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TEST Spielesoftware: Let’s play


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2013 vom 28.12.2012

Über Chancen und Risiken von Computerspielen wird viel diskutiert. Wir stellen 16 Programme für PC, Konsole oder Handy vor, die Kindern und Jugendlichen Spaß machen und empfehlenswert sind.

ÖKO-TEST rät

► Die Alterskennzeichnung nach dem Jugendschutzgesetz bietet nur eine Orientierungshilfe bei der Auswahl von Spielesoftware und sagt noch nichts über die Güte eines Spiels aus. Unser Test schon: 16 „sehr gute“ oder „gute“ Programme stehen zur Auswahl.
► Kinder bis acht Jahre sollten täglich nicht mehr als eine halbe Stunde am Computer verbringen. Bei älteren Kindern sind flexible Absprachen am ...
► Für ...

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► Die Alterskennzeichnung nach dem Jugendschutzgesetz bietet nur eine Orientierungshilfe bei der Auswahl von Spielesoftware und sagt noch nichts über die Güte eines Spiels aus. Unser Test schon: 16 „sehr gute“ oder „gute“ Programme stehen zur Auswahl.
► Kinder bis acht Jahre sollten täglich nicht mehr als eine halbe Stunde am Computer verbringen. Bei älteren Kindern sind flexible Absprachen am sinnvollsten. Eine halbe Stunde Computer spielen pro Tag kann manchmal zu viel, manchmal zu wenig sein. Denn um in ein Spiel einzusteigen, braucht man deutlich mehr als eine halbe Stunde Zeit, auf der anderen Seite kann bei dem Kind eine Art Zwang entstehen, ein tägliches Zeitkontingent auszunutzen. Eine Lösung sind Gutscheine, die man entweder verteilt über die Woche oder gebündelt an wenigen Tagen einsetzen kann.
► Für Ausgleich sorgen: Das Kind sollte nicht nur vorm PC, am Handy oder vor der Konsole sitzen. Sorgen Sie dafür, dass es sich auch mit Freunden trifft, andere Hobbys hat und sich täglich ausreichend bewegt.

Blassgesichtige Söhne oder Töchter, die bis spät nachts vor dem Rechner sitzen und ihre Zeit mit Computerspielen verdaddeln – eine Horrorvision vieler Eltern. Aber komplett verbieten geht nicht. Man will ja kein Spielverderber sein. Außerdem haben die Zeiten sich geändert. Der Deutsche Kulturrat hat Computerspiele als Kulturgut anerkannt. Gleichwohl ahnen Mütter und Väter, dass es nicht gerade förderlich sein kann, wenn der Nachwuchs am liebsten am Computer zockt.

„Das Märchen von den verblödeten Computer-Spielern“, titelte „Die Welt“ vor einem Jahr und bezog sich auf eine Studie von Wissenschaftlern der Berliner Charité, nach der moderate Computerspieler über mehr Hirnvolumen verfügen. Allerdings geht daraus nicht hervor, ob die Jugendlichen, die mehr spielen, schon immer mehr „Hirn“ hatten oder ob dieses erst durchs Spielen gewachsen ist. Bislang weiß keiner so genau, ob Computerspiele die Gehirnstruktur verändern, ob sie dumm oder schlau machen können.

Auch auf die Frage, ob Computerspiele den Schulerfolg gefährden, gibt es keine Pauschalantwort. Einige Forscher sind der Meinung, dass gerade bei jüngeren Kindern, die nach der Schule mit sehr aufwühlenden medialen Inhalten konfrontiert werden, der Lernstoff dadurch verdrängt wird. Das klingt logisch, ist aber wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Natürlich haben Computerspiele immer dann negativen Einfluss auf die schulischen Leistungen, wenn andere wichtige Bereiche darunter leiden, etwa die Erledigung der Hausaufgaben oder der für die Wissensverarbeitung so bedeutsame Schlaf.

