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TEST Wind- und Wettercremes


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ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 07.04.2022
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RATGEBER

1 Mit 14 „sehr guten“ und vier „guten“ Cremes haben Sie eine große Auswahl. Die Preisspanne ist enorm: Die günstigsten empfehlenswerten Produkte kosten gut 60 Cent, das teuerste 24 Euro pro 50 Milliliter.

2 Nur vier Cremes in unserem Test sind parfümfrei. Für Kinder mit besonders empfindlicher Haut sind sie eine gute Wahl.

3 Wind-und Wettercremes ersetzen keine Sonnencreme. Wer im Winter in den Bergen unterwegs ist, braucht ein ausgewiesenes Sonnenschutzmittel.

Ob Sommer oder Winter: Bewegung und Sauerstoff tun zu jeder Jahreszeit gut. Vor allem Kälte strapaziert allerdings die Haut der Kleinen, besonders die frei liegenden Stellen an Gesicht und Händen.

Hier können Wind-und Wettercremes, auch Kälte-oder Wetterschutzcremes genannt, mit pflegenden und hautschützenden Komponenten helfen. Wir haben 20 solche Cremes für Babys und Kinder in die Labore geschickt und auf problematische ...

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... Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Ergebnis: Wir können 14 Cremes mit „sehr gut“ und vier mit „gut“ empfehlen. Allerdings gibt es auch zwei, die mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ durchfallen.

Mineralöl gehört nicht auf Babyhaut

In der Nivea Baby Wind & Weather Creme und der Doctor Duve Babies & Kids Wind-& Wettercreme wies das von uns beauftragte Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nach. Darunter können krebserregende Verbindungen sein. Beide Produkte enthalten Paraffine. Das sind Fette auf Mineralölbasis, und sie können daher mit MOAH verunreinigt sein. Paraffine integrieren sich nicht so gut ins natürliche Gleichgewicht der Haut wie ein natürliches Öl. Sie sind in einer Cremerezeptur auch gar nicht nötig: Alle 18 weiteren Produkte im Test enthalten keine. Erkennbar sind Paraffine in der Deklaration an Bezeichnungen wie „Paraffinum“, „Petrolatum“, und „Cera microcristallina“.

„Lieber zu Cremes ohne Paraffine greifen. Gut, dass die große Mehrzahl der Produkte im Test ohne diese aus Erdöl hergestellten Fette auskommt.“

Victoria Pfisterer ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Schutz für die Haut bei Kälte

Was greift die Haut im Winter an? Bei niedrigen Temperaturen sondern die Talgdrüsen weniger Hautfett ab, das für den natürlichen Schutzfilm verantwortlich ist. Baby-und Kinderhaut produziert weniger Fett als die von Erwachsenen. Fehlt der Schutzfilm, verdunstet das Wasser schneller von der Hautoberfläche. Die trockene Heizungsluft entzieht zusätzlich Feuchtigkeit. Die Haut trocknet aus, juckt, spannt, und es können kleine Risse entstehen. Der Wechsel zwischen Wärme in Innenräumen und Kälte draußen unterstützt den Prozess noch.

Wie wirken Wind-und Wettercremes? Wind-und Wettercremes beinhalten oft mehrere Zutaten, die die Haut feucht halten, strapazierfähig machen und sie schützen sollen. Die meisten Cremes nutzen für eine Rückfettung pflanzliche Öle, die einen Film auf die Haut legen. Sehr häufig sind es Sonnenblumen-und Mandelöl, seltener Sesam-, Avocado-, Kokos-und Rizinusöl, oft auch in Kombination. Manchmal kommen auch Sheabutter, Bienen-oder Wollwachs zum Einsatz. Als entzündungshemmende Zutaten gelten Extrakte von Kamille oder Ringelblume (Calendula), ebenso Zinkoxid, Panthenol (eine Abwandlung des B-Vitamins Pantothensäure), und Tocopherol (Vitamin E).

Problematischer Zusatz

Die Nivea-Wettercreme enthält mit Butylhydroxytoluol (BHT) noch einen weiteren problematischen Inhaltsstoff. BHT kommt in Kosmetika als Antioxidationsmittel zum Einsatz. Die Substanz steht jedoch unter Verdacht, wie ein Hormon zu wirken.

Wo „nano“ drin ist, muss „nano“ drauf

Die Paediprotect Wind & Wettercreme Lichtschutzfaktor 15 ist mit einem UV-Schutz ausgelobt. Er beruht auf dem mineralischen UV-Filter Zinkoxid. Unabhängig davon, wie sinnvoll ein Sonnenschutz im Herbst und Winter ist: An der Paediprotect bemängeln wir – wie auch an der ohne UV-Schutz ausgelobten zinkoxidhaltigen Nivea-Wettercreme – einen Formfehler. Zinkoxid ist zwar auf beiden Packungen deklariert, es fehlt jedoch der Zusatz „nano“ in Klammern dahinter.

Da die Risiken von Nanomaterialien noch nicht abschließend geklärt sind, verlangt die EU-Kosmetikverordnung zur Information für den Verbraucher, dass „nano“ deklariert wird, wenn mehr als die Hälfte der winzigen Partikel in der Größe zwischen 1 und 100 Nanometern liegen. Das ist in beiden Produkten der Fall, wie ein Labor für uns analysierte. Besonders widersprüchlich: Der Anbieter Paedi Protect lobt seine Creme sogar als „nanofrei“ aus.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, BHT = Butylhydroxytoluol.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: fehlende Angabe „nano“ bei Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. 3) Laut Anbieter ist das Produkt seit Oktober ab Charge 132014 mit einer neuen Faltschachtel erhältlich, und seit Anfang 2022 soll die Tube mit einem Anteil an Post-Consumer-Rezyklat verfügbar sein. 4) Der Duftstoff Citral wurde im Labor nachgewiesen, ist aber nicht deklariert. 5) Der Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: MOAH. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) BHT; b) mehr als ein Prozent Paraffine. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) fehlende Angabe „nano“ bei Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe gemäß EU-Kosmetik-Verordnung 1223/2009 und der Empfehlung 2011/696 der EU-Kommission zur Definition von Nanomaterial, wenn das in den Produkten enthaltene Zinkoxid zu mehr als 50 Prozent nanoförmig vorliegt; b) Umkarton, der kein Glas schützt; c) ein Anteil von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/T2204

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 11/2021 und ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie für 2022. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.