Lesezeit ca. 8 Min.

TEST Isotonische Getränke Ernüchternd


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2015 vom 31.07.2015

Bis zu eineinhalb Liter Schweißverlust pro Stunde – das ist bei intensivem Sport keine Seltenheit. Doch Isodrinks können die dabei ausgeschiedenen Stoffe nur teilweise ersetzen. Viele stecken zudem randvoll mit künstlichen Süßstoffen, Aromen und überflüssigen Vitaminen.Von Birgit Hinsch


Artikelbild für den Artikel "TEST Isotonische Getränke Ernüchternd" aus der Ausgabe 8/2015 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: imago/Xinhua

Sommer, Sonne, draußen sein – gerade in den Sommermonaten steht das Sporttreiben ganz oben auf der Agenda vieler Menschen. Ein Blick in die Parks, auf Ufer- und Waldwege bestätigt: Überall wird gejoggt, gewalked und geradelt. Nach Umfragen der vergangenen Jahre sind in Deutschland allein 17 Millionen ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2015 von Leserbriefe: schreiben «sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe: schreiben «sie uns
Titelbild der Ausgabe 8/2015 von Nachwirkungen: REAKTIONEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen: REAKTIONEN
Titelbild der Ausgabe 8/2015 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 8/2015 von TEST Bierbrausets Unausgegoren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Bierbrausets Unausgegoren
Titelbild der Ausgabe 8/2015 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 8/2015 von TEST Fanartikel von Pop- und Youtube-Stars Starallüren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Fanartikel von Pop- und Youtube-Stars Starallüren
Vorheriger Artikel
Meldungen
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Selbsttests aus der Apotheke Nur selten sinnvoll
aus dieser Ausgabe

... Läufer und 8,5 Millionen Walker unterwegs. Auch Fitnessstudios verzeichnen Rekorde. So ist die Mitgliederzahl laut Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen 2015 auf stattliche 9,1 Millionen angewachsen.

Klar ist, wer Sport treibt, schwitzt – und wer schwitzt, verliert Flüssigkeit und Mineralstoffe. Dennoch stellt sich die Frage, ob es zum Ausgleich unbedingt spezielle Sportlerdrinks sein müssen. Reicht nicht doch die gute alte Apfelschorle oder einfach Wasser? Tatsache ist, dass es auf dem Markt ein breites Sortiment an Sportgetränken zu kaufen gibt. Sie nennen sich „isotonisch“ und bestehen in der Regel aus Mineral- oder

Trinkwasser, Fruchtsäften, Zuckerstoffen, Vitaminen, Mineralien und vielen Zusatzstoffen. Die Zusammensetzung ist gesetzlich nicht geregelt. Sicher ist nur, dass es sich um Produkte mit Zusatznutzen handelt, die Flüssigkeits- und Nährstoffverluste durch längere körperliche Aktivität gezielt ausgleichen sollen.


Kunstprodukt Isogetränk: kaum Saft, dafür Aromen und viele Zusatzstoffe


Die Bezeichnung „isoton“ steht für Flüssigkeiten, die die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen wie das Blutplasma enthalten. Sie werden dadurch besonders schnell vom Körper aufgenommen und können Wasserverluste sofort ausgleichen. Im Unterschied dazu haben „hypotone“ Flüssigkeiten weniger Teilchen – sie werden ebenfalls schnell aufgenommen – „hypertone“ hingegen mehr. Der Nachteil hypertoner Getränke: Sie verweilen länger im Magen und müssen erst verdünnt werden, bevor sie ins Blut strömen können. Ein typisch hypotones Getränk ist übrigens Wasser, während Colagetränke, Energydrinks und reine Fruchtsäfte der hypertonen Gruppe zuzuordnen sind.

Ob ein Getränk isoton ist oder nicht, hängt zum großen Teil davon ab, wie viel Zucker darin gelöst ist. Nach allgemeiner Auffassung sollten isotonische Drinks mit 30 bis 80 Gramm leicht löslichen Kohlenhydraten pro Liter angereichert sein – eine Größenordnung, die etwa das richtungsweisende American College of Sports Medicine (ACSM) vorschlägt. Zucker wie Glucose, Fructose oder Saccharose stellen schnell Energie zur Verfügung und helfen auf diese Weise, die Leistungsfähigkeit während des Sports aufrechtzuerhalten, erklärt Hans Braun von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS).