Schnell ist dann die Rede von Computerspielsucht. Doch nicht jeder, der Nächte lang vor dem Computer sitzt, ist gleich süchtig. Umstritten ist auch, ob es sich um eine eigenständige Sucht handelt oder die Folge anderer psychischer Probleme. Suchtberatungsstellen berichten allerdings von einer wachsenden Zahl an Fällen, in denen Spieler ihr Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle haben. Problematisch wird es vor allem dann, wenn sich Kinder und Jugendliche aus der realen Welt zurückziehen und mithilfe der Spiele Bedürfnisse befriedigen, die eigentlich auf andere Art gestillt werden müssten, zum Beispiel Anerkennung und Zuneigung von Eltern und Freunden.

Eine Sogwirkung geht besonders von onlinebasierten Rollenspielen aus, in denen der Spieler mit anderen eine Gruppe bildet und gemeinsam Aufgaben meistert. „Der Spieler ist mit Glücksspiel-Elementen konfrontiert, die ihn ähnlich fesseln können wie der Roulette-Tisch den Kasinobesucher“, beschreibt Regine Pfeiffer, eine ehemalige Lehrerin und freie Mitarbeiterin des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem bekannten Onlinerollenspiel „World of Warcraft“. Zu gewinnen gibt es mehr als Geld. „Es sind magische Gegenstände, die die Spielfigur stärken, damit für die Gruppe wichtiger machen und dem Spieler erlauben, sich der Illusion hinzugeben, all dies geschähe ihm als Person.“ Problematisch sei auch bei vielen anderen Browserspielen im Internet, dass der Spieler Gefahr laufe, alles zu verlieren, wenn er offline ist, etwa im Schlaf – „Schiffe könnten zerstört, Besitztümer geraubt werden“, so Pfeiffer.

Bei allen Diskussionen über Computerspiele sollte man allerdings nicht vergessen: Die Daddelei macht ja gerade deshalb so viel Spaß, weil sie nichts mit Lernen zu tun hat, sondern Unterhaltung, Abwechslung oder Zeitvertreib ist. Es gibt auch jede Menge Spiele, die unproblematisch sind und weitgehend frei von Gewaltinhalten und süchtig machendem Charakter, wie unser Test zeigt.

Foto: Carmen Martinez Banus/istockphoto.com

Unser Experte

Volker Zwick (42) ist freier Computerjournalist aus Ziemetshausen bei Augsburg. Als seine Tochter begann, sich für PC-Spiele zu interessieren, kam er auf die Idee, die Programme genauer unter die Lupe zu nehmen. Seitdem hat er unter anderem einen Softwareratgeber für Eltern geschrieben und mehr als 250 Computerspiele für ÖKO-TEST getestet.

So haben wir getestet

Auswahl

Auf Spiele mit problematischen Gewaltinhalten haben wir bewusst verzichtet und uns stattdessen auf unbedenkliche Alternativen konzentriert. Die Palette reicht von Rätsel- und Geschicklichkeitsspielen für unterwegs über komplexe Simulationen bis hin zu Action- und Strategiespielen. Mit dabei sind auch das Fußballspiel Fifa und die Echtzeitsimulation Sims, die bei Jungs beziehungsweise Mädchen besonders beliebt sind.

Alterseignung

Geht es nach den Spieleherstellern, sollen schon Zwei- bis Dreijährige auf dem Touchscreen eines Tablet-PCs herumtatschen. Im Kita-Alter haben Kinder jedoch genug damit zu tun, die wirkliche Welt zu entdecken und „reale“ Erfahrungen zu sammeln. Deshalb stellen wir nur Spiele vor, die frühestens für Kinder im Vorschulalter (ab fünf bis sechs Jahre) geeignet sind. Und außerdem jede Menge Programme für ältere Kids und Jugendliche.

Plattformen

Computer gibt es in nahezu jedem deutschen Haushalt mit Kindern. Deshalb sind zwei Drittel der Spiele im Test für den PC. Außerdem stellen wir Software für die gängigste tragbare Konsole (Nintendo DS) vor. Hinzu kommen mehrere Programme für Handys oder Tablet-PCs. Denn die Nachfrage für sogenannte Apps, die sich speziell an Kinder wenden, wächst rasant.

