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TEST Schokoladeneis: Cooles Ergebnis


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 19.05.2022
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RATGEBER

1 Viele Eismarken schneiden „sehr gut“ ab, die Auswahl ist groß. Trotzdem: Eis ist sehr süß und zu viel Zucker ungesund. Besser maßvoll genießen.

2 Am wenigsten süß sind die getesteten Bio-Eissorten von Alnatura und Dennree mit etwa 18 Prozent Zucker.

3 Eis mit guten Zutaten selber machen geht einfach. Auf jeden Fall probieren: unser veganes Rezept auf Seite 84!

Eis macht Urlaubsstimmung, auch wenn noch keine Sommerferien sind. Unsere Testergebnisse sprechen für den Spaß am Eisschlecken: 14-mal „sehr gut“, dreimal „gut“ lautet unser Fazit nach der umfangreichen Prüfung von Geschmack, Inhaltsstoffen und Deklaration. Eine Marke fällt aber mit „mangelhaft“ durch: Im Eismann Schoko-Split Eis 6857 hat das beauftragte Labor besonders kritische Mineralölbestandteile nachgewiesen.

Mineralöl im Schokoeis?

Insgesamt sind die Ergebnisse der Schadstoffprüfung erfreulich. So sind die Fettschadstoffe ...

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... 3-MCPD und Glycidol im getesteten Schokoladeneis kein Problem. Im Produkt des Tiefkühllieferdiensts Eismann hat das von uns beauftragte Labor jedoch Mineralölbestandteile gefunden, darunter auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Zu dieser Stoffgruppe gehören auch krebserregende Verbindungen. Die hochpreisige Häagen-Dazs Belgian Chocolate Eiscreme weist Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoge) auf, die wir als „erhöht“ bewerten. MOSH reichern sich im menschlichen Körper an. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind noch nicht erforscht.

Woher die Mineralölbestandteile stammen? Wir wissen aus früheren Tests, dass verschiedene Inhaltsstoffe des Schokoeises belastet sein können. In einem Test aus dem Jahr 2020 war zum Beispiel Kokosfett besonders stark und häufig mit MOAH verunreinigt. Das belastete Eismann-Produkt in diesem Test enthält Kokosfett. Auch Kakao und Schokolade können mit Mineralölkohlenwasserstoffen verunreinigt sein. Die Mineralölbestandteile könnten also aus den Rohstoffen stammen und zum Beispiel bei der Ernte mit Maschinen auf die Rohzutaten übergehen. Auch eine Verunreinigung während der Weiterverarbeitung und der Produktion ist denkbar, etwa durch Schmiermittel in Produktionsanlagen.

Umstrittene Zusätze

Während die Mineralölbestandteile unbeabsichtigt als Verunreinigungen ins Eis gelangen, setzen die Hersteller Zusatzstoffe bewusst ein. Darunter auch Stoffe, die wir kritisch sehen, wie das umstrittene Verdickungsmittel Carrageen, das in der Zutatenliste der Ben & Jerry’s Chocolate Fudge Brownie Ice Cream steht, sowie die „verarbeiteten Euchema-Algen“ im Bruno Gelato Cioccolato Eis. Weil Carrageen aber unter anderem im Verdacht steht, Entzündungen im Darm auszulösen, raten wir, Carrageen und die fast identisch aufgebauten verarbeiteten Euchema-Algen möglichst zu meiden.

Es ist drin, was draufsteht

Eis ist nicht gleich Eis. Für ein Produkt, das sich einfach nur Schokoeis nennt, gelten andere Regeln als für ein Milcheis oder eine Eiscreme. Die Leitsätze für Speiseeis legen unter anderem genau fest, wie viel Milchfett beziehungsweise Milch oder Sahne in Eiscreme und Milcheis jeweils mindestens enthalten sein muss. Das soll Verbraucher davor schützen, über den Tisch gezogen zu werden. Schließlich ist Kokosfett viel billiger als Milch und Sahne. Die Marken im Test sind in dieser Hinsicht korrekt benannt. Die Auslobungen haben sich im Labor in allen Fällen bestätigt. Auch fanden die Tester in keinem Eis Hinweise auf

„Sauber produziert! Die meisten Eismarken im Test haben keine Probleme mit Verunreinigungen durch Mineralölbestandteile.“

Lisa-Marie Karl ÖKO-TEST-Projektleiterin

WISSEN

Mit Kind und Kugel

Gesund ist es nicht ...