Isotonische Getränke enthalten darüber hinaus oft Natriumzusätze, da der Mineralstoffmit dem Schweiß in weitaus größeren Mengen als andere Mineralien verloren geht. Natrium verbessert zudem die Wasseraufnahme im Magen-Darm-Trakt. Im Allgemeinen rate man zu 500 bis 1.000 Milligramm Natrium pro Liter, so Experte Braun. Wer aber nur eine Stunde Sport treibe, brauche keine Anreicherung. Er empfiehlt natriumhaltige Getränke für intensive Aktivitäten ab zwei Stunden und mehr. Man könne salzhaltige Lösungen aus ein bis zwei Gramm Kochsalz auf den Liter auch selbst herstellen: „Das entspricht 400 bis 800 Milligramm Natrium.“

Überhaupt nichts von Salzzusätzen hält die nicht minder bedeutende International Marathon Medical Directors Association (IMMDA). Demnach sollten Sportler vor und während der körperlichen Aktivität keine natriumhaltigen Getränk aufnehmen, allenfalls hinterher. Die Begründung: Der Körper sei in der Lage, die Natrium-Serumkonzentration auch bei großen Verlusten stabil zu halten. Anders als andere Organisationen rät die IMMDA auch zum durstadaptierten Trinken. So hatten Untersuchungen gezeigt, dass Sportler, die nach dem eigenen Durstgefühl trinken, ihren Gewichtsverlust während der Belastung nur zu höchstens 75 Prozent ausgeglichen hatten, aber trotzdem Topleistungen abrufen konnten. Hans Braun von der DSHS sieht das Trinken nach Durstgefühl kritischer. So würden viele im Alltag oder auch im Sport vergessen, auf das Signal Durst zu reagieren, oder es einfach ignorieren.

Trinken nach dem Sport hilft, die Flüssigkeits- und Nährstoffverluste wieder auszugleichen.


Foto: imago/Westend61

Letztlich muss jeder Sportler selbst ausprobieren, mit wie viel Flüssigkeit er sich am wohlsten fühlt oder ob es wirklich ein bis zwei Liter pro Stunde sein müssen, die bei Ausdauerbelastungen unter Extrembedingungen empfohlen werden.

Fakt ist, dass zu viel Flüssigkeit auch zum Problem werden kann, insbesondere dann, wenn es sich um natriumarmes Wasser handelt. Dadurch kann im Einzelfall ein schwerwiegender Natriummangel im Blut entstehen, der zu Verwirrungszuständen, Muskelschwäche und Bewusstlosigkeit führen kann. Dass dies nicht nur graue Theorie ist, zeigt der Tod eines Teilnehmers am diesjährigen Ironman in Frankfurt. Der 30-Jährige soll Presseberichten zufolge nur mineralarmes Leitungswasser getrunken haben.

Wir haben 21 Sportlergetränke, darunter eine Schorle und zwei Elektrolytgetränke, unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

