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VON DER WÜSTE BIS NACH HOLLYWOOD


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REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 05.07.2022

JORDANIEN

Beim Beduinenstamm der B’Doul schminken sich die Männer. »Wir ziehen uns alle paar Tage einen neuen Lidstrich mit Al’Kuhl, einer Art Kajal. Das schützt die Augen vor Sonne und Staub«, sagt Amyr Al Mawsuh.

Der 21-jährige Beduine und Inhaber des »Tiger Love Shop«, einer Teestube mit angeschlossenem Verkaufsstand in der berühmten Nabatäerstätte Petra, hält ein Bronzefläschchen in den Händen. »Normalerweise ernten wir die Matti-Beeren im August von den Büschen oben in den Bergen. Wir legen sie auf eine Untertasse, zünden sie an und halten eine zweite Untertasse darüber, so dass sich dort Ruß bildet. Ist genug beisammen, wird er abgekratzt und in ein Fläschchen gestreut«, Amyr runzelt die Stirn. »Im letzten Jahr aber gab es keinen Regen, die Pflanzen konnten nicht gedeihen und so habe ich jetzt nur deshalb noch Al‘Kuhl, weil wir während der Corona-Pandemie unsere Shops anderthalb Jahre ...

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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 3/2022

Klangvolle Tradition: Besucher Petras können diesem Beduinen beim Musizieren lauschen
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... nicht öffnen durften.«

Amyr streicht über seine knallrote Kufiya, das arabische Kopftuch, und schaut hinüber zur antiken Fassadenstraße. Dort bestaunen Touristen die Königsgräber, deren vier gewaltige Fassaden in luftiger Höhe aus der Bergwand ragen. Andere stehen vor einer Feige, die einsam aus einer Felsnische blickt, während junge Burschen ihre Kamele antreiben.

Indiana Jones lockt Scharen von Touristen nach Petra

Petra, vor mehr als 2.000 Jahren die Hauptstadt der Nabatäer, ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Jordanien und UNES- CO-Weltkulturerbe. Der gut versteckte Talkessel inmitten der Shara-Berge ist nur über einen Siq zugänglich, eine Schlucht, die 80 Meter tief, einen Kilometer lang und teils nur drei Meter breit ist. Schon die nabatäischen Karawanenhändler, die mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen reich wurden, nutzten ihn als sichere Unterkunft. Mit zunehmendem Wohlstand meißelten sich die ehemaligen Nomaden eine ganz besondere Stadt aus den rosa- bis orangefarbenen Sandsteinbergen: eine mit Säulen gesäumte Prachtstraße, einen riesigen Tempel, Dutzende Opferplätze, ein ausgetüfteltes Bewässerungssystem, Tausende Grabnischen mit kunstvollen Fassaden und das Schatzhaus Al-Khazneh – eine perfekte Filmkulisse. Seit Steven Spielberg hier Szenen von »Indiana Jones« drehte, kommen bis zu eine Million Besucher im Jahr, um einen Blick auf die 40 Meter hohe Felsblock-Fassade zu erhaschen. Sie steigen auf Pferde für den Ritt zum Siq, reiten auf Kamelen bis zum großen Tempel und auf Eseln die Berge hinauf. Immer dabei: die B’Doul, als registrierte Pferdereiter, Kamelführer, Guides oder Souvenirverkäufer.

Der Beduinenstamm hat ein Arrangement mit dem Staat, darf in der Stätte wirtschaften und wird an den Ticket-Einnahmen beteiligt. Dafür musste er vor 37 Jahren seine seit dem 19. Jh. genutzten Wohnhöhlen gegen richtige Häuser außerhalb der neuen Parkgrenzen tauschen.

Nun wohnen die B’Doul im Ort Wadi Musa am Petra-Eingang und in der neuen Wohnsiedlung Umm Sayhoun einen Kilometer Luftlinie entfernt.

