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Von Alexander dem Großen bis zur Zelluloidschlacht um Stalingrad


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Clausewitz Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 03.09.2022

SCHLACHTEN, KRIEGE, KRISEN & KONFLIKTE

Antike & Mittelalter

November 333 vor Christus: Alexander der Große, der junge und nach Ruhm strebende König der Makedonen, erringt auf seinem „Rachefeldzug“ gegen die Perser den ersten großen militärischen Erfolg. Bei Issos in der heutigen Türkei kann er durch mutigen persönlichen Einsatz und das kluge Agieren der makedonischen Reite- rei seinen Gegenspieler Dareios III. in die Flucht schlagen. Es ist auch insofern ein legendäres Datum, da es Generationen von Schülern mit dem simplen Merkspruch „Drei drei drei, bei Issos Keilerei!“ unwiederbringlich eingeschärft worden ist.

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... annektieren sie die Reste des Seleukidenreiches und gliedern diese als Provinz Syria in ihr Reich ein. Über den jüdischen Staat errichten sie ein Protektorat und vollenden damit die Einheit der Mittelmeerwelt unter römischer Herrschaft. erobert Kaiser Claudius an der Spitze von vier Legionen das südliche Britannien und lässt es im Folgejahr als Provinz einrichten.

73 nach Christus: Aufständische Juden flüchten sich in die „uneinnehmbare“ Felsenfestung Masada, die auf einem steilen Bergmassiv über dem Toten Meer thront. Die Römer riegeln die Festung systematisch ab und bauen eine beeindruckende Rampe bis an die Mauern Masadas. Als die Legionäre mit einem riesigen Belagerungsturm und Rammbock die Wälle überwinden, töten sich die zirka 1.000 Verteidiger selbst. Bis heute ist Masada ein Mythos und nationaler Erinnerungsort in Israel.

493: Theoderich der Große, König der Ostgoten, tötet in Ravenna seinen Rivalen König Odoaker während eines Festmahles eigenhändig (er soll ihn erschlagen haben). Durch den heimtückischen Mord gelingt, was weder die zweijährige Belagerung Ravennas noch die sogenannte Rabenschlacht zuvor herbeizuführen vermochten: Theoderich gewinnt die Herrschaft in Italien. Trotz des hinterhältigen Anschlages gilt seine Regierungszeit als „goldene Epoche“, in der die römisch-antike Kultur noch einmal aufblüht.

793: Mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne in Nordostengland beginnt das Zeitalter der Wikinger, das die gesamte Christenheit bis Mitte des 11. Jahrhunderts in Angst und Schrecken hält. Als Krieger, Siedler und Händler dringen die Nordmänner aus Skandinavien mit ihren schnellen Schiffen bis nach Nordafrika, das Kaspische Meer, Grönland und Nordamerika vor. Von den Raubzügen und der Landnahme sind aber besonders das Frankenreich, die Bri- tischen Inseln, der Mittelmeerraum und Gebiete des späteren Russlands betroffen.

1273: Nach sechs Jahren Belagerung fällt Xiangyang. Aufgrund der strategischen Lage im Zentrum Chinas ist die Stadt, die auch im Nationalepos Die Geschichte der Drei Reiche eine wichtige Rolle spielt, seit jeher umkämpft. Berühmt sind besonders die Schlacht von Fancheng und die genannte mehrjährige Belagerung – die Xiangyang übrigens neben Sarajevo (vier Jahre) Ishiyama Hongan-ji in Japan (zehn Jahre) und Candia auf Kreta (21 Jahre) zu einer der am längsten belagerten Städte der Militärgeschichte macht.

29. Mai 1453: Truppen des osmanischen Sultans Mehmet II. erobern Konstantinopel und setzen damit der byzantinischen Geschichte ein Ende. Die einst mächtige Stadt und Zentrum des oströmischen Reiches ist zu dieser Zeit allerdings nur noch ein Schatten seiner ehemaligen Pracht und Größe. Die Osmanen machen Konstantinopel (das heutige Istanbul) zur Hauptstadt ihres Reiches, die Stadt bleibt aber Sitz des griechischen Patriarchen. Die Griechen siedeln sich im vornehmen Stadtviertel Phanar an und werden erst nach dem Türkisch-Griechischen Krieg (1923) umgesiedelt.

