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Lesen Sie das Editorial von mundus - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift mundus - epaper die aktuelle Ausgabe 2/2017 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Liebe Leserinnen und Leser,

was ist für Sie Kitsch? Gemeinhin versteht man darunter jene kreativen Arbeiten, die nur schön sind und kein einziges Moment von Irritation enthalten; ein berühmtes Beispiel ist das Gesicht der Barbiepuppe. Schönheit genügt sich selbst, ihre Brechung dagegen macht ein Werk erst interessant. Weshalb gute Kunst immer ein gewisses Quantum an irritativen Momenten enthält und geschickt zwischen dem Bedürfnis des Betrachters nach Formvollendung und einer gekonnten Infragestellung dieser Formvollendung changiert. Ein Beispiel sind die Arbeiten unseres aktuellen Titelkünstlers Karl Orth, die in ihrer Zartheit und Gebrochenheit unser Schönheitsbedürfnis einerseits bedienen und andererseits hinterfragen.

Die Geschichte der modernen Kunst lässt sich auf vielerlei Weise erzählen. Sie ist auch und nicht zuletzt die Geschichte einer Befreiung: Die Impressionisten befreiten die Malerei vom Zwang zur fotorealistischen Wiedergabe, die Expressionisten befreiten die Farbe, Picasso emanzipierte die Figur von ihrer natürlichen Gestalt, die abstrakten Künstler befreiten sich von jeglichem Zwang zur Form. Alles in allem eine großartige Entwicklung. Gleichzeitig wirft sie die Frage auf: Wie weit soll dieser Prozess noch gehen? Und ja, wo liegen die Risiken, also jener Punkt, ab dem die Befreiung der Kunst ihr zu schaden beginnt? An dieser Stelle sei ein Exkurs in die Geschichte der Musik erlaubt, auch sie ein einzigartiger Befreiungsprozess: es war ein langer Weg vom hohen Ordnungsgefüge der Harmonielehre eines Johann Sebastian Bach über die Verspieltheit eines Mozart, den revolutionären Impetus Beethovens bis zu den die Grenzen des Disharmonischen weit auslotenden Werken von Gustav Mahler oder Richard Strauß. Arnold Schönberg hat diese Entwicklung mit seiner Zwölftonmusik und der Vermeidung jeglicher Tonalität auf die Spitze getrieben. Seine Werke sind musiktheoretisch äußerst interessant – aber für die Ohren unerträglich. Da Menschen auf akustische Reize sensibler reagieren als auf optische, hat sich die Atonalität nicht durchsetzen können. In ihr mutierte die Musik zum Krach.
Überträgt man diese Beobachtungen auf die Kunst, stellt sich die Frage: Lässt sich auch hier jener Umschlagpunkt beobachten, an dem Kunstwerke quasi umkippen und zu Trash werden? Und, wenn ja, warum wird dieser Punkt nicht oder viel zu wenig diskutiert? Warum traut sich niemand zu sagen, dass manche Arbeiten, die dem Betrachter heute als Kunst untergejubelt werden, in Wirklichkeit nichts anderes sind als Müll, also quasi eine optische Form von Krach? Ist möglicherweise die allerorten grassierende political correctness auch ein Problem des modernen Kunstbetriebes, gleichsam eine auf leisen Sohlen daherkommende linksfaschistische Gesinnungsdiktatur über das, was in Kunst und Kultur als wertvoll zu gelten hat (s. S. 77 mehr )?
Der Kulturbetrieb in Deutschland leidet unter einem Sprachfehler: der Unfähigkeit, „nein“ zu sagen. Abgrenzung ist nicht erwünscht. Was ist Kunst, vor allem gute Kunst? Hierauf gibt es eine Fülle von Antworten. Wir beschäftigen uns jedoch viel zu wenig mit der Frage, was definitiv keine Kunst mehr ist, noch gibt es dazu einen Kriterienkatalog. Zu groß ist die Angst, es könne einem der Vorwurf gemacht werden, Künstler als „entartet“ zu bezeichnen oder man sei „nicht offen“ oder, noch schlimmer, sogar „prüde“. Denn schlechte Künstler und manche Galeristen funktionieren wie religiöse Ideologien: Sie sind Meister darin, jedem, der sie infrage stellt, ein schlechtes Gewissen zu machen - gute Künstler hingegen haben das gar nicht nötig. Jedenfalls hat unsere Unfähigkeit als Kulturrezipienten, auf Qualität zu bestehen, in manchen Bereichen zu einer regelrechten Versiffung des Kulturbetriebes geführt. Ein prominentes und kürzlich in der Presse heftig diskutiertes Beispiel ist der dramatische Qualitätsverlust der Münchner Kammerspiele seit der Übernahme der Intendanz durch Matthias Lilienthal.

Zum Thema Freiheit habe ich vor einiger Zeit eine bemerkenswerte Definition der Cellistin Sol Gabetta gelesen: „Man denkt oft, Freiheit ist, machen zu können, was man will. Ich glaube, es ist das Gegenteil. Freiheit gibt es erst mit Organisation. Ohne Struktur gibt es keine Freiheit, nur Chaos. Ich empfinde meine Freiheit auf der Bühne nur, wenn ich weiß, dass ich vorher gut geübt habe, wenn ich Ordnung habe in meinem Kopf.“
Wenn man diese Forderung, einem kreativen Werk ansehen zu können, dass sein Schöpfer „gut geübt“ hat, an alle Werke der bildenden Kunst aus den letzten fünfzig Jahren stellen würde: Wie viele – oder wie wenige - Arbeiten blieben dann noch übrig?

Viel Freude beim Schauen und Lesen wünscht Ihnen herzlich
Lena Naumann

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Kategorie Kunstmagazine und Kulturmagazine

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