Inzwischen ist Petra eine der größten touristischen Einnahmequellen des Landes. Und das macht sich bemerkbar. Die Tourismusverantwortlichen haben erstmalig gemeinsam mit Archäologen und den B’Doul einen 5-Jahresplan zum Erhalt der Stätte aufgesetzt. Für die Energieversorgung wurden Solarpaneele am Ortsrand von Umm Sayhoun installiert.

Und um die Verweildauer der Touristen zu verlängern, setzt man einen Teil der alten kommunalen Wege durch die Berge instand, mit wundervollen Ausblicken auf die Berglandschaft, die Nabatäerstätte und das Farasah-Tal, wo golfballgroßer Bitterkürbis – eine Medizin gegen Magenschmerzen – im Wüstensand wächst, Zitronenfalter umherflattern und manchmal eine Frau oder ein Mann im schön bestickten Thobe, dem traditionellen Kaftan, auf einer Flöte spielt.

Tee im Beduinenzelt neben dem Wüstenschloss

»Ein Thobe muss jeden Tag gewaschen werden. Deshalb habe ich 20 Stück, zehn weiße für den Sommer und zehn schwarze für den Winter«, sagt Hakem Soud Al Sabealah in perfektem Englisch. Der 34-Jährige hat sein Beduinenzelt auf einem Sandfeld neben dem UNESCO-Welterbe-Wüstenschloss Qusayr Amra aufgebaut und bietet den Reisenden dort Chai an, schwarzen gesüßten Tee. An einer Wand hängt die Nationalflagge neben einem großen Bild von König Abdullah II. Davor reihen sich Dutzende gemütlicher Bodenkissen aneinander. Auf einem Tischchen mit Kamelfüßen stehen silberne Teekännchen, dahinter ein gemauerter Ofen mit einem Rohr durch die Zeltdecke. »Wenn ich arbeite, schlafe ich im Zelt. Ansonsten fahre ich mehrmals in der Woche in das Dorf meiner Eltern, 50 Kilometer von hier Richtung Amman. Dort kann ich die Thobe waschen«, sagt Hakem mit tiefer Stimme und geht hinüber zum Wüstenschloss. Der kleine Sandsteinbau mit dem dreifachen Gewölbedach, der zum Sonnenuntergang wie ein Goldstück strahlt, war fassende römische Theater, in dem schon die Jazzlegende Duke Ellington auftrat, auf das beigefarbene Häusermeer, dessen Dächer Sonnenkollektoren und Wasseraufbereitungsanlagen zieren, und auf die Hochhäuser-Luxusapartment-Skyline des Abdali-Viertels mit der Blauen Moschee, in der eine elektronische Tafel anzeigt, wann nach arabischem Kalender gebetet werden soll. Amman gilt als moderne jordanische Stadt. Ikea und Porsche sieht man hier genauso wie Shisha-Shops und Brautkleid-Läden. Ein Grund für Auslandsjordanier und Vermögende aus anderen Regionen im Land, in die Stadt zu investieren.

Dabei ist im Haschemitischen Königreich einiges im Argen. Die Auslandsverschuldung im 8. Jh. die Wüstenresidenz eines Kalifen.

»Die Beduinen arbeiten heute als Guides und Souvenirverkäufer.«

Audienzhalle, Hammam und Brunnenanlage inklusive, alle üppig mit bunten Fresken aus dem Alltagsleben bemalt. Mit nackten Frauen beim Bad. Mit Reitern, die Onager – seltene asiatische Wildesel – jagen. Mit Tischlern, Maurern und Steinmetzen bei ihrer Arbeit. Ja sogar mit Weintrauben. Kein Baum, nur ab und zu ein staubbedecktes Strand-Salzkraut, was die Einheimischen als Seife nutzen, und ein paar Ziegen oder Kamele bringen heute Leben in diese einsame Steppe.

