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Lesen Sie das Editorial von AD Architectural Digest - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift AD Architectural Digest - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

„Keyserling lesen ist wie Pilze sammeln. Der Korb kann nicht groß genug sein, um all die schönen ironischen Spitzen einzusammeln.“

Als Eduard von Keyserling 1894 mit seinen drei Schwestern nach München zog, ging es ihm nicht gut. Der knapp 40-jährige Schriftsteller litt an einer schweren Syphilis. Ein paar Jahre später saß er nahezu erblindet in seiner Wohnung in der Ainmillerstraße 19 in Schwabing und konnte seine Texte nur noch diktieren.

Die hingetupfte Sinnlichkeit endloser Sommernachmittage, die seine Erzählungen dieser Zeit durchzieht, schöpfte er nur noch aus der Erinnerung. Von des Gedankens Blässe angekränkelt war hier gar nichts. Während sein österreichischer Kollege Hugo von Hofmannsthal, der hypernervöse Überfeinerungskünstler, genau zur selben Zeit in seinem berühmten „Brief“ den fiktiven Lord Chandos müde bekennen lässt, die Wörter zerfielen ihm „im Mund wie modrige Pilze“, und damit jene Sprachkrise ins Bild setzte, mit der eine ganze Dichtergeneration die Ermattung des Fin de Siècle abzustreifen versuchte, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, war ausgerechnet der blinde Balte schon einen Schritt weiter. Zu seinem 100. Todestag hat der Manesse Verlag nun seine gesammelten Erzählungen herausgegeben, eine 744 Seiten starke „Landpartie“, meine Lektüreempfehlung im Reigen unseres Weihnachts- Bücherspezials (S. 128).

Keyserlings weiche Sätze wischen einem an den Knien entlang wie spätsommerliche Gräser, ein unwiderstehliches Gefühl, hunderterlei Gerüche steigen auf, überall um die Landhäuser herum Buchs, der „warm und bitter“ duftet, und nicht selten kitzelt es, sodass man genauer hinschaut und fündig wird – Keyserling lesen ist wie Pilze sammeln, und zwar solche, die gar nicht modrig sind wie die von Hofmannsthal. Der Korb am Arm kann gar nicht groß genug sein, um all die präzisen Charakterbeobachtungen, die beglückenden Metaphern, nicht zuletzt die häufig ausgestreuten ironischen Spitzen einzusammeln. Da sind die Hände einer Dame „noch kühler als ihre Ringe“, Haar ist von einem ganz warmen Braun „wie alter Portwein“.

Unvergessliche Szenen wie die in „Bunte Herzen“, als zwei junge Damen spät am Abend sich eifrig eine Rosencreme ins Gesicht schmieren und im Nachthemd die Köpfe ins Mondlicht halten, um das Antlitz zu bleichen. Was wiederum ein junger polnischer Graf nicht mehr braucht, von dem der Erzähler bemerkt, er war „ganz bleich von Beredsamkeit und verstand es, ein wunderbar unumwundenes Pathos in seine Worte zu legen“.

Es gibt wohl keinen Autor, der öfter wiederentdeckt worden ist als Keyserling. Dass man ihn lange wahrgenommen hat als wehmütig-nostalgischen Lordsiegelbewahrer eines langsam verdämmernden Landadels, hat den Blick verstellt auf den modernistischen Gestus, mit dem hier nüchtern und mit liebevollem Spott zugleich ein gesellschaftlicher Kosmos nicht getätschelt, sondern behutsam auseinandergenommen wird. Unbedingt lesen!

Oliver Jahn
Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift AD Architectural Digest - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …
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Kategorie Gartenzeitschriften und Wohnzeitschriften

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