19. Oktober 1453: Mit der Kapitulation von Bordeaux endet der Hundertjährige Krieg ohne förmlichen Friedensschluss. Der seit 1337 tobende Konflikt zwischen England und Frankreich, bei dem es darum geht, wer Anspruch auf den französischen Thron hat, endet damit nach 116 Jahren. Es ist der längste Krieg in der Geschichte Europas, der von berühmten Schlachten wie Crécy und Azincourt, legendären Personen wie Johanna von Orleans, der Pest, sozialen Unruhen, Diplomatie und Heldentum geprägt ist.

Frühe Neuzeit bis Zweiter Weltkrieg

10 Februar 1763: Der Friede von Paris beendet den Siebenjährigen Krieg zwischen Großbritannien und Frankreich. Frankreich verliert (fast) seinen gesamten Kolonialbesitz in Nordamerika. Preußen und Österreich schließen auf der Basis des territorialen Status quo gleichzeitig den Frieden von Hubertusburg. Schlesien bleibt endgültig bei Preußen, das damit definitiv zur europäischen Großmacht aufsteigt. Fortan beherrscht der Dualismus Preußen-Österreich die deutsche Politik. Der größte Gewinner des Siebenjährigen Krieges ist Großbritannien, das seine Führungsrolle als Kolonialmacht auf Kosten Frankreichs weiter ausbaut.

Dezember 1793: Der junge Hauptmann Napoleon Buonaparte befehligt die Artillerie bei der Belagerung von Toulon – die abtrünnige Stadt an der Mittelmeerküste hat im August ihren wichtigen Kriegshafen für die englische Flotte geöffnet. Die Rückeroberung ist für das revolutionäre Frankreich von großer moralischer und strategischer Signifikanz. Napoleon beweist hier zum ersten Mal sein überragendes militärisches Talent und macht mit Kennerblick den Schwachpunkt der englischen Verteidigung aus. Nach Einnahme der Stadt am 19. Dezember wird er zum Brigadegeneral ernannt – ein wichtiger Schritt in der steilen Karriere des Korsen, denn in Toulon beginnt sein Stern aufzugehen.

16.–19. Oktober 1813: Bei Leipzig kommt es zur Völkerschlacht, die den Herbstfeldzug der „Befreiungskriege“ gegen Napoleon entscheidet. Nach heftigen Kämpfen können die alliierten Truppen (Russen, Preußen, Österreicher, Schweden und einige Briten) die Franzosen vernichtend schlagen. Am 19. Oktober erstürmen die Verbündeten Leipzig, wo es zu blutigen Straßenkämpfen kommt. Napoleon kann nur mit großer Mühe entkommen.

7. April 1823: Französische Truppen überqueren die Pyrenäen und treten damit die sogenannte Französische Invasion Spaniens los, eine militärische Intervention, die drei Ziele verfolgt: Zum einen möchte Frankreich die Spanische Revolution niederschlagen und zum anderen den geschassten absolutistischen König Ferdinand VII. befreien und wieder einsetzen. Auftraggeber der französischen Strafexpedition ist die konservative Heilige Allianz. Die Invasion ist erfolgreich, Ferdinand regiert noch bis zu seinem Tod 1833.

1.–3. Juli 1863: Bei dem Ort Gettysburg im südlichen Pennsylvania kommt es zur bekanntesten und wohl wichtigsten Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges. Eine Unionsarmee (Potomac-Armee, 100.000 Mann) unter General Meade trifft auf die von General Lee geführte Armee des Südens (Army of Northern Virginia, 65.000 Mann). Das dreitägige Gemetzel bezahlen beide Seiten mit jeweils 25.000 Mann – es ist eine der blutigsten Schlachten auf dem amerikanischen Kontinent und die Wende im Krieg: Die Niederlage des Südens bringt diesen für den Rest des Konfliktes in eine defensive Position, die Initiative geht auf die „Yankees“ aus dem Norden über.

