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Wohnoase statt Abstellkammer


ÖKO-TEST Kompakt Wohnen & Leben - epaper ⋅ Ausgabe 2/2010 vom 08.04.2010

Das Schlafzimmer ist längst nicht mehr bloß zum Schlafen und Aufbewahren von Kleidung da. Dort wird geliebt, gelebt und gearbeitet. Trotzdem werden die Schlafgemächer oft stiefmütterlich behandelt. Dabei lässt sich schon mit wenigen Tricks und schönen Möbelstücken eine angenehme Atmosphäre schaffen.


Artikelbild für den Artikel "Wohnoase statt Abstellkammer" aus der Ausgabe 2/2010 von ÖKO-TEST Kompakt Wohnen & Leben. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Wohnen & Leben, Ausgabe 2/2010

Rund achteinhalb Stunden täglich verbringen die Deutschen in ihrem Schlafzimmer. Dort können sie sich zurückziehen, einkuscheln und entspannen – ein ganz privater Raum, mit Fotos, Erinnerungsstücken und persönlichen Lieblingsmöbeln. Im Schlafzimmer wird nicht nur geschlummert und geliebt, sondern ...

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Rund achteinhalb Stunden täglich verbringen die Deutschen in ihrem Schlafzimmer. Dort können sie sich zurückziehen, einkuscheln und entspannen – ein ganz privater Raum, mit Fotos, Erinnerungsstücken und persönlichen Lieblingsmöbeln. Im Schlafzimmer wird nicht nur geschlummert und geliebt, sondern gefrühstückt, gelesen, Musik gehört oder ferngesehen. Zwar dürfen manchmal auch Gäste einen Blick in die intimen Gemächer werfen. Doch grundsätzlich ist das Schlafzimmer nicht zum Repräsentieren da. Es muss nur einem selbst gefallen.

Aber wie sieht es wirklich in den vier Wänden aus, in denen wir unsere Nächte verbringen? Die renommierte Fotografi n Herlinde Koelbl hat sich mit ihrer Kamera auf die Reise gemacht und Schlafgemächer rund um den Globus abgelichtet. Deutsche Schlafzimmer sind auffallend ordentlich, das jedenfalls lässt sich ihrem Fotoband entnehmen. Doppelbett und große Schrankwand bestimmen wie eh und je das Bild. Und während die Engländer farbige Tapeten oder die Russen dunkle Möbel und rot gemusterte Teppiche favorisieren, ist hierzulande weiße Bettwäsche immer noch beliebt.

In den Schlafzimmern der Deutschen herrscht Beständigkeit, so klagen auch die Vertreter der Möbelindustrie. Der Umsatz in dieser Sparte stagniert seit Jahren. Oft wird das nächtliche Refugium sogar ausgesprochen stiefmütterlich behandelt – ausgestattet mit lieblos zusammengewürfelten Möbelstücken oder langweiligen Bett-Nachttisch-Schrank- Kombinationen. Fremde be - kommen den Ruheraum schließlich nur selten zu Gesicht. Wenn der Platz knapp ist, gerät das Schlafzimmer auch schnell mal zur heimlichen Abstellkammer: Das Bügelbrett verschwindet hinter der Tür, der Wäscheständer versperrt den Weg zum Bett.

Das Bett ist nicht allein zum Schlafen da

Andererseits: Die Lebensgewohnheiten haben sich verändert. Trendforscher stellen fest, dass die Grenzen zwischen Arbeiten, Wohnen und Schlafen zunehmend verschwinden. Die privaten Gemächer sind nicht mehr nur zum Schlummern und Aufbewahren von Kleidung da. Das Bett steht zwar weiterhin im Mittelpunkt. Aber es wird für alle möglichen Tätigkeiten genutzt, die auch im Liegen verrichtet werden können. Einrichter haben das schon lange erkannt. Sie propagieren das Schlafzimmer als Multifunktionsraum, in dem man lesen, lernen, plaudern, in Ruhe telefonieren oder ungestört E-Mails schreiben kann. Weg vom tristen Einheitslook, hin zur vielseitig und individuell gestalteten Wohnoase. Dafür muss nicht gleich die gesamte Einrichtung auf dem Sperrmüll landen. Schon mit wenigen Möbelstücken und schönen Accessoires lässt sich ein angenehmes und gesundes Umfeld schaffen, in dem wir uns wohlfühlen und erholen können – am Tag genauso wie in der Nacht.

Mit der Freundin chatten oder im Bett eine DVD schauen: Im Schlafzimmer wird längst nicht mehr nur geschlafen.


Egal ob man auf romantischverspielte Betten oder auf Sachlichkeit steht, in erster Linie kommt es auf die Qualität an. Denn in einem Bett, das wackelt und quietscht, fi ndet niemand erholsamen Schlaf. Entscheidend für den Schlafkomfort sind Lattenrost und Matratze. Auch wenn das Bett ein Erbstück oder ein Kauf vom Flohmarkt ist, lässt sich das gute Stück mit hochwertigem Lattenrost und Matratze aus dem Fachhandel nach modernen ergonomischen Maßstäben ausstatten.