Ammans Blaue Moschee hat einen elektronischen Gebetskalender

In der Hauptstadt Amman herrscht derweil Trubel im Souk al Balad. Nussverkäufer bieten lautstark Mandeln und Walnüsse zum Probieren an, Frauen in bunten Hijabs zücken ihre Portemonnaies für Datteln und Bananen, bevor sie durch den Fraueneingang in einem Gebetsraum verschwinden. Am fast 1.900 Jahre alten Hercules-Tempel posieren Paare für ein Foto. Vom Zitadellenhügel blicken Urlauber auf das gut erhaltene, 6.000 Zuschauer ist enorm, die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent, das Land gilt als eines der wasserärmsten weltweit, es gibt weder nennenswerte Industrie noch Bodenschätze. Zudem liegt die Erwerbsbeteiligung von Frauen bei nur 15 Prozent und damit niedriger als in den Nachbarländern Libanon oder Saudi-Arabien. Doch es gibt Lichtblicke: Kürzlich wurde die Verfassung zugunsten der Gleichstellung von Mann und Frau geändert. Und Anfang des Jahres haben die in den Vereinten Nationen tätigen Jordanierinnen ein Netzwerk gegründet, dass die Gleichstellung der Geschlechter bis zum Jahr 2030 vollständig durchsetzen will.

Gesellschaftlich tut sich also was. Die Probleme mit der Wasserversorgung aber steigen. »Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel rund ums Tote Meer. Noch vor 50 Jahren soll der See fast 1.000 Quadratkilometer gemessen haben, heute sind es weniger als zwei Drittel.

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Es kommt zu wenig Wasser aus dem Jordan an«, sagt Jafal Khadem Hussain Khan. Der 25-jährige Badeaufseher in Sweimeh pustet in seine Trillerpfeife, denn die Sonne geht unter und noch immer lässt sich eine Handvoll Badegäste auf dem salzigen Binnensee treiben.

Rücklings, nur den Kopf und die Füße aus dem warmen Wasser ragend, liegen sie da und freuen sich über ihre mit Seeschlamm eingeschmierten Gesichter. Wellen klatschen sanft gegen das Ufer. Schneeweiße Salzkristalle funkeln wie Diamanten. Am goldenen Sandstrand bieten Strohschirme Schutz. Auf der anderen Seeseite verschwimmen die jüdäischen Berge Israels und des Westjordanlands im Abenddunst. »Das Tote Meer ist seit Jahrtausenden bekannt für seine Heilkraft. Schon die ägyptische Königin Kleopatra wusste das.

Der Schlamm und Mineralien wie Magnesium, Kalium und Kalzium machen eine zarte Haut und entspannen den ganzen Körper«, ergänzt Jafal und pustet ein zweites Mal in seine Pfeife.

Aqaba am Roten Meer, die einzige Hafenstadt Jordaniens

Die am Toten Meer hergestellten Schlammmasken, Salzpeelings und Cremes werden im ganzen Land verkauft, in Aqaba vielleicht sogar etwas günstiger. Schließlich profitiert die Seehafenstadt am Roten Meer als Freihandelszone von einem reduzierten Mehrwertsteuersatz. Die Läden an der mit Palmen gesäumten Corniche und in den Seitenstraßen jedenfalls bieten alles, was das jordanische Herz begehrt: Goldschmuck, lebendige Hühner, eine Bartrasur oder Alkohol. Nach dem Freitagsgebet werden vor der Al-Hussein-Bin-Ali-Moschee gespendete Bananen an Bedürftige verteilt. Danach trifft man sich am Public Beach, einem kilometerlangen, goldfarbenen Strandstreifen, isst Pommes, raucht die mitgebrachte Shisha, fährt mit einem Glasbodenboot zu den bunten Korallenriffen oder sitzt einfach nur im Schatten der Palmen. Mancher startet am nächsten Tag einen Wochenendausflug ins nahe UNESCO-Welterbe Wadi Rum. Roter und gelber Wüstensand, bizarre Felsbrücken und gewaltige Sandsteinformationen erstrecken sich dort auf 740 Quadratkilometern, dem größten Schutzgebiet Jordaniens. Wer Glück hat, sieht eine blaue Agame, einen Skorpion oder einen Steppenadler. Während die Zweideh-Beduinen aus dem Wadi-Dorf Disi weite Tomatenfelder bewirtschaften – eine große Unterwasserquelle macht es möglich –, fahren die Zalabia-Beduinen aus dem Dorf Ram die Wadi-Besucher mit dem Jeep, lassen sie auf ihren Kamelen reiten, zeigen die prähistorischen Felszeichnungen und in der Nacht den leuchtenden Sternenhimmel – eine weitere perfekte Filmkulisse nicht nur für den oscarprämierten »Lawrence von Arabien«.