Beurteilung

Wir ließen jedes Spiel von dem Kindersoftwareexperten Volker Zwick checken – passt die Rahmenhandlung zur Altersangabe? Sind die gestellten Aufgaben vielfältig? Sonst wird’s Kindern schnell langweilig. Ist die Grafik stimmig? Kann man das Spiel auch mit mehreren spielen? Das fördert Geselligkeit und Teamgeist. Verschiedene Schwierigkeitsgrade stellen sicher, dass ältere und jüngere Geschwister etwas mit dem Spiel anfangen können.

Mehr zum Thema

Weitere Beiträge zu Kindern und Medienkonsum finden Abonnenten kostenlos im Internet unter http://abo.oekotest.de

Seit fast 70 Jahren lieben Kinder auf der ganzen Welt den quirligen Rotschopf und sein anarchisches Leben. Nun macht Pippi Langstrumpf in einem 3-D-Hüpf- und Rennspiel auch die Konsole unsicher. Aufgabe des Spielers, der Pippi durch die virtuelle Welt steuert, ist es, Utensilien für eine Seereise aufzutreiben. So hüpft und rennt Pippi fröhlich rund um die Villa Kunterbunt, quer durch die Stadt und mitten durch einen Zirkus, um die benötigten Gegenstände einzusammeln. Visuell ist die Software stark von Ingrid Vang Nyman geprägt, Originalzeichnerin der Pippi-Langstrumpf-Bücher. Das passt. Der 3-D-Modus bringt Belebung ins Spiel. Und auch die musikalische Untermalung ist stimmig. Störend hingegen entpuppt sich so manche Unterhaltung zwischen Pippi und ihren Freunden – anstelle von gesprochenen Worten bekommt der Spieler banale Brummlaute serviert. Das Spiel kann alleine gespielt werden oder im „Multiplayermodus“ mit bis zu vier Leuten.
Gesamturteil „gut“

Gehirnjogging der besonderen Art bietet Das goldene Amulett des Pharao mit seinen zahlreichen Wimmelsuchbildern und kniffeligen Denksportaufgaben. Über 60 Rätsel an unterschiedlichen Schauplätzen gilt es zu lösen. Verpackt sind diese in eine unterhaltsame Rahmenhandlung, die ins alte Ägypten entführt. Bei den Suchbildern muss sich der Spieler allerdings sehr konzentrieren, damit er alle Gegenstände innerhalb der knappen vorgegebenen Zeitspanne entdeckt. Der kleine Bildschirm der tragbaren Konsole macht die Aufgabe nicht leichter. Da die versteckten Gegenstände in den Suchbildern variiert werden, lässt sich das Spiel mehrmals spielen, ohne dass es langweilig wird. Die ergänzenden Knobeleien und Denkspiele haben es durchaus in sich.
Gesamturteil „gut“

Es gibt Spiele, die sind kinderleicht und machen dennoch irrsinnig viel Spaß. In diese Kategorie gehört Fruit Ninja für Android, iPhone und iPod Touch. Aufgabe des Spielers ist es, kreuz und quer übers Display fliegende Früchte mit einem Fingerstreich zu zerteilen. Maximal zwei Früchte dürfen unzerteilt zu Boden fallen, spätestens bei der dritten Frucht ist das Spiel aus. Wer viele Punkte einheimsen will, zerschneidet mehrere auf einen Streich. Aber Vorsicht: Nicht alles, was im Spielfeld auftaucht, sollte angerührt werden. Die kugelrunden Bomben beenden das Spiel vorzeitig. Zum Glück gibt es alternative Spielmodi. Beispielsweise im „Zen-Mode“ geht’s nur darum, möglichst viele Früchte innerhalb einer bestimmten Zeit zu zerteilen – ohne dass lästige Bomben im Spiel sind.
Gesamturteil „sehr gut“