Nicht nur für Leseratten ist eine Ablage am Bett unverzichtbar – aber es muss nicht unbedingt die klassische Nachtkommode sein. Manche Bettenher- steller bieten Ablagen, die man direkt ins Bettgestell hängen kann. Diese frei schwebenden Tischchen nehmen kaum Platz weg. Als Ablage eignet sich aber auch ein neu angestrichener Schemel, eine hübsche alte Holzkiste oder ein schöner, abgegriffener Lederkoffer.

Schrank: Ordnung mit System

Schränke müssen vor allem eines bieten: viel Stauraum. Einbauschränke haben den Vorteil, dass sie nicht wuchtig wirken, weil man die Tiefe nicht wahrnimmt. Große Schränke oder Schrankwände erscheinen weniger erdrückend, wenn sie hell sind und die Oberfl äche aufgelockert ist – zum Beispiel durch Mattglas- oder Lamellentüren. Auch ein einzelner Schrank mit intelligenter Unterteilung kann ein echtes Stauraumwunder sein. Um Anzüge und Kostüme knitterfrei zu verstauen, sollte er mindestens 60 Zentimeter Tiefe haben. Auch empfi ehlt es sich, auf die Breite der Einlegebretter zu achten: 50 Zentimeter breite Fächer sind zum Beispiel für ein T-Shirt zu breit, für zwei aber zu schmal. So verschenkt man unnötig Platz. Für gefaltete Teile wie beispielsweise Pullover werden Einlegeböden in relativ geringem Abstand empfohlen, um unübersichtliche Kleiderberge zu vermeiden. Ist der Schlafraum sehr klein, können Schiebe- oder Falttüren praktisch sein. Ist das Schlafzimmer groß genug, kommt auch eine begehbare Garderobe mit offenen Regalen infrage – zum Beispiel zwischen einer fl exiblen Trennwand hinter dem Kopfende des Bettes und der Wand. Hier kann man sich in aller Ruhe an- und ausziehen.

Einbauschränke nutzen den vorhandenen Platz optimal, vor allem in Schlafräumen mit Dachschrägen.


Interessanter und vor allem wohnlicher fürs Schlafzimmer sind Möbel, die ursprünglich eine andere Funktion hatten: So kann Omas Vitrine als Wäscheschrank oder ein ausgedienter Nähmaschinentisch als Toilettenablage genutzt werden. Altes lässt sich mit Modernem kombinieren, Schlichtes mit Kunstvollem. Ein Polstersessel oder kleines Sofa machen den Raum so richtig wohnlich. Aber auch ein verwitterter Gartenstuhl mit frischer Farbe eignet sich als Sitzgelegenheit oder Kleiderablage.

Accessoires: Den Überblick behalten

Dekorationen geben einem Raum die persönliche Note. Innenarchitekten warnen aber davor, zu viel Krimskrams aufzustellen, denn dadurch wird ein Zimmer nicht gemütlich, sondern unübersichtlich. Mehr Eindruck als viele beliebig zusammengestellte Dinge macht ein ausgesuchtes Möbelstück, ein schönes Bild oder Accessoire. Und damit das Zimmer nicht allzu kahl wirkt, genügt eine Kuhhaut auf dem Boden, ein farbiges Seidenkissen auf dem Bett oder ein Spitzenschal vor dem Fenster.

Für Frauen, aber auch für viele Männer sind Spiegel im Schlafzimmer ein unverzichtbares Zubehör. Sie helfen nicht nur beim kritischen Beäugen des Outfi ts, sondern bringen auch mehr Licht in den Raum. Großformatige Spiegel können einfach an die Wand gelehnt werden – das wirkt großzügiger als ein aufgehängter oder in den Schrank eingebauter Spiegel. Selbst große antike Spiegel mit Goldrahmen passen gut ins Schlafzimmer – auch in ein modern eingerichtetes.

Wandleuchten und Leselampen

Mit nur einer Lampe kommt man im Schlafzimmer nicht aus. Am Bett braucht man ein weiches Licht, das aber zum Lesen hell genug ist. Weitere Wand- oder Stehleuchten die - nen der Allgemeinbeleuchtung. Mit Dimmern kann man die Lichtstimmung nach Bedarf ändern, am einfachsten ist es, wenn sich alle Leuchten auch vom Bett aus bedienen lassen. Von einer klassischen Deckenleuchte raten viele Einrichtungsexperten ganz ab, weil sie einen Lichtpool nur in der Mitte des Raumes bildet, was schnell ungemütlich wirkt. Zusätzliche Leuchten am oder im Kleiderschrank sowie am Spiegel sind sinnvoll – am besten rechts und links davon, das verhindert Schatten. Es gibt sogar Unterbettbeleuchtungen, die mit Bewegungsmelder funktionieren. Sie geben vor allem älteren Leuten Sicherheit und allen, die nachts öfter mal rausmüssen.

