der heißen Wanne: Durchschnittlich werden dabei 140 bis 200 Liter Trinkwasser verbraucht. Das Drei- bis Fünffache im Vergleich zum Duschen.

Namensdschungel: Was ist wo drin?

Der Namensdschungel für Badezusätze ist riesig und für Verbraucher verwirrend. Was zum Beispiel soll man sich unter einem „Wellnessbad“ vorstellen? Viele der Namen dienen dem Marketing und haben mit den Inhaltsstoffen wenig zu tun.

Doch es gibt Unterschiede zwischen den Badezusätzen: Flüssige Produkte wie Schaum-, Creme- und Kräuterbäder enthalten meist eine große Menge an Tensiden. Sie schäumen und sie reinigen. Zu den Tensiden kommen – mal mehr, mal weniger – rückfettende, pflegende Stoffe.

Pflege ist das Hauptthema von Ölbädern. Sie sind sehr gut darin, der Haut das beim Baden verlorene Fett zurückzugeben, hinterlassen allerdings am Wannenrand einen hartnäckigen Ölfilm.

Badesalze, meist auf Basis von Meersalz, können die Haut schön weich machen: Das Salz erzeugt einen gewissen Peeling-Effekt.

Und dann wären da noch die Badezusätze, die aussehen als kämen sie direkt aus der Confiserie: Badetrüffel und Badekonfekt etwa. Hier stehen eindeutig Wellness und Badespaß im Vordergrund. Ein besonderes Erlebnis verheißen auch Badekugeln und Badebomben. Häufig sprudeln sie durch die Kombination von Natron mit Zitronensäure. So verspricht die Lifestyle-Marke Lush: „Sprudelnde Badebombe, die dich ins All katapultiert …“ Schade, dass die knallblaue Kugel in unserem Test etwas unsanft bei der Note „ausreichend“ landet.

So haben wir getestet

Wir haben 50 Badezusätze in Drogerien, Supermärkten und im Internet eingekauft, davon sind zehn als Naturkosmetik zertifiziert. Im Labor haben wir sie auf das Vergällungsmittel Diethylphthalat, bedenkliche Formaldehyd/-abspalter, allergene Duftstoffe, künstliche Moschusverbindungen und umstrittene halogenorganische Verbindungen untersuchen lassen.
Auch BHT, das Produkte vor Reaktionen mit Sauerstoff schützt, aber im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken, stand auf unserer Prüfliste. Ebenso wie Emulgatoren aus der Gruppe der PEG/PEG-Derivate und konservierende Parabene.
Die Verpackungen ließen wir auf umweltproblematische PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen analysieren. Das Testergebnis Inhaltsstoffe bildet die Grundlage für das Gesamturteil.

BADEGESCHENKE – SELBST GEMACHT

Nur mit natürlichen Zutaten in die Wanne gehen? Zusätze fürs Badewasser sind ganz einfach selbst herzustellen und eigenen sich auch gut als dekoratives Weihnachtsgeschenk.

Badepralinen „Buddha“

Für 10 Stück: 66 Gramm Natriumbikarbonat, 20 Gramm Zitronensäure und 34 Gramm Milchpulver in einer Schüssel gut durchmischen. 65 Gramm Kakaobutter im Wasserbad schonend aufschmelzen. Etwa 30 Tropfen Jasmin- und Sandelholzöl einrühren. Flüssige Butter zum Pulver geben und mit den Händen zu einer homogenen Masse verkneten (dabei Einmalhandschuhe tragen). Die Masse mit einem Spatel in Silikonformen füllen, eventuell zur Deko getrocknete Blüten in die Oberfläche drücken, 30 Minuten im Tiefkühlfach aushärten lassen. Pralinés vorsichtig aus der Form lösen, drei Tage durchhärten lassen, einzeln in Cellophan verpacken.

Blüten-Badesalz

Für vier Vollbäder: 200 Gramm mittelgrobes Stein- oder Totes-Meer-Salz mit 20 Tropfen ätherischem Öl beträufeln (z.B. Lavendel, Rosengeranie oder Grapefruit) und in einer Schüssel verrühren. Wer mag, kann noch mit Lebensmittelfarbe tönen oder gleich roséfarbenes Himalayasalz verwenden. Drei bis vier Esslöffel getrocknete Blüten von Rose, Lavendel oder Calendula vorsichtig unterheben. In kleine Glasröhrchen oder dekorative Glasdosen abfüllen. Badesalz lässt sich gut verschlossen bis zu drei Monate lagern.

Quelle: Heike Käser, „Naturkosmetik selber machen“

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: BHT = Butylhydroxytoluol.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: Der Bestandteil der Inhaltsstoffliste „Knisterbrause“ ist nicht im Glossar der international anerkannten Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) enthalten. 3) Laut Anbieter wurden die Inhaltsstoffe des Rosenöl-Zusatzes überarbeitet und es gab einen Anbieterwechsel. Neuer Anbieter sei Fette Pharma GmbH / Egelsbach. 4) Laut Anbieter wurde das Produkt im zweiten Quartal 2020 aus dem Markt genommen. 5) Laut Anbieter wurde das Produkt im September 2020 umgestellt. In der neuen Rezeptur seien Lilial und Styrene/Acrylates Copolymer nicht mehr enthalten. 6) Laut Anbieter wird das Produkt aus dem Sortiment genommen. 7) Weiterer Mangel: Synthetische Polymere.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Butylphenyl Methylpropional (in der Tabelle: Lilial); b) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindung (in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); c) halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/ PEG-Derivate; b) BHT; c) Propyl- und/oder Butylparaben. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere (hier: Styrene/Acrylates Copolymer, Acrylates Copolymer, Polyquarternium-7, Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylates Crosspolymer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) Bestandteil in der Inhaltsstoffliste, der nicht im Glossar der international anerkannten Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) enthalten ist (hier „Knisterbrause“). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2012.
Einkauf der Testprodukte: August 2020.
Preise können aufgrund der befristeten Mehrwertsteuersenkung geringfügig abweichen. Dieser Test löst die Tests Edle Badezusätze (ÖKO-TEST Magazin 12/2012, Jahrbuch für 2014) und Badezusätze (ÖKO-TEST Magazin 12/2014, Ratgeber Kosmetik und Wellness 2015 und Jahrbuch für 2016) ab.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


Fotos: Heike Käser