Januar 1923: Wegen (geringer) Lieferrückstände deutscher Reparationen an Frankreich besetzt die „Grande Nation“ das Ruhrgebiet. Fünf französische Divisionen und einige belgische Einheiten – insgesamt zirka 60.000 Mann – bilden die Besatzungsarmee und verhängen sofort den Ausnahmezustand. Die große Mehrheit der Deutschen (Regierung und Bevölkerung) reagiert geschlossen mit passivem Widerstand. Eine Querfront aus Nationalisten und Kommunisten leistet aktiven Widerstand und verübt gemeinsam Sabotage- und Sprengstoff-Anschläge gegen die Besatzer. Die Franzosen reagieren entsprechend hart. Gewalt, Streiks und wirtschaftliche

Sanktionen ruinieren die deutsche Wirtschaft vollends und führen zum Ende des passiven Widerstandes im September 1923.

Zweiter Weltkrieg bis heute

2. Februar 1943: Die Schlacht um Stalingrad (seit Sommer 1942) endet mit einem Triumph der Roten Armee und der Vernichtung der eingekesselten deutschen 6. Armee und ihrer Verbündeten. Ein Entsatz der eingeschlossenen Soldaten scheitert im Dezember 1942 im Rahmen der Operation „Wintergewitter“. So gehen über 100.000 Deutsche, Italiener, Rumänen, Kroaten und Ungarn in sowjetische Gefangenschaft – die die wenigsten von ihnen überleben. Einige versprengte Einheiten setzen den Kampf aus Kellern und Tunneln Stalingrads (heute: Wolgograd) noch rund einen Monat lang fort. Insgesamt sterben über 700.000 Menschen in einer der bekanntesten, blutigsten und wichtigsten Schlachten des gesamten Krieges. Die meisten davon sind Rotarmisten.

Februar / März 1943: Mit einem gut durchdachten Manöver gelingt es Generalfeldmarschall Erich von Manstein, mit einem großen Gegenschlag die von der Roten Armee zwischenzeitlich wiedereroberte wichtige Großstadt Charkow erneut unter deutsche Kontrolle zu bringen. Mit dem Sieg in der dritten Schlacht um Charkow erringen Verbände der Waffen-SS und der Wehrmacht dabei einen der letzten größeren Erfolge gegen die Sowjetunion und stabilisieren so die Ostfront zumindest für einige Zeit wieder.

5.–16. Juli 1943: Mit der Operation „Zitadelle“ führt die Wehrmacht ihre letzte Großoffensive gegen die Sowjetunion durch. Der Angriff auf den Frontbogen um die russische Stadt Kursk ist auch als „Schlacht bei Kursk“ bekannt und gilt mit fast drei Millionen Soldaten (zwei Millionen auf russischer, zirka 800.000 auf deutscher Seite) als die größte Landschlacht und mit 7.500 eingesetzten Panzern und Sturmgeschützen (5.000 auf russischer, 2.500 auf deutscher Seite) als größte Panzerschlacht der Geschichte. Sie gilt zudem als wichtiger Wendepunkt im Krieg, da die Initiative danach auf die Rote Armee übergeht und die Wehrmacht zunehmend aus der Defensive reagieren muss.

25. Juli 1943: In Italien wird der Diktator Benito Mussolini abgesetzt und am Gran Sasso in den Abruzzen inhaftiert. Am 12. September 1943 lokalisieren deutsche Fallschirmjäger im Rahmen des Unternehmens „Eiche“ den Inhaftierten in dem abgelegenen Ort und befreien ihn in einer spektakulären Aktion. Planer und Organisator der waghalsigen Mission ist Fallschirmjäger-Legende Kurt Student; Befehlshaber vor Ort ist der österreichische Waffen-SS-Offizier Otto Skorzeny.

1953: In verschiedenen Städten der DDR kommt es in der Zeit um den 17. Juni zu spontanen Streiks und antistalinistischen Demonstrationen, die ihm sogenannten „Volksaufstand vom 17. Juni“ gipfeln. Sowjetische Truppen schlagen die Revolte gewaltsam nieder, mehrere Menschen sterben während der Proteste.

6.–25. Oktober 1973: Israel gerät im Yom-Kippur-Krieg nach einer Offensive seiner arabischen Nachbarn erstmals militärisch in Bedrängnis, kann seine Position aber am Ende behaupten. Die dem Krieg folgende erste Ölpreisrevolution führt überall auf der Welt zu ökonomischen Schwierigkeiten und sozialen Konflikten, die 1974 auch zum Sturz zahlreicher Regierungen (zum Beispiel in der BRD, den USA und in Äthiopien) und Diktaturen (Portugal, Griechenland) beitragen.