DIE AUTORIN EMPFIEHLT

Mit dem Mietwagen von Nord nach Süd In Jordanien gilt Rechtsverkehr, der deutsche Führerschein reicht, die Straßenverhältnisse sind gut und die Strecken kurz. Also, auf geht‘s! Start ist in Amman. Zwar ist es die trubeligste Stadt im ganzen Land mit vielen Staus, aber die Stadtbesichtigung (2 Tage) geht auch gut zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Den Mietwagen holt man sich erst für die Tagesausflüge zum Wüstenschloss Amra (88 km, Fernstraße 40) und zur antiken Stadt Gerasa (52 km, Schnellstraße 35). Auch direkt nach Sweimeh am Toten Meer ist es nicht weit (49 km, Schnellstraßen 40 und 65). Wer mag, nimmt die längere Fernstraße 35 zu den Mosaiken von Madaba (37 km), fährt über die Al-Quds Street zum Berg Nebo (10 km) und erst dann weiter zum Toten Meer (25 km). Nach zwei Tagen Wellness bietet sich der kleine Ort Kerak mit seiner Kreuzritterburg an. Zwei Wege führen dort hin: die Fernstraße 65 am Toten Meer entlang (88 km) oder die historische Königsstraße (110 km). Über den Desert Highway gelangt man anschließend nach Petra/Wadi Musa (160 km). Für die Nabatäerstätte und eine Wanderung in Little Petra sollte man mindestens drei Tage einplanen, bevor man über die Schnellstraße 47 nach Aqaba fährt (122 km, 2 Tage plus 1 Tag Wadi Rum). Der Weg zurück nach Amman geht über den Desert Highway (331 km, 4 Std.). TIPPS für Unterkünfte an der Strecke und Mietwagenanbieter finden Sie im Infokasten auf den Folgeseiten.

INFO JORDANIEN

Fläche: 89.342 qkm, Einwohner: 10,9 Mio. , Hauptstadt: Amman (2,2 Mio. Einw.) , Religion: 97 % Muslime, 2 % Christen , Zeitverschiebung: + 1 Std., Netzspannung: 230 V, 50 Hz, kein Adapter erforderlich

REISEPLANUNG

Einreise

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum, das es bei Einreise an den Flughäfen Queen Alia International und Aqaba für 28 Tage gibt (€ 53). Benötigt werden ein noch 6 Monate gültiger Reisepass, ein Rück- oder Weiterreiseticket, eine Auslandskrankenversicherung, eine ausgefüllte Gesundheitserklärung sowie ein QR-Code über www.visitjor dan.gov.jo.

PREISNIVEAU

►DOPPELZIMMER

einfach € 10–45

mittel € 45–140

gehoben ab € 140

►ESSEN GEHEN

Frühstück ab € 5,50

Lunch/Snack ab € 5,50

Dinner (Tellergerichte) ab € 8

►GETRÄNKE

Softdrink ab € 0,50/250ml

Wasser ab € 0,50/250ml

Bier ab € 5,50/330ml

►UNTERWEGS

Taxi Airporttransfer ab € 4

Bus ab € 4/Strecke

Inlandflug ab € 87

TAGESETAT € 50

Mindestausgaben bei einfachen bis mittleren Ansprüchen inkl. halbes Doppelzimmer

Gesundheit

Es sind keine Impfungen vorgeschrieben.

Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis, Tollwut und Typhus. Über die aktuelle Corona-Situation informiert das Auswärtige Amt (www. auswaertiges-amt.de).

Geld

Währung ist der 1 Jordanische Dinar (JOD). € 1 = JOD 0,75 (Stand 6/2022). Bargeld gibt es an den meisten ATMs in den Städten. Teurere Hotels akzeptieren auch Kreditkarten.

Beste Reisezeit

Beste Reisemonate mit angenehmen Tagestemperaturen von 20 bis 30 Grad sind März bis Mai und September bis November.

Im Sommer wird es für Rundreisen zu heiß. Regen fällt rund ums Jahr wenig.

Kommunikation

Amtssprache ist Arabisch. In den Hotels und touristischen Stätten kommt man meist auch mit Englisch weiter. Die Landesvorwahl ist +962. Die meisten Unterkünfte bieten WLAN gratis.

Geografie Jordanien besteht zum Großteil aus Wüste. Im Westen erstreckt sich von Nord nach Süd der fruchtbarste Teil des K Landes: Im Norden der Jordangraben, in der Mitte M das Tote Meer, im Süden So der große afrikanische Grabenbruch bis zum Roten Meer. Angrenzend ans schmale ostjordanische Bergland liegen sämtliche Städte und Sehenswürdigkeiten. Der breite Osten des Landes ist Wüstenlandschaft.

Unterwegs Airportranfer: Ein Taxi vom Queen Alia Airport ins Zentrum Amman kostet ab € 30, der Bus nimmt € 4 (je 30 Min). Der Taxitransfer in Aqaba berechnet ab € 11,50 ins Zentrum.

Taxis: Die gelben Taxis fahren mit Taxameter, Startpreis ab € 0,30 zzgl. € 0,27/km. Eine Stadtfahrt kostet in Amman ab € 4, in Aqaba ab € 1,30. Von Amman nach Madaba zahlt man ab € 13 (30 Min), Madaba–Sweimeh ab € 27, Petra–Aqaba ab € 60 (1,5 Std), alle Preise oneway.

Sammeltaxi: Die Servis fahren feste Strecken und nehmen in den Städten ab € 1,30/Pers. Auf der Fernstrecke zahlt man für Amman–Petra ab € 7 (3,5 Std).

Bus: Überlandbusse verbinden viele Städte miteinander, z. B. Amman–Madaba ab € 4 (30 Min.), Amman–Petra ab € 13 (3,5 Std.), Petra–Aqaba ab € 7 (1,5 Std.), Aqaba–Wadi Rum ab € 7. Alle Preise oneway. TIPP Sa Abend/So früh und Do Abend/Fr früh sind die Busse voll. Dann fahren viele zur Arbeit oder nach Hause.

Inlandflug: Royal Wings Travel (ab US$ 113, www.royalwings.com) und Royal Jordanian (ab € 87, je 1 Std., www.rj.com) verbinden Amman mit Aqaba. Preise oneway. Preise vergleichen und buchen können Sie auf www.world-of-flights.de.

Mietwagen: Einen Kleinwagen mit Premiumschutz ohne Selbstbeteiligung bekommen Sie vorausgebucht ab € 206/Woche (AurumCars, www.REISE-PREISE.de/ mietwagen). Vor Ort gibt’s bei Rent a reliable car ein Auto ab US$ 28/ Tag (www.rentareliablecar.com).

DER BESONDERE TIPP

Wüstentraum aus der Blase FLAIR++++ Wer im »Bubble Luxotel Wadi Rum« übernachtet, schläft in durchsichtigen AC-Kuppelzelten und hat vom bequemen Bett aus einen wundervollen Blick auf den Wüstensternenhimmel (Wadi Rum, www.wadirumbubble.com, +962-799000651; EZ/DZ ab € 372 HP).

Tolle Aussicht, ruhige Lage.