Schokoeis ist eine Süßigkeit. Ja, viele Marken schneiden im Test spitze ab. Aber klar: Eis bleibt ein ungesundes Lebensmittel – vor allem für Kinder. Wie viel Eis kann man Kindern also noch guten Gewissens anbieten?

Als Highlight genießen

Die Zahlen sind ernüchternd: Nur bis zu etwa 17,5 Gramm freien Zucker pro Tag sollten Kinder von vier bis sechs laut der strengsten Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu sich nehmen. Zucker in Obst und Milch zählen nicht mit. Obstsäfte schon. Der freie Zucker aus einem 200-Milliliter-Glas Apfelsaft würde die Grenze schon überschreiten. Eine 75-Gramm-Kugel Schokoeis aus diesem Test enthält im Schnitt 17 Gramm Zucker. Heißt: Schokoladeneis lieber nicht täglich, sondern nur als Highlight genießen.

Baby, es gibt Eis?

Die Ernährungswissenschaft empfiehlt klar: kein Zucker für Kinder unter einem Jahr, besser noch bis zum zweiten Geburtstag mit Süßigkeiten warten.

Mauscheleien mit nichtdeklarierten billigen Pflanzenfetten. Apropos Deklaration: Ärgerlich finden wir es, wenn Hersteller den Zucker-und Fettgehalt nur pro 100 Milliliter und nicht pro 100 Gramm angeben. Denn zum Volumen trägt auch die ins Eis eingearbeitete Luft bei. Der Luftaufschlag kann schon mal 100 Prozent betragen. So macht das Eis einen kalorienärmeren Eindruck als das der Konkurrenz, die den Zuckergehalt aufs Gewicht bezieht. Zur Einordnung: Wir haben den Luftaufschlag exemplarisch in den fünf Produkten ohne Einlagen ermitteln lassen. Er lag zwischen 53 Prozent bei der Marke Gustavo Gusto und 103 Prozent bei Bio Cool. Es besteht also volumenmäßig gut zur Hälfte aus Luft. Ein Luftaufschlag ist übrigens zulässig und weit verbreitet. Luft im Eis hat auch Vorteile: Sie macht das Eis geschmeidiger und gut portionierbar.

Mit oder ohne Extras

Schokoeis geht mit und ohne Einlagen: Einige Marken gibt es ganz puristisch ohne Raspel und Stückchen (in unserer Tabelle: „Schokoladeneis“), andere enthalten Schokoladenröllchen, Stückchen von Brownies oder eine Schokosoße (in unserer Tabelle: „Schokoladeneis mit Extras“). Mit oder ohne? Letztendlich ist das Geschmackssache. Die Sensorikexperten verkosteten das Eis und notierten Milchschokoladen-, Sahneschokoladen-und dunkle Schokoladennoten, Vanille, Röstaroma, leichte Einoten. Am stärksten nach Schokolade schmeckt das Gustavo Gusto Schokt richtig! Schokoladeneis.

Einen echten Kritikpunkt hatten die Prüfer nur bei der Penny-Eigenmarke Rios Premium Schokolade Eiscreme: Die Schokostückchen waren im Mundgefühl deutlich stumpf durch pulvrige Kakaoanteile. Punktabzug vergeben wir außerdem für drei Produkte, die dem Geschmack mit Aromazusätzen nachhelfen. Milch, Sahne, Kakao und Zucker können für ein lecker Eis Geschmack genug liefern. 