In Pflanzen gegen Zombies schlüpft man in die Rolle eines Gartenbesitzers und schützt seinen Rasen gegen eine Schar grässlicher Kreaturen. Hierfür steht ein Arsenal an wehrhaften Pflanzen zur Verfügung. Da gibt es solche, die mit Erbsen schießen, andere – die stark an das fleischfressende Grünzeug aus dem Kino-Musical „Der kleine Horrorladen“ erinnern – futtern die Zombies einfach auf, und einige explodieren auch, wenn ihnen ein Untoter zu nahe kommt. Um diese Helfer einzusetzen, braucht der Spieler jede Menge Punkte. Dafür muss er Sonnenlicht auftanken, das vom Himmel fällt und aufgesammelt werden muss. Das Echtzeitstrategiespiel, das ursprünglich für den PC entwickelt wurde, gibt es für zahlreiche Plattformen.
Gesamturteil „gut“

Nein, mit gesundheitlicher Aufklärung hat diese App nichts am Hut. Stattdessen geht es in dem Geschicklichkeitsspiel um ein Schweinchen, das an Heuschnupfen leidet und mit seinem Nasensekret Monster in die Falle jagen muss. Hört sich skurril an, ist es auch, aber keinesfalls langweilig. Um die Monster zu fangen, braucht man einen genauen Plan, sonst wird das nichts.
Gesamturteil „gut“

Im App-Spiel Spy Mouse schlüpft der Spieler in die Rolle des Agenten „Squeak“. Sein Auftrag: Käse klauen. Klingt banal, steckt aber voller Tücken. Denn es sind auch jede Menge Katzen im Spiel, die naturgemäß nichts für diebische Mäuse übrig haben. In den rund 70 Spielstufen warten allerlei Herausforderungen. Zum Glück stehen Hilfsmittel bereit, wie Mehlbomben, in denen man sich verstecken kann, oder Spielzeugmäuse, mit denen sich Mausefallen ausschalten lassen. Auch die musikalische Untermalung im „007“-Stil passt.
Gesamturteil „gut“

Natürlich: Es ist eine bayerische Mannschaft, die die Liga anführt. Aber nicht die Ballzauberer aus München, sondern die Underdogs von Greuther Fürth. Und der FC Bayern steht auf Platz 16 – mitten im Abstiegskampf. Sie ahnen es schon, die Rede ist hier nicht von der realen, sondern von der virtuellen Bundesliga, die als Onlinespielmodus in der für PS3- und Xbox 360-Version von Fifa 13 zur Verfügung steht. Wer Fifa 13 auf dem PC spielt, muss auf diesen Onlinewettbewerb verzichten. Trotzdem: Die Grafik beeindruckt und macht den virtuellen Kick erstaunlich realitätsnah. Vier Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass auch Einsteiger zurechtkommen. Selbstverständlich wird das Spiel wie im echten Leben kommentiert. Leider wiederholen sich die Bemerkungen und sind nicht immer passend. Im Onlinemodus beklagen viele Spieler, dass die Server überlastet und kaum erreichbar seien. Außerdem gibt es Beschwerden über Bugs (Programmfehler).
Gesamturteil „gut“

Die Alltagssimulation Sims, die mittlerweile in der dritten, stark erweiterten Version vorliegt, ist eines der erfolgreichsten Spiele überhaupt. Und das ganz ohne Action und Gewalt. Der Spieler schlüpft in die Haut eines Sim. Geschlecht, Statur, Haare, Hautfarbe und vieles andere mehr lässt sich frei festlegen. Zudem kann einem Sim ein Charakter zugeordnet werden. Und dann taucht man ab in diese virtuelle Welt. Man baut Häuser, richtet diese ein, trifft sich mit Freunden oder Nachbarn im Fitnesscenter oder Restaurant, feiert Partys, geht zum Shoppen, schafft sich Kinder an, isst, trinkt oder schickt seinen Sim zur Toilette. Alltag eben, aber liebevoll gemacht. Dank einiger Tricks kann man sich „das Leben“ versüßen – durch Eingabe des Wortes „Motherload“ etwa wird das Konto niemals leer. So gesehen ist Sims eine Art virtuelles Puppenhaus, das sich durch mehrere Zusatzpakete noch erweitern lässt.
Gesamturteil „gut“