Essen & Trinken

Die jordanische Küche steht für Meze, Salate und Grillfleisch.

Beliebt sind z. B. Hummus, Kichererbsenpüree, Foul, gekochte braune Bohnen, und Baba Ganouj, rauchiges Auberginenpüree (je ab € 1,30). Heißbegehrt sind auch Tabbouleh (Salat, ab € 1,30), Sambousek, gefüllter Blätterteig (4 Stück ab € 4), und Falafel (ab € 2,70). Dazu gibt es Saj, ungesäuertes Brot von der Grillplatte (Stück ab € 0,20). Zum Lunch schmeckt ein Shawarma, ein Döner-Kebab (ab € 5,30). Als Hauptgericht bieten sich Shish Kebab, gegrillter Lammspieß (3 Stück ab € 8) und Mushkan, Huhn im Brotfladen aus dem Ofen (ab € 13), an.

UNSERE HOTELTIPPS

Jordanien bietet Unterkünfte in allen Preiskategorien. Frühstück ist meist inklusive. Die Preise der Tipps gelten in der Saison im Herbst ggf. inklusive Service Charge und Tax.

Amman: ++ Travellerfeeling und eine Dachterrasse bietet das »Carob Hostel« (Salah Addin Al Ayubi Street 82, www.carob.community, +962-799060009; Bett/EZ/DZ ab € 13/31/33).

+++ Große AC-Business-Zimmer in zentraler Lage hat das »Landmark Hotel« (Al-Hussein Bin Ali Street, www.landmarkamman.com, +962-6-5607100; EZ/DZ ab € 116 ÜF). Restaurant, coole Open-Air Rooftop-Bar im 19. Stock.

Gerasa: + Das »Full Panorama To Archaeological Site Jarash« hat AC-Zimmer, z. T. mit Balkon (EZ/DZ ab € 21/24, Booking.com).

Madaba: +++Hübsch eingerichtete Zimmer in zentraler Lage bietet das »Mount Nebo Hotel & Restaurant« (EZ/DZ ab € 68 ÜF, buchbar über Booking.com).

Totes Meer: +++ Große schlichte AC-Zimmer gibt’s im »Dead Sea Spa Resort« (Sweimeh, Dead Sea Road, www.dssh.jo, +962-5-3561000; EZ/DZ ab € 100 ÜF). Gutes Restaurant, Pool, Spa, direkter Zugang zum Toten Meer, Airportransfer € 60/max. 3 Pers.

Das »Mövenpick Resort & Spa Dead Sea« hat schicke Balkon-Zimmer und einen schönen Garten direkt am Toten Meer (Sweimeh, Dead Sea Road, www. movenpick.com, +962-5-3561111; EZ/DZ ab € 148/161 ÜF). Restaurants, Pool, Spa.

Petra: + Feste Zelte hat das »Little Petra Bedouin Camp«. Abends bestaunt man die tolle Beleuchtung aus Dutzenden Lichtern in den Felswänden (Little Petra, www.little petracamp.com, +962-795352540; EZ/DZ ab € 40/80). Gemeinschaftsbad, Frühstück € 7, Dinner € 13, geführte Wanderung ab € 33/Pers.

+++ Das »Petra Moon Hotel« hat hübsch renovierte AC-Zimmer und eine tolle Dachterrasse gegenüber der Nabatäer-Stätte (www.petramoonhotel.com, +962-3- 2156220; EZ/DZ ab € 145 ÜF). Pool, Restaurant, freundlicher Service, Amman-Airporttransfer ab € 133.

Aqaba:+++ Schicke moderne AC-Balkon-Zimmer mit Blick auf das Treiben am Public Beach und das Meer hat das neue kleine »Sea View Hotel« (King Hussein Street, www.seavaj.com, +962- 7-99911611; EZ/DZ ab € 80 ÜF).

Schönes Café-Restaurant, tolle Aussichtsterrasse, super Lage, klasse Service.

