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TEST Pflanzenhaarfarben: Im Färborgenen


ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik - epaper ⋅ Ausgabe 13/2010 vom 05.11.2010

Fast jede zweite Frau färbt sich in Deutschland die Haare. ÖKO-TEST hat 34 Haarfarben auf Pflanzenbasis und andere sogenannte „Natur“-Farben auf den Prüfstand gestellt: 16 Marken fallen durch den Test. Immerhin gibt es aber 18 sehr gute Produkte.


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Foto: Valua Vitaly/Fotolia.com

Naturhaarfarben gehören in die Gruppe der sogenannten semipermanenten Haarfarben, die immerhin mehr als 24 Haarwäschen überstehen. Die gebräuchlichste Pflanze für das Färben ist rotes Henna. „Wir verwenden aber insgesamt mehr als 20 Färbepflanzen für unsere Pflanzenfarben, für Blond- und Goldtöne etwa Kamille, Weizen oder Kurkuma ...

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Naturhaarfarben gehören in die Gruppe der sogenannten semipermanenten Haarfarben, die immerhin mehr als 24 Haarwäschen überstehen. Die gebräuchlichste Pflanze für das Färben ist rotes Henna. „Wir verwenden aber insgesamt mehr als 20 Färbepflanzen für unsere Pflanzenfarben, für Blond- und Goldtöne etwa Kamille, Weizen oder Kurkuma und Walnussschalen für Braunnuancen“, erklärt Kirsten Luger vom Pflanzenfarbenanbieter Culumnatura. Auch Indigo, das Textilien und die Jeans blau färbt, werde verwendet. Damit seien kühle Rotnuancen, beispielsweise Burgunder, realisierbar, sagt Luger.

Die meist pulverförmigen Pflanzenprodukte werden mit heißem Wasser zu einem Brei angerührt, der meist zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden im Haar bleiben muss. Die Firma Lush empfiehlt für ihre Henna-Produkte sogar drei bis acht Stunden – damit wird das Färben zur tagesfüllenden Aufgabe.

ÖKO-TEST hat 34 Haarfarben auf Pflanzenbasis oder mit einer Bezeichnung, die überwiegend „Natur“ im Produkt vermuten lässt, eingekauft und die Bestandteile der Rezepturen ins Visier genommen.

Das Testergebnis

• Im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben und Tönungen haben die untersuchten Produkte deutlich besser abgeschnitten. Immerhin 18 Pflanzenfarben bekommen ein „sehr gut“. 16 Marken fallen dagegen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Hier handelt es sich um ganz konventionelle Produkte, die sich das Deckmäntelchen „Henna“, „Bio“ oder „Natur“ umlegen, tatsächlich aber mit problematischen Färbechemikalien gegen den grauen Look zu Werke gehen.
• Knapp die Hälfte der Haarfarben wartet mit problematischen Stoffen wie Phenylendiamin auf. Diese Substanz und viele andere wie m- oder p-Aminophenol gehören zur Gruppe der aromatischen Amine, einige Vertreter dieser Stoffgruppe gelten als krebsauslösend.
• Viele Färbechemikalien sind bislang nur vorläufig zugelassen. Der Prüfprozess ist langwierig und dauert bereits seit mehreren Jahren an. In dieser Zeit hat sich herausgestellt, dass viele der häufig eingesetzten Färbekomponen ten stark sensibilisierend sind und eine Kontaktallergie auslösen können. Symptome können schmerzhafte Rötungen, Schwel lungen und Juckreiz etwa im Gesicht und Nacken sein. Auf diese Gefahr weist heute schon der Warnhinweis „kann eine allergische Reaktion auslösen“ hin.
• DieEsther Tol Henna-Color, Rot Extra-Stark , dieHenné Mas ria Rapide, Feurig Rot und dasHenné Color Premium Végétal Pflanzliches Haarfärbepulver, Auburn Passion enthalten das aromatische Amin Sodium Picramat, das ein rötlich gelber Farbstoff ist. Im Klartext: Diese vermeintlichen Naturprodukte sind ganz konventionelle chemische Haarfarben, ebenso wie es die neun dauerhaften Haarfarben mit den Komponenten Farbcreme und Entwickler vonExtracta, Börlind, Frenchtop, Der Mayer undPower Health Ned. sind. In fünf weiteren Produkten monieren wir zudem das stark sensibilisierende Resorcin.-

• In fünf Marken kritisieren wir die eingesetzten Konservierungsstoffe. Die Pflegekomponenten der zwei Nuancen derNaturtint Dauerhafte Coloration sowie derHenna Plus Long Lasting Colour sind mit Imidazolidinyl Urea oder Diazolidinyl Urea haltbar gemacht. Solche Formaldehyd/-abspalter können Allergien auslösen.