■. Ernüchternd: Insgesamt können wir keinen Sportdrink wirklich empfehlen. Die besten schneiden mit „befriedigend“ ab und viele sind nur „ausreichend“. Ganz schlecht steht es um die Sportgetränkemarken AM und Multipower – sie fallen mit „ungenügend“ komplett durch.
■. Sportlerschorle nur „befriedigend“. Besser, aber nicht so gut wie erwartet schlägt sich die Deutsche Sporthilfe Sportlerschorle Apfel-Johannisbeere. Obwohl nur aus Mineralwasser und Fruchtsäften hergestellt, kann sie dennoch nicht überzeugen. So ist sie leicht hyperton und enthält zudem kaum Natrium. Damit patzt sie in zwei von drei Kriterien, die Sportlergetränke typischerweise erfüllen sollten: isotonisch sein und Zucker und Natrium liefern. Alle Vorgaben erfüllen nur Powerade Sports Mountain Blast und Isostar Hydrate & Perform Sport Drink Orange Flavour. Sämtlichen anderen Getränken fehlt es an ausreichend hohen Natriumgehalten, wobei wir uns an der Vorgabe des Scientific Committee on Food der EU-Kommission von 460 bis 1.150 Milligramm pro Liter orientiert haben. Das Hella Aktiv Grapefruit ist leicht hypoton, was die rasche Verfügbarkeit aber nicht mindert.
■. Kalorienarm durch Süßstoffe. Kalorienfreie Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat und Aspartam sind in Sportgetränken eher kontraproduktiv, denn sie sollen ja gerade Energie durch Zucker bereitstellen. Offenbar möchte man die süßstoffgesüßten Produkte auch als „kalorienarm“ vermarkten, um gesundheitsbewusste Freizeitsportler anzusprechen. Kalorienarm dürfen sich Getränke nennen, die nicht mehr als 20 kcal pro Liter enthalten. Das erfüllen alle entsprechend gekennzeichneten Drinks.
■. Aromen aus dem Labor. Zwölf Produkte sind mit Aromen versetzt, die den Geschmack künstlich verbessern sollen. Andere Produkte enthalten zum Ausgleich der geringen Fruchtgehalte „natürliche Citrusaromen“. Das ist noch akzeptabel, da diese Aromen zu mindestens 95 Prozent aus aromatisierenden Bestandteilen von Zitrone, Orange und Grapefruit bestehen, wie die Laboranalysen bestätigten. Citrusaromen stecken in den Produkten von Weser-Gold (Extaler), Oettinger Brauerei (Glorietta), Edeka, Globus, Penny, Aldi Nord, Aldi Süd und Dm.
■. Überflüssige Vitamine und Mineralstoffe. Fast alle Getränke sind mit Vitaminen und manche zudem mit Calcium und Magnesium angereichert. Das bringt keinerlei Vorteile. Im Gegenteil: Wer mehr als eine 500-ml-Flasche konsumiert, erreicht bei den Vitaminen schnell mehr, als das Bundesinstitut für Risikobewertung als Anreicherung pro Tag empfiehlt. Eine ausgewogene Ernährung liefert alle Nährstoffe.
■. Schadstoffe im Drink. Im Multipower Isodrink Grapefruit-Lime-Flavour steckt deutlich zu viel Chlorat, das die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen kann. Dabei wird die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI), die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kürzlich festlegte, schon mit 400 Millilitern des Getränks erreicht. Im Vitrex Sports Iso Zitrone, Grapefruit & Mandarine wurde nierenschädliches Uran gefunden – die Menge beträgt knapp die Hälfte des Trinkwassergrenzwerts.
■. Knallbau und quietschgelb: Dank synthetischer Farbstoffe ist das möglich. Sei es Brillantblau FCF im Poweradl-uetränk oder der FarbstoffChinolingelb in den Sportgetränken AM und Multipower – künstliche Farben machen Lebensmittel nicht besser, sondern sind allenfalls Schönfärberei. Produkte mit Chinolingelb müssen sicherheitshalber den Warnhinweis „Kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ tragen. Kritisch sehen wir zudem den KonservierungsstoffNatriumbenzoat, da er Allergien auslösen kann.

So reagierten die Hersteller

HerstellerRhönsprudel führt die nicht eingehaltene Isotonie der Deutschen Sporthilfe Sportlerschorle Apfel-Johannisbeere auf natürliche Schwankungen der Rohstoffe zurück. Künftig wolle man die Zutaten vor der Abfüllung intensiver beproben, um gegensteuern zu können.

ÖKO-TEST rät

 Vorbehaltlos empfehlen können wir keines der isotonischen Getränke. Wer sie dennoch verwenden möchte, zum Beispiel im Rahmen von längeren, schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten, sollte Produkte bevorzugen, die zumindest frei von Schadstoffen sind.
 Fur Freizeitsportler ist in der Regel Wasser ausreichend. Wer Kohlenhydrate über Getränke zuführen möchte, mixt am besten selbst. Gute Mischungen bestehen aus Wasser und Fruchtsaft im Verhältnis 3: 1 bis 5: 1 – je nach persönlicher Vorliebe und Situation. Während extremer Belastungen sollte das Getränk vorsichtshalber mit einer Prise Salz angereichert werden.
 Wer Sport treibt, um abzunehmen oder das Gewicht zu halten, und deshalb zu vermeintlich kalorienarmen Isogetränken greift, sollte besser nur Wasser trinken. Das spart wirklich Kalorien und hilft, den Fettabbau anzukurbeln.

Interview

Nicht zu viel trinken

Andreas Butz (49) , 126-facher Marathonläufer und Lauftrainer, über den Sinn und Unsinn von isotonischen Getränken.


Foto: Norbert Wilhelmi

ÖKO-TEST: Sie laufen selbst und trainieren Tausende Sportler. Was halten Sie von isotonischen Getränken?
Butz: Ganz ehrlich – nicht viel. Ich rate meinen Schützlingen dazu, auf diese Getränke und sonstige Sportlerprodukte im Training grundsätzlich zu verzichten. Bei Ausdauerwettkämpfen mit einer Dauer von zweieinhalb Stunden und länger kann ein solches Getränk sinnvoll sein, da es sehr schnell Energie zur Verfügung stellt. Das können isotonische Getränke mit Kohlenhydraten und Natrium eben besser als andere Getränke.