+++ Das ruhige »Intercontinental Aqaba Resort« hat sehr große AC-Businesszimmer mit Balkon direkt am Roten Meer (King Hussein Street, www.intercontinental.com, +692-3-2092222; EZ/DZ ab € 209/232). Hervorragendes Restaurant, Pool, Spa, Privatstrand.

TIPP Das leckere jordanische Nationalgericht heißt 2 Mansaf, Lamm mit Joghurtsoße und Pinienkern-Reis (ab € 8). Unbedingt vorbestellen! TIPP Für den besonderen Geschmack steht manchmal Kamel-Burger (ab € 9,50) oder Kamel-Kebab (ab € 16) auf der Speisekarte. TIPP In Aqaba wird auch Fisch serviert, z. B. Sayadieh, gebratene Goldbrasse mit Reis (ab € 20), oder gegrillte Shrimps (ab € 28).

Beliebte Biere sind Amstel und Petra (ab € 5,30/330 ml). Ein kleines Wasser, Softdrinks oder ein Glas Chai, schwarzen gesüßten Tee, gibt es ab € 0,50, ein Becher frisch gepresster Granatapfelsaft oder Zitronensaft mit Minze kostet ab € 4. TIPP Unbedingt probieren: Konafa, eine Süßigkeit aus Käse, Butter und Pistazien (Stück ab € 1,30). Lecker ist auch das Fladenbrot Jhobes Tabun (ab € 0,70).

Highlights & Aktivitäten

Empfehlenswert ist der »Jordan Pass«, der das Visum am Airport und zahlreiche Eintritte zu Sehenswürdigkeiten inkludiert (ab € 93, www.jordanpass.jo). Das »Carob Hostel Amman« bietet einen Tagesausflug in den Norden, u. a. nach Jerash (ab € 133/4 Pers.) sowie eine Tour in den Wadi Al Mujib und zum Toten Meer an (ab € 47/Pers. bei 4 Teiln., www.carob. community). Im Wadi-Rum-Schutzgebiet kann man bei Bedouin Campsite & Tours z. B. einen Kamelritt buchen (ab € 113, 3 Std.), eine 3 Jeeptour (ab € 147, 4 Std.) oder eine Tageswanderung durch die Wüste (ab € 67, www.bedouin.camp).

In Aqaba gibt der City Sightseeing Bus einen tollen Überblick über die Stadt (30 Min., ab US$ 5, 1 Std.).

Sindbad Water Sports (www.sindbad jo.com) bietet u. a. 4 Testtauchen (ab € 67/Pers.) und Wasser-Ski-Training (ab € 87/30 Min.).

In Petra ist ein traditioneller Kochkurs buchbar bei Petra Kitchen (ab € 47/Pers., www.petrakitchen.com).

Für Selbstfahrer ist die App »Maps Me« ein großartiges Hilfsmittel.

Sicherheit

Jordanien gilt als sicheres Reiseziel.

Vor Reisen an die Grenze nach Syrien oder Irak wird aber abgeraten.

Wie überall können Taschendiebstähle vorkommen, nachts sollte man nicht allein durch dunkle Gassen laufen, Wertgegenstände am Körper tragen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vorsichtig sein.

Auskünfte www.visitjordan.com

Reiseführer »Jordanien«, Reise Know-How 2020, € 22,90.

Reiseveranstalter

Diamir Erlebnisreisen (www.diamir. de, 0351-312070); Geoplan Touristik (www.geoplan-reisen.de, 030-34649810); Studiosus (www. studiosus.com, 00800-24022402);

Wikinger Reisen (www.wikingerreisen.de, 02331-9046).

FLÜGE BUCHEN

Nonstop nach Amman mit Lufthansa von Frankfurt (ab € 498), Austrian von Wien (ab € 390) und Royal Jordanian von Zürich (ab € 441). Wizzair startet von Wien bereits ab € 117. Turkish Airlines nimmt via Istanbul ab € 503.

FLUG AB € 117

World-Of-Flights.de