Umstrittene halogenorganische Substanzen wie Iodopropynyl Butylcarbamate oder Methylchloroisothiazolinone sollen die TönungscremesHenné Color Premium Végétal, Brun Voluptueux undHenné Color Tönungscreme Brun, Braun vor Keimbefall bewahren. Das Methylchloroisothiazolinone wird in Kombination mit Methylisothiazolinone eingesetzt: Das Gemisch ist sensibilisierend. Eine aktuelle wissenschaftliche Einschätzung des wissenschaftlichen EU-Beratergremiums SCCS empfiehlt, es nur in einer winzigen Menge von 0,0015 Prozent in Kosmetika zu erlauben, die wieder abgespült werden.

Unsere Empfehlungen

• Auf zertifizierte Naturkosmetik können Sie sich am ehesten verlassen. Alle von uns untersuchten gelabelten Produkte waren rundum in Ordnung.
• Beim Friseur genau nachfragen, welche Pflanzenhaarfarbe benutzt wird: Während das Friseurprodukt von Schwarzkopf in unserem Test mit „sehr gut“ abschneidet, enthält die Friseurfarbe von Wella problematische aromatische Amine.
• Eine Färbung mit Pflanzenhaarfarben kann sehr unterschiedlich ausfallen – auch sehr intensiv in Richtung orangerötliche Nuancen. Zudem nimmt graues Haar dunklere Töne schlechter an. Daher immer eine Probesträhne vorfärben. Wenn bereits viel Grau da ist und der Wunsch in Richtung Braun- oder Blondton geht, am besten zu einem Friseur gehen, der mit Pflanzenhaarfarben arbeitet. Naturfriseure unterwww.culumnatura.de

Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Laut Anbieter ist das Produkt ab der Charge 93449 frei von Diazolidinyl Urea, das ein Formaldehyd/-abspalter ist. 3) Preis laut Anbieter fur jeweils 100 g. 4) Preisangabe fur Packung mit 200 g Inhalt. 5) Preisangabe fur Packung mit 325 g Inhalt. 6) Duftstoff Cinnamal. 7) Farbbestandteile nur nach „may contain“ bzw. „+/-“Deklaration aufgefuhrt. 8) Aromatische Amine. 9) Resorcin. 10) Formaldehyd/-abspalter. 11) Halogenorganische Verbindungen. 12) PEG/PEG-Derivate.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils vier Noten fuhren: a) aromatische Amine und/oder Resorcin; b) Formaldehyd/-abspalter in einer oder mehreren Komponenten. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) halogenorganische Verbindungen in einer oder mehreren Komponenten, falls diese nicht schon als aromatische Amine zur Abwertung gefuhrt haben; b) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslosen konnen (Eichenmoos, Baummoos, Cinnamal, Isoeugenol) in einer oder mehreren Komponenten. Zur Abwertung um eine Note fuhren: PEG/ PEG-Derivate in einer oder mehreren Komponenten. Unter Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; b) Farbbestandteile nicht detailliert aufgefuhrt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Grunden weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht uberpruft haben. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung: Rontgenfluoreszenzanalyse. Aromatische Amine: In Anlehnung an LFGB § 64 B 82.02-2, Extraktion mit organischen Losemitteln, Reinigung und Analyse nach LFGB, GC/MS TLC, zusatzlich Prufung auf Anilin, Xylidine, 2,5-Toluylendiamin-sulfat, 5-Amino-o-kresol, 4-Amino-m-kresol, 2-Amino-p-kresol, Resorcin, 2-Methylresorcin, 5-Methylresorcin, 4-Methylbrenzcatechin, m-, o- und p-Aminophenol, p-, m- und o-Phenylendiamin.
Bereits veröffentlicht: OKO-TEST-Magazin 10/2010. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Er kenntnisse die Bewertung von Mangeln geandert oder OKO-TEST neue/ zusatzliche Untersuchungen durch gefuhrt hat.