In welchen Situationen sind Sportdrinks nicht sinnvoll?
Vor allem in der Trainingsphase, weil sie den Erfolg gefährden. Die Kunst des Trainings besteht gerade darin, den Energiestoffwechsel zu optimieren – genauer gesagt, der Ausdauersportler soll lernen, die Fettverbrennung zu schulen. Und das funktioniert nicht, wenn er Kohlenhydrate aufnimmt. Das Fett ist deshalb so wertvoll, weil eine Fettkalorie viermal so viel Bewegungsenergie liefert wie eine Kohlenhydratkalorie und gleichzeitig die knappen Glykogenspeicher in der Muskulatur schont. Gerade Sportler, die für lange Distanzen trainieren, profitieren davon.

Was ist nach dem Sport wichtig?
Nach dem Training sollten der Flüssigkeitshaushalt und die Glykogenspeicher schnell wieder aufgefüllt werden. Früchte und Wasser bieten sich hier an, natürlich auch mal ein isotonisches Getränk. Ich persönlich trinke gerne mal ein alkoholfreies Weizen, aber auch eine Apfelschorle ist okay. Wer aufs Natrium achtet, ergänzt seine Schorle mit einer Prise Salz. Fitnesssportler, vor allem jene, die auch abnehmen wollen, können den Nachbrenneffekt der Muskulatur nutzen. Sie sollten dann bis zu zwei Stunden auf jegliche Energie verzichten und so lange mit Wasser vorlieb nehmen.

Ansonsten steht Wasser im Mittelpunkt?
Ja, Wasser schadet nie. Allerdings sollte der Sportler auch nicht zu viel trinken. In der Regel ist es sinnvoll, nach dem individuellen Durstempfinden zu trinken, aber nicht mehr als 0,4 Liter pro Stunde. Grundsätzlich rate ich dazu, ab einer Aktivität von 120 Minuten und länger Getränke mitzuführen. Man sollte sich aber klarmachen: Alles, was man dem Körper während der sportlichen Belastung zusätzlich anbietet, bedeutet auch Stress. Vor allem Riegel, Gele oder ähnliche Konzentrate bedeuten einen hohen Aufwand an Verdauungsarbeit, auf den manche Sportler mit Magen-Darm-Problemen reagieren. Daher meine pauschale Empfehlung zum Umgang mit isotonischen Getränken: Im Training besser vermeiden, nach dem Training möglich und im Wettkampf können sie auf Langdistanzen helfen.

So haben wir getestet

Der Einkauf
In den Test aufgenommen wurden 21 als „isotonisch“ ausgelobte Getränke. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Produkte aus Supermärkten, Discountern und Drogerien. Im Warenkorb landeten auch einige Marken von Mineralwasserherstellern. Hinzu kamen Produkte bekannter Sportgetränkeanbieter, darunter die Elektrolytgetränke Powerade und Isostar.

Die Inhaltsstoffe
Ein Schwerpunkt der Laboruntersuchungen betraf die Gehalte an Zucker und Natrium sowie die Überprüfung der Osmolalität. Letztere gibt Aufschluss über die Menge an gelösten Teilchen und damit über die Einordnung als isotonisches Getränk. Hinzu kamen umfangreiche Schwermetallanalysen, um mögliche Belastungen, inbesondere der mit Mineralwasser hergestellten Produkte, zu überprüfen. Die Untersuchung auf Chlorat galt dagegen vor allem den auf Trinkwasserbasis hergestellten Produkten, da sich die Chemikalie durch Desinfektionsmaßnahmen in Wasser anreichern kann. Schließlich warfen wir einen kritischen Blick auf die Zutatenlisten, insbesondere auf die verwendeten Zusatzstoffe. Und wir ließen im Labor analysieren, ob „natürliche Citrusaromen“ wirklich überwiegend aus Fruchtbestandteilen bestehen.

Aussagen wie hier zu Calcium und Magnesium sind erlaubt, im Zusammenhang mit Schweißverlusten allerdings nicht relevant.


Foto: ÖKO-TEST

Die Weiteren Mängel
Werbeaussage oder echte Verbraucherinformation? Dazu nahmen wir die Packungsangaben unter die Lupe. So müssen etwa Produkte, die sich „kalorienarm“ nennen, bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen.

Die Bewertung
Isotonische Getränke sind so konzipiert, dass sie zum Ausgleich von Flüssigkeits- und Nährstoffverlusten durch längere sportliche Aktivität beitragen sollen. Für Getränke, die nicht genügend Natrium enthalten oder nicht isoton sind, gibt es daher Abzüge. Kritisch sehen wir den Zusatz von Süßstoffen, Aromen oder überflüssigen Mineralstoffen und Vitaminen. Sind gesundheitlich bedenkliche Stoffe in größerer Menge enthalten – zum Beispiel Chlorat – bleibt nur die Rote Karte.