Pflügen, säen, düngen – fast wie im richtigen Leben. Beim Landwirtschafts-Simulator kann man aber den Schwierigkeitsgrad festlegen. Im einfachen Modus sind die Silos bereits gefüllt, sodass man dieses Korn gleich verkaufen kann, wenn man investieren möchte. Wer seinen Fuhrpark vergrößern will, hat dazu unzählige Gebäude, Fahrzeuge und Geräte zur Auswahl. Traktoren, Mähdrescher und Co. sind originalgetreu nachempfunden. Der Realitätssinn geht so weit, dass sich der Traktor beim Kurvenfahren zur Seite neigt.
Gesamturteil „gut“

Die Jagd nach dem blauen Kristall ist ein klassisches Spring- und Rennspiel mit kniffeligen Rätseln. Um von einer der 15 Ebenen oder Fantasiewelten zur nächsten zu gelangen, genügt es nicht, Gegenstände einzusammeln. Es müssen auch Aufgaben gelöst oder Gegner überwunden werden. Hierbei gilt es unter anderem, magnetische Kraftfelder auszutricksen – Kenntnisse auf dem Gebiet der Akustik und der Gravitation sind dabei durchaus hilfreich. Aber auch ohne Vorwissen geht’s: Das PC-Programm bietet spezielle Hilfen und erklärende Experimente, etwa zum Umlenken von Licht oder zur Kraftübertragung über Zahnräder. Dennoch ist die Steuerung des Spiels deutlich einfacher als die Lösung der Aufgaben.
Gesamturteil „gut“

Wie bringt man Kindern die bildende Kunst näher? Diese Frage stellten sich die Verantwortlichen der Kunsthalle Bremen, und sie entschieden sich für einen etwas anderen Weg: ein Zeitreise durch die Kunstgeschichte, „getarnt“ als Computerspiel. Der Spieler taucht in unterschiedliche Gemälde ein, bekommt Tipps und sammelt Gegenstände, die er dann wieder an anderer Stelle benötigt. Neben dieser Spielvariante liefert das Programm im Wissensteil gut aufbereitete Infos zu den Werken. Schade nur, dass Spielund Wissensteil stark voneinander getrennt sind. Besser wäre es, wenn man bereits während des Spiels zumindest einen Teil dieser Zusatzinformationen geboten bekäme.
Gesamturteil „gut“

Pudding Panic gibt es für alle möglichen Plattformen: iPhone, iPad, PC, Mac und Linux – und das ist auch gut so, denn das Geisterbahn-Game ist der Hit. Aufgabe ist es, einen ängstlichen Wackelpudding sicher durch unterschiedliche Geisterbahnen zu führen. Dort warten böse Hexen, klapprige Skelette, rostige Ritter und andere Ungetüme, die mit den ulkigsten Waffen unschädlich gemacht werden können. Eine Schlangentröte erschreckt die Hexen derart, dass sie dem Pudding nichts mehr anhaben können, und eine Aufziehratte verfolgt die Monster. Nebenbei lenkt der Spieler den zitternden Pudding durchs Schienenlabyrinth, schaltet Weichen um und aktiviert Brücken durch versteckte Hebel. Insgesamt 48 Spielstufen gibt es – und dazu viele schräge Spukgeräusche. Verschiedene Varianten sorgen für Abwechslung, etwa ein Spiel auf Zeit.
Gesamturteil „sehr gut“

Pass auf! Dieses Spiel aus der Fragenbär-Reihe bietet Übungen, die für mehr Aufmerksamkeit und ein besseres Hörverstehen sorgen sollen. Das Ganze ist kindgerecht, aber durchaus anspruchsvoll. So gilt es beispielsweise, gleiche Formen zu finden, unpassende Wörter aus vorgegebenen Listen zu streichen oder bestimmte farbige Blumen in der richtigen Menge einzusetzen. Dabei werden die Aufgaben für Kinder, die noch nicht (richtig) lesen können, vorgelesen. Die Rahmenhandlung, die ins Elfenland entführt, ist für die avisierte Zielgruppe („bis 10 Jahre“) aber zu banal.
Gesamturteil „gut“