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 20-mal Schokoladeneis eingekauft, darunter Eigenmarken der Discounter und Supermärkte, Bio-Produkte und bekannte konventionelle Marken wie Mövenpick, Cremissimo, Landliebe und Ben & Jerry’s sowie Produkte der Tiefkühllieferdienste Eismann und Bofrost. Schokoladeneis enthält sehr häufig Einlagen wie Schokoraspeln oder -soße bis hin zu Gebäckstückchen. Entsprechend ist nur ein Viertel der Produkte im Test klassisches Eis ohne Extras.

Damit sich ein Eis „Eiscreme“ nennen darf, muss es mindestens zehn Prozent Fett aus Milch enthalten. Das hat ein Labor für uns über eine Messung der im Milchfett enthaltenen Buttersäure überprüft. Einige Hersteller geben ihren Produkten Kokosfett als günstigen Ersatz für Vollmilch und Sahne zu, was sie dann natürlich in der Zutatenliste deklarieren müssen. Wir ließen prüfen, ob die Produkte nichtdeklarierte Fette enhalten und ob kokosölhaltige Produkte mit den Fettschadstoffen 3-MCPD und Glycidol verunreinigt sind. Ein spezialisiertes Labor untersuchte das Eis zudem auf Mineralölbestandteile, mit denen viele Fertiglebensmittel belastet sind. Die meisten Produkte im Test tragen besondere Auslobungen, beispielsweise „mit frischer Sahne“ oder „mit belgischer Schokolade“. Im Sensoriktest prüften geschulte Prüfer nicht nur, ob das Eis gut schmeckt und den Grunderwartungen an die Sorte Schokolade gerecht wird, sondern auch, ob sich die ausdrücklich beworbenen Geschmacksrichtungen wenigstens leicht herausschmecken lassen.

Abkürzungen: MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.

Fett gedruckt sind Mängel.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Angabe einer unrealistisch kleinen Portionsgröße zur Berechnung der Nährwerte (hier: 52 Gramm und/oder 100 Milliliter). 2) Weiterer Mangel: Angaben zur Nährwertberechnung nur pro 100 Milliliter statt pro 100 Gramm. 3) Laut Anbieter wurde im Laufe des Jahres 2021 die Zutat Johannisbrotkernmehl von konventionell auf biologisch umgestellt. Das veränderte Produkt wird im Laufe der nächsten Monate erhältlich sein. 4) Laut Anbieter wird das Produkt bereits in einem veränderten Design angeboten. 5) Laut Anbieter wird ein neues Produktionsverfahren angewendet, um den Geschmack und die Textur zu verbessern. Das neue Produkt sei unter den Chargennummern LEE1 340 bis LEE1 365 und ab LEE2 001 erhältlich. Am 1. Mai 2022 wurde der Anbietername zu Gustavo Gusto geändert. 6) Laut Anbieter wurde eine Rezepturanpassung vorgenommen. Das neue Produkt werde voraussichtlich ab Mitte Juli mit dem EAN-Code 4007993032700 erhältlich sein. 7) Laut Anbieter wurde das Produkt auf Naturland-Qualität umgestellt und die Deklaration angepasst. Das überarbeitete Produkt sei voraussichtlich ab Juni erhältlich.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein gemessener Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH/MOSH-Analoge) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in Tabelle: „erhöht“); b) aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in gemessenen Gehalten auf oder oberhalb der methodenbedingten Bestimmungsgrenze.

Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) die umstrittenen Zusatzstoffe Carrageen (E 407) und/oder verarbeitete Euchema-Algen (E 407a); b) der Zusatz von (natürlichem) Aroma.

Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um eine Note: eine sensorische Auffälligkeit (hier: ein Mundgefühl der Schokoladenblättchen, das „deutlich stumpf“ ist).

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um jeweils eine Note: a) eine unrealistisch kleine Portionsgröße zur Berechnung der Nährwerte (hier: 52 Gramm und/oder 100 Milliliter); b) Nährwertangaben nur pro 100 Milliliter statt pro 100 Gramm.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Testergebnisse Sensorik und Weitere Mängel, die „gut“ sind, verschlechtern das Gesamturteil nicht.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2206

Einkauf der Testprodukte: März 2022.

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