Licht und Luft sind wichtig für das Wohlbefi nden – das gilt auch für den Schlafraum. Statt Rollläden oder schwerer Vorhänge tun es auch Jalousien oder Stoffrollos. So wird die Privatsphäre geschützt und es kommt trotzdem Tageslicht herein. Im Trend liegen Flächenvorhänge, die sich besonders für große Fensterfronten, Terrassenoder Balkontüren eignen. Sie bestehen aus faltenlosen Stoffbahnen, auch Paneelen genannt, die man vielfältig kombinieren kann. In Schienen eingehängt, lassen sich die Streifen unabhängig voneinander verschieben, so dass reizvolle Durchblicke und Lichteffekte entstehen.

Lampen am Bett sollten zum Lesen hell genug sein, aber trotzdem ein weiches Licht abgeben.


Pflanzen im Schlafzimmer?

Grundsätzlich sind Pfl anzen gut fürs Raumklima, weil sie die Luft befeuchten. Bei Tageslicht erzeugen die grünen Blätter auch Sauerstoff durch den Prozess der Fotosynthese, der aber bei Dunkelheit nicht abläuft. Dann ist es umgekehrt. Aber nur wenn in einem kleinen Schlafzimmer sehr viele Grünpfl anzen stehen und nachts das Fenster geschlossen bleibt, sinkt die Sauerstoffkonzentration im Raum. Unter bestimmten Umständen können die Pfl anzen aber auf andere Weise Probleme bereiten. In der feuchten Blumenerde bilden sich oft Schimmelpilzsporen, die Allergikern Schwierigkeiten machen. Wer eine Latexallergie hat, sollte sich keine Birkenfeige anschaffen. Wenn man ein Blatt abreißt, tritt ein latexähnlicher Saft aus. Auch stark duftende oder von Ungeziefer befallene Pfl anzen haben im Schlafzimmer nichts zu suchen.

Die richtige Lage und Temperatur

Wer gerne mit den ersten Sonnenstrahlen aufwacht, sollte als Schlafraum ein Zimmer nach Osten wählen. Am Nachmittag ist es dort schattiger und kühler – gut für alle, die sich dann gerne noch mal ein Nickerchen gönnen. Ein Zimmer Richtung Westen eignet sich dagegen für Menschen, die ihr Schlafgemach auch als Arbeitsplatz nutzen und die Abendsonne genießen möchten.

Für einen optimalen Schlummer empfehlen Experten Raumtemperaturen zwischen 16 und 18 Grad. Auch tagsüber sollte die Temperatur mindestens bei 18 Grad liegen. Wer an der Heizung zu viel spart, riskiert Feuchtigkeitsschäden und Schimmel. In durchgehend beheizten Schlafräumen mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit sind Menschen mit Schimmelpilz- und Hausstauballergien weniger gefährdet, Asthma zu bekommen. Empfohlen wird eine Luftfeuchtigkeit von unter 50 Prozent.

Kompakt

Farben kann man fühlen

Farben haben eine große Auswirkung auf die Stimmung und das Wohlbefinden. Für das Schlafzimmer eignen sich beispielsweise kühle Blautöne, weil sie beruhigend wirken. Warmes Gelb oder Orange lassen auch bei grauem Himmel die Sonne aufgehen. Dagegen sollten grelle, leuchtende Farben wie beispielsweise Rot am Ort der Ruhe allenfalls punktuell eingesetzt werden. Pastelltöne haben grundsätzlich dieselbe Wirkung wie die Grundfarben, allerdings weniger ausgeprägt. Sie halten das Zimmer hell und geräumig und lassen es optisch größer wirken. Zeitlos, ruhig und elegant wirken weiße Wände, auch in Kombination mit sanften Erdfarben.
■ Rot: Macht wach und aktiv, wirkt positiv auf Selbstvertrauen und Sexualität des Menschen. Ist der Farbton aber zu intensiv, kann Rot leicht als erdrückend und ermüdend empfunden werden.
■ Orange: Macht fröhlich und locker, regt zu Bewegung an.
■ Gelb: Kann Angespanntheit und Nervosität begünstigen, stimuliert aber auch den Intellekt.
■ Grün: Wirkt ausgleichend und fördert die Urteilsfähigkeit.
■ Türkis: Beruhigt die Nerven, wirkt kühl und erfrischend.
■ Blau: Entspannt und beruhigt, gut gegen Anspannungen, Nervosität und Schlaflosigkeit.
■ Violett: Unterstützt das seelische Gleichgewicht und beruhigt den Körper.
■ Weiß: Wirkt reinigend und klärend, beruhigt.


Foto: oekoControl.com/Göhring

Foto: ingram

Foto: oekoControl.com

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