Die Abenteuergeschichte von Rufus – nicht gerade der hellste Bewohner des von Müll bedeckten Planeten Deponia – verzaubert vom ersten Moment an. Denn das Adventure mit Comiccharme vereint freche Sprüche und Dialoge mit einer aberwitzigen Handlung. Schon das einführende Tutorial ist unterhaltsamer als so manches Spiel. Deponia wurde als klassisches Point-and-Click-Adventure konzipiert. Das heißt, man sammelt bestimmte Utensilien und setzt diese dann im richtigen Moment ein, um im Spiel weiterzukommen. Übrigens: Ein Poster und eine CD mit der Titelmusik gibt’s inklusive.
Gesamturteil „sehr gut“

Mit dieser Ausgabe aus der Anno-Serie wurde die Handlung des Strategiespiels aus der Vergangenheit in die Zukunft verlegt. Statt Fachwerk und Segelschiffe gibt es jetzt futuristische Hochhäuser und gigantische Metropolen. Denn im Jahr 2070, nachdem die natürlichen Ressourcen und die Lebensräume zurückgegangen sind, müssen die Spieler Inseln besiedeln und entsprechende Wirtschaftskreisläufe aufbauen. Ziel ist es, Güter zu produzieren und die Bevölkerung zu versorgen. Zu Beginn kann der Spieler zwischen zwei Fraktionen wählen: Die eine setzt auf regenerative Naturkräfte, die andere auf Energiegewinnung durch Schwerindustrie. Später ist es dann möglich, eine dritte Fraktion zu wählen, die der Wissenschaft zugewandt ist. Um das Spiel in vollem Umfang nutzen zu können, ist eine ständige Verbindung zum Internet nötig. Seit Oktober 2012 gibt es „Anno 2070 – Die Tiefsee“, ein Add-on (Erweiterungspaket).
Gesamturteil „gut“

Statt Flitterwochen zu machen, muss Hauptfigur Nina Kalenkow einmal mehr den Weltuntergang verhindern. Die dritte Version des Pointand-Click-Adventures Geheimakte schließt an die vorangegangenen Spiele an. Dennoch eignet sich das Programm auch – und vielleicht sogar ganz besonders – für Einsteiger in diese Art des Abenteuerspiels. Im Gegensatz zu den Geheimakte-Vorgängern sind die Rätsel zwar auch bei diesem Spiel nicht trivial, aber insgesamt doch leichter zu lösen. Das gilt auch für die integrierten Minispiele, die es zu absolvieren gilt, damit die Handlung sich weiter entwickelt. Die relativ düstere Story nimmt einige ungeahnte Wendungen, wenngleich Adventureprofis beklagen, dass das Spiel in wenigen Stunden durchgespielt ist. Wie beschrieben, das gilt für Profis. Alle anderen finden hier Unterhaltung für viele Stunden.
Gesamturteil „gut“

Wissenswert

Gewalt im Spiel? Knapp zwei Drittel der Gamer geben an, dass in ihrem Freundeskreis besonders brutale Spiele gespielt werden, mehr als ein Drittel der Befragten bestätigen, selbst solche Spiele zu spielen. Übrigens: Der Konsum von Ballerspielen allein macht junge Menschen zwar nicht gewalttätig. Aber deren Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Die Psychologin Ingrid Möller von der Uni Potsdam wies in Studien nach, dass durch Mediengewalt die Fähigkeit zum Mitleiden sinkt.
Ein Milliardengeschäft: Laut Marktzahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wurden alleine im ersten Halbjahr 2012 rund 850 Millionen Euro für Computer- und Videospielsoftware ausgegeben. Im Durchschnitt besitzen Kinder, die zumindest selten spielen, mehr als zehn Spiele.
Die durchschnittliche Spieldauer bei Jugendlichen ist 56 Minuten an Wochentagen und 77 Minuten am Wochenende – seien es Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele. Bereits 20 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen spielen länger als eine Stunde pro Tag. Das ist natürlich deutlich zu viel.