3./4. Oktober 1993: Während der Schlacht um Mogadischu, die ein Teil des bis heute andauernden somalischen Bürgerkrieges ist, kommt es zu Gefechten zwischen US- und UNO-Soldaten mit somalischen Paramilitärs. Während des Kampfeinsatzes sterben 18 amerikanische Soldaten – die höchste Zahl seit dem Ende des Vietnamkrieges. Zwar wird das Ziel der Operation, die Gefangenname von zwei feindlichen Offizieren, erreicht, aber eben zu einem extrem hohen Preis.

April bis Mai 2003: Die Operation „Iraqi Freedom“ beginnt. Eine von den USA geführte internationale Streitmacht von 300.000 Soldaten ringt innerhalb von sechs Wochen Saddam Husseins zirka eine Millionen (größtenteils mangelhaft ausgerüstete und schlecht ausgebildete) Männer nieder. Auslöser sind die von den USA kolportierten angeblichen Massenvernichtungsmittel der Iraker – eine Behauptung, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen hat.

SONSTIGES: MENSCHEN, KULTUR & BESONDERES

10. Juni 323 vor Christus: Alexander der Große stirbt in Babylon. Sein riesiges Reich zerfällt im anschließenden Kampf seiner rivalisierenden Nachfolger, der Diadochen. Die genaue Todesursache (Folgen einer Krankheit oder Mord durch Gift?) und der exakte Bestattungsort (die Vermutungen reichen von Griechenland bis Jordanien) sind bis heute umstritten beziehungsweise unbekannt.

183 vor Christus: Hannibal, der große karthagische Feldherr und die Nemesis Roms, stirbt in Bithynien. Als ihn die Häscher Roms in seinem Exil aufspüren, zieht er es vor, sich zu vergiften. Als einäugiger Feldherr befindet sich Hannibal in prominenter Gesellschaft: Auch König Philipp von Makedonien, der napoleonische Marschall André Masséna, Trafalgar-Held Admiral Lord Nelson, der britische Feldmarschall Sir Archibald Wavell, das japanische Fliegerass Saburo Sakai, Graf von Stauffenberg und der legendäre israelische General und Verteidigungsminister Moshe Dayan haben auf die ein oder andere Weise eines ihrer Augen verloren

9. Januar 1873: Im englischen Exil stirbt Napoleon III. an den Folgen einer Operation. Den Zeitgenossen gilt er wegen seines widersprüchlichen und ungewöhnlichen Charakters als „Sphinx an der Seine“: Napoleon III. ist ein Abenteurer und Verschwörer, ungewöhnlich modern und gleichzeitig blind für die Realitäten der Außenpolitik, ein Träumer und Realist, sowohl naiv wie verschlagen. Für die Geschichtswissenschaft steht er meist im Schatten seines berühmten Onkels Napoleon Bonaparte. In Bismarck findet Frankeichs letzter Kaiser einen überlegenen Gegenspieler. Die letzten Worte Napoleons III. sollen dementsprechend – an seinen Arzt gerichtet – gewesen sein: „Waren Sie in Sedan?“

Sommer 1943: Der Architekt und Rüstungsminister Albert Speer gerät mit der Kriegsmarine in einen Zwist. Die Uniform der Marine sieht laut Regularien einen Zierdolch vor und die Admiralität pocht auf die Lieferung dieses – in der Praxis völlig nutzlosen – Modeaccessoires, da zirka 50.000 Stück fehlen. Speer informiert die Verantwortlichen bei der Marine, dass die gegenwärtige Lage es erfordert, das dafür notwendige Metall besser anderswo einzusetzen, als es für die korrekte Uniformierung der Marine zu verschwenden. Letztere ist über die Antwort so erbost, dass sie bei Hitler persönlich protestiert – allerdings vergeblich.

14.–24. Januar 1943: Auf der Konferenz von Casablanca legen sich der amerikanische Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Churchill darauf fest, den Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans fortzuführen. Ende des Jahres (28. November bis 1. Dezember) stößt dann auf der „Konferenz der Großen Drei“ in Teheran noch Stalin zu den beiden westlichen Staatsoberhäuptern und berät mit ihnen über die Nachkriegsordnung in Europa.

18. April 1943: Der japanische Admiral und Oberkommandierende der Kaiserlichen Marine Yamamoto Isoroku, „Mastermind“ hinter dem Angriff auf Pearl Harbor, tritt eine Inspektionsreise in seinem Mitsubishi-G4M-Bomber an, die ihn zu Stützpunkten an der Front bringen soll. Da die Flugroute teilweise über von den Alliierten kontrolliertes Gebiet führt, raten ihm seine Stabsoffiziere davon ab – allerdings erfolglos. Trotz der großen Geheimhaltung können die Amerikaner Funksprüche abfangen und erfahren so von Yamamotos Flug. In der Nähe von Bougainville greift eine ganze Staffel P-38 Lightnings im Rahmen der Operation „Vengeance“ („Rache“ oder „Vergeltung“) Yamamoto und seine aus sechs Zero-Jägern bestehende Eskorte an. Ein Luftkampf entbrennt, Yamamotos Bomber wird abgeschossen und stürzt in den Dschungel. Die Japaner können die Leiche des Admirals später bergen und an Bord des Schlachtschiffes Musashi nach Japan überführen.

24. Juli 1943: Das deutsche U-Boot o U459 schießt im Golf von Biskaya einen Bomber der Royal Air Force (RAF) ab. Der stürzt ausgerechnet mitten auf das U-Boot, wobei seine tödliche Fracht detoniert. Resultat: Das Flugzeug ist zwar vom Himmel geholt, aber das U-Boot versinkt (ebenfalls) im Atlantischen Ozean. Ein tragisches „Unentschieden“.

5. März 1953: Der ehemalige Bankräuber, Massenmörder und Diktator Josef Stalin (der „Stählerne“, eigentlich Jossif Dschugaschwili) stirbt im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Gehirnblutung. Nur wenige Tage zuvor, am 28. Februar, feiert Parteichef Stalin noch mit Nikita Chruschtschow in seiner Datscha bei Moskau bis in die frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages hinein. Stalin zecht ausgiebig und hält lange Monologe. Als er zu Bett geht, erleidet er in seinem Zimmer einen Schlaganfall. Seine Mitarbeiter, die später an seine Tür klopfen, weil er nicht zum Frühstück erschienen ist, trauen sich nicht, das Zimmer zu betreten – zu groß ist ihre Angst, dass Stalin sie für Attentäter hält. Erst kurz vor Mitternacht wagt sich jemand hinein und findet Stalin – zwar bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar. Auch die herbeigerufenen Ärzte können den Diktator mit dem markanten Oberlippenbart nicht mehr retten und so stirbt eine der umstrittensten Personen der Weltgeschichte vier Tage später, immer noch auf dem Sofa in seinem Schlafzimmer liegend.

1953: Gleich drei Kriegsfilme, die zu Klassikern des Genres werden, kommen in die Kinos: Der britische WK-II-Seekriegsstreifen Der große Atlantik ist äußerst nüchtern und sachlich erzählt, ohne dadurch langweilig zu werden. Billy Wilders makellos inszeniertes und hochkarätig besetztes Kriegsgefangenendrama Stalag 17 weiß ebenfalls zu überzeugen, und Fred Zinnemans Literaturverfilmung Verdammt in alle Ewigkeit ist ein psychologisch dichtes Militärdrama, das zu recht mit vielen Auszeichnungen versehen worden ist.

22. November 1963: In Dallas fällt US-Präsident John F. Kennedy einem bis heute nicht geklärten Attentat zum Opfer. Die offizielle Version vom verwirrten Einzeltäter Lee Harvey Oswald lässt zu viele Fragen offen und kaum jemand, der sich mit dem Fall beschäftigt, schenkt dieser Glauben. Doch wer war es dann? Die Mafia? Die Kubaner? Oder Rechtsradikale im Verbund mit den US-Geheimdiensten? Oder jemand ganz anderes? Und vor allem: Warum musste Kennedy überhaupt sterben? Diese Fragen sind auch nach 60 Jahren noch offen.

21. Januar 1993: Fast „pünktlich“ zum 50. Jahrestag des Unterganges der 6. Armee kommt Joseph Vilsmaiers schonungsloser Kriegsfilm Stalingrad in die deutschen Kinos. Der Film zeigt den Wahnsinn des Krieges aus Sicht der deutschen Landser und steigt damit in die Fußstapfen von Sam Peckinpahs brutalem „Ostfront-Western“ Steiner – Das Eiserne